Fates Warning

Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 12. Oktober 2023, 13:28

Zunächst möchte ich ein großes Lob an Frank richten. Das war einfach herrlich zu lesen. Ein Artikel der ersten Güte. Wunderbar beschrieben. Als ich den Teil zu "The Spectre Within" gelesen habe, wollte ich laut "JA!" schreien. Weil ich da in jedem Punkt nur Zustimmung übrig habe.

Etwas gewundert habe ich mich über die schlechte Platzierung von Nils für die "Theories Of Flight". Vielleicht magst du ja ein paar Sätze dazu verlieren. Ansonsten muss ich da noch einmal genauer ein Auge drauf werfen.

Wenn ich mir die einzelnen Rankings anschaue, so Stimme ich mit der von Thomas Becker in keinem Punkt überein. Das sticht schon sehr heraus.

So nun zu den Alben. Um nicht zu Spoilern, welches Album auf welchem Platz gelandet ist, werde ich die Alben nach VÖ Jahr durchgehen. Es dürfte ja kein Spoiler sein, welche Alben noch fehlen. Also von dem her:

Die Platzierung für "The Spectre Within" macht mich genauso fassungslos wie Frank. Wobei das ja immer noch eine großartige Platzierung ist. Ich habe vor nicht allzulanger Zeit, etwas zu diesem Album geschrieben. Bevor ich das hierher kopiere, verlinke ich das mal hier.

"Awaken The Guardian". Hätte ich definitiv nicht vermutet. Aber irgendwie deckt sich das mit meiner Meinung. Hier ging es mir ähnlich wie bei "Perfect Symmetry". Kaum zu knacken und doch ist es irgendwann geschehen. Die Brücke dazu hat der Vorgänger geschlagen. Ein wunderschönes Album, dessen komplettes vortragen ich gerne gesehen hätte. Da bin ich schon ein wenig neidisch. Wo das hätte hinführen können, wenn Arch mit der Band weitergemacht hätte. Ja, ja..."Sympathetic Resonance" und "Winter Ethereal" gibt es. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das so geklungen hätte.

Zu "Perfect Symmetry" war für mich von Anfang an, ein wirklich schwer zu knackendes Album. Aber die Ausdauer hat sich gelohnt. Denn hinter dieser Komplexität, versteckt sich pure Schönheit. Großartiges Album!

"Parallels" überrascht mich und dann doch auch irgendwie nicht. Leicht zugänglich, kurzweilig in der Gesamtlänge und auch wirklich sehr stark. Wenn ich das mit Matheos so lese, kommen allerdings Fragen auf. Der scheint nämlich ganz schön kompliziert zu sein. Er hat ja immer schon ein wenig verschlossen auf mich gewirkt.

"Theories Of Flight" ist bei mir eine Zeit lang gar nicht so wahnsinnig angekommen. Das mache ich mal wieder daran fest, dass mein Fokus auf andere Stile lag. Die wahnsinnige Tiefe des Albums, war mir gar nicht so bewusst. Aber wenn ich das so lese, dann macht einiges Sinn. Für mich hat die Band hier eine neue Ebene erreicht. Abstrakt und doch so nah. Musikalisch hat man sich wiedergefunden ohne eine Kopie seiner selbst zu sein. Das gefällt mir unheimlich gut. Und ich verstehe, warum das Album unter den Top 5 gelandet ist.

So jetzt zu meinem Ranking. Eigentlich kann ich es gar nicht leiden, ein Ranking zu erstellen, dessen Diskographie ich nicht komplett besitze. Aber ich möchte unbedingt eines erstellen. Unter der Berücksichtigung, dass ich "No Exit" schon sehr, sehr lange nicht mehr gehört habe. Und "Disconnected" frisch in der Sammlung ist. Eine Momentaufnahme, dessen ersten 5 Platzierungen nicht zu verrücken sind.

01. The Spectre Within
02. Awaken The Guardian
03. Long Day Good Night
04. Night On Bröcken
05. Theories Of Flight
06. Parallels
07. Perfect Symmetry
08. Winter Ethereal
09. No Exit
10. Darkness In A Different Light
11. Sympathetic Resonance
12. Inside Out
13. A Pleasant Shade Of Gray
14. Disconnected
15. FWX
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Re: Fates Warning

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 12. Oktober 2023, 13:42

Ich bin ja immer noch erstaunt über Deine hohe Platzierung des letzten Albums. Ich habe die immer mal wieder laufen, komme aber nicht ran an die Scheibe, was mich selbst traurig stimmt, da auch mir die Band sehr viel bedeutet. Wenn dies dann das Abschiedsalbum sein sollte, ist es doppelt schade, wenn man die Bühne mit einer persönlichen Entäuschung verlässt.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 12. Oktober 2023, 13:51

Ich bin da über die Jahre wiederum gar nicht mehr so erstaunt, dass das Album nicht so gut angekommen ist. Ich kann es teilweise schon auch verstehen. Ich hänge emotional einfach wahnsinnig an diesem Album. Diese melancholische Art, passte einfach so sehr zu mir, dass es ja auch Phasenweise gar nicht so einfach war, das Album aufzulegen, ohne einen Kloß im Hals entwickelt zu haben. Das mag man gar nicht richtig nachvollziehen können. Wenn ich an den Moment denke, an dem "Long Day Good Night" mich eingeholt hat, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Das war wie ein Stopschild, dass mir vorgehalten wurde. Das hat eine schier nicht zu erfassende Wirkung auf mich gehabt.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 12. Oktober 2023, 14:06

Kann ich sehr gut verstehen, dass man so eine Beziehung zu einem Album entwickelt. Das wird dann auch in seltensten Fällen wieder entmystifiziert. Das Album bleibt dann etwas Besonderes. Selbst wenn man längere Zeit nicht auflegt, ist es beim nächsten Spin wieder da, dieses Gefühl, man würde von den Noten in den Arm genommen. Ich finde es super, wenn so etwas passiert bzw. man so etwas geschehen lässt ... und es dann auch noch mit anderen teilt.

Ich habe es ja schon einige Male geschrieben, wo der persönliche Haken am letzen Fates Warning-Album und auch an den Arch/Matheos-Sachen bei mir hängt: Völlig subjektiv ist es mal wieder das Klangbild, welches mich beinahe abstößt. Es wirkt knochig, zäh, gläsern, verschwommen, so als würde ich aufgrund der Musik eigentlich vor einem wohligen Kamin sitzen, ein feines Flüßiges in der Hand und irgendwer mach alle Fenster auf und begießt mich parallel mit Eiswasser.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 12. Oktober 2023, 14:23

Ja, dass du vor allem im Sound deine Probleme mit den letzten VÖs hast, war mir im Gedächtnis, weswegen ich die Platzierung in deinem Ranking vermutet habe. Hier stört mich halt der Sound so ziemlich gar nicht.
Wenn du verschwommen schreibst. Dann meinst du, dass was du hörst, wenn zum Beispiel das Anfangsriff in "Vermillion Moons" ertönt? Diese undifferenzierte Anschläge der Saiten? Das würde mich jetzt interessieren, weil dann habe ich es wohl verstanden, was dir in diesem Sound wirklich missfällt. Ich hatte, vorhin, als ich gemeint habe, ich könnte das Problem nachvollziehen, nicht den Klang gemeint. Deswegen die Frage jetzt.

Ich habe mit dem Diskographie Check, ja alles nochmal gehört und habe mir fest vorgenomme, auf die Produktion zu achten. Ob ich das nachvollziehen kann. Ich habe gedanklich die Alben ab "Theories Of Flight", also wenn man die "Arch / Matheos" Scheiben dazuzhält, wie ich weiter oben beschrieben habe, immer als die nächste Ebene im Klangkosmos wahrgenommen. Und ich war immer der Meinung, da gäbe es keinen großen Bruch. Tja, ich kann das immer noch nicht beantworten, denn mir ist einfach nichts aufgefallen und ich war so abgelenkt von der Großartigkeit der vielen Songs, dass ich da mein Fokus gar nicht mehr drauf setzen konnte.

Es ist schon immer wieder interessant, was der eine hört, was dem anderen nicht auffällt.
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Re: Fates Warning

Beitragvon salisbury » Donnerstag 12. Oktober 2023, 22:50

Pillamyd hat geschrieben:
Wenn ich mir die einzelnen Rankings anschaue, so Stimme ich mit der von Thomas Becker in keinem Punkt überein. Das sticht schon sehr heraus.



:grins:

Gern geschehen.

Ich hab allerdings in den letzten Jahren kaum mehr FATES WARNING gehört. Bis auf "Night On Bröken". Die dafür sehr sehr oft 8-) . Da sind zwei Songs drauf Bombe, einige sehr gut, manche so lala. Macht trotzdem viel Spaß und ich habe gelernt, John Arch zu hören ohne Ohrenschmerzen zu bekommen. Das macht mich sehr zufrieden mit mir selbst.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Havoc » Donnerstag 12. Oktober 2023, 23:29

Oha. "Parallels" auf der 1?! Das ist durchaus ein kleiner Paukenschlag. Damit hätte ich nicht gerechnet. Die hat halt vermutlich das größte Konsenspotenzial...wie man sieht. Komplett falsch fühlt sich das für mich auch nicht an, aber irgendwie halt auch nicht richtig. Aber die Listen sind ja eh alle sehr unterschiedlich. Aber man kann eigentlich fast alles irgendwie verstehen. Die sehr schlechte Platzierung der "Theories Of Flight" bei Nils stach mir aber auch gleich ins Auge. Auch interessant fand ich, dass Tobias "Awaken" und "Bröcken" ganz oben sieht und dann ausgerechnet die "Spectre" nur auf der 9 listet. ^.- Aber meine Liste wird sicher auch nicht jeder verstehen können. Diese wird dann wohl auch ein Novum aller bisherigen Listen zu Tage bringen. Werde es dieses Wochenende aber wohl eher nicht schaffen...brauche noch ein paar Tage... ;-)
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Freitag 13. Oktober 2023, 14:58

salisbury hat geschrieben:Ich hab allerdings in den letzten Jahren kaum mehr FATES WARNING gehört. Bis auf "Night On Bröken". Die dafür sehr sehr oft . Da sind zwei Songs drauf Bombe, einige sehr gut, manche so lala. Macht trotzdem viel Spaß und ich habe gelernt, John Arch zu hören ohne Ohrenschmerzen zu bekommen. Das macht mich sehr zufrieden mit mir selbst.


Stimmt.
Das ist mir beim ersten und zweiten Blick nicht aufgefallen. Dass du mit Arch sonst nicht kannst, ist ja ausführlich in diesem Thread archiviert. Von dem her ist auch das mit Sicherheit etwas überraschend.
Welche 2 Songs sind den für dich so hervorragend aus dem Album?
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Re: Fates Warning

Beitragvon kingdiamond » Freitag 13. Oktober 2023, 23:12

Aus dem CU Thread:

Havoc hat geschrieben:Ein anderes Beispiel ist Fates Warning. Das letzte Album wäre auch ein perfektes letztes Album. Alleine auch dieses "Abendsonnencover" und der letzte Song heißt "The Last Song". Mir geht es dann schon mal so, dass ich denke...komm..das ist ein perfekter Abgang. Belasst es am besten dabei.


Hui, war das schon ein kleiner Spoiler?! ;-)
Du wirst die doch nicht im oberen Drittel haben… :grins:

Ich äußere mich die Tage noch zum letzten Teil, mein Ranking und den „Vorschreibern“, hab am WE nur wenig Zeit und kommende Woche aber Urlaub 8-)
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Re: Fates Warning

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 14. Oktober 2023, 08:01

Pillamyd hat geschrieben:Ja, dass du vor allem im Sound deine Probleme mit den letzten VÖs hast, war mir im Gedächtnis, weswegen ich die Platzierung in deinem Ranking vermutet habe. Hier stört mich halt der Sound so ziemlich gar nicht.
Wenn du verschwommen schreibst. Dann meinst du, dass was du hörst, wenn zum Beispiel das Anfangsriff in "Vermillion Moons" ertönt? Diese undifferenzierte Anschläge der Saiten? Das würde mich jetzt interessieren, weil dann habe ich es wohl verstanden, was dir in diesem Sound wirklich missfällt. Ich hatte, vorhin, als ich gemeint habe, ich könnte das Problem nachvollziehen, nicht den Klang gemeint. Deswegen die Frage jetzt.

Ich habe mit dem Diskographie Check, ja alles nochmal gehört und habe mir fest vorgenomme, auf die Produktion zu achten. Ob ich das nachvollziehen kann. Ich habe gedanklich die Alben ab "Theories Of Flight", also wenn man die "Arch / Matheos" Scheiben dazuzhält, wie ich weiter oben beschrieben habe, immer als die nächste Ebene im Klangkosmos wahrgenommen. Und ich war immer der Meinung, da gäbe es keinen großen Bruch. Tja, ich kann das immer noch nicht beantworten, denn mir ist einfach nichts aufgefallen und ich war so abgelenkt von der Großartigkeit der vielen Songs, dass ich da mein Fokus gar nicht mehr drauf setzen konnte.

Es ist schon immer wieder interessant, was der eine hört, was dem anderen nicht auffällt.



Ich habe eben nochmal bewusst 'Vermillion Moon' angehört. Das ist übrigens einer der Songs, die mich noch am meisten ansprechen. Der Anfang ist super, da bin ich erstmal voll drin. Wenn dann Drums einsetzen bekomme ich allerdings dieses verschwommene Gefühl. Ich könnte jetzt das unpassende Wort "schrammeln" benutzen, was aber nur an meiner Unwissenheit liegt, dies besser in Worte zu kleiden.

Schlimmer finde ich es auf der "Long Day Goodnight". Dieses kratzende Gefühl beim Intro von 'Alone We Walk'. Kreide auf einer Tafel. Beinahe unangenehm.

Insgesamt fehlen mir wohl die verschlängelten Melodiebögen, alles basiert auf Riffs und offenen Akkordfolgen, kein Wohlfühlnetz zum Auffangen.
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