
Heathen | Victims Of Deception
Genre: Speed/Thrash Metal
VÖ: 1991
Mit diesem Album komme ich mal wieder auf meine Anfangstage im Metal Dasein zurück. „Victim Of Deception“ war der erste Ton, den ich von der Band hörte. Und wie mich das damals als Thrash Enthusiasten, getroffen hat, darf sich jetzt jeder selbst vorstellen.
Fertig? Gut!
Mit diesem Album hat mir „Heathen“ in vielerlei Hinsicht mächtig die Augen geöffnet. Das Thrash/Speed Metal nicht nur aus Haudrauf und Schnelligkeit bestehen muss, zeigt dieses Album in voller Gänze. Trotz der stattlichen 68 Minuten Musik, ist das Album so kurzweilig wie es nur geht. Die ersten 3 Songs (!!!) haben schon eine Länge von über 25 Min. Mit der stärkste Hattrick den ein Album haben kann. Dazu gibt es eine verlängerte, veränderte und etwas groovigere, fettere Version des Songs „Heathen“ unter dem Namen „Heathen’s Song“. 3 Minuten länger als auf der früheren Version, die auf dem Debüt Album zu finden ist.
Was die Band hier vom Stapel lässt, zieht alle Register. Abartig Abwechslungsreich, Tempowechsel, so viele, dass die Regale im Supermarkt ständig leer stehen. Schnupfen, sollte man also keinen haben. Ein Riffgewitter jagt das nächste. Manchmal so schnell, dass man meint sie versuchen sich selbst die Riffs wegzuschnappen. Dann lassen sie wieder im groovigen Tempo die Greifhand über das Gitarrengriffbrett gleiten, dass man Angst hat, die werten Gitarristen holten sich nicht mehr Anschlag Hand eine Sehnenscheidenentzündung. Und trotzdem gleiten die Plektren geschmeidig wie durch Butter über die Saiten. Und trotzdem versteht es die Band Harmonien zu erzeugen, Melodien wachsen zu lassen, wie eben in „Heathen’s Song“. Vom Sänger brauche ich gar nicht anfangen. Mächtige Stimmbänder, sehr traditionell ausgelegt.
Der wuchtige Gesamtsound lässt ebenfalls keine Wünsche offen. So organisch sollten heutige Produktionen in diesem Ausmaß klingen. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte bei „Exodus“ anklopfen und ihnen diese Scheibe um die Ohren hauen. Wobei ich mir schon vorstellen konnte, dass das schon damals für einige ballerig war. Aber das müssen andere Zeitzeugen bestätigen oder nicht. Wer „Exodus“ zu „Shovel Headed…“ oder danach kennengelernt hat und sich beim Hören dieses Albums an jemand erinnert fühlt, dem kann ich kopfnickend nur sagen, dass das nicht von ungefähr kommt, den Altus haut hier in die Saiten. Unfassbarer Signature Sound. Leider heutzutage nicht mehr so zwingend und sehr abfärbend auf „Exodus“. Aber so ist es halt.
Wer zu „Heathen“ greifen möchte, sollte sich diesem Album, aber auch natürlich dem Debüt widmen. Man wird nicht enttäuscht werden.
Hörbeispiele:
Opiate The Masses
Heathen’s Song




