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Welche Ausstattung ist die Beste? Wer stellt die besten Instrumente her? Was kann ich mit dieser Software anfangen? Hier stellt man Fragen zu technischen Themen.
von Feamorn » Mittwoch 6. November 2013, 01:48
So, nachdem meine Gitarre hier nun bald 2 1/2 Jahre quasi ungenutzt rum stand, bin ich nun so weit, einen neuen Anlauf, mit anderem Ansatz, zu wählen. Ursprünglich war mal geplant, mit 'nem Lernbuch anzufangen und dann möglichst bald einen Lehrer zu suchen, daraus wurde aber schlicht nichts und mit dem Buch habe ich mich auch nicht regelmäßig hingesetzt. Zum Teil sicherlich durch das völlige Fehlen eines Feedbacks, ob ich das was ich gerade gelesen habe wenigstens halbwegs korrekt umgesetzt habe. Habe dann zur Gamescon ein Angebot bei Amazon genutzt und das "Spiel" Rocksmith 2014 (das ist, soweit ich weiß, die zweite Version) mit USB-Gitarren-Adapter geordert. Ich dachte mir, ich gebe mal ein kleines Feedback dazu, vielleicht, interessiert es ja jemanden (tatsächlich bin ich wegen Krankheit und Arbeitsstress auch erst zwei bis drei Mal zum Spielen gekommen, aber ich werde mich weiter äussern, sofern gewünscht). Zum Programm selbst: das ganze ist quasi eine Gitarrenschule, bei der das Programm (soweit möglich) den Part des Lehrers übernimmt. Die Klampfe wird zum Beispiel mit dem verfügbaren USB-Adapter an den Rechner angeschlossen. Man erstellt sich ein Profil und gibt dem Programm ein paar Vorabinfos, wo die Reise hingehen soll: Unbefleckt/Anfänger/Fortgeschritten/Profi? Leadgitarre, Rhythmusgitarre oder Bass? Dann folgen Infos zur Gitarre und eine Anleitung zum Stimmen (tatsächlich wird jedesmal beim Programmstart kurz nochmal das Stimmen durchgeturnt, ob noch alles im grünen Bereich ist). Im Spiel selbst gibt es verschiedene Modi, mit denen man Lernen kann. Zum einen bietet das Programm einzelne Lektionen zu Grundlagen und Techniken, die sind jeweils eine Kombination aus Beispielvideos von einem Lehrer aus Fleisch und Blut, also mündliche Erklärungen sowie die Demonstration, um was es geht. Zwischen den Teilvideos kommen dann immer wieder Trainingsabschnitte, bei denen man selbst spielen muss, weiter geht es erst, wenn man den Abschnitt korrekt nachgespielt hat. Kern des Lernprogramms sind jedoch einzelne Songs (von denen es über 50 gibt), die man quasi von der Pike auf lernt. Je nach Trainingsstand wird dabei die Komplexität erhöht, in meinem Fall beschränkt sich die Anforderung z.B. noch darauf, einzelne Grundtöne zu spielen, wird man besser wird es immer mehr und man nähert sich der "echten" Version an. Dabei merkt sich das Programm, wie der Spieler in den Lektionen und bei den Stücken abschneidet und sucht passend dazu neue Lektionen oder alte zum wiederholen heraus. Ich habe wie gesagt erst sehr kurz gespielt und bin halt wirklich absoluter Anfänger, werde aber gerne noch etwas mehr Feedback geben, sobald ich soweit bin. Der große Vorteil gegenüber dem Lernen mit Buch/CD ist tatsächlich, dass das Programm einem relativ genau sagen kann, was gerade falsch läuft (abgesehen natürlich, von der eigenen Griffhaltung, das ist natürlich ärgerlich, aber auch logisch). Ein Freund, selbst langjähriger Gitarrenspieler, hat sich das ganze am Wochenende auch mal beguckt und hat es im Grunde positiv bewertet, allerdings noch ein weiteres Problem bemängelt: es gibt eine minimale Verzögerung bei der Übertragung von der Gitarre zum PC, was ihn als erfahrenen Spieler etwas durcheinander gebracht hat (gut, und die Darstellung im Programm ist genau gegenläufig zu den üblichen Tabulaturen, das Programm zeigt quasi eine Spiegelansicht, also tiefe Saite oben). Das Übertragungsproblem ist etwas ärgerlich, für mich aber (noch?) nicht dramatisch. Soweit ich weiß, kann man das Programm prinzipiell auch über die Soundkarte füttern, da ich ein Frontpanel mit großer Klinke habe, werde ich das vielleicht mal noch ausprobieren, vielleicht gibt es dann weniger Latenz. So, das war es erstmal. Bei nochmaligen Lesen fällt auf: ich bin heute Abend ziemlich wirr, Knoten im Hirn. Ich hoffe, es ergibt trotzdem einen Sinn.  Den Wunsch nach einem Lehrer habe ich übrigens noch nich völlig aufgegeben, aber bei meinem aktuellen Lebenswandel sehe ich das nicht unbedingt all zu schnell passieren... PS: Ein weiteres Feature ist übrigens noch ein "Jam-Modus", bei dem man sich aus verschiedenen Instrumenten eine "Band" zusammenstellen kann, die dem eigenen Spiel folgt und sich diesem Anpasst (laut/leise etc. pp.), das hat dem Kumpel besonders gefallen, für mich ist das noch weit weg.  PPS: Die Songs umfassen Stücke von beispielsweise Maiden, den Stones, Arctic Monkeys, Ramones, Bob Dylan, Muse, Kiss, Nirvana, Deftones, Rush, Pantera, Queen, Police, Joe Satriani, REM, Radiohead usw. usf.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 8. November 2013, 13:39
Klingt gar nicht verkehrt, würde ich meinen.
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von Dr. Best » Montag 11. November 2013, 07:14
Ist ja deutlich billiger, als ich das im ersten Moment vermutet hätte. Vielleicht sollte ich mir das zulegen, seit ich keine Band mehr habe hinkt meine Motivation nämlich ähnlich, wie es dir schon ging. Mal drüber nachdenken, bald ist ja Weihnachten und so...
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von Feamorn » Samstag 23. November 2013, 19:27
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Klingt gar nicht verkehrt, würde ich meinen.
Es hat auf jeden Fall ein Feuer bei mir entfacht, ich hab mich diese Woche jeden Abend hingesetzt, egal wie müde, wenn auch manchmal nur kurz. Das ist schon ein guter Verdienst, finde ich (und zeigt deutlich, wie wertvoll es ist, irgendeine Art Feedback zu haben, zu dem was man tut). Dr. Best hat geschrieben:Ist ja deutlich billiger, als ich das im ersten Moment vermutet hätte. Vielleicht sollte ich mir das zulegen, seit ich keine Band mehr habe hinkt meine Motivation nämlich ähnlich, wie es dir schon ging. Mal drüber nachdenken, bald ist ja Weihnachten und so...
Ich finde die Preisleistung tatsächlich recht gut. Wobei ich jetzt festgestellt habe, dass die Songpakete, die man dazu kaufen kann dann wiederum ziemlich gesalzene Preise haben, was allerdings auch nachvollziehbar ist, wenn man alle Faktoren bedenkt. (Da wird einiges an Arbeit drin stecken, um die Sachen für das Programm tauglich zu machen, meist werden ja Lead-, Rhythmus- UND Bass-Gitarre unterstützt, dazu die Rechte an dem Song (läuft ja auch im Hintergrund), GEMA, etc. pp. Z.B. kostet das Paket mit weiteren fünf Maiden-Hits 12,99€, die Stücke einzeln 2,99€.) Bei allem Feuer muss ich aber auch sagen, dass ich mittlerweile ein paar Punkte habe, die ich gerne als Wunschliste an die Macher weiter geben würde, da sie mir als Anfänger "negativ" aufgefallen sind. Ich schreibe das gleich mal noch ausführlicher.
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von Feamorn » Samstag 23. November 2013, 19:50
So, meine weiteren Eindrücke zu Rocksmith:
Zwei der Punkte, die ich im Eingang kritisiert habe, sind hinfällig, ich hatte mir das Optionsmenü nicht ausgiebig genug angeschaut (manchmal wären gedruckte Anleitungen halt doch noch hilfreich...):
- Man kann das Griffbrett der Gitarre im Programm spiegeln. Das heißt bei mir ist die tiefe E-Saite jetzt unten, wie bei Tabs. - Man kann die Verzögerung im Programm regeln, default war etwas über null, ich habe es etwas runtergeregelt, was meiner Meinung nach auch tatsächlich etwas bewirkt hat (etwas ist wohl sinnvoll, da die Grafik hinterher kommen muss).
Ich habe mich die letzten Tage vor allem mit einzelnen Lektionen beschäftigt, d.h. Verschieben, Bendings, Palm Muting etc. pp. Insgesamt muss ich sagen, dass die Lektionen manchmal etwas "kurz" sind, bzw. in den Übungssongs am Ende plötzlich ganz andere Töne auftauchen als in den kurzen Übungsstücken vorher. Das mag, wenn man schon etwas spielen kann trivial sein, ich habe jedoch noch GROSSE Probleme mit der Navigation auf dem Griffbrett bzw. beim Anschlagen die richtige Saite zu erwischen, da wächst einem dann selbst die einfach Schlussübung manchmal ziemlich abrupt über den Kopf, wenn man gleichzeitig gucken muss, wo die Finger am Griffbrett sind, wo das Plektrum ist und was als nächstes gespielt werden soll. Das übe ich jetzt teilweise ohne Programm. Ist ja auch ansich nicht tragisch, nur etwas unschön, dass man da nicht noch mehr unterstützt wird. (Ich muss mich mit dem Riff-Repititor mal noch mehr beschäftigen, eventuell kann ich mir das damit etwas zurecht biegen). Richtig blöd finde ich es irgendwie mit den Akkorden. In Lektion "Akkorde 1.1" bekommt man drei gezeigt, gut, klappt auch. Dann lerne ich zur Zeit nebenbei noch "Blitzkrieg Bop", wo, ab einer gewissen Komplexitätsstufe dann plötzlich ein A-Akkord auftaucht, nie gesehen, nie gespielt, nicht gekonnt. Evtl. gibt es noch eine spätere Akkordübung, aber bisher hat mir das Programm nicht gesagt, dass ich mir die noch angucken soll. (Wie oben geschrieben, das Programm gibt zu den einzelnen Songs tipps, was man sich anschauen/üben soll, abhängig von der eigenen Performance). Zwar gibt es das Akkordhandbuch, in dem alle Akkord-Griffe nachgeschlagen werden können, aber eine passende Übung, ob man ihn richtig spielt, gibt es nicht -> wieder abseits vom Programm üben. Auch hier: klar, kein Problem, aber unschön. Zumindest ein kurzer Check, ob aus der Gitarre die richtigen Töne kamen beim Anschlag wäre auch im Handbuch nicht verkehrt. Klar, das ist Luxus-Gemeckere, aber halt über Dinge, bei denen ich irgendwie erwartet hätte, dass das Programm sie abdeckt. (Gerade wo es sogar ein kurzes Video gibt "Wie mache ich den Gurt fest?" und "Wie sitze ich richtig?") Weitere "Probleme": das Tremolo-Picking wird mir zu kurz erklärt. Als Tipps die zwei Halbsätze "nicht verkrampfen" und "das Plektrum evtl. ein wenig anwinkeln" (was dann im Video in seiner Bedeutung nicht ganz klar wird). Ich habe mich dann bei youtube etwas umgesehen und bin zumindest etwas schlauer, so richtig auf die Reihe bekomme ich es immer noch nicht. In der Tremolo-Lektion war dann auch das erste Mal, dass ich merkte, dass das Programm doch nicht alles erkennt. Ich würde meine Perfomance im Übungstrack am Ende niemals Tremolo-Picking nennen, viel zu unregelmäßig, dem Programm hat es trotzdem gelangt, obwohl ich manchmal, gefühlt, die Saite kaum getroffen habe. Naja.
Schön wiederum sind die tatsächlichen Technik-Training-Spielchen. Das sind richtige Accarde-Spiele, z.B. zur Griffbrettnavigation ein "Entenschießen". Dabei wandern Enten auf dem Griffbrett hin und her und man "schießt" mit dem Spielen der jeweiligen Note auf der aktuell aktiven Saite. Die "normalen" Enten bleiben auf einem Ton und sollten erwische werden, bevor sie eine Wand im Hintergrund erreichen, sonst rückt die nach vorne, vorne angekommen ist das Spiel vorbei. Die Wand kommt auch nach vorne, wenn man sie versehentlich trifft (d.h. eine Ente verfehlt -> falsche Note). Nach einer gewissen Anzahl erlegter Enten kommt die "Regenbogenente", die über die Breite des Griffbretts wandert, trifft man sie, wird zufällig eine andere Saite zum Spielen gewählt. Am Anfang fand ich das ziemlich witzig aber sinnlos, muss aber doch zugeben, dass ich mich beim Song-Spielen immer seltener im Bund vertue, scheint also tatsächlich zu wirken. In dem Stil gibt es noch andere Spiele, bei denen mir aber teils noch die Technik (z.B. Akkorde) fehlen um die zu spielen.
So, das Gesülze oben klingt jetzt arg negativ, tatsächlich finde ich das ganze Ding aber immer noch super! Sicher einer der sinnvollsten Käufe der letzten Jahre bei mir! Ich hab zur Zeit wirklich Spaß! Und ich denke, darum geht es. Und ich habe auch das Gefühl, dass ich etwas lerne. Ich werde allerdings vorsichtshalber zwischendurch auch noch einen Blick in mein altes Buch werfen und ohne Unterstützung vom Programm einige Sachen vertiefen, alleine schon, um nicht abhängig von der Darstellung zu sein.
PS: Man kann dem Programm übrigens auch sagen, wenn man Linkshänder ist, ich schätze dann mal stark, dass die Bünde dann gespiegelt sind. (Habs nicht ausprobiert, aber ist ja irgendwie selbstverständlich.)
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von Eike » Montag 24. April 2023, 09:59
Das liest sich interessant und weitgehend sinnvoll, vor allem, wenn man sich keine Lehrkraft leisten kann und auch niemand Versierten im Bekanntenkreis hat. Deine Beschreibung und Rezension ist wirklich gut! Feamorn hat geschrieben:Schön wiederum sind die tatsächlichen Technik-Training-Spielchen. Das sind richtige Accarde-Spiele, z.B. zur Griffbrettnavigation ein "Entenschießen". Dabei wandern Enten auf dem Griffbrett hin und her und man "schießt" mit dem Spielen der jeweiligen Note auf der aktuell aktiven Saite. Die "normalen" Enten bleiben auf einem Ton und sollten erwische werden, bevor sie eine Wand im Hintergrund erreichen, sonst rückt die nach vorne, vorne angekommen ist das Spiel vorbei. Die Wand kommt auch nach vorne, wenn man sie versehentlich trifft (d.h. eine Ente verfehlt -> falsche Note). Nach einer gewissen Anzahl erlegter Enten kommt die "Regenbogenente", die über die Breite des Griffbretts wandert, trifft man sie, wird zufällig eine andere Saite zum Spielen gewählt.
"Alle meine Entchen" mal anders. 🎼🦆🎵🎸🎶😉
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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