Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Havoc » Sonntag 31. Dezember 2023, 16:12

Platz 1

PRIMORDIAL – How It Ends

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Zum dritten Mal, seit ich das hier mache, siegt also ein Album der Iren. Das sagt schon aus, wie toll ich die Band finde, auch wenn insbesondere das 2014er Werk in der Rückschau nicht mehr den Titel bekommen würde. Aber dass man auch später noch Alben aus dem entsprechenden Jahrgang kennen lernt oder auch andere besser findet ist wohl klar. Ich habe am Ende schon noch überlegt, ob nicht doch die neue Enslaved den Titel verdient hat. Aber nein. Ähnlich wie schon 2018 kommt keiner an Primordial vorbei. Das Album hat mich gleich beim ersten Durchgang total abgeholt. Der Sound muss hier zwingend erwähnt werden. Unglaublich geil! Perfekt! Besser geht es nicht. Wahnsinn!! Und allen voran die ersten drei Songs nehmen einen gleich völlig mit. Neben dem Sound ist es Sänger Alan der so dermaßen emotional und mitreißen singt und kreischt wie ich es selten erlebt habe. Diese Intensität sucht seinesgleichen. Da steckt wirklich jemand sein ganzes Herzblut und seine Seele in jeden einzelnen Ton. Ganz besonders toll finde ich seine Sangeskunst im 2. Song. In manchen Kritiken kann man lesen, dass die Musik etwas zu sehr vor sich hin dümpeln würde. Ich denke viele meinen damit Songs wie „Call To Cernunnos“. Kann ich vielleicht nachvollziehen, aber zu Null Prozent teilen. Dieses mäandernde Stück führt einen komplett in eine andere Welt und wirkt einfach nur betörend und beschwörend auf einen ein. Direkt danach folgt mit dem längsten auch das modernste Stück des Albums. „All Against All“ erinnert, wie ich finde, etwas an das sehr coole fast tanzbare Stück „To Hell Or The Hangman“ vom Vorgängerwerk. Nach diesem Highlight folgen dann noch zwei eher mittelklassige Songs, welche es aber nicht schaffen, dass Album auf Platz 2 meiner Jahrescharts runter zu ziehen. Alles in allem ein hervorragendes Album, welches sich vor Nichts in der gesamten Diskografie zu verstecken braucht. Das sieht anscheinend nicht jeder Fan der Band so, mich hat die Band aber wieder mal vollkommen verzaubert. Wenn es denn wirklich das letzte Album der Band sein sollte (was ich noch nicht ganz glaube), dann war das für mich ein echter Donnerschlag und ein mehr als würdiger Abgang.

Nicht in die Top Ten geschafft hat es…

KK´S PRIEST – The Sinner Rides Again
(Aufgrund des sehr coolen Debüts waren meine Erwartungen ziemlich groß. Diese wurden ob der fast ausnahmslos sehr guten Kritiken noch weiter in die Höhe geschraubt. Ich mag das Album zwar, der Sound ist auch besser als auf dem Debüt, aber die Songs kicken mich in der Spitze leider nicht mehr so ganz. Nur wenig reißt mich wirklich aus dem Sitz. Das böse Wort generisch erwähne ich nun nicht, aber die Kompositionen wirken auf mich schon ein wenig wie vom Fließband. Daher bleibt nur Platz 11 von 11 in diesem Jahr. Ganz kleine Enttäuschung, ähnlich wie die Sorcerer.

Album des Jahres (seit ich bei powermetal unterwegs bin!)

2005 NEVERMORE – This Godless Endeavor
2006 IHSAHN – The Adversary
2007 SIEGES EVEN – Paramount
2008 ENSLAVED – Vertebrae
2009 KATATONIA – Night Is The New Day
2010 IHSAHN – After
2011 DREAM THEATER – A Dramatic Turn Of Events
2012 CRIPPLED BLACK PHOENIX – Mankind (The Crafty Ape)
2013 STEVEN WILSON – The Raven That Refused To Sing
2014 PRIMORDIAL – Where Greater Men Have Fallen
2015 RIVERSIDE – Love, Fear And The Time Machine
2016 ODDLAND – Origin
2017 PAIN OF SALVATION – In The Passing Light Of Day
2018 PRIMORDIAL – Exile Amongst The Ruins
2019 DISILLUSION – The Liberation
2020 FATES WARNING – Long Day Good Night
2021 IOTUNN – Access All Worlds
2022 THRESHOLD – Dividing Lines
2023 PRIMORDIAL – How It Ends

Kommt gut ins neue Jahr 2024!
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Jakob » Dienstag 2. Januar 2024, 00:29

Schöne Liste!
Sie erinnert mich daran, dass ich die KATATONIA nichmal auflegen muss und vor allem, dass ich echt noch viel nachholen muss, mindestens EINAR SOLBERG und THE OCEAN.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 2. Januar 2024, 13:56

Bei mir zeichnete sich mit der vorletzten Platte schon ab, dass das Gefühl begonnen hatte, hier nichts mehr Neues zu hören zu bekommen. Das ist immer noch alles sehr gut. Aber die ganz große Begeisterung bleibt aus. Ich finde es erstaunlich, wie Treu du bei so vielen Bands über die Jahre bist, mit denen ich so meine Problemchen habe. Dem möchte ich keine große Gewichtung beisteuern, weil das bestimmt kein Einzelfall ist. Vielen geht es mit meinem Hörverhalten wohl ähnlich. Mir ist es nur eben aufgefallen. Bei "Call To Cernunnos" zucke ich tatsächlich dann mit den Schultern. Ich finde das ziemlich schade, dass mir das nicht mehr alles so gut gefällt, wie noch vor 10 Jahren. Mir fehlt da etwas im Sound, dass ich mich da fallen lassen kann, wie früher. Ich hab noch nicht rausgefunden, was es ist. "Victory Has 1000 Fathers, Defeat Is An Orphan" gefällt mir da viel besser. Aber wie gesagt, mich kann es leider nicht mehr vom Hocker reißen.

Das war eine spannende Top 10. Vieles hatte ich bei dir gar nicht mehr auf dem Schirm. Es gab dann so einige "Aha"-Momente. Tut mir wahnsinnig leid, wenn die großen Begeisterungen meinerseits ausgeblieben sind. Aber ich lese das sehr gerne und so kommt auch immer wieder die Beschäftigung mit Bands zustande, bei denen ich aus eigenem Antrieb es nicht geschafft hätte, mich damit zu beschäftigen. Da kommen interessante Minuten bei zu Stande. Also danke dafür!
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 2. Januar 2024, 13:59

Havoc hat geschrieben:Platz 6

IMMORTAL – War Against All

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Die frühen Immortal-Werke fehlen mir tatsächlich immer noch. Aber alles seit dem 1999er Monumentalwerk „At The Heart Of Winter“ besitze ich. Und alles war überzeugend, auch wenn mich ihr letztes Werk ohne Abbath an den Vocals dann damals nicht direkt weggefegt hat. Doch nach und nach wurde das Ding immer besser, so dass ich dann auch um diesen Nachfolger letztlich nicht vorbeigekommen bin. Alles richtig gemacht würde ich sagen, denn auch dieses Album hier ist verdammt stark und Immortal in Reinkultur. Insgesamt ist es vielleicht noch ein wenig kompakter als der Vorgänger, beinhaltet mit dem 7-minütigen Instrumental „Nordlandihr“ allerdings auch eine echte Überraschung. Die Vocals vermisst man hier ehrlich gesagt auch kaum. Cooles Stück…wie das Album im gesamten. Das sind halt echte Songs und nicht nur Gekeife oder Gebolze. Insgesamt eine mehr als runde Sache und Pflichtstoff für Fans der Norweger. Auch ohne Abbath.


Eine Band, die ich immer nur unterhaltsam und lustig fand. Die Songs, die ich aus der Diskogarphie kenne, finde ich allesamt okay, aber nichts, was mich jetzt zu einem Kauf anregen würde. Alleinstellungsmerkmale akustischer Natur höre ich leider nicht.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 2. Januar 2024, 14:01

Havoc hat geschrieben:Platz 5

SOEN - Memorial

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Es ist wieder mal so wie in den Jahren zuvor. Soen schaffen es sehr weit nach oben in meinem Ranking, aber eben nicht ganz nach oben (Platz 4 für „Imperial“ war bisher das Maximum). Bei dieser Band fehlt halt irgendwo der allerletzte Funke, der sie zu einer echten Lieblingsband oder Herzensangelegenheit macht. Erklären kann man das kaum, es ist einfach so. Aber auch das neue Album ist wieder verdammt stark. Es fährt die Linie der vorherigen Alben fort, indem es noch etwas fokussierter und Songbezogener ist. Böse Zungen sagen dazu auch Radiokompatibler. So ganz von der Hand weisen kann man solche Kritiken vielleicht nicht, aber andererseits ist das einfach nur sehr starke Musik. Mit Prog in dem Sinne hat die Musik aber tatsächlich kaum mehr was zu tun. Die Songs sind mir auch schon einen Tick zu gleichförmig und Hitverdächtig. Das macht das Album kurzfristig nicht direkt schlechter, aber es nutzt sich dadurch dann doch vielleicht etwas schneller ab. Dafür gibt es aber nur leichte Abzüge in der B-Note. Hier Lieblingssongs zu benennen ist schwer. Aber der Titeltrack ist schon verdammt gut. Und mir gefällt auch das sanfteste und unmetallischste finale „Vitals“ richtig gut. Alles in allem haben wir es hier also mit einem weiteren vorzüglichen Album aus dem Hause Soen zu tun. Und mir schwant, dass die Band bei mir wahrscheinlich machen kann was sie will…gegen Alben meiner absoluten Faves ziehen sie wohl immer den Kürzeren. Was will man machen. Mein Lieblingsalbum der Band bleibt indes wohl „Lotus“.


Musikalisch ist das natürlich top notch. Leider msuzieren die Herrschaften immer haarscharf an meiner Wohlfühloase entlang. Emotional packt mich da überhaupt nichts, da es auf mich furchtbar künstlich wirkt. Dazu bin ich wahrscheinlich zu metallisch-grob gestrickt.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 2. Januar 2024, 14:04

Havoc hat geschrieben:Platz 4

RIVERSIDE – ID.Entity

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Endlich nach ca. 5 Jahren mal wieder ein neues Riverside-Album. Und gleich der erste Song stellt klar, dass man sich nach dem eher melancholisch düster angehauchten Vorgänger abermals gewandelt hat. Der Opener „Friend Or Foe?“ klingt sehr stark nach 80er Rush und macht gleich übelst Laune. Bis heute halte ich diesen Song für den vielleicht besten des gesamten Langspielers. Spätestens bei „Landmine Blast“ wird einem klar, wie toll der Sound dieses Albums ist. Insbesondere der Bass kommt sehr ordentlich zur Geltung. „Big Tech Brother“ ist dann ebenfalls sehr modern und cool. Kein Song fällt negativ aus dem Rahmen. Wenn überhaupt, dann ist sogar ausnahmsweise mal der Longtrack (13 min) eine kleine Schwachstelle. Dieser ist vielleicht etwas zu lang geraten und begeistert nicht durchweg. Dafür ist das finale Self-Aware wieder richtig stark, insbesondere auch der coole Schlussteil. Die Band hat es mal wieder super hinbekommen, sich neu zu erfinden, frisch zu klingen und dennoch total bei seinen Leisten zu bleiben. Hut ab. Keines der vorherigen sieben Alben der Band klingt so wie dieses. Je nach Stimmungslage hätte das Album sicher auch noch weiter oben landen können.



Da hatte ich einmal unterm Kopfhörer online komplett rein gehört. Eine Band, die sich von mir entfernt hat. Fand ich früher mal toll, läuft hier so gut wie gar nicht mehr. Daran hat auch dieses Album nicht geändert. Mir fehlt Wärme und ohne Widerhaken. Insgesamt eine Band, die sehr gut aufzeigt, was mir an modernem Prog abgeht.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon kingdiamond » Samstag 6. Januar 2024, 03:22

So, hatte die letzten Tage etwas Zeitprobleme. Hier fehlt noch meine Kommentierung:

Platz 2 - ENSLAVED
Die hatte ich bei dir grundsätzlich auf dem Schirm und auch unter den Top 3 erwartet. Da warst du recht begeistert bei Erscheinung, zumindest hatte ich das im Kopf.
Eine Band, die ich bisher komplett außen vor gelassen habe. Entdecke ich später mal oder vielleicht auch nie ;-)

Platz 1 - PRIMORDIAL
Ich hatte bei dir noch KK‘s Priest und PRIMORDIAL auf dem Schirm, jedoch hatte ich die Euphorie zu „How It Ends“ nicht so wirklich wahrgenommen und dachte deshalb, dass der Ripper sich über die Zeit doch bis ganz nach oben gesungen hat. Wobei das Album zwar gut ist, jedoch kein Jahres-Platz 1 Album… Ok, also doch PRIMORDIAL, die ich nach 1-2 Spins nicht mehr gehört habe. Ich finde die Band nicht schlecht, jedoch fesselt es mich auch nicht in letzter Konsequenz. Werd ich ich bestimmt nochmal anhören, lief bei mir aber eher unter dem Radar.

Trotzdem danke für die Liste! Weiter so mit der Inspiration! :)
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Montag 8. Januar 2024, 22:05

Havoc hat geschrieben:Platz 3

KATATONIA – Sky Void Of Stars

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Dass es ein Album dieser Band bis auf das Treppchen bei mir schafft ist an und für sich nun nichts Besonderes, allerdings hatte ich dieses anfangs eher etwas unscheinbare Album noch vor Monaten selbst nicht dort erwartet. Aber es hat sich über die Wochen und Monate quasi mit jedem Hören ein Stück weiter nach vorne geschoben. Im Grunde genommen ist das wieder klassische Katatonia Musik. Alle Songs weitgehend im Vier-Minuten-Bereich, kein Ausfall und zahlreiche tolle Melodien. Dieses Album hier wirkt auf mich vielleicht ein klein wenig kühler und härter als der direkte Vorgänger, welcher übrigens damals auf Platz 2 gelandet ist. Inzwischen bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob ich den Vorgänger besser finde als dieses Album. Wieder mal ein formidables Scheibchen der Schweden. Was ich immer ein wenig befremdlich finde ist, wenn Leute schreiben wie wahnsinnig traurig diese Musik doch sei. Das finde ich überhaupt nicht. Ganz besonders dieses Album hier. Düster und hin und wieder etwas melancholisch ja, aber traurig? Nee. Das hübsche Cover spiegelt die Musik übrigens sehr gut wider. Sie passt mehr zu einem düsteren Straßenzug als z.B. zu Natur, Landschaft oder gar einem Friedhof. Favoriten zu nennen macht kaum einen Sinn, da einfach alle Songs stark sind und im Laufe der Zeit fast jeder schon mal mein Favorit war. Auch das ist ein gutes Zeichen. Nicht verpassen sollte man auch den Bonussong „Absconder“ des Digibooks. Dieser fügt sich super ein und ist ebenfalls keinen Deut schwächer als der Rest.


Ja, klassische Katatonia-Musik trifft es. Für mich typischer Havoc-Sound. Finde ich gut, wenn ich da jetzt reinhöre, aber ich weiß, dass ich diesen Sound zu selten eigeninitiativ auflegen werde. Die Kata-Alben in der Sammlung sind bestimmt seit 5 Jahren nicht gelaufen.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Montag 8. Januar 2024, 22:11

Havoc hat geschrieben:Platz 2

ENSLAVED - Heimdal

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Wer sich hier auf große Überraschungen und Geheimtipps gefreut hat, wird leider enttäuscht. Auch auf dem zweiten Rang befindet sich typischer Havoc-Stoff! Die Norweger sind in Erscheinungsjahren ihrer Alben eigentlich immer in meinen Top Ten. Die Frage ist immer nur, wie weit nach oben es das jeweilige Album denn nun schafft. „Heimdal“ ist weit gekommen, auch wenn ich das Album jetzt nicht unbedingt höher einstufen würde als die Vorgänger. Aber 2023 war aus meiner Sicht eben auch nicht das allerbeste VÖ-Jahr. Das soll die Klasse dieses Albums aber nun nicht schmälern. Hier ist alles noch etwas sphärischer angelegt als auf dem kompakteren Vorgänger „Utgard“. Insbesondere das treibende schwelgende „Congelia“ fällt hier gleich auf. Und auch „Forest Dweller“ zeugt von tollem Songwriting. Zu den einzelnen Songs habe ich ansonsten aber auch im Thread etwas geschrieben. Es sei aber auch hier noch mal darauf hingewiesen, dass man ganz und unbedingt zwingend das Digi braucht. Denn hier ist mittendrin an siebter Stelle noch der Song „Gangandi“ enthalten. Der gehört einfach zum Album dazu und ist ebenfalls phantastisch. Es bleibt festzuhalten, dass die Norweger wieder mal abgeliefert haben und sich in der Spitze meiner Lieblingsbands festgesetzt haben. Ich freue mich schon auf den nächsten Treppchenanwärter. Hier hätte es übrigens fast schon zum Album des Jahres gereicht, aber ich habe mich dann doch für das andere Album entschieden, da es mich noch einen Tick mehr begeistert hat.


Wieder die typische Havoc-Klang-Ästhetik. Warm, tief, cineastisch, bedrohlich. Es läuft das empfohlene 'Congelia'. Scjöner Aufbau, aber mir sind alle einzelnen Parts zu lang(atmig). Ich weiß, das ist ein Stilmittel und die Herrschaften sind wahre Meister darin, aber ich brauche es momentan mehr auf die Moppe, direkter und mit der kratzbürstig gestimmten Harke. Dazu dann ncoh ein Gesang, der für mich noch immer gar nicht zum Rest zu passen scheint. Ich würde ihn gern verstehen, aber dazu müsste er das Mikrophon aus dem Mund nehmen und eine Tube Meister Propper vergurgeln.
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Re: Havocs Favoriten...schon wieder ein Jahr vorbei!

Beitragvon Holger Andrae » Montag 8. Januar 2024, 22:17

Havoc hat geschrieben:Platz 1

PRIMORDIAL – How It Ends

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Zum dritten Mal, seit ich das hier mache, siegt also ein Album der Iren. Das sagt schon aus, wie toll ich die Band finde, auch wenn insbesondere das 2014er Werk in der Rückschau nicht mehr den Titel bekommen würde. Aber dass man auch später noch Alben aus dem entsprechenden Jahrgang kennen lernt oder auch andere besser findet ist wohl klar. Ich habe am Ende schon noch überlegt, ob nicht doch die neue Enslaved den Titel verdient hat. Aber nein. Ähnlich wie schon 2018 kommt keiner an Primordial vorbei. Das Album hat mich gleich beim ersten Durchgang total abgeholt. Der Sound muss hier zwingend erwähnt werden. Unglaublich geil! Perfekt! Besser geht es nicht. Wahnsinn!! Und allen voran die ersten drei Songs nehmen einen gleich völlig mit. Neben dem Sound ist es Sänger Alan der so dermaßen emotional und mitreißen singt und kreischt wie ich es selten erlebt habe. Diese Intensität sucht seinesgleichen. Da steckt wirklich jemand sein ganzes Herzblut und seine Seele in jeden einzelnen Ton. Ganz besonders toll finde ich seine Sangeskunst im 2. Song. In manchen Kritiken kann man lesen, dass die Musik etwas zu sehr vor sich hin dümpeln würde. Ich denke viele meinen damit Songs wie „Call To Cernunnos“. Kann ich vielleicht nachvollziehen, aber zu Null Prozent teilen. Dieses mäandernde Stück führt einen komplett in eine andere Welt und wirkt einfach nur betörend und beschwörend auf einen ein. Direkt danach folgt mit dem längsten auch das modernste Stück des Albums. „All Against All“ erinnert, wie ich finde, etwas an das sehr coole fast tanzbare Stück „To Hell Or The Hangman“ vom Vorgängerwerk. Nach diesem Highlight folgen dann noch zwei eher mittelklassige Songs, welche es aber nicht schaffen, dass Album auf Platz 2 meiner Jahrescharts runter zu ziehen. Alles in allem ein hervorragendes Album, welches sich vor Nichts in der gesamten Diskografie zu verstecken braucht. Das sieht anscheinend nicht jeder Fan der Band so, mich hat die Band aber wieder mal vollkommen verzaubert. Wenn es denn wirklich das letzte Album der Band sein sollte (was ich noch nicht ganz glaube), dann war das für mich ein echter Donnerschlag und ein mehr als würdiger Abgang.


Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Primordial. Das ist nämlich eine Band, die ich bei aller Qualität, für eine Hype-Band halte. Klar, Alan ist ein charismatischer Frontmann, der mich auch schon zwei Mal voll abholen konnte. Ebenfalls klar ist die Tatsache, dass sie eine beinahe perfekte Kombination aus gaelischen Schlachtepen und Heavy Metal zelebrieren. Jetzt kommen meine Widerborsten: Musikalisch klingt vieles furchtbar ähnlich und lamgweilt mich nach ein paar Songs, livehaftig ist es auch immer die gleiche Show, die zwar fesselt, irgendwann aber völlig einstudiert wirkt. Hinzu kommt der Umstand, dass Mister Averill eine Weile lang zu jedem Thema entwede als Experte befragt oder ungefragt als selbst erkorener Experte seine Meinung äußern musste. Das ist in letzter Zeit weniger aufdringlich gewesen, aber er ist der Danko Jones des dunklen Metal.
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