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Schwarze Federn 2022?Re: Schwarze Federn 2022?DARK FUNERAL ist bei mir in den Jahrescharts auf Platz 6 gelandet. Beim ersten Hören direkt am Release-Tag war ich noch relativ unterwältigt, da man nach einem Album wie "Where Shadows Forever Reign" eigentlich nur verlieren kann. Ich finde auch, dass sie da nicht ganz herangekommen sind, aber auf jeden Fall in die Nähe. In der letzten Zeit habe ich die Scheibe dann öfter mal gehört und über die Zeit ist die stark gewachsen. Die Glanzpunkte, die ich ausmachen konnte, sind 'Beyond The Grave', 'When I'm Gone', 'Let The Devil In' und der Titeltrack. Ich finde es ja immer noch genial wie die Band das Album darin, dass Heljarmadr den Albumtitel ausruft, kulminieren lässt.
Meine kleine Sammlung
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Re: Schwarze Federn 2022?![]() GWAR "The New Dark Ages" Eine Band, die außer mir hier im Hause selten mal jemand hochhält. Seit 15 Jahren habe entweder ich sie besprochen, oder gar keiner. Bei mir kommt sie dafür fast immer in den Jahrescharts vor, wenn sie ein Scheichen am Start hat, und seit die Scumdogs of the Universe anno 2009 mit "Lust In Space" völlig überraschend mein Album des Jahres eingetütet hatten, ist besondere Aufmerksamkeit ohnehin garantiert. Leider hat das Schicksal seither mehrfach grausamst zugeschlagen, im Hause GWAR, und mit Cory Smoot alias Flattus Maximus (2011) und Frontmann Dave Brockie alias Oderus Urungus (2014) sind zwei der Scumdogs leider für immer von Bord gegangen. Dass sich die Band davon nochmals erholen würde, habe ich selbst nicht geglaubt, doch Jizmak, Beefcake und BalSac haben einen Weg gefunden: Sie konnten erst mit Pustulus einen neuen Gitarristen finden, und schließlich auch ex-Basser Blothar the Berserker als neuen Sänger gewinnen. Seither stehen die Zeichen wieder auf Sturm und "The New Dark Ages" ist das zweite Studioalbum im unveränderten neuen Line-up. Oft heißt es ja abschätzig, dass bei GWAR stets Image vor Musik gelte, und lange hielt sich auch das Gerücht, dass die Weltraummonster gar schlechte Mucker seien, doch das war immer falsch. Zumindest seit den 1990ern. Ich habe die Band damals öfters live gesehen, und sie hat immer abgeliefert. Was allerdings stimmt, und das mag der eine als Schwäche, der andere als Stärke sehen: Bei GWAR gehen stets die Bedürfnisse der Story vor der stilistischen Stringenz. Will sagen, dass uns bei GWAR auf einem einzigen Album von Punk und Thrash, über Funk und Bigband bis hin zu Doom und Death so ziemlich alles begegnen kann. Wenn der Song eben ein romantisches Gezerve darüber erfordert, ob Monsieur der Madame noch geben kann, was sie von ihm will (namentlich eine HIV-Infektion), dann ist das eben in einer Dialogform welche die besten Duette von Meat Loaf persifliert. So einfach ist das, und so geschehen auf "Ragnarok" (1995). Und so ist es eben auch heute noch: "The New Dark Ages" besteht aus 12 Songs mit sehr vielfältigen lyrischen Themen, gewohnt sarkastisch, ironisch, zynisch, zotig, blutig, sowie den zugehörigen Comic-Illustrationen, und es gibt ein stilistisches Instrumentarium von viel Thrash Metal, einigem Doom, ein bisschen Punk und Funk, sowie auch klassischem Hardrock. Dazu gibt es Gastauftritte von Lizzy Hale (Halestorm) und anderen. Im Ergebnis wird "The New Dark Ages" zwar sicherlich keines meiner GWAR-Lieblingsalben werden, weil es dazu insgesamt ein bisschen zu langsam und doomig ist, und ich bei GWAR die brachialeren Scheiben noch ein Stückchen lieber mag. Doch das ändert nichts daran, dass die Band einerseits schon deswegen Erwähnung findet, weil sie das nach den derben Schicksalsschlägen einfach verdient hat, und weil sie auch auf Album #15 genug bissigen Humor, genug musikalische Kabinettstückchen, und genug Vielseitigkeit aufbietet, um viel ernster genommen zu werden, als es gemeinhin geschieht. https://www.youtube.com/watch?v=-KTlXuGqsGI - 'The Cutter (feat. Lzzy Hale)' https://www.youtube.com/watch?v=B_c2fVbQnqs - 'Berserker Mode' https://www.youtube.com/watch?v=NFr_tG6uVRQ - 'Ratcatcher' https://www.youtube.com/watch?v=HlHUsBgLcGc - 'Mother Fucking Liar' alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Schwarze Federn 2022?Man mag es sich kaum vorstellen, dass so etwas wie eine musikalische Flaute auch bei dir einmal eintritt, aber ich mache mir keine Sorge über die kommende Rückkehr der Lust an der Musik. Ist ja nicht schlechtes daran, auch einmal weniger zu hören und das dafür intensiver oder auch einfach nur angemessen intensiv. Meine Zahl an gekauften Neuerscheinungen ist seit Jahren nicht mehr über 15, sonst könnte ich ältere Sachen gar nicht mehr nachkaufen.
Überschneidung haben wir bis jetzt keine, aber DARK FUNERAL sind zumindest auch in meinem musikalischem Universum beheimatet. Ich sehe sie mir live auch gern einmal an, wenns gerade passt und auch die Secrets Of The Black Arts findet immer wieder einmal den Weg in die Rotation. Für mehr reichts nicht und das muss auch nicht sein, musikalisch haben sie angesichts deiner Hörproben aber nichts ihrer Klasse verloren.
Re: Schwarze Federn 2022?Zu "Gwar" habe ich mal so gar keine Verbindung. Die Songs die du hier verlinkt hast, sind für mich fast alle gut. So ganz kickt es mich aber nicht. Gerade "Ratcatcher" kann mich nicht abholen. "Berserker Mode" ist mit seinen Twin Guitar Passage super. Aber mir fehlt da die letzte Würze in den Songs.
Die anderen zwei Songs kann ich gerade leider nicht hören, weil ich da auf youtube angemeldet sein muss.
Re: Schwarze Federn 2022?'Berserker Mode' finde ich auch klasse. Cooler Groove!
Re: Schwarze Federn 2022?
Kurz zu "Ratcatcher": Das war genau das, was ich gemeint habe, als ich gesagt habe, dass die Wahl des Genres und der musikalischen Stilmittel bei GWAR dem lyrischen Konzept und der Message des Songs untergeordnet wird. Hier geht's um den Rattenfänger, der den Leuten ihre Kinder abspenstig macht und sie entführt, und deshalb ist es ziemlich passend hier eine typische, bubblegum-poppige Teenie-Surfpunk-Nummer draus zu machen. How else could he lure them into his basement? ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Schwarze Federn 2022?![]() MORRIGAN "Annwyn" MAYHEMIC TRUTH war dereinst eine der ersten deutschen Bands, die im Zuge der zweiten Black-Metal-Welle ernsthaft zählbare Resultate vorweisen konnte, und auch wenn die Karriere jener Band eine kurze war, so ging aus derselben doch mit MORRIGAN eine weitere Truppe hervor, die es von 2001 bis 2013 auf sieben Studioalben brachte, ehe sie sich auflöste, weil Frontmann Beliar und Drummer Balor getrennte Wege gingen. Beliar wanderte nach Finnland aus, wo er bald später seine neue Version von MORRIGAN mit einem finnischen Drummer formierte, und "Annwyn" ist nun das erste Album dieser Neuauflage der Band. Um es vorweg zu nehmen, allzu viel hat sich durch die Relokation und die Umbesetzung nicht verändert. MORRIGAN spielt weiterhin sehr epischen, doomigen Black/Pagan/Viking-Metal mit ganz massiver Bathory-Schlagseite auf allen Ebenen und leichten keltisch-folkigen Elementen bei der Melodieführung, sowie ambientlastigen Intros und Outros. Unter all den Epigonen, die heutzutage sehr nahe an Bathory werkeln - es seien einfach mal Falkenbach, Ereb Altor oder Graveland genannt - ist MORRIGAN für mich sowohl in Sachen Klangbild, als auch in Sachen Rhythmik und Songwriting, und vor allem in Sachen cleanem Gesang am nächsten am Vorbild, wobei der derbe Gesang schon deutlich von Quorthons Vorlage abweicht. Innerhalb des klassischen Bathory-Spektrums lehnt sich MORRIGAN im Übrigen nicht nur an Phase I (Black Metal) oder an Phase II (Viking Metal) an, sondern es werden beide Elemente in etwa gleichem Umfang gewürdigt, ohne dass sich daraus ein uneinheitliches oder zerfahrenes Gewerk ergeben würde. Nicht unbedingt ein "Album des Jahres"-Kandidat, aber doch ein klarer Anwärter auf die Top-20, einfach weil es schön ist, dass es MORRIGAN noch bzw. wieder gibt, weil viele Jugenderinnerungen daran hängen, und weil es schön ist, wenn Quorthons Erbe auf diese Art und Weise weiter lebt. Außerdem passen Sound, Artwork und Setting blendend zu den Geschichten um die keltische Anderswelt, die wie seit eh und je Hauptthema der Band sind. Der verlinkte Song sollte nach dem recht langen Ambient-Intro sehr gut herüber bringen, wie tief die Band im Bathory-Kosmos steckt: https://www.youtube.com/watch?v=BHaFeSmoarg - 'Taech Duinn' alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Schwarze Federn 2022?Manchmal kriege ich echt Gänsehaut, weil Beliar in cleanen Gesangsmomenten echt wie Quorthon klingt. Gerade im verlinkten Songbeispiel. Er klingt auch oft anders, daher weder musikalisch noch gesanglich ein Rip-off, dazu ist das Album zu abwechslungsreich, aber manche Passagen sind so sehr Bathory, dass man es echt kaum glauben kann. Und man weiß ja, was mir Bathory und Quorthon bedeuten.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Schwarze Federn 2022?Leider hat sich die Band mit der Plattenfirma (wieder mal) keinen Gefallen getan. Denn es ist eigentlich zu gut, um nirgendwo stattzufinden.
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