10 Alben, die mich geprägt haben

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 15. März 2023, 13:47

Da ich mich immer noch nicht so richtig traue an die Songs ranzugehen, die mein Leben am besten beschreiben, bin ich beim Stöbern durch das Forum auf dieses Thema hier gestoßen. Ich habe festgestellt, dass ich hier noch gar nichts reingeschrieben habe. Ich sehe das hier als ziemlich guten Kompromiss an und kann auch ein bisschen was dazu schreiben. Der Anfang ist leicht, aber wo hört das ganze eigentlich auf? Gute Frage. Es ist gar nicht so leicht, da einen Cut zu machen. Trotzdem bleibt mir der Versuch, wichtige Alben für mich als Eckpfeiler auszumachen, die mir auch in diese Richtung musikalische Hörgewohnheiten eröffneten. Dann starte ich den Versuch.

Schon in frühen Jahren lief vor allem bei meinem Vater immer sehr oft und sehr viel Musik. Deshalb bin ich schon relativ früh auf beispielsweise „Metallica“ gestoßen, ohne zu wissen, dass das Jahre später meinen musikalischen Werdegang stark beeinflussen wird. Auch kann ich mich gut an so manchen Gang zum Müller erinnern, wenn wieder eine Scheibe rausgekommen ist, die meinen Vater interessierte. Wahrscheinlich hat mich das auch geprägt, mir selbst irgendwann eine Sammlung aufzubauen.


1. Pur – Seiltänzertraum
2. The Beatles – Rotes Album
3. Baris Manco - Mançoloji
4. Metallica – Kill Em All
5. Dream Theater – Octavarium
6. Elton John – Live in Australia with the Melbourne Symphony Orchestra
7. Toxik – World Circus
8. Iron Maiden – Seventh Son Of A Seventh Son
9. Antimatter – Leaving Eden
10. Magnum - On A Storyteller's Night


Erste Band die mein generelles Interesse an Musik maßgeblich geprägt hat

Die allererste Band, die ich bewusst und intensiv gehört habe. Das war schon eine frühkindliche musikalische Berührung. Laut Zeugenberichten wurde Klein-Pille ruhig, wenn die Live VHS der "Seiltänzertraum Tour" lief. 1993 zuvor erschien das Album dazu und es lief auch durch meinen Vater sehr häufig. Das war halt die erste Band. Und ohne die, wäre ich wahrscheinlich nie so breit aufgestellt, wie ich es eben bin. Da werden Erinnerungen wach, wenn es läuft. Und es läuft auch heute noch regelmäßig. Jahrelang war es die einzige Musik, die ich bewusst und intensiv gehört habe. Jedenfalls habe ich 1998 dazu mein erstes Konzert im Stadion in Stuttgart erlebt und seitdem liebe ich Livekonzerte.


Nicht nur die Musik sprechen zu lassen

Bei meiner Oma lief damals viel alter Schlager und wie ich mich entsinne auch gern Mal Whitney Houston und irgendwann entdeckte ich den Kassettenkoffer und zog ein Tape raus, dass sich von den anderen farblich unterschied. Ganz rekonstruiert bekomme ich die Geschichte dazu nicht. Denn ich hatte jahrelang gedacht, es wäre das blaue Album gewesen, weil die Kassette eben blau war (dachte ich). „Michelle“ war eines meiner damaligen Lieblingslieder der Band und habe damit in Verbindung gebracht, bis ich merkte, dass der Song aber auf dem roten Album drauf war. Maximale Verwirrung! Frech jedenfalls, weil die Kassette tatsächlich blau war und auch das Artwork viel blau hatte. Es muss also diese hier gewesen sein: https://www.discogs.com/de/release/8610245-The-Beatles-1962-1966. Anders ist es nicht erklärbar.

Na ja, jedenfalls waren es die „Beatles“ die mir damals als kleiner Bub eine Menge spaß bereiteten und das verflog nie so ganz. Das war auch die erste Band, mit der ich mich intensiv auch geschichtlich beschäftigte. Also, als ich die Bücherei für mich entdeckte. Sehr prägend und Jahre später freute ich mich wie damals, als ich die Beatles Box mein Eigen nennen durfte.


Die Wurzeln

Bleiben wir in der Türkei, so muss ich immer an die türkische Variante einer deutschen Musikshow denken. Ich komme gerade nicht auf den Namen. Jedenfalls war der Moderator ein gewisser Barış Manço, dessen Musik allgegenwärtig war. So habe ich auch irgendwann die Doppelkassette seiner Folk bzw. Rockmusik gehabt, die ich heute auf CD besitze. Wunderbare Erinnerungen, wunderbare Zeiten.


Ein langer Wegbegleiter

In irgendeinem Türkei Urlaub (es war in den 90ern fast immer jährlich, deswegen kann ich mich an das genaue Jahr nicht mehr erinnern. Es muss aber 1997 oder 1998 gewesen sein), bekam ich irgendwann von einem bekannten die „Kill Em All“ in die Hand gedrückt. Irgendwie musste er mitbekommen haben, wie ich irgendjemand in der Stadt beim Vorbeilaufen an einem Plattenladen erzählte, dass ich das Album, dass es da in Massen gab, kannte, weil mein Vater es hatte. Es handelte sich um „Load“). Daraufhin drückte man mir vor meiner Abreise, die „Kill Em All“ als MC in die Hand. Ich könnte mir heute noch in den Allerwertesten beißen, dass ich die scheinbar nicht mehr habe. Natürlich war das nicht ganz erfassbar für mich. Für ungeübte Ohren war das einfach nur Krach. Erst Jahre später, als mir Metallica den Weg in den harten Bereich geebnet hatte, erinnerte ich mich wieder und dann war es halt um mich geschehen.


Erste Berührungen mit Progressive Metal

Nachdem wirklich über mehrere Jahre ganz viel "Metallica" lief und ich so auf andere Thrash Bands aufmerksam geworden bin, hatte ich den „Thrash Metal“ irgendwann satt und bin auf eine Band namens „Dream Theater“ gestoßen. Mein erster Berührungspunkt war allerdings die „Awake“ mit der ich nichts anfangen konnte und wieder vergessen hatte. Etwas später lief dann die „Octavarium“. Mein erstes Album der Band und das Teil haute mich einfach aus den Socken. Verleitete mich dazu, die Diskographie in kürzester Zeit zu erwerben und intensiv zu hören. Einer meiner absoluten Lieblingsbands. Aber „Octavarium“ war die Initialzündung für mich und bereitete den Weg für eine sehr, sehr lange Leidenschaft zur Band. Ach, wenn man das alles nochmal erleben dürfte…


Großer Respekt

Irgendwann musste ich ein Referat im Fach Musik halten und mir wurde "Elton John" zugewiesen. Da ich absolut nichts von dem Mann daheim hatte, bekam ich ein paar Alben ausgeliehen, um mir die Musik auch anhören zu können. Darunter war ein Livealbum aus 1987. „Live In Australia With The Melbourne Symphony Orchestra“ hat mich von Sekunde an gefangen gehalten. Unsterbliche Hits wie „Sorry Seems To Be The Hardest Word“, „Tiny Dancer“, „Candle In The Wind“ (welches mir natürlich was sagte), „Your Song“ und „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ haben mich sofort gepackt und das Referat war ein leichtes. Ich habe den allergrößten Respekt vor dem Herren mit den schrägen Outfits und den lustigen Brillen entwickelt. Wunderbarer Musiker mit wahnsinnig tollen Songs und Alben.


Der nötige Wind zum Entfachen des fast erloschenen Feuers

Den Thrash hatte ich etwas satt. Aber etwa zu gleichen Zeit wie "Dream Theater" entdeckte ich durch ein anderes Forum viele Bands und stieß irgendwann auf „Toxik“. Was technisch versierter Thrash Metal bedeutete, bekam ich dann mit der „World Circus“ zu spüren. An Gesang und Spiel musste ich mich gewöhnen, aber das hatte was Magnetisches. Ich konnte und wollte nicht loslassen. Mit Sicherheit auch einer der Gründe für mein Interesse an komplexeren Tönen und vor allem dem Underground.


Wie vielfältig der Metal doch ist

Meine zweite oder dritte gekaufte „Iron Maiden“ Scheibe war die „Seventh Son…“ und ich war fasziniert von dieser Art, wie die Band an ein Album rangegangen ist. Es klang so anders von dem was ich von der Band sonst so kannte. Das beeindruckte mich und führte wohl dazu, dass das zu einer meiner absoluten Lieblingsband wurde. "Seventh Son..." war jahrelang meine Nummer eins. Hätte ich die Band heute entdeckt, wäre das mit Sicherheit ein anderes Album gewesen. Aber so ist es eben dieses und das ist auch gut so.


Emotionen, Emotionen, Emotionen

2010 stieß ich zu diesem Forum und es dauerte nicht lange, bis hier die ersten Top 100 Listen geführt wurden und ich bin (jetzt wird es rührselig) jedem dankbar, der da seine Energie reingesteckt habe. Ich habe so viel entdecken dürfen, aber die allergrößte Entdeckung war die „Leaving Eden“. Ohne Wenn und Aber ein Album, dass mich eine massiv lange Zeit täglich begleitet hat.


Melodien, Melodien, Melodien

Mein Fokus auf progressiven Metal ließ mit der Zeit immer nach. Und die Erkenntnis, dass es nicht immer frickeln muss und es nicht immer 20 Minuten Songs braucht, um großartiges zu erschaffen, löste sich mit folgendem Album völlig auf (um das Mal überspitzt auszudrücken). „Magnum“ und vor allem „On A Storyteller’s Night“ ist der beste Beweis dafür. Es braucht einfach tolle Melodien, gerne eingängig aber immer noch von einer Qualität umgeben, für die andere Bands alles geben würden.
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon altmetaller » Dienstag 23. Mai 2023, 11:35

1. Queen II (erstes Vinyl)
2. Jethro Tull - Aqualung
3. Led Zeppelin I
4. Kraftwerk - Die Mensch Maschine
5. Yes - Tales Of Topographic Oceans
6. Judas Priest - Unleashed In The East
7. Triumph - Never Surrender
8. The Ashbury - Endless Skies
9. Rainbow - Rising
10. Rush - Hemispheres

Keine besondere Reihenfolge, doch das sind die Alben, die in meiner Frühzeit den Plattenteller auf- und abgelaufen sind
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Eike » Dienstag 23. Mai 2023, 12:32

Magst du jeweils noch ein paar Sätze zu diesen Alben schreiben?
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Loomis » Mittwoch 24. Mai 2023, 13:52

altmetaller hat geschrieben:1. Queen II (erstes Vinyl)
2. Jethro Tull - Aqualung
3. Led Zeppelin I
4. Kraftwerk - Die Mensch Maschine
5. Yes - Tales Of Topographic Oceans
6. Judas Priest - Unleashed In The East
7. Triumph - Never Surrender
8. The Ashbury - Endless Skies
9. Rainbow - Rising
10. Rush - Hemispheres

Keine besondere Reihenfolge, doch das sind die Alben, die in meiner Frühzeit den Plattenteller auf- und abgelaufen sind

Immerhin 8 von 10 habe ich.
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon altmetaller » Mittwoch 24. Mai 2023, 16:37

1. Queen II (erstes Vinyl)
vielleicht das vielseitigste Queen Album, vom balladesken "Nevermore" zum crazy genialen "Fairy Feller's Masterstroke" bis zum Bohemian Rhapsody Vorläufer "March Of The Black Queen" mit zahlreichen Tempowechseln, einfach 70er Jahre Rock in Vollendung
2. Jethro Tull - Aqualung
Dieser Riff zur Einleitung zum Titelsong hat mich in den Bann gezogen. Ab dem 2.Song "Cross Eyed Mary" kommt dann Ian Andersons Flöte zum Einsatz und harmoniert perfekt mit dem Gitarrensound. Einfach zum immer wieder hören
3. Led Zeppelin I
Das noch tief im Blues verwurzelte erste Album von Zep mit seinem 60er Jahre Sound zusammen mit Robert Plants Stimme und Jimmy Pages Soli prägen meinen Musikgeschmack bis heute. Led Zeppelin waren auch 1980 mein erstes Rockkonzert, der Opener "Nobody's Fault But Mine" hat mich zu einem Metaller gemacht
4. Kraftwerk - Die Mensch Maschine
Ganz etwas anderes, Elektronikmusik. Hat man einmal "The Robot" (ich hatte die Englische Version) aufgelegt, muss man das Album bis zum Ende durchspielen
5. Yes - Tales Of Topographic Oceans
Doppelalbum mit 4 Songs, von denen eigentlich nur 3 wirklich gut sind. Die vielen Tempowechsel und das Verschmelzen der einzelnen Kompositionsteile haben mich fasziniert
6. Judas Priest - Unleashed In The East
Livealbum, geniale Songauswahl, Rob Halfords Screams und immer mit geilen Soli und Riffs. Mit diesem Album lernte ich den klassischen Heavy Metal zu lieben
7. Triumph - Never Surrender
Melodic Rock. Ich kann bis heute jeden Song mitsingen, weil ich mich so mit den Texten identifizieren kann. 2 Beispiele "once you've set a course don't change it, luck will come to those who chase it, don't let anything get in you way", " I've got one short dance on this planet but I'll carve my message deep into the wall". das is was einen 18jährigen bewegt
8. The Ashbury - Endless Skies
Die Mutter aller Doom Alben, die Warnung vor dem Untergang nimmt jeder zu Kenntnis, doch keiner reagiert; und damals war Klimawandel noch kein Thema
9. Rainbow - Rising
Richie Blackmores Gitarrenspiel und Dios Gesang, muss ich mehr sagen. Die Stimmung der Songs erzeugt Bilder und Geschichten im Kopf
10. Rush - Hemispheres
Mein Einstieg in Prog Rock, ein Song über eine ganze Plattenseite - hab ich ein Faible für lange Songs? - der eine ganze Geschichte erzählt

Einen Tag nach meinem Post sollte ich eigentlich das letzte Album ersetzen duch
Marillion - Script For A Jester's Tear
Diese unendliche Traurigkeit und Verzweiflung die in allen Songs zum Vorschein tritt zusammen mit den Gitarrensoli haben meinen Nerv getroffen. Bis heute ist "Chelsea Monday" vielleicht mein Lieblingssong
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Eike » Mittwoch 24. Mai 2023, 18:02

Danke!
'Nobody's Fault But Mine' hat sich bei mir auch ganz tief eingefräst.
Das kann ich sehr gut nachfühlen, dass dieser Song etwas bewegt hat in dir und für immer geändert.
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 25. Mai 2023, 08:01

@Altmetaller, hast du ASHBURY tatsächlich schon in den 80ern gehört?

Ansonsten vielen Dank für deine Ausführungen!
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon altmetaller » Donnerstag 25. Mai 2023, 09:38

Ja, habe mir die Platte aufgrund des Covers ca. 1985 oder 86 gekauft
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 25. Mai 2023, 09:40

altmetaller hat geschrieben:Ja, habe mir die Platte aufgrund des Covers ca. 1985 oder 86 gekauft


genial.

Ich habe sie ja irgendwann hier übers Forum kennen gelernt - schätze mal so 2011?
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Re: 10 Alben, die mich geprägt haben

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 25. Mai 2023, 09:57

Eine tolle Platte, die ich aber wegen massivem Corona-Geschwurbel diverser Beteiligten nicht mehr unbefangen hören kann. Nicht schlimm, gibt ausreichend andere Musik. 8-)
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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