Black Metal - Der Drachenhort!

Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 12. September 2023, 10:40

Dann hat er eine neue Spielwiese, nach dem Ende von Ava Inferi? Coole Sache. Das werde ich mir heute Abend oder morgen mal zu Gemüte führen. Die norwegischen Referenzen sind natürlich Appetitanreger, die französischen für mich persönlich weniger, da ich nie großer Fan des meisten Franko-Schwarzstahls war, aber in Kombination kann das ja durchaus spannend werden.

Meine Entdeckung des Wochenedes ist ja - siehe Erkenntnisse-Thread - die spanische BM-Band NOCTEM, die live echt abgeräumt hat in Ulm am Samstag. Hat schon sechs oder sieben Alben unter Ausschluss der hiesigen Öffentlichkeit am Start. Werde ich demnächst auch ein paar Zeilen mehr dazu liefern.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 12. September 2023, 12:23

Oh, das gefällt mir bei der Erstlauschung sehr gut. Das werde ich im Blick behalten.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 13. September 2023, 15:53

An dieser Stelle möchte ich meinen eigenen Beitrag aus dem Erkenntnisse-Thread und den Macher'schen Kommentar dazu im Whig-Thread nochmals aufgreifen und hier meine schwarzmetallische Neuentdeckung des Monats kurz vorstellen:

Es handelt sich um eine Band aus Spanien, gegründet 2001 in Valencia, mit einem Album debütiert jedoch erst anno 2009. Seither purzelten die Alben von NOCTEM jedoch in recht rascher Folge und vor knapp einem Jahr erschien das aktuelle und mittlerweile sechste Studioalbum "Credo Certe Ne Cras". Ganz entgegen meiner Gewohnheit stelle ich an dieser Stelle eine Band vor, deren Diskographie ich nicht vollständig besitze oder auch nur kenne, sondern ich besitze erst das aktuelle und das voran gegangene Album "The Black Consecration", die ich alle beide vergangenen Samstag in Ulm im Cat beim Konzert der Band mitgenommen habe.

Die Band hat mich vom Fleck weg richtig begeistert, was vor allem an ihrer unfassbar guten Bühnenpräsenz und Performanz lag. Frontmann Beleth ist ganz offensichtlich ein bekennender Anhänger von Mayhems Dead, was sich sowohl an seinem Outfit und Corpsepaint als auch an seinem Stageacting zeigt. Es wird zwar nicht geritzt und mit Messern hantiert, doch die Blicke, die Bewegungen und die Interaktion mit dem Publikum sprechen Bände. Mich hat einfach total beeindruckt, wie sehr man diesen Frühneunzigerstil des Black Metals heute noch leben und verkörpern kann, und wie sehr mich dieser Trip in die Neunziger noch heute im gesetzteren Alter mitreißen kann.

Hätte die Band alle sechs Scheiben am Stand gehabt, hätte ich wohl alle sechse eingetütet. So waren es erstmal nur derer zwei, wobei ich zwei weitere ("Haeresis" (2016) und "Oblivion (2011)") inzwischen online bestellt habe, diese aber noch nicht vorab angehört habe. Von den beiden Alben, die ich habe, lief bisher die "The Black Consecration" am häufigsten, und wenn wir uns damit der Musik zuwenden, dann ist zu sagen, dass auch diese mich ordentlich kickt, obwohl sie nicht so wirklich meiner geliebten Norwegerschule entspricht. Vielleicht aber auch gerade deshalb, wenn man mal eine mittlere dreistellige Anzahl an pechschwarzen Norwegerwerken verkostet hat.

Um von Black Metal der spanischen Schule sprechen zu können, muss ich ganz ehrlich konstatieren, dass ich das gar nicht beurteilen kann, weil ich bisher einfach viel zu wenige spanische Black Metaller verfolgt habe. Sprechen wir also einfach von NOCTEM als Unikat, und da ist zu sagen, dass wir es einfach mit weitgehend rasend schnellem, voluminös und druckvoll produzierten, im Leadgitarrenbereich teils hochmelodischem Black Metal zu tun haben, der jedoch alle Klippen gekonnt umschifft, die mit den besagten Attributen so einher gehen können. Das rasend schnelle Element kommt ohne Soundbrei aus, ohne dass die Kompositionen konturlos würden, weil es immer wieder auch sehr effektvolle, durchaus doomige Tempodrosselungen durchführt, wie man es etwa auch von Mayhem kennt, oder melodische Half-Time-Elemente vor den schnellen Grundbeat stellt. Das hochmelodische Element vermeidet es, ins Überladene oder Kitschige zu driften, sondern wahrt den geisterhaften Nimbus gepflegten Griffbrettflirrens, und auch die druckvolle Produktion ist eben nicht steril oder zu ballerig, sondern lässt allen Instrumenten und dem Gesang viel Raum zum Atmen und zum Setzen von Effekten. Gerade die peitschende Snare hat dabei einen besonderen Reiz.

Kommen wir damit zu Frontmann Beleth, der live ein unglaublich guter Black-Metal-Fronter ist, der die wahnhafte Bosheit des Genres perfekt inszeniert, dabei aber trotzdem nicht unnahbar wirkt, sondern das Publikum gut mit einbezieht, mit direktem Augenkontakt, was aber keineswegs die krasse Stimmung und Präsenz konterkariert. Das mögen die Bloodstock-Videos nicht ganz so gut einfangen (große Bühne, Festival), aber beim Klubgig vor 50 Nasen im Kellergewölbegemäuer ist das ein herrlicher Trip. Stimmlich beherrscht er das Keifen wie die Growls, beides jedoch nicht zu extrem, sehr gut artikuliert und dadurch einfach greifbar präsent und eindringlich. Wie gesagt, Dead dürfte ein Haupteinfluss des Sängers sein, ansonsten erinnert die Band neben hier und da an die eingängigeren Mayhem-Sachen musikalisch auch ein wenig an die schwedische Schule, speziell an Watain, oder an eine - deutlich - reduzierte Version mittlerer Behemoth- oder Dimmu-Borgir-Werke.

Von den beiden Werken, die mir bisher vorliegen, ist das 2018er-Album "The Black Consecration" das basischere, kargere, fiesere; "Credo Certe Ne Cras" von 2019 das opulentere und breitwandigere. Dass mir persönlich der reduziertere Ansatz etwas näher geht, ist sicher keine Überraschung, aber ich finde gerade in der Zusammenschau zeigen die beiden aktuellste Alben der Band, dass sie im natürlich nach wie vor eng gesteckten stilistischen Rahmen die Möglichkeiten zur Varianz doch sehr gut ausnutzt, weshalb die Geschichte sehr reizvoll ist und ich auch sehr gespannt auf meine weitere Reise rückwärts durch die Diskographie bin. Ich werde verbindlich dazu berichten, wenn es soweit ist.

Hier erst einmal die Hörproben zu den beiden jüngsten Alben:

NOCTEM "The Black Consecration" (Art Gates Records 2019)

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=5ptWUBufjy0 - 'Sulphur'


NOCTEM "Credo Certe Ne Cras" (MNRK Records 2022)

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=bKhu3pHmg24 - 'Credo Certe Ne Cras'
https://www.youtube.com/watch?v=p_4_fGO_wFw - 'We Are Omega'


Und diesen hübschen Non-Album-Track liefere ich auch noch mit:

https://www.youtube.com/watch?v=K_xGxWqBwvg - 'Ne Cruce Salus' (2017)


Die Clips zeigen in den Livesequenzen recht gut, wie die Band live herüber kommt, und alles in allem finde ich, nach dem, was ich bisher von der Band erleben durfte - zwei Alben, einen Gig und ein kurzes Gespräch am Merchstand - dass es sich um eine spannende Band handelt, die gerne über die Grenzen ihrer spanischen Heimat hinaus etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren dürfte.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 14. September 2023, 11:13

Wie schon im anderen Thread kommentiert, habe ich mir NOCTEM angehört. Der verlinkte Livesong des 2019er Albums war wirklich stark. Anschließend habe ich eine halbe Runde mit dem jüngsten Album gedreht, das mich nicht so begeistern konnte. Definitiv gut gemacht, aber insgesamt zu sehr in die BEHEMOTH-Richtung, für die ich nur sehr selektiv empfänglich bin. Vielleicht eine Band, die zu den wirklich seltenen Fällen im BM gehört, wo ich sie live spannender finde als auf Platte. Daran hat der Fronter natürlich großen Anteil.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 15. September 2023, 00:06

Kann ich tatsächlich verstehen und ein Stück weit sogar teilen. Wäre mir NOCTEM allein im Soundcheck begegnert, wäre ich wohl nicht so sehr auf die Band angesprungen, wie es jetzt der Fall ist, aber bei mir eröffnet ein solcher Trigger-Reiz eines tollen Livekonzert in der Tat sehr oft die Sensoren für eine Band in einer anderen Weise. Gerade bei neueren Bands gibt es so viel generisch gutklassiges, dass es oft nicht ausreicht, irgendwo eine Promo oder einen Song zu hören, um wirklich für eine Band eingenommen zu werden. Aber wenn ich eine Band mit einem tollen Gig erlebt habe, und mir dann die CDs kaufe, höre ich das tatsächlich sehr oft mit anderen Ohren als ohne diesen Trigger.

Hier hat mich die Show der Band und insbesondere von Fronter Beleth echt absolut mitgerissen, und das hat jetzt dazu geführt, dass ich der Band auch auf Platte mehr Aufmerksamkeit schenken wollte, als ich es sonst wohl getan hätte, und dann finden sich halt auch Feinheiten, die mir sonst vielleicht entgehen würden. Nun ja, ich bin froh, dass das bei mir bisweilen so läuft, denn sonst fände meine Sammlung wohl unter Ausschluss nach 2000 gegründeter Bands statt.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 20. September 2023, 22:07

Mir ist kürzlich in einem anderen Forum aufgefallen, dass das uralte 1994er-Demo "Through The Black Mist" der Norweger PERISHED, das ich auf einem alten, leiernden Tape besitze, inzwischen als CD neu aufgelegt wurde, wie quasi jedes Metaldemo der letzten 8000 Jahre. Musste ich mir natürlich kaufen. Gestern ist es angekommen, eben läuft es zum vierten Mal seit Niederkunft, äh, Ankunft, und Schwarze Feder fragt sich gerade in der Euphorie des perpetuellen Durchlaufens altnorwegischer Weisen, wie man überhaupt auf die Idee kommen könnte, dass irgendjemand jemals besseren Black Metal machen könnte, als es ein beliebiger Norweger in den Neunzehnhundertneunzigern getan hat. Völlig egal ob er spielen konnte, oder taugliches Equipment für eine Aufnahme hatte. Alt for Norge! For evigt, for all tid!

https://www.youtube.com/watch?v=DWTg6WcqKm4

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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Oktober 2023, 19:47

Wem noch etwas aus dem Backprogramm von KLABAUTAMANN fehlt, der möge das Angebot der Band auf Bandcamp nutzen, wo bis einschließlich 31.10.2023 jedes Album, gleich ob Vinyl oder CD nur 4,25 Euro kostet. So lange Vorrat reicht, einiges ist schon ausverkauft, und aufgrund der großen Nachfrage kann der Versand etwas dauern, aber das Angebot ist auch echt der Hammer:

https://klabautamann.bandcamp.com/merch
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Dekalog der Elemente » Donnerstag 5. Oktober 2023, 20:26

Ach herrje, danke für's erinnern Rüdiger. Die "Der Ort" hat mir mal n bekannter digital vor x Jahren geschickt. Hab direkt mal wieder rein gehört und ja die find ich immer noch gut.
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask

Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 30. November 2023, 13:25

Auf dass es im WHIG-Thread nicht ganz untergehe:

TYPHON "Unholy Trilogy" (1996, Warmaster Records, CD)

Bild

Ich hatte beim "Hammer of Doom" ordentliches Glück und konnte das legendäre Debütalbum der kolumbianischen Black-Metal-Urväter TYPHON für lustige 5,- Euro endlich finden. Das ist sonst eher nicht unter 50,- Euro zu bekommen, und aktuell bei Discogs nur für 70,- aufwärts zu haben.

Es erschien damals auf dem so berühmten wie berüchtigten Label Warmaster Records, das von Drummer "Bull Metal" geführt wurde, der auch hinter dem "The Dawn Of The Black Hearts"-Bootleg von MAYHEMs Sarpsborg-Gig gesteckt hat, welches das berüchtigte dead-Dead-Photo "zierte". Er nahm sich 2002 das Leben. Die Band gibt es seit 2019 wieder, wobei nur noch der Gitarrist von damals mit dabei ist. "Unholy Trilogy" ist indes bis heute das einzige Album.

Und es ist ein Hammerding, wenn man auf den archaischen Frühneunziger-BM der modrigen Art steht. Genau das Richtige für Fans von MAYHEMs "De Mysteriis Dom. Sathanas" und TORMENTORs "Anno Domini", oder BEHERIT, wenn auch deutlich musikalischer als die Letzteren und gegenüber den Ersteren und Zweiteren schon eigenständig und durchaus anders, aber von der Stimmung her trotzdem vergleichbar. Und Sänger Barzuth hat mit seinem Knurren durchaus was von Attila. Aber ein Stück weit ist TYPHON rock'n'rolliger als die Norweger und die Ungarn, und - wie schon gesagt - musikalischer und kontrollierter und songorientierter als die besagten Finnen.

Herrlicher BM-Ursuppen-Kram, wenn auch das Album an sich dafür ein bisschen spät kam, aber was soll's? "Umständehalber" dauerte es bei den alten Blackies halt immer ein bisschen, bis die deutlich älteren Songs schließlich auch wirklich zu CD-Ehren kamen, und was für Mayhem und Emperor in Norwegen recht war, das war für Typhon in Kolumbien eben billig.

Definitive Empfehlung für Altschulenschwarzheimer!

:grins:


https://www.youtube.com/watch?v=UD5S5urdmcw
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 11. Dezember 2023, 19:46

Des Monologes nächster Akt führt uns erneut nach Kolumbien, das Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger durchaus ein kleines außerskandinavisches Mekka des pechschwarzen Death und Thrash Metals war, das überregionale Bedeutung hatte. So waren die hier zu besprechende Band und deren Debütalbum dem aufstrebenden französischen Genrelabel OSMOSE PRODUCTIONS offenbar wichtig genug, am 01.10.1991 dort die zweite Veröffentlichung überhaupt mit der legendären Katalognummer OPCD002 zu werden. Die Rede ist von:

MASACRE "Reqviem" (1991, Osmose Productions, OPCD 002)

Bild

Es handelt sich hierbei um sehr räudigen, pechschwarzen Death/Thrash in meist sehr getragenem, ansatzweise auch doomigem Tempo. Der Gesang ist dunkel, eher im Growl als im Keifen beheimatet, dabei aber nicht bis zur Unkenntlichkeit getrieben, sondern sauber artikuliert und durchaus in Teilen auch mit Melodien versehen, die Lyrics sind komplett auf Spanisch gehalten. Neben den dominierenden Growls gibt es aber auch mal hysterischere Schreie und Keifen, und das Tempo ist natürlich nicht durchgängig langsam, sondern es finden sich auch schnelle Parts bis hin zu Blasts, wobei der Herzschlag des Songs auch hier eher getragen ist, wenn die Drum-Pedale mal kräftig durchgetreten werden. Für das Genre ebenfalls sehr auffällig ist der stets markante Einsatz des Viersaiters.

Stilistisch bewegt man sich in ähnlichen Gefilden wie andere südamerikanische Proto-Blackies und Schwarzmetaller der zweiten Welle, wobei als Beispiele vor allem natürlich SARCÓFAGO, MYSTIFIER oder ganz frühe SEPULTURA-Werke durch den Kopf schießen. Mit den zuletzt vorgestellen Landsleuten von TYPHON teilte man Drummer Bull Metal (R.I.P.), der nach diesem Debütalbum von den einen zu den anderen wechselte, und somit auch gewisse stilistische Parallelen. Was frühe Black/Death/Thrasher von außerhalb Lateinamerikas angeht, lassen sich am ehesten Parallelen zu frühen MORBID ANGEL, DEICIDE und ACHERON finden, also die US-Black/Death-Schule, oder eben den schwarzen Teutonenthrash à la POISON oder SODOM (ganz frühe Werke).

Zum 30. Jubiläum des Albums erschien vor nicht allzu langer Zeit von Osmose eine sehr hübsche Doppel-CD, die das Album zweimal enthält, einmal als Originalaufnahme von 1991 und einmal als Re-Recording von 2022, die alle beide ein Öhrchen wert sind.

Intro/Reqviem - https://www.youtube.com/watch?v=BoXtLj4ZOGA
Cortejo Funebre - https://www.youtube.com/watch?v=YeOLOC11kRk
Brutales Masacres - https://www.youtube.com/watch?v=VEUEgxVvuDM
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