THRESHOLD – Dividing Lines

Die Engländer stehen schon seit einiger Zeit sehr hoch bei mir im Kurs, auch wenn der allerletzte Funke zu einer echten absoluten Lieblingsband immer gefehlt hat. So ganz kann ich mir das selbst nicht erklären. Nachlesen kann man das übrigens teilweise auch hier im Thread auf S. 2 in meiner Meinung zum Vorgänger „Legends…“. Im Laufe der Zeit ist diese zwar noch deutlich gewachsen, aber zum Album des Jahres würde es das Ding wohl auch heute nicht bringen. Das schafft aber nun das neue Werk. Ich kann gar nicht so genau sagen warum, aber „Dividing Lines“ hat mir vom Fleck weg hervorragend gefallen. Vielleicht hat es mit dem Sound zu tun. Ich habe ja schon häufiger mal den Schlagzeugsound der Herren kritisiert. Das empfinde ich auf dem neuen Album nicht so. Hier passt es endlich perfekt. Hinzu kommt, dass Glynn Morgan vielleicht auch noch eine Nuance besser singt. Ich mag seine Stimme lieber als die von Damian und selbst meinem Thresh-Fave Mac (R.I.P) kommt er mittlerweile echt sehr nahe. Eine ganz tolle angenehme Stimme hat der Herr (hierzu am besten mal „King Of Nothing“ hören). Aber nun zu den zehn Stars des Albums. Es sind ganz einfach die Songs. Was hier wieder mal an hinreißenden Melodien abgefeuert wird ist schon der Hammer. Es gibt keinen einzigen Ausfall auf dem Album. Auch nicht das von Peter im Review erwähnte „Lost Along The Way“. Mit zum allerbesten gehören mal wieder die beiden Longtracks „The Domino Effect“ und „Defence Condition“. Ich kann mich kaum entscheiden, welchen ich nun besser finde. Kompositorisch liegt ersterer vielleicht knapp vorne, dafür macht der zweite noch ein wenig mehr Spaß aufgrund der Ohrwurmmelodie. Wirklich ganz hervorragende Musik! Übrigens sind diese an 5. bzw. 10. Stelle (jeweils das Ende der A und B-Seite wenn man so will) auch sehr clever auf dem Album platziert. Ein kleines Fragezeichen stand bei mir anfangs hinter dem viel gelobten „Run“, doch ausgerechnet der kürzeste Song des Albums hat sich als Grower erwiesen und gefällt mir mittlerweile auch ausgezeichnet. Einen solchen Song muss man echt erst mal so hinbekommen. Müsste ich mich entscheiden, dann würde ich ggf. „Let It Burn“ als Tiefpunkt des Albums nennen. Allerdings liegt dieser irgendwo in einer kleinen Senke oben auf einem Berg und nicht in einem echten finsteren Tal. Ein weiterer Hinweis auf die Klasse dieses Albums ist es, dass es trotz seiner Länge von 65 Minuten nie langweilig wird und die Zeit wie im Flug vergeht. Das ist für mich immer ein echtes Qualitätsmerkmal. Verlinkt habe ich mal das ebenfalls richtig starke sehr typische „Complex“, da dieser das Album und die Band aus meiner Sicht sehr gut repräsentiert. Damit haben es die Engländer nun endlich auch in meine Ruhmesliste der Alben des Jahres geschafft.
Anhören: „Complex“
https://www.youtube.com/watch?v=3XZ4crYfzE0
Nicht in die Top Ten geschafft haben es…
A-Z – A-Z (Gutes Album…hatte mir aber hier noch etwas mehr erhofft…siehe auch meine Meinung im Kurzreview-Thread)
DARKTHRONE – Astral Fortress (Super Sound und ziemlich cool und entspannt…aber die Songs sind mir dann doch irgendwie nicht zwingend genug)
SATYRICON – Satyricon & Munch (Hier hatte ich etwas gänzlich anderes erwartet. Viel aggressiver und vor allem mit Vocals. Das hier ist mir zu sehr Ambient).
Album des Jahres (seit ich bei powermetal unterwegs bin!)
2005 NEVERMORE – This Godless Endeavor
2006 IHSAHN – The Adversary
2007 SIEGES EVEN – Paramount
2008 ENSLAVED – Vertebrae
2009 KATATONIA – Night Is The New Day
2010 IHSAHN – After
2011 DREAM THEATER – A Dramatic Turn Of Events
2012 CRIPPLED BLACK PHOENIX – Mankind (The Crafty Ape)
2013 STEVEN WILSON – The Raven That Refused To Sing
2014 PRIMORDIAL – Where Greater Men Have Fallen
2015 RIVERSIDE – Love, Fear And The Time Machine
2016 ODDLAND – Origin
2017 PAIN OF SALVATION – In The Passing Light Of Day
2018 PRIMORDIAL – Exile Amongst The Ruins
2019 DISILLUSION – The Liberation
2020 FATES WARNING – Long Day Good Night
2021 IOTUNN – Access All Worlds
2022 THRESHOLD – Dividing Lines
Kommt gut ins neue Jahr 2023!


