Drumtiers Top 10 2022

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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Drumtier » Samstag 7. Januar 2023, 00:11

2. Deathspell Omega – The Long Defeat
Auch mit diesem Album beschreiten Deathspell Omega wieder neue Wege, aber diesmal etwas anders, als viele Fans es erwartet und vielleicht erhofft hätten. Es wird nämlich ein bisschen traditioneller. Das soll nicht heißen, dass es nicht immer noch dissonant und psychedelisch zugeht, aber es basiert auf herkömmlicheren Strukturen und ist vielleicht ein Stück zugänglicher. Als Gesamtkünstler veröffentlichen sie hier im Booklet eine Kurzgeschichte, die die Grundlage für die Texte bildet. Diese Texte werden diesmal nicht nur vom umstrittenen eigenen Sänger der Band in die Welt gespuckt, sondern auch von den Sängern von Marduk und Mgła. Damit wird das Klangspektrum noch einmal erweitert und bleibt bei aller neu gefundenen Geradlinigkeit doch gewohnt düster und im besten Sinne abstoßend.
https://www.youtube.com/watch?v=ZNSe07SHZqQ
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Drumtier » Samstag 7. Januar 2023, 00:11

1. Origin – Chaosmos
Fünf Jahre sind seit dem letzten Album von Origin vergangen und in dieser Zeit hört man sich zwar immer wieder gern durch ihre früheren Sachen, aber man verliert doch ein bisschen den Bezug dazu. Und wenn man Musik wie diese nicht so häufig hört, „weiß“ man zwar noch, wie das klingt und wie brutal das ist, aber theoretische Brutalität ist keine gefühlte Brutalität. Das heißt, bevor man dann beim neuen Album auf Play drückt, „weiß“ man zwar, dass das jetzt hart wird, aber meine Güte, man „fühlt“ es nicht. Erst wenn der erste Song loslegt, wird man schlagartig zurück in die Realität geholt. Die von ihnen als „Riffarps“ bezeichneten Riff-Arpeggios anstelle von Soli von früheren Alben sind zurück, der Bass macht die zweite Gitarre und die Atmosphäre und einige superlangsame Stampfer erschaffen eine nette Dynamik in dem ganzen Chaos(mos). Ich zitiere aus den Dankesworten des Schlagzeugers im Booklet: „Origin is coming back, and I don‘t know if I‘m ready.“
https://www.youtube.com/watch?v=KOxcwJdQvZ4
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Havoc » Samstag 7. Januar 2023, 00:42

Hört sich gut an. Welcome Back!
Mit Cult Of Luna haben wir immerhin eine Überschneidung. Ja...auch die Neue ist wieder toll geworden. Solch eine Atmosphäre bekommt echt fast keine andere Band hin. Besitze ja mittlerweile auch mehrere Alben der Band, wenn auch noch nicht ganz alles. Die ersten beiden reizen mich erstmal nicht so...dann eher noch diese Scheibe "Mariner" mit Julie Christmas. Mal sehn.
Alles Gute weiterhin...auch wenn man sich hier wohl eher seltener sieht. ;-)
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Pillamyd » Samstag 7. Januar 2023, 14:37

Liest sich wie ein schönes ereignisreichen Jahr.
Herzlichen Glückwunsch zur Heirat und dem Nachwuchs!

Ich habe mich schon gefragt, ob der Drumtier vielleicht zum Jahreswechsel hier auftaucht und seine Top 10 zu präsentieren. Tadaa, er lässt sich nicht lumpen! :zugabe:

Wiegedood - There's Always Blood At The End Of The Road:
Ich lese immer wieder von der Band. Aber bei Post zucke ich ja bekanntlich öfters zusammen. Aber natürlich höre ich hier auch rein. Nun gut, Rifftechnisch ist das ganze sehr interessant. Wie wildgewordene Hummeln im Sommer. Ja, das Gekeife und Gekreische stört mich. Wirkt etwas monoton auf mich. Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass dieser Platz im Poll rausfliegt?

Shape Of Despair - Return To The Void:
Funeral Doom ist auch mal selten meins. Ich mags da ja eher etwas klassischer. Zunächst spricht mich aber das Coverartwork aus dem Video an. Ganz schön atmosphärische Kunst. Sowohl visuell als auch auditiv. Die Einteilung in kuschelig kann man gut nachvollziehen. Der Gesang aus den Tiefen der Hölle. Das ist meist dann der Störfaktor in dieser langsamen Art Doom zu spielen. Aber es gibt da ja auch noch den Klargesang. Jedenfalls ist die Musik recht fesselnd, dass ich das gut durchhalten kann. Ob ich das bei mir auflegen würde? Ich schaue gerade aus dem Fenster und hier knallt die Sonne rein. Rein atmosphärisch passt das gerade eher nicht :grins:

Cult Of Luna - Cold Burn:
Den Song durfte ich ja schon bei Havoc hören. Und das hat leider die gleiche Wirkung auf mich wie eben dort. Das ist nicht meine Welt...

Psycroptic - Divine Council:
Hier bin ich echt gespannt, was da nach der Beschreibung auf mich zukommen mag. Ein starker Artwork. Ein typischer Kantor, mit erfrischender Farbgebung. Aber nun zum Song...
Ja das ist musikalisch gerade auch wieder etwas was mir gut reinläuft. Das verzwirnt dir auch ordentlich die Synapsen. Gut so! Einzig was mir auf den ersten Hör noch nicht so reinlaufen mag ist der Gesang. Das hätte auch ruhig noch eine Spur deftiger sein können. Das klingt mir gerade noch etwas zu normal. Aber das ist etwas was ich mir aufschreiben werde :dafuer:

Ateiggär –Tyrannemord:
Das Konzept klingt spannend, mal etwas anderes. Ich habe deine Beiträge alle schon vorab gelesen und hier war ich tatsächlich am meisten gespannt, was mich erwarten würde und wow, das gefällt mir tatsächlich sehr, sehr gut. Der Gesang kommt für meinen Geschmack etwas zu majestätisch rüber. Aber ehrlich, irgendwie passt das auch. Das könnte wirklich etwas spannendes für mich sein. Top! Auch das wird notiert.

Behemoth - Opvs Contra Natvram:
Nach der "The Satanist" war ich eigentlich schon wieder raus aus der Band. Auch wenn ich die immer noch spannend finde. Ich kann deine Frage auch nicht beantworten. Aber ich verstehe zuweilen auch die Kritik und das Phänomen "Behemoth", das immer größer als eben jenes gemacht wurde.
Ich finde den Song jetzt nicht großartig anders, als das eine Album das ich habe (welches ich übrigens immer noch sehr mag). Das ist immer noch sehr pompös in der Darbietung. Ob sich die Band musikalisch weiter entwickelt hat, mag ich dadurch nicht beurteilen. Ich weiß auch nicht wie ich zu diesem einen Song stehen soll. Das klingt schon fast normal. Ich habe da manchmal eh das Gefühl die Band wird medial größer gemacht, als sie sind. Diese Genialität die da manch einer rausliest, verschließt sich mir da irgendwie ein Stückweit. Normalerweise halte ich da mit meiner Meinung immer zurück. Hmm...vielleicht muss ich mir das Album doch noch einmal zu Gemüte führen. Ich hatte das Album ja auch schon auf dem Zettel. Habs aber tatsächlich auch vernachlässigt.

A.A. Williams - As The Moon Rests:
Ah ja, die hattest du glaube ich schon in einer deiner Top 10 drin? Scheint musikalisch eine Konstante bei dir zu sein. Ich weiß gar nicht, ob ich mich damals zu geäußert habe. Aber das läuft mir angenehm rein. Schöne, entspannte und beruhigende Stimme. Man kann alles was du dazu beschreibst nachempfinden. Mir geht es ja mit "Antimatter" ähnlich.

40 Watt Sun - Reveal:
Ähm, ich hätte mit allem gerechnet. Nur nicht damit. Wunderschön. Vielleicht doch die Überraschung in diesem Thread. Wow, der Song ist wirklich intensiv. Krass... oO
Ist das eine Neuausrichtung der Band? Ich hatte bei dem Namen immer an Doom gedacht...wo gibts das Album denn? Ich werde definitiv weiter reinhören müssen.

The Halo Effect - Days Of The Lost:
Von der Ankündigung der Band und des Albums habe ich mitbekommen. Aber nicht ganz verstanden warum da so ein Wind drum gemacht wird. Jetzt mit deiner Erklärung wird mir einiges klar und kann die Euphorie auch verstehen. War ja letztens schon überrascht als ich Broderick mit "In Flames" auf dem RockHard Cover gesehen habe. Jetzt bin ich natürlich nicht so im Göteborger Game oder allgemein im melodischen Death Metal drin, dass mir da der Bezug dazu fehlt. Ich kann auch mit Bands wie "Dark Traunquillity" halt leider absolut nichts anfangen. Verstehe aber, wenn das für Fans etwas großes bedeutet. Ich persönlich kann den Song gut anhören, den du da verlinkt hast. Aber aus den Latschen kippe ich deswegen nicht.

Deathspell Omega - The Long Defeat
Das war ja auch mal eines der heißesten Eisen im Black Metal, oder? Ich hab schon ewig nichts mehr von der Band gelesen, weswegen mir es gar nicht so richtig bewusst war, dass es die Band noch gibt. Beziehungsweise habe ich es, wenn dann, nicht wahrgenommen. Das was ich Höre, geht mir gut rein. Der Song wirkt total durchkomponiert für Black Metal. Irgendwie hat da alles Ordnung und trotzdem klingt es eben wie es klingt. Die Snare wird faszinierend gespielt. Ja, ich kann verstehen warum das gefällt.

Origina - Chaosmos:
Ich habe mich schon gefragt, wo der wirklich abgedrehte Metal abgeblieben ist. Ja, nun. Hier ist die Antwort :grins:
Hier tritt das Problem auf, dass ich meist halt hab. Ich kann dem hier wirklich nicht folgen. Das ist mir schon wieder eine Spur zu krass. Ich kann da leider mehr zu sagen.

Mein Gott, das war schon ein wilder Ritt. Aber es hat spaß gemacht und vieles hat mir ja auch gefallen und ich war auch angenehm überrascht über den ein oder anderen Platz. Das nicht alles was für mich ist, war mir klar. Aber dieser jährliche Ausflug zu dem du uns jährlich ausführst, macht immer spaß. Weil man hier einfach Sachen entdeckt, auf die man selbst nicht gekommen wäre. Und wie gesagt. Man entdeckt trotzdem immer wieder Sachen. Danke dafür!
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Feamorn » Samstag 7. Januar 2023, 23:36

:yeah: Hey, das Drumtier, Freude!

Habe von deiner Top-Liste nur ein Album gehört bislang, aber die Worte zu THE waren schön gewählt. :)


An Behemoth hätte ich musikalisch eigentlich Interesse, aber tatsächlich hat mir Nergals Anti-Antifa-Nummer etc. damals tatsächlich den Spaß geraubt. Fürchte, da bin ich auf absehbare Zeit durch.
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Jakob » Sonntag 8. Januar 2023, 11:45

Guck mal, ohne deine Liste wäre mir vielleicht gar nicht aufgefallen, dass es ne neue ORIGIN gibt, sehr schön :zugabe: Der Track klingt schon mal sehr verheißungsvoll, wird definitiv angetestet, das Album :dafuer:
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Drumtier » Sonntag 8. Januar 2023, 12:38

Danke für eure Glückwünsche! Freut mich sehr, dass ich hier noch nicht vergessen wurde und meine Jahresliste sogar schon erwartet werden :subber:

Feamorn hat geschrieben::yeah: Hey, das Drumtier, Freude!

Habe von deiner Top-Liste nur ein Album gehört bislang, aber die Worte zu THE waren schön gewählt. :)


An Behemoth hätte ich musikalisch eigentlich Interesse, aber tatsächlich hat mir Nergals Anti-Antifa-Nummer etc. damals tatsächlich den Spaß geraubt. Fürchte, da bin ich auf absehbare Zeit durch.

Begrenzte Zeit hat bei mir auch den Vorteil, dass ich mich wenig auf Social Media bewege und von Nergal alles nur über Umwege oder gar nicht mitbekomme. Das macht die Musik schon oft erträglicher.

Jakob hat geschrieben:Guck mal, ohne deine Liste wäre mir vielleicht gar nicht aufgefallen, dass es ne neue ORIGIN gibt, sehr schön :zugabe: Der Track klingt schon mal sehr verheißungsvoll, wird definitiv angetestet, das Album :dafuer:

Alleine dafür hat sich die Liste dann ja schon ausgezahlt. Kann ich definitiv empfehlen, wer auf diese Art der Musik steht. Eines ihrer besten Alben!
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Drumtier » Sonntag 8. Januar 2023, 13:09

Pillamyd hat geschrieben:Liest sich wie ein schönes ereignisreichen Jahr.
Herzlichen Glückwunsch zur Heirat und dem Nachwuchs!

Ich habe mich schon gefragt, ob der Drumtier vielleicht zum Jahreswechsel hier auftaucht und seine Top 10 zu präsentieren. Tadaa, er lässt sich nicht lumpen! :zugabe:

Wiegedood - There's Always Blood At The End Of The Road:
Ich lese immer wieder von der Band. Aber bei Post zucke ich ja bekanntlich öfters zusammen. Aber natürlich höre ich hier auch rein. Nun gut, Rifftechnisch ist das ganze sehr interessant. Wie wildgewordene Hummeln im Sommer. Ja, das Gekeife und Gekreische stört mich. Wirkt etwas monoton auf mich. Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass dieser Platz im Poll rausfliegt?

Post ist hier ja nur als Richtungshinweis zu verstehen, ich würde das auch nicht als Post Black Metal bezeichnen. Die Monotonie ist aber durchaus gewollt und auch Teil ihrer Anziehungskraft. Und ja, hast du richtig verstanden, auch wenn ich micht vielleicht noch kurzfristig umentscheide und Shape Of Despair auf 11 setze.

Pillamyd hat geschrieben:Shape Of Despair - Return To The Void:
Funeral Doom ist auch mal selten meins. Ich mags da ja eher etwas klassischer. Zunächst spricht mich aber das Coverartwork aus dem Video an. Ganz schön atmosphärische Kunst. Sowohl visuell als auch auditiv. Die Einteilung in kuschelig kann man gut nachvollziehen. Der Gesang aus den Tiefen der Hölle. Das ist meist dann der Störfaktor in dieser langsamen Art Doom zu spielen. Aber es gibt da ja auch noch den Klargesang. Jedenfalls ist die Musik recht fesselnd, dass ich das gut durchhalten kann. Ob ich das bei mir auflegen würde? Ich schaue gerade aus dem Fenster und hier knallt die Sonne rein. Rein atmosphärisch passt das gerade eher nicht :grins:

Ja, das ist, wie wenn man solche Bands auf Festivals in der Mittagshitze sieht, darunter leidet der Eindruck :grins:

Pillamyd hat geschrieben:Psycroptic - Divine Council:
Hier bin ich echt gespannt, was da nach der Beschreibung auf mich zukommen mag. Ein starker Artwork. Ein typischer Kantor, mit erfrischender Farbgebung. Aber nun zum Song...
Ja das ist musikalisch gerade auch wieder etwas was mir gut reinläuft. Das verzwirnt dir auch ordentlich die Synapsen. Gut so! Einzig was mir auf den ersten Hör noch nicht so reinlaufen mag ist der Gesang. Das hätte auch ruhig noch eine Spur deftiger sein können. Das klingt mir gerade noch etwas zu normal. Aber das ist etwas was ich mir aufschreiben werde :dafuer:

An den Gesang habe ich mich schon gewöhnt, der war mir am Anfang auch zu sehr Deathcore. Auf diesem Album singt übrigens oft der Sänger von ORIGIN mit, auch wenn das für dich kein Bonus ist :grins: Wenn du den Gesang deftiger magst, darf ich dir das sagenumwobene Frühwerk der Band empfehlen. So wie CRYPTOPSY oder KATAKLYSM hatten auch PSYCROPTIC früher einen richtigen Death Metal Sänger mit tiefen Growls, spitzen Schreien und allem dazwischen. Bei dieser Band ist die Polarisierung der Fans zwar weniger stark, aber viele, auch ich, bevorzugen dennoch die Frühphase. The Scepter of the Ancients ist eines der besten Alben im Technical Death Metal!

Pillamyd hat geschrieben:Ateiggär –Tyrannemord:
Das Konzept klingt spannend, mal etwas anderes. Ich habe deine Beiträge alle schon vorab gelesen und hier war ich tatsächlich am meisten gespannt, was mich erwarten würde und wow, das gefällt mir tatsächlich sehr, sehr gut. Der Gesang kommt für meinen Geschmack etwas zu majestätisch rüber. Aber ehrlich, irgendwie passt das auch. Das könnte wirklich etwas spannendes für mich sein. Top! Auch das wird notiert.

Ich entdecke neue Bands ja mittlerweile über die wildesten Zufälle. Hier hab ich am Brutal Assault durch die diversen Aussteller gestöbert und bin auf eine Band namens UNGFELL gestoßen, deren Album "Es grauet" nach Black Metal ausgesehen hat und die Songtitel nach deutschem Dialekt, was mich sofort hellhörig macht. War mir dann auch schnell sicher, dass das schweizerisch sein muss und hab das ohne zu hören eingepackt. Bei der weiteren Recherche habe ich herausgefunden, dass da eine ganze Reihe Schweizer Bands gemeinsame Sache macht und hab so unter anderem auch Ateiggär gefunden. Freut mich, wenn meine Odysse hier Gefallen findet!

Pillamyd hat geschrieben:Behemoth - Opvs Contra Natvram:
Nach der "The Satanist" war ich eigentlich schon wieder raus aus der Band. Auch wenn ich die immer noch spannend finde. Ich kann deine Frage auch nicht beantworten. Aber ich verstehe zuweilen auch die Kritik und das Phänomen "Behemoth", das immer größer als eben jenes gemacht wurde.
Ich finde den Song jetzt nicht großartig anders, als das eine Album das ich habe (welches ich übrigens immer noch sehr mag). Das ist immer noch sehr pompös in der Darbietung. Ob sich die Band musikalisch weiter entwickelt hat, mag ich dadurch nicht beurteilen. Ich weiß auch nicht wie ich zu diesem einen Song stehen soll. Das klingt schon fast normal. Ich habe da manchmal eh das Gefühl die Band wird medial größer gemacht, als sie sind. Diese Genialität die da manch einer rausliest, verschließt sich mir da irgendwie ein Stückweit. Normalerweise halte ich da mit meiner Meinung immer zurück. Hmm...vielleicht muss ich mir das Album doch noch einmal zu Gemüte führen. Ich hatte das Album ja auch schon auf dem Zettel. Habs aber tatsächlich auch vernachlässigt.

Aber wird die Band so groß gemacht oder gar eine Genialität darin gesehen? Für mich ist die Band einfach groß, gemessen an Verkaufszahlen, Festivalauftritten etc. Die Musik war und ist auch nicht schlecht, aber für mich und meines Wissens auch viele Kritiker war das doch nie irgendwie revolutionär oder genial. Das soll aber nicht heißen, dass ich die wütende Mittelphase nicht rauf und runter gehört habe und immer noch sehr gern mag, und eben auch nicht, dass sie nicht mehr in der Lage wären trotz ihrer Größe noch gute Musik zu machen. Das ganze Drumherum macht sie sicher für Neueinsteiger attraktiv und das ergibt die Größe.

Pillamyd hat geschrieben:A.A. Williams - As The Moon Rests:
Ah ja, die hattest du glaube ich schon in einer deiner Top 10 drin? Scheint musikalisch eine Konstante bei dir zu sein. Ich weiß gar nicht, ob ich mich damals zu geäußert habe. Aber das läuft mir angenehm rein. Schöne, entspannte und beruhigende Stimme. Man kann alles was du dazu beschreibst nachempfinden. Mir geht es ja mit "Antimatter" ähnlich.

Jop, die hatte ich bei ihrem Debüt 2019 auch schon drin. Hab sie damals als Vorband von CULT OF LUNA entdeckt und war sofort begeistert. ANTIMATTER habe ich ja vor allem früher auch sehr gerne gehört und das ist ja ganz ähnlich.

Pillamyd hat geschrieben:40 Watt Sun - Reveal:
Ähm, ich hätte mit allem gerechnet. Nur nicht damit. Wunderschön. Vielleicht doch die Überraschung in diesem Thread. Wow, der Song ist wirklich intensiv. Krass... oO
Ist das eine Neuausrichtung der Band? Ich hatte bei dem Namen immer an Doom gedacht...wo gibts das Album denn? Ich werde definitiv weiter reinhören müssen.

Ähnlich sind auch die neueste Ausprägung von 40 WATT SUN. Doom ist nicht falsch, Neuausrichtung aber auch nicht ganz richtig. Unter WARNING hat Patrick Walker traditionellen (fantastischen!) Doom Metal gemacht, dann unter dem neuem Namen ein ganz ähnliches (und ebenfalls fantastisches!) Album veröffentlicht. Das zweite Album unter neuem Namen hat dann schon den Doom hinter sich gelassen bzw. langsam gespielt aber alle metallischen Hüllen fallen gelassen. Mit dem dritten sind sie hier noch einen Schritt weitergegangen und am ehesten unter Singer/Songwriter einzuordnen. Aber die Emotionalität der Stimme und der Musik ist gleich geblieben. Gekauft habe ich das Album mit persönlicher Unterschrift (weiß nicht mehr, ob das eine begrenzte Aktion war) auf ihrer Website: https://40wattsun.co.uk/

Pillamyd hat geschrieben:The Halo Effect - Days Of The Lost:
Von der Ankündigung der Band und des Albums habe ich mitbekommen. Aber nicht ganz verstanden warum da so ein Wind drum gemacht wird. Jetzt mit deiner Erklärung wird mir einiges klar und kann die Euphorie auch verstehen. War ja letztens schon überrascht als ich Broderick mit "In Flames" auf dem RockHard Cover gesehen habe. Jetzt bin ich natürlich nicht so im Göteborger Game oder allgemein im melodischen Death Metal drin, dass mir da der Bezug dazu fehlt. Ich kann auch mit Bands wie "Dark Traunquillity" halt leider absolut nichts anfangen. Verstehe aber, wenn das für Fans etwas großes bedeutet. Ich persönlich kann den Song gut anhören, den du da verlinkt hast. Aber aus den Latschen kippe ich deswegen nicht.

Ich verstehe die Außensicht vollkommen, und es ist auch wichtig das nicht zu ignorieren. Hier besteht sonst durchaus die Gefahr das zu verklären und besser zu machen als es ist. Es ist eine fantastische Rückkehr alter Freunde, aber nicht ins Jahr 1995. Und weil irgendjemand hier den Klargesang angesprochen hat: Klargesang stört mich normal keineswegs, auch nicht bei DARK TRANQUILLITY, hier hätte ich ihn aber tatsächlich ebenfalls nicht unbedingt gebraucht.

Pillamyd hat geschrieben:Deathspell Omega - The Long Defeat
Das war ja auch mal eines der heißesten Eisen im Black Metal, oder? Ich hab schon ewig nichts mehr von der Band gelesen, weswegen mir es gar nicht so richtig bewusst war, dass es die Band noch gibt. Beziehungsweise habe ich es, wenn dann, nicht wahrgenommen. Das was ich Höre, geht mir gut rein. Der Song wirkt total durchkomponiert für Black Metal. Irgendwie hat da alles Ordnung und trotzdem klingt es eben wie es klingt. Die Snare wird faszinierend gespielt. Ja, ich kann verstehen warum das gefällt.

Ich bin kein Experte, aber ja, die Band wurde und wird in einschlägigen Kreisen sehr hoch gehandelt. Durchkomponiert trifft es gut und das Schlagzeug generell ist für Black Metal außerordentlich kreativ und variantenreich.

Pillamyd hat geschrieben:Origin - Chaosmos:
Ich habe mich schon gefragt, wo der wirklich abgedrehte Metal abgeblieben ist. Ja, nun. Hier ist die Antwort :grins:
Hier tritt das Problem auf, dass ich meist halt hab. Ich kann dem hier wirklich nicht folgen. Das ist mir schon wieder eine Spur zu krass. Ich kann da leider mehr zu sagen.

Mein Gott, das war schon ein wilder Ritt. Aber es hat spaß gemacht und vieles hat mir ja auch gefallen und ich war auch angenehm überrascht über den ein oder anderen Platz. Das nicht alles was für mich ist, war mir klar. Aber dieser jährliche Ausflug zu dem du uns jährlich ausführst, macht immer spaß. Weil man hier einfach Sachen entdeckt, auf die man selbst nicht gekommen wäre. Und wie gesagt. Man entdeckt trotzdem immer wieder Sachen. Danke dafür!

Freut mich wirklich, wenn meine Rückblicke gut ankommen und den einen oder anderen Mehrwert bieten. ORIGIN sind eine Herzensband von mir und ich bin endlich wieder hellauf begeistert von einem neuen Album, kann aber gut verstehen, dass das nichts für jeden ist :grins:
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 8. Januar 2023, 15:01

Bezüglich Psycroptic:

Drumtier hat geschrieben:An den Gesang habe ich mich schon gewöhnt, der war mir am Anfang auch zu sehr Deathcore. Auf diesem Album singt übrigens oft der Sänger von ORIGIN mit, auch wenn das für dich kein Bonus ist Wenn du den Gesang deftiger magst, darf ich dir das sagenumwobene Frühwerk der Band empfehlen. So wie CRYPTOPSY oder KATAKLYSM hatten auch PSYCROPTIC früher einen richtigen Death Metal Sänger mit tiefen Growls, spitzen Schreien und allem dazwischen. Bei dieser Band ist die Polarisierung der Fans zwar weniger stark, aber viele, auch ich, bevorzugen dennoch die Frühphase. The Scepter of the Ancients ist eines der besten Alben im Technical Death Metal!


Ich werde reinhören. Ich schätze das könnte so ein Ding sein, wo ich mich reinhören kann. Da habe ich vielleicht gerade einfach nicht so das Ohr für. Könnte sich aber entwickeln. Bei Origin liegt das ja nicht unbedingt am Gesang. Das kann mir auch wo anders besser gefallen. Schauen wir mal...

Bezüglich Ateiggär:

Drumtier hat geschrieben:Ich entdecke neue Bands ja mittlerweile über die wildesten Zufälle. Hier hab ich am Brutal Assault durch die diversen Aussteller gestöbert und bin auf eine Band namens UNGFELL gestoßen, deren Album "Es grauet" nach Black Metal ausgesehen hat und die Songtitel nach deutschem Dialekt, was mich sofort hellhörig macht. War mir dann auch schnell sicher, dass das schweizerisch sein muss und hab das ohne zu hören eingepackt. Bei der weiteren Recherche habe ich herausgefunden, dass da eine ganze Reihe Schweizer Bands gemeinsame Sache macht und hab so unter anderem auch Ateiggär gefunden. Freut mich, wenn meine Odysse hier Gefallen findet!


Geht mir zum Teil ja auch so. Also mit dem Entdecken. Ich habe da gestern auch nochmal reingehört. Das werde ich mir wohl tatsächlich holen.

Bezüglich Behemoth:

Drumtier hat geschrieben:Aber wird die Band so groß gemacht oder gar eine Genialität darin gesehen? Für mich ist die Band einfach groß, gemessen an Verkaufszahlen, Festivalauftritten etc. Die Musik war und ist auch nicht schlecht, aber für mich und meines Wissens auch viele Kritiker war das doch nie irgendwie revolutionär oder genial. Das soll aber nicht heißen, dass ich die wütende Mittelphase nicht rauf und runter gehört habe und immer noch sehr gern mag, und eben auch nicht, dass sie nicht mehr in der Lage wären trotz ihrer Größe noch gute Musik zu machen. Das ganze Drumherum macht sie sicher für Neueinsteiger attraktiv und das ergibt die Größe.


Was ich damit sagen wollte ist, dass ich da seit "The Satanist" keinen großen Fortschritt sehe. Das ist vielleicht konstant gut. Aber die Lorbeeren kann ich halt nicht teilen. Natürlich ist die Band gemessen an Verkaufszahlen, Festivalauftritten und Medienpräsenz und der Außendarstellung Nergals, der auch so eine ziemliche Präsenz im Mainstream hat. Ich schätze das zählt da alles rein. Trotzdem natürlich, stehen die Alben vor "The Satanist" alle auf meiner Liste. Weil mich die Entwicklung bis dahin schon interessiert.

Bezüglich 40 Watt Sun:

Drumtier hat geschrieben:Ähnlich sind auch die neueste Ausprägung von 40 WATT SUN. Doom ist nicht falsch, Neuausrichtung aber auch nicht ganz richtig. Unter WARNING hat Patrick Walker traditionellen (fantastischen!) Doom Metal gemacht, dann unter dem neuem Namen ein ganz ähnliches (und ebenfalls fantastisches!) Album veröffentlicht. Das zweite Album unter neuem Namen hat dann schon den Doom hinter sich gelassen bzw. langsam gespielt aber alle metallischen Hüllen fallen gelassen. Mit dem dritten sind sie hier noch einen Schritt weitergegangen und am ehesten unter Singer/Songwriter einzuordnen. Aber die Emotionalität der Stimme und der Musik ist gleich geblieben. Gekauft habe ich das Album mit persönlicher Unterschrift (weiß nicht mehr, ob das eine begrenzte Aktion war) auf ihrer Website: https://40wattsun.co.uk/


Danke. Ich werde mich da drum kümmern müssen. Das hat mich wirklich sehr mitgenommen der Song. Ganz großes Kino.
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Re: Drumtiers Top 10 2022

Beitragvon Nils Macher » Montag 9. Januar 2023, 00:03

Cool, dass du was geschrieben hast! Mit WIEGEDOOD, BEHEMOTH und DSO haben wir immerhin drei Überschneidungen (bei mir auf Top 25 bezogen), ich muss aber erstmal meinen redaktionellen Artikel dazu fertigmachen ehe ich mich ausführlich auslasse. Und in die mir unbekannten Platten werde ich sicherlich mal einen oder zwei Lauscher riskieren.
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