Demon Hunter

Demon Hunter

Beitragvon Kenneth Thiessen » Freitag 19. Januar 2024, 19:38

In den späten Abendstunden des gestrigen Tages kam ich durch das Songduell zu der Idee hier etwas über eine meiner Lieblingsbands DEMON HUNTER zu schreiben, die jedoch schon länger aus meinen Playlisten verschwunden ist, weil ich in den letzten Monaten diesen Klängen meist nicht so viel Zeit gewidmet habe. Nichtsdestotrotz bedeutet mir die Band immer noch ziemlich viel, da der Erstkontakt mit "True Defiance" (2012) erst die Tür zum extremeren Metal aufgestoßen hat, da auf dem Album die ersten Songs mit Growls und Screams drauf waren, die ich zu dem Zeitpunkt ertragen habe. Über DEMON HUNTER und weitere Bands des amerikanischen Spektrums jüngerer Bands, die sich dem Alternative Metal/Metalcore/Hardcore/Groove gewidmet haben, wurde es dann über allerlei andere christliche Bands verschiedener Stile immer härter, aber das soll hier in diesem Faden nicht das Thema sein.
DEMON HUNTER wurde 2000 von den beiden Brüdern Ryan und Don Clark gegründet, nachdem diese beiden auch bei TRAINING FOR UTOPIA gespielt hatten und diese zugunsten von Ersterer auflösten. 2002 kam dann die erste Sampler-Beteiligung ("This Is Solid State Vol. 3") unter dem Namen DEMON HUNTER mit einer frühen Version des Songs 'Through The Black', der sich auf auf dem Debüt befindet, das im selben Jahr im Oktober veröffentlicht wurde.
Im Laufe der nächsten Woche werde ich nun versuchen, jeweils die Studioalben der Band kurz zu besprechen, womit wir beim Debüt wären.

Demon Hunter: Demon Hunter (2002)
Bild

Ich lernte das Debüt erst nach dem Großteil der restlichen Diskographie der Band kennen, weswegen mich der hier eingeschlagene Stil zunächst etwas irritierte, da die Band hier noch recht klassischen Hardcore mit Alternative Metal verbindet und noch nicht ganz so melodisch unterwegs ist wie auf späteren Alben. Auch die elektronischen Spielereien dienen auf dem Debüt eher dazu, eine dystopische Atmosphäre aufzubauen, anstatt poppige Akzente zu setzen. Der Sound ist glücklicherweise noch recht roh, was man ganz besonders am holzenden Schlagzeug merkt, das hier und da tatsächlich ziemlich mitreißende Grooves spielt. Insgesamt ist der Hardcore, den die Band spielt, auch recht groovebetont und versucht eigentlich nie irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Merkmal eigentlich aller Alben sind die bandtypischen Balladen, die hier in Form von 'My Throat Is An Open Grave' und 'The Gauntlet' realisiert wurden, wovon ersterer Song auch in der Akustik-Version auf "Songs Of Death And Ressurection" (2021) zu finden ist und neben 'Infected' in den letzten Jahren immer mal wieder von der Band live gespielt wurde, während die restlichen Songs des Albums in den Live-Sets kaum noch Beachtung finden. Die Kritik, denen DEMON HUNTER und Bands des Stils oft ausgesetzt sind, dass man im Refrain superhart spielt usw. und dann zum Refrain Schmachtgesang und hypermelodische Gitarren und womöglich sogar Keyboards zum Einsatz kommen, kann das Debüt noch recht gut zurückweisen, auch wenn der Wechsel zwischen Screams und Klargesang in fast jedem Song vorhanden ist, so sind die verarbeiteten Melodien in den jeweiligen Refrains von der Zuschreibung "gefällig" in den meisten Fällen weit entfernt. Als besonderes Highlight des Albums wäre da 'Turn Your Back And Run' zu nennen, das im Riffing sogar eine Spur Black Metal hat, während das Keyboard in der zweiten Hälfte dem Song eine interessante Facette hinzufügen. Daneben tun sich auch die beiden genannten Balladen durch ihren ruhigen Ton hervor, wobei man hier auch Grunge-Einflüsse der Band heraushören kann. Dazu auch interessant: Ein Cover des ALICE IN CHAINS-Songs 'Down In A Hole' findet sich in einer späteren Kompilation der Band als Bonustrack. Zurück zum Debüt: Auch 'Broken Upper Hand' mit seinem fast schon tanzbaren Groove, aber auch einer fetten Portion Aggressivität kann überzeugen. Wie auch Bandkopf und Vokalist Ryan Clark in Interviews immer wieder bestätigte gehört SEPULTURA zu den ganz großen Vorbildern der Band, was sich am eingeschlagenen Stil auch deutlich bemerkbar macht. Daneben findet sich auch ganz viel Alternative Metal und Grunge auf diesem Debüt, das zusammen mit dem Nachfolger "Summer Of Darkness" (2004) wohl noch das aggressivste Album der Band ist.

'Turn Your Back And Run' - https://www.youtube.com/watch?v=kMg4Zem ... nter-Topic
'My Throat Is An Open Grave' - https://www.youtube.com/watch?v=AsgCkaS ... nter-Topic
'The Gauntlet' - https://www.youtube.com/watch?v=GOgcFWA ... nter-Topic
'Broken Upper Hand' - https://www.youtube.com/watch?v=IVHCRUv ... nter-Topic

@Jhonny, du hast sicherlich auch noch bestimmt Interessantes zu dem Album zu erzählen. Da bin ich auf deine Worte gespannt, da du zumindest schon zu der Zeit gelebt hast, als das Album veröffentlicht wurde ;-) und gerade das Debüt der Band für dich auch wichtig war.
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Re: Demon Hunter

Beitragvon Jhonny » Samstag 20. Januar 2024, 16:48

:grins:
Ja, da habe ich gelebt. Und du erwähnst auch meinen Erstkontakt, nämlich den Solid State Sampler, den ich mir mal bei Gerth Medien mitbestellt habe, meine ich.
Das war für mich eine Tür in eine neue Welt, denn der Sampler war voller für einen 14jährigen extrem harter Nummern - neben DEMON HUNTER haben mich auch PROJECT 86, ZAO, LIVING SACRIFICE, EXTOL oder BLINDSIDE beeindruckt.
Zudem gab es da Bands auf dem Sampler, deren Entwicklung noch überhaupt nicht absehbar war - UNDEROATH und NORMA JEAN zum Beispiel. Dass das mal Größen des Metalcore werden würden... :D 8-)

Das Debüt von DEMON HUNTER besitze tatsächlich erst seit 7 Jahren, aber Solid State hatte damals auf der Homepage immer kostenlose Downloads von Songs der Alben im Angebot und zudem ein reichhaltiges Sampler-Sortiment, ähnlich wie das Mutterlabel Tooth & Nail Records (das auch viele schöne Bands veröffentlichte). Daher kenne ich manche der Songs seit 22 Jahren. Und auch wenn ich die Band danach faktisch nicht mehr sonderlich aktiv verfolgt habe, waren sie eben eines meiner Einstiegstore in den extremeren Metal.
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