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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 15:53
Gruppe 13: AEROSMITH - Sweet Emotion => Irgendwie ist Aerosmith ja schon eine cool und originelle Band mit markanten Hits, aber so ganz warm geworden bin ich mit der Band leider nie. Mein altes Problem mit dem Real-Life- und Herzschmer-Schwerpunkt vieler klassischer Hardrock-Bands. Das ist mir einfach nicht genug Sword & Sorcery, Dungeons & Dragons, Tod & Teufel, Raunen & Runen um so ganz auf meiner Wellenlänge zu funken. Gleichwohl: Netter Rock'n'Roll. AMERICA - A Horse With No Name => Fraglos nicht härter als Aerosmith und auch nicht metallischer. Im Gegenteil. Trotzdem spricht mich das einen Tick mehr an, weil es verträumter, eskapistischer, epischer ist. Mehr so der Minstrel-Balladen-Stil. Cool. Gesanglich könnte es ein bisschen mehr Dynamik vertragen. BLUE ÖYSTER CULT - Hot Rails To Hell => Bis hierhin steigert sich die Gruppe in alphabetischer Reihenfolge. Das bringt nun das beste der bisherigen beiden Welten zusammen: Es rockt und ist heavy, und es hat Tod & Teufel und Stahl. Starke Nummer und ein mehr als deutlicher Fingerzeig dahin, dass ich mit vier Scheiben in Sachen BöC noch immer deutlich unterbesetzt bin. DEEP PURPLE - Fireball => Gefällt mir, aber es bestätigt sich, dass ich mit DEEP PURPLE nur selten zu 100% auf einer Wellenlänge funke. Immerhin meine viertliebste große britische Hardrock-Dinosaurierband, noch vor Led Zeppelin. HEART - Crazy On You => Mal nicht der zahnreiche Fisch, was? HEART ist eine Band, mit der ich mich nie befasst habe, vermutlich weil mich schon Logo und Bandname schreiend davon laufen ließen. Herzchen sind mir seit jeher ein Graus gewesen. Aber genauso wie der Pfeilhecht, weiß auch dieser Song zu gefallen. Toller Gesang zuvorderst. Bis hierhin Platz 2, aber dabei wird es nicht bleiben. NEIL MERRYWEATHER - Kryptonite => Beschwerte ich mich noch gleich über einen Mangel an Eskapismus? Nun, spätestens wenn man Superman-Themen besingt, mangelt es daran nicht mehr. Neil Merryweather kannte ich bis dato allenfalls vom Namen her, ohne das stilistisch irgendwie zuordnen zu können. Schön heavy, etwas psychedelisch, und ein bisschen grotesk. Passt. RAINBOW - A Light In The Black => Dass der hier direkt auf die #1 gehen und dort bleiben würde, war eine ausgemachte Sache, ohne alle anderen Songs angehört zu haben, denn eben Ronnie James Dio in his prime. Machste nichts. Blackmore war auch dabei, jo. Und es ist der einzige Song der Gruppe, der auch aus heutiger Sicht in jeder Hinsicht als Metal durchgehen dürfte. Nicht wichtig, aber doch wichtig.  STATUS QUO - Rockin All Over The World => Rock'n'Roll-Boogie vom Fass. Großer Klassiker. Passt. Kann ich mir gut geben, aber der Drang zum Sammeln von Status Quo Alben ist bislang dann doch ausgeblieben. So wenigstens ein bisschen stählern dürfen die alten Hardrocker für mich dann schon sein, wenn sie mich wirklich anfixen wollen. SUPERTRAMP - School => Auch so eine Band, von der ich immer glaubte nur das Logo und eine Coverartwork zu kennen. Das Intro dieses Songs kommt einem jedoch natürlich direkt bekannt vor. Es sind aber nur Fragmente, wobei dieser Song ohnehin durch die langen, sehr abstrakten instrumentalen Zwischenspiele sehr fragmentiert und einzelteilig wirkt. Hat für mich keinen richtigen Flow. Schwierige Nummer. BILL WITHERS - Ain't No Sunshine => Dieser Herr war mir nun noch nicht einmal vom Namen her ein Begriff. Schönes Zupfgitarrenspiel, aber Gesang, Stimmung und Ambiente spechen mich nicht allzu sehr an. Läuft fein nebenher, ohne bei mir viel auszulösen. Gleichwohl danke fürs Nominieren, denn YouTubes Autoplay hat mir im Anschluss diese hübsche Kofferversion von Black Sabbaths "Changes" in die Anlage gespült, interpretiert von Charles Bradley: https://www.youtube.com/watch?v=zfaOf70M4xs
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 16:23
Gruppe 14: Eine Gruppe mit ausschließlich mindestens saucoolen Songs.  Aerosmith - Round And Round => Hier deutlich heavier als im Aerosmith-Schnitt. Weiß zu gefallen. Cooles Stück. Den Titelsong des Albums hat doch Metal Church mal gecovert, oder? Banco del Mutuo Soccorso - R.I.P. (Requiescant In Pace) => Im Leben nie davon gehört, wobei ich weiß, dass Italien eine rege und bemerkenswerte Progrock-Szene hatte, und dieser Song bestätigt dieses diffuse Hintergrundwissen. Stark. Dire Straits - Sultans Of Swing => Irgendwie kann ich nicht so recht beschreiben, warum der Song doch so hoch in der Liste steht. Eigentlich ist mir das viel zu geschillt und zu bekifft. Aber Mark Knopfler ist einfach zu cool für diese Welt, sowohl sein Gitarrenspiel als auch sein Gesang und vor allem der urbritische Akzent. The Damned - Neat Neat Neat => Punk mag ich ja fast immer, wenn er nicht ausnahmsweise poppig-schlagerig ist, wie bei diversen deutschen ex-Punks. Das ist cool, aber um meine Punk-Rezeptoren voll zum Anschlagen zu bringen, könnte es gerne noch ein wenig abgefuckter sein. So wie The Exploited halt. Elf - L.A. 59 => Dass ich den Herrn Padavona ziemlich toll finde, hab ich ja schon mal angedeutet, was? Und toll war er damals schon, und durch ihn wird auch der ansonsten eher Boogie-lastige Hardrock der Status-Quo-Liga ein bisschen mehr edgy und intensiv. Ich mag die ELF-Alben total gerne und ich denke, dass sie gerne öfters genannt werden dürften, wenn es um DIO und sein Erbe geht. Gentle Giant - A Cry For Everyone => Ich kenne die tollen Artworks von Pavlos und ich weiß, dass ich das mögen sollte, und der Song bestätigt das erwartungsgemäß. Nicht die völlige Ausflipp-Liga für mich, aber das ist schon geschmeidig-toller Prog-Rock, der auch für Tullinger und Ashinger ein Ohr wert ist. Jerusalem - Kamikaze Moth => Die Scheibe habe ich tatsächlich. Nicht allzu oft gehört, aber für sehr gut befunden. In der Tat auch einer der stärksten Songs darauf bzw. aus der Session (ist ja ein Bonustrack). Verdammt heavy für die Zeit. Leider sonst nimmer viel geworden aus der Band. Die 2009+ Inkarnation habe ich noch nicht gehört. Styx - Suite Madame Blue => Toller, verträumter, intensiv gesungener Progrock. Bin in Sachen Sammlung leider komplett blank bei Styx. Muss ich irgendwann mal ändern. Vielleicht. Super Stück! Bleiben Rainbow und Uriah Heep mit zwei absoluten Göttergaben. Der Sieg geht an die Box'ies, einfach weil ich beide Bands in dieser Phase gleich gerne mag, weil aber "Gypsy" für mich der Heep-Übersong schlechthin ist und ich bei Rainbow ein paar andere Stücke mindestens genauso sehr, wenn nicht mehr mag, als den Sternenstarrer.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 21:33
Gruppe 15: Auch hier gefällt mir alles mindestens gut. Black Sabbath - Symptom Of The Universe => Tatsächlich der einzige Song aus der Gruppe, den ich ohne nachzuhören so halbwegs im Ohr hatte, was mich ein bisschen frustriert hat. Konsequenterweise steht er auch auf der Eins. Toller Protoflottdoom. Die Band war schon verdammt toll. Bruce Springsteen - Backstreets => Ich bin beim ollen Springstein ja fast so unbeleckt, wie man es nur sein kann und ich bin dabei auch immer wieder überrascht über den enormen Status, den der Mann - auch hierzulande - hat. Das soll jetzt keineswegs missgünstig klingen, oder danach, dass ich ihn für "überbewertet" hielte. Mitnichten! Das ist tolle Musik und er hat eine tolle Stimme, und mit der auch wohl viel spannendes zu erzählen. Mir hat sich nur noch nicht so 100% erschlossen, was die isolierte Besonderheit um ihn ist, die ihn zum "Boss" macht, wo die US of A doch locker eine mittlere zweistellige Anzahl von veritablen Überlegenden in diesem Metier hat, wenn man wirklich nur die allererste Liga zählt (Waits, Cash, Kristofferson, Dylan, Young, Hank I.-II.-III., Orbison, und wie sie alle heißen...). Aber, mitnichten will ich Springsteen schmälern, toller Song, extrem cooler Typ. Croce, Jim - Don't Mess Around With Him => Der Name sagt mir erstmal gar nichts, das Gesicht hab ich aber schon gesehen, und ich glaube sogar, dass ich den Song schon gehört habe. Sehr lässiger Sound und einfach ein cooler Typ. Passt! Electric Light Orchestra - Dreaming Of 4000 => E.L.O. hat mein verstorbener Bruder gehört und ich mal bei ihm, mit 10 oder 11, bevor ich ernsthaft in die Musik eingestiegen bin. Seither hab ich es nicht wirklich nochmal aufgegriffen, aber die progressiv-elektronische Atmosphäre ist schon was ganz Besonderes. Wäre vielleicht mal einen Versuch wert, hier noch mal genauer hinzuhören. Gefällt spontan sehr gut. Als großer Hawkwind-Fan kann man da gar nicht komplett falsch liegen, was? Genesis - The Muscial Box => Die nächste böse Lücke. Genesis kennt man natürlich, bewusst kennen tut man nur "I Can't Dance" (wenn es so heißen sollte), und man weiß, dass das natürlich so gar nicht repräsentativ für die klassische Phase ist. Hier ist es bei mir sehr ähnlich wie bei Queen: Die wenigen mir bekannten Sachen, von denen ich weiß, dass sie null repräsentativ sind, machen mich so wenig an, dass ich nie in die Sachen einsteigen wollte, von denen ich eigentlich weiß, dass sie mir gefallen müssten. So wie das hier. Schöner, zarter, angefolkter, mystischer, typisch angelsächsischer Progrock für Catweazles und solche, die es werden wollen. King Crimson - Cat Food => Tolle, spannende Band, aber das Hören ist mir aufgrund der atonalen, dodekaphonischen und polyrhythmischen Geschichten, die sich darin regelmäßig finden, fast immer zu anstrengend. Habe trotzdem ein paar Scheiben (1969-1974 ohne die Lärchenzungen, dafür plus 2003), so auch diese hier. Ja. Stark. Mehr kann man nicht sagen. Kiss - Love Gun => Jo. Klar. Kenne ich natürlich, habe ich aber noch nich, weil ich bei KISS ja das Logoproblem habe mit dem Sammeln. Daher selten im Ohr, weil ich mich ja immer ärgern muss, wenn ich Sachen höre, bei denen die Sammlung unvollständig ist. KISS und ich ist eine komische Beziehung. Ich finde das eigentlich immer stark, wenn ich es höre, aber es ist trotz seiner Mega-Eingängigkeit so wenig in meinem Fokus, dass ich immer ewig brauche, bis ich drauf komme, wer da gerade rockt. Nazareth - Not Fakin' It => Die Platte ist vorhanden, aber wohl nur ein bis dreimal gelaufen, daher unterm Radar. Schöner, speediger, harter, punkiger Songs. So hart hat man die Band irgendwie gar nicht auf dem Schirm, weil jeder immer nur an an 'Love Hurts' denkt. Knaller! Witzig, dass mir YT als nächstes Mayhem auftischt. Ich mag es, wenn der Härtegrad hoch gehalten wird.  Rush - Fly By Night => Warum hab ich das nicht auswendig im Ohr, ich Loser? Ich hab den Mitschnitt, bei dem auch "Anthem" gespielt wurde, x-mal angeschaut. Schlimm mit dem Hirn, echt. Kickt dann den schwarzen Sabbath doch noch ganz knapp vom Söckelchen. The Doors - Roadhouse Blues => Ich glaube, ich kannte vorher nur 'Light My Fire', weil Amorphis das gecovert hat. Ist ein bisschen zu psychedelisch und knödelig für meinen allgemeinen Geschmack, aber ja, irgendwie hat es schon was, als Proto-Danzig oder Proto-Type-O, wenn man so will.
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von Pillamyd » Montag 18. September 2023, 22:10
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bruce Springsteen - Backstreets => Ich bin beim ollen Springstein ja fast so unbeleckt, wie man es nur sein kann und ich bin dabei auch immer wieder überrascht über den enormen Status, den der Mann - auch hierzulande - hat. Das soll jetzt keineswegs missgünstig klingen, oder danach, dass ich ihn für "überbewertet" hielte. Mitnichten! Das ist tolle Musik und er hat eine tolle Stimme, und mit der auch wohl viel spannendes zu erzählen. Mir hat sich nur noch nicht so 100% erschlossen, was die isolierte Besonderheit um ihn ist, die ihn zum "Boss" macht, wo die US of A doch locker eine mittlere zweistellige Anzahl von veritablen Überlegenden in diesem Metier hat, wenn man wirklich nur die allererste Liga zählt (Waits, Cash, Kristofferson, Dylan, Young, Hank I.-II.-III., Orbison, und wie sie alle heißen...). Aber, mitnichten will ich Springsteen schmälern, toller Song, extrem cooler Typ.
Hmm...warum das eine isolierte Besonderheit um ihn sein soll, verstehe ich nicht. Den Spitznamen den man ihm gegeben hat, rührt daher, dass er früher seinen Bandmitglieder die Gage ausgezahlt hat. Ich schätze du hast dir mit deinem letzten Satz so ein bisschen die sehr kurzer Form einer Antwort gegeben. Ich finde, dass er trotz seiner Größe im Musikbusiness, dem Publikum sehr Nahe ist. Das spiegelt sich in den sehr gut verständlichen Texten wieder, die kein großes Brimborium benötigen um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele können sich damit identifizieren und das hat ihm mit Sicherheit dazu verholfen, diese Größe erreicht zu haben. Hinzu kommt, dass er klare Meinungen zu gewissen Standpunkten hat. Er hat sich selbst hochgezogen hat, mit den richtigen Leuten gearbeitet, mit denen er immer noch zu tun hat, weil er unfassbar diszipliniert seiner Arbeit nachgeht. Was andere als Resterampe verwerten, oder gar als Geldmacherei betiteln, sehe ich als unfassbare Qualitätsarbeit. Kaum ein Musiker, hat so viel Zeugs rausgebracht und dabei nur sehr, sehr, sehr selten daneben gegriffen. Parallel zu seinen offizielen Alben, sind da einfach wunderbare Songs entstanden und das macht spaß zu entdecken. Es gibt unfassbar viele Leute die ihm diese Liebe zur Musik mit jedem Wort abnehmen und ich bin mir sicher da geht es vielen so. Ich habe noch nie so eine gute Stimmung erlebt, wie auf dem diesjährigen Konzert. Warum man da immer vergleiche auf andere Größen setzen muss um zu hinterfragen, warum das so ist, finde ich ehrlich gesagt teilweise mühselig, vor allem dann, wenn man von isolierter Besonderheit spricht. Die Musiker die du aufgezählt hast, genießen dass doch auch! Wenngleich vielleicht auch in verschiedenen Größenordnung. Aber das sind (immer noch) doch alles angesehene Musiker. Egal ob Cash, Waits, Kristofferson, Dylan, Young, Orbison.
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von Holger Andrae » Montag 18. September 2023, 22:22
Pillamyd hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Chavo89 hat geschrieben:Gruppe 14:
Ich plädiere ebenfalls für einen STYX-Thread. Oder gleich einen Rückblick-Artikel! Was für ein arschgeiler Song.
Pillamyd hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Styx - Crash The Crown (absolutes Hammeralbum, Musik UND Texte!)
Gibt es eigentlich einen Styx Thread? Ich brauche eine Anleitung 
Kann ja der Nominator dieses Songs machen. 
Ich möchte das noch einmal dringend hervorheben! 
Ich würde dort eventuell partizipieren.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von lenbert » Montag 18. September 2023, 22:34
Pillamyd hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bruce Springsteen - Backstreets [...] Mir hat sich nur noch nicht so 100% erschlossen, was die isolierte Besonderheit um ihn ist, die ihn zum "Boss" macht, wo die US of A doch locker eine mittlere zweistellige Anzahl von veritablen Überlegenden in diesem Metier hat, wenn man wirklich nur die allererste Liga zählt (Waits, Cash, Kristofferson, Dylan, Young, Hank I.-II.-III., Orbison, und wie sie alle heißen...). [...]
Hmm...warum das eine isolierte Besonderheit um ihn sein soll, verstehe ich nicht. [...] Ich finde, dass er trotz seiner Größe im Musikbusiness, dem Publikum sehr Nahe ist. Das spiegelt sich in den sehr gut verständlichen Texten wieder, die kein großes Brimborium benötigen um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele können sich damit identifizieren und das hat ihm mit Sicherheit dazu verholfen, diese Größe erreicht zu haben. Hinzu kommt, dass er klare Meinungen zu gewissen Standpunkten hat. Er hat sich selbst hochgezogen hat, mit den richtigen Leuten gearbeitet, mit denen er immer noch zu tun hat, weil er unfassbar diszipliniert seiner Arbeit nachgeht. [...] Es gibt unfassbar viele Leute die ihm diese Liebe zur Musik mit jedem Wort abnehmen und ich bin mir sicher da geht es vielen so. Ich habe noch nie so eine gute Stimmung erlebt, wie auf dem diesjährigen Konzert.
Ich denke, Springsteen wird als DER Working Class Hero in der Rockmusik wahrgenommen. Pillamyd hat einiges, was in diese Wahrnehmung passt, schon angesprochen. In vielen seiner Texte nimmt Springsteen die Sichtweise des kleinen Mannes ein. Unterscheidet ihn das von den anderen? Ich weiß es nicht, kenne dazu die anderen auch zu wenig. Aber, um zwei konkrete persönliche Einschätzungen zu äußern, Waits' Stimme würde ich als weniger massenkompatibel erachten, Cash war im Vergleich zu Springsteen zuerst zu verrucht und später zu fromm.
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lenbert
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 22:41
Pillamyd hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bruce Springsteen - Backstreets => Ich bin beim ollen Springstein ja fast so unbeleckt, wie man es nur sein kann und ich bin dabei auch immer wieder überrascht über den enormen Status, den der Mann - auch hierzulande - hat. Das soll jetzt keineswegs missgünstig klingen, oder danach, dass ich ihn für "überbewertet" hielte. Mitnichten! Das ist tolle Musik und er hat eine tolle Stimme, und mit der auch wohl viel spannendes zu erzählen. Mir hat sich nur noch nicht so 100% erschlossen, was die isolierte Besonderheit um ihn ist, die ihn zum "Boss" macht, wo die US of A doch locker eine mittlere zweistellige Anzahl von veritablen Überlegenden in diesem Metier hat, wenn man wirklich nur die allererste Liga zählt (Waits, Cash, Kristofferson, Dylan, Young, Hank I.-II.-III., Orbison, und wie sie alle heißen...). Aber, mitnichten will ich Springsteen schmälern, toller Song, extrem cooler Typ.
Hmm...warum das eine isolierte Besonderheit um ihn sein soll, verstehe ich nicht. Den Spitznamen den man ihm gegeben hat, rührt daher, dass er früher seinen Bandmitglieder die Gage ausgezahlt hat. Ich schätze du hast dir mit deinem letzten Satz so ein bisschen die sehr kurzer Form einer Antwort gegeben. Ich finde, dass er trotz seiner Größe im Musikbusiness, dem Publikum sehr Nahe ist. Das spiegelt sich in den sehr gut verständlichen Texten wieder, die kein großes Brimborium benötigen um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele können sich damit identifizieren und das hat ihm mit Sicherheit dazu verholfen, diese Größe erreicht zu haben. Hinzu kommt, dass er klare Meinungen zu gewissen Standpunkten hat. Er hat sich selbst hochgezogen hat, mit den richtigen Leuten gearbeitet, mit denen er immer noch zu tun hat, weil er unfassbar diszipliniert seiner Arbeit nachgeht. Was andere als Resterampe verwerten, oder gar als Geldmacherei betiteln, sehe ich als unfassbare Qualitätsarbeit. Kaum ein Musiker, hat so viel Zeugs rausgebracht und dabei nur sehr, sehr, sehr selten daneben gegriffen. Parallel zu seinen offizielen Alben, sind da einfach wunderbare Songs entstanden und das macht spaß zu entdecken. Es gibt unfassbar viele Leute die ihm diese Liebe zur Musik mit jedem Wort abnehmen und ich bin mir sicher da geht es vielen so. Ich habe noch nie so eine gute Stimmung erlebt, wie auf dem diesjährigen Konzert. Warum man da immer vergleiche auf andere Größen setzen muss um zu hinterfragen, warum das so ist, finde ich ehrlich gesagt teilweise mühselig, vor allem dann, wenn man von isolierter Besonderheit spricht. Die Musiker die du aufgezählt hast, genießen dass doch auch! Wenngleich vielleicht auch in verschiedenen Größenordnung. Aber das sind (immer noch) doch alles angesehene Musiker. Egal ob Cash, Waits, Kristofferson, Dylan, Young, Orbison.
Alles unbenommen, Enis. Wie hoffentlich deutlich betont, will ich Bruce Springsteen und seinen Fans absolut nichts wegnehmen, ich finde das selber toll, dass er so ein hingebungsvolles Following hat, und ich kann mir gut vorstellen auch selbst viel zum Entdecken zu finden, da ich ja solche Typen generell gerne mag. Mir fällt halt auf, dass es - im Vergleich zu den anderen Genannten - gerade im metallischen Umfeld doch überraschend viele Springsteen-Fans gibt, die auch zu Gigs gehen usw... Da hab ich halt nach dem mutmaßlichen Grund gefragt, woran das liegen könnte, in diesem m.E. doch größeren Maß. Deine Erklärung finde ich durchaus aufschlussreich. Passt also. Mich interessieren solche Dinge, wie auch die Frage, warum Marduk bei uns im Soundcheck erster werden kann, Nocte Obducta aber den letzten Platz gebucht hat, obwohl ich zwischen beiden nicht diese Welten sehe, die die Kollegen entdeckt haben wollen. Mich interessieren solche Themen, und es ist nie dazu gedacht, den einen Künstler auf- und den anderen abzuwerten. Mich interessieren einfach die Trigger, die solche Zu- und Abneigungen auslösen können.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 22:51
lenbert hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bruce Springsteen - Backstreets [...] Mir hat sich nur noch nicht so 100% erschlossen, was die isolierte Besonderheit um ihn ist, die ihn zum "Boss" macht, wo die US of A doch locker eine mittlere zweistellige Anzahl von veritablen Überlegenden in diesem Metier hat, wenn man wirklich nur die allererste Liga zählt (Waits, Cash, Kristofferson, Dylan, Young, Hank I.-II.-III., Orbison, und wie sie alle heißen...). [...]
Hmm...warum das eine isolierte Besonderheit um ihn sein soll, verstehe ich nicht. [...] Ich finde, dass er trotz seiner Größe im Musikbusiness, dem Publikum sehr Nahe ist. Das spiegelt sich in den sehr gut verständlichen Texten wieder, die kein großes Brimborium benötigen um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele können sich damit identifizieren und das hat ihm mit Sicherheit dazu verholfen, diese Größe erreicht zu haben. Hinzu kommt, dass er klare Meinungen zu gewissen Standpunkten hat. Er hat sich selbst hochgezogen hat, mit den richtigen Leuten gearbeitet, mit denen er immer noch zu tun hat, weil er unfassbar diszipliniert seiner Arbeit nachgeht. [...] Es gibt unfassbar viele Leute die ihm diese Liebe zur Musik mit jedem Wort abnehmen und ich bin mir sicher da geht es vielen so. Ich habe noch nie so eine gute Stimmung erlebt, wie auf dem diesjährigen Konzert.
Ich denke, Springsteen wird als DER Working Class Hero in der Rockmusik wahrgenommen. Pillamyd hat einiges, was in diese Wahrnehmung passt, schon angesprochen. In vielen seiner Texte nimmt Springsteen die Sichtweise des kleinen Mannes ein. Unterscheidet ihn das von den anderen? Ich weiß es nicht, kenne dazu die anderen auch zu wenig. Aber, um zwei konkrete persönliche Einschätzungen zu äußern, Waits' Stimme würde ich als weniger massenkompatibel erachten, Cash war im Vergleich zu Springsteen zuerst zu verrucht und später zu fromm.
Und Kristofferson ein zu großer Sozi. Ja, das sind natürlich weitere Facetten, die eine Rolle spielen können. Ich frage da echt etwas unbedarft, weil ich mich einfach bisher zu wenig mit Springsteen und seinem individuellen Nexus zur amerikanischen Seele befasst habe. War Cash wirklich zu fromm? Ja, die späten Alben mit dem Hauch der eigenen Vergänglichkeit haben sicher viele religiöse Bezüge, aber auch eine sehr bittere Düsternis, die ja gerade in der Metalszene auch viel Wiederhall gefunden hat, wo ich seine späte Popularität durchaus ähnlich groß einschätzen würde wie die von Springsteen.
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von Pillamyd » Montag 18. September 2023, 22:59
Ja, hast du deutlich betont und habe ich auch nicht anders wahrgenommen Vielleicht ist in der Hinsicht, der Springsteen, tatsächlich massenkompatibler. Ich kann mir gut vorstellen, dass er diese Schnittstelle einfach wunderbar trifft und damit einfach viele erreicht. Wie gesagt, Texte, Musik, Bühnenauftritt, Band. Da bedient er einfach einiges und trifft da einen Nerv, vieler sonst metallischer Hörer, die das völlig nachvollziehen kann, was er da tut, weil es so vertraut wirkt. Ich gebe zu, deinen Vergleich, habe ich etwas falsch verstanden und dafür entschuldige ich mich! Die Frage ist durchaus spannend. Vor allem weil sie auf so vielen Ebenen gemünzt werden kann. Bei Marduk und Nocte Obducta kann ich nur vermuten. Vielleicht, weil man bei Marduk unverkennbar im schwedischen schwarzmetallischen Boden verwurzelt ist. Ähnlich, wie "Whoredom Rife" den norwegischen Metal ala "De Mysteriis..." weitergesponnen haben hat die Band das mit ihrem Sound selbst in die Hand genommen. Das läuft einfach sehr gut geölt voran. Hinzu kommt, dass die Band unheimlich polarisiert. "Nocte Obducta" habe ich das letzte Mal gehört, als "Sequenzen Einer Wanderung" rausgekommen ist und die war, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, schon sehr anders. Ich weiß nicht ob die so einen "Signature Sound" haben, den man irgendwie sofort im Kopf hat, wenn man die Musik der Band hört. Vielleicht rede ich hier auch einfach quatsch und das hat damit so gar nichts zu tun 
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 23:01
Ich ziehe mit dem Nocte-Thema mal in den passenden Thread um. 
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