The Black Dahlia Murder

The Black Dahlia Murder

Beitragvon Feamorn » Samstag 18. April 2015, 16:20

Sooo, vor einem halben Jahr oder so, habe ich gesagt "ich schreibe bald mal was zu denen". Öhm, ja. Mache ich dann mal. :grins:

Der Grund, weshalb ich so lange nichts geschrieben habe ist, dass ich eigentlich einmal alle sechs Alben durch besprochen habe, aber irgendwie nur die Hälfte ausreichend oft gehört habe, um das tun zu können. Da das aber noch ewig dauern mag, schreibe ich jetzt zumindest mal einen kurzen allgemeinen Text zu den Jungs. Los geht's!

Also wie ein paar vielleicht mitbekommen haben, sind die hauptverantwortlich dafür, dass ich nach einer (relativ langen) musikalischen "Durststrecke", während der ich allgemein sehr wenig Musik gehört habe, und noch weniger Neues, plötzlich wieder richtig Lust bekommen habe. Zudem dürfte TBDM die erste Melodic Death Metal Band seit Ewigkeiten sein, die mir noch mal die Wurst vom Brot zieht. Ganz ehrlich, habe ich die Band ewig links liegen lassen, weil ich *irgendwie* dachte, dass sei irgendein Core-Kram, dem ich ja nicht sonderlich aufgeschlossen gegenüber stehe. Dann bin ich (bei der bösen Amazon-Aktion) irgendwann mal zufällig über das Album Nocturnal gestolpert und habe doch einfach mal reingehört. Machen wir es kurz: "Deathmask Divine" gehört und seit dem ist es um mich geschehen. Der Song ist für mich einer der besten Melodic Death Songs aller Zeiten, pure Raserei und trotzdem Ohrwurm hoch Zehn und aufputschend wie eine extra große Adrenalin-Spritze. Trotz des derben Nekrophilie-Textes zur Zeit wohl mein Nummer 1 Gute Laune/Energie-Spender. Der Rest der Platte hält auch ganz gut mit. Im Kontrast mit den Alben Vier bis Sechs muss ich allerdings feststellen, dass die Soli hier noch etwas einfallsreicher sein könnten, denn John Kempainen, Lead-Gitarrist auf den ersten drei Scheiben, gab hier auf Nocturnal seine Abschiedsvorstellung und wurde danach durch Ryan Knight ersetzt und der hat es in Sachen Soli ziemlich drauf muss ich attestieren. Trotzdem ein absolutes Hammer-Album.
Nach diesem grandiosen Erstkontakt habe ich mir dann tatsächlich innerhalb einer Woche die fünf übrigen bis Dato erschienenen Alben besorgt. Hier dürfte auch die Krux liegen, dass ich die beiden Vorgänger Alben, Unhallowed und Miasma, sowie den unmittelbaren Nachfolger bisher relativ wenig gehört habe, denn die drei Stars der Band sind für mich eindeutig Nocturnal sowie die letzten beiden Scheiben Ritual und Everblack. Zudem werde ich mit Unhallowed und vor allem Miasma nicht so recht warm... :-/ Als ich vorhin nach einem existierenden Band-Thread gesucht habe, habe ich ein paar Kommentare von Nutzern hier gesehen, das die Band sich zu sehr selbst kopiere/seit Nocturnal nichts wirklich neues mehr gebracht hätte. Teilweise stimmt das bestimmt, die Änderungen sind marginal, aber doch stark genug, dass ich z.B. bei der Nummer Vier Deflorate deutliche Schwächen gegenüber den drei genannten wahrnehme, obwohl hier das gleiche Line-Up wie beim super tollen Nachfolger Ritual zugegen war. Aber auch Deflorate ist bisher zu wenig rotiert um es wirklich zu bewerten, eine Bemerkung allerdings: fühlt sich beim Beginn von "I Will Return" noch jemand so massiv an Amon Amarth erinnert? Oo (Solche Momente habe ich über die gesamte Diskographie immer wieder, dürfte wohl generell am massiven Schweden-Einfluss bei TBDM liegen, sprich Amon Amarth haben das vermutlich auch irgendwo anders her.)
Die stärkste Platte als Gesamtpaket dürfte für mich übrigens am Ende doch Ritual sein, auch wenn die Hits da nicht ganz so massiv herausragen wie bei Noctural ist die Fünf bei mir einfach noch eine Idee "runder". Zudem kann man bei einem Stück wie "Malenchantments of the Necrosphere" auch nicht wirklich sagen, dass die Band einfach nur Selbstkopien produziert. Geile abgehackte Rhythmik!

Ich versuche mal in ein paar Stichworten zu kondensieren, warum ich denke, dass ich so auf die Band abfahre:
- Vokalakrobat Trevor Strnad, diese ständigen Stimmwechsel zwischen tiefen Growls und hohem Geschrei sind einfach der Wahnsinn, vor allem auch dauernd nahtlos. Ich bin immer wieder Baff, wie der das hinbekommt, und live macht er es auch ohne Probleme, also keine Studiomagie. ;) Zudem bemerkenswert, da ich ja mit solchem Geschrei auch gerne mal meine Probleme habe. Hier ganz und gar nicht.
- Melodien, nicht jede Band bekommt es hin, dutzend Fach Melodien rauszuhauen, die ich wirklich mag. In Flames konnten das früher. TBDM können das heute.
- Die exzellenten Schlagzeuger, auch wenn es vor allem schnell ist, vor allem Shannon Lucas, der bei Nocturnal, Deflorate und Ritual mit an Bord war, ist einfach der Wahnsinn. Die Drumparts für Everblack hat er wohl auch noch geschrieben, eingespielt wurden diese allerdings dann schon von Alan Cassidy, der auch keine schlechte Figur macht.

Mal ein paar Songs zum reinhören, größtenteils (hochwertige) Live-Aufnahmen, die Auswahl leider GEMA-beschränkt. Ich muss unbedingt die Augen offen halten, wann die Jungs das nächste Mal in in der Nähe sind!

Zunächst den Killer,
"Deathmask Divine"

dann chronologisch:

Von Unhallowed:
"Funeral Thirst"

Von Miasma:
"Statutory Ape"

Von Noctural (neben der Totenmaske oben):
"What A Horrible Night To Have A Curse", der Castlevania-Song 8-)

Von Deflorate:
"I Will Return", dürfte einer der letzten Auftritte mit Shannon Lucas gewesen sein.

Von Ritual:
"A Shrine To Madness", dürfte einer der ersten Auftritte mit Alan Cassidy gewesen sein. ;) Die Leads sowie die Zeilen

>>Cultus diabolus,
Laus ut flamma,
Cultus obscurum,
Amplexus fatum.<<

dürften mir auf Ewig im Kopf herumschwirren. :)

"Moonlight Equilibrium"
"Malenchantments of the Necrosphere", wie gesagt, ich find das nur genial!

Von Everblack:
"In Hell Is Where She Waits For Me", das Live-Video ist ein Zusammenschnitt mehrerer Auftritte (oder die Jungs können ihre Shirts echt schnell wechseln ;) )
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Re: The Black Dahlia Murder

Beitragvon Teichfrosch » Samstag 18. April 2015, 17:44

Kenne die Jungs jetzt seit mhh... 2007 wenn mich nicht alles täuscht, also seit "Nocturnal". Absolut solide, für meinen Geschmack aber wie der meiste Extreme-Metal der so Gas gibt, auf Dauer etwas ermüdend. Die -core Anleihen sind übrigens noch auf den ersten beiden Alben präsenter, vielleicht gefallen die dir auch deshalb nicht. Mit "Nocturnal" sind diese Metalcoreanteile zurückgeschraubt worden, dafür erscheinen die Songs teilweise ziemlich schwarz ;)

Freut mich für dich, dass die deine Leidenschaft wieder entfacht haben. Bei mir war die Band im Jahr 2007 wohl durchaus auch ein, wenn auch sehr kleiner, Türöffner in den Extreme Metal. Aber gut, die Konkurenz in dieser Hinsicht hieß für mich halt "Reign in Blood". Dagegen kann niemand ernsthaft anstinken.
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Re: The Black Dahlia Murder

Beitragvon Feamorn » Mittwoch 14. September 2022, 18:43

So, krass. Die Jungs haben jetzt was angekündigt, mit dem ich nicht gerechnet habe. War mir quasi sicher, dass es das nach Trevors Tod war. Aber nein.

Der, nun allein verbleibende, Gründer, Brian Eschbach hängt die Gitarre an den Nagel und übernimmt die Vocals. Für die zweite Gitarre kommt dann Ryan Knight zurück, der vor Brandon Ellis der Lead Gitarrist war. Dazu gibt es im Oktober ein Konzert zu Trevors Ehren.

Gibt einen Artikel im decibel Magazin, und eben einen IG Post der Band, aus dem ich das habe.
https://www.instagram.com/p/CifjwOOvVKF ... MyMTA2M2Y=
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Re: The Black Dahlia Murder

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 14. September 2022, 23:43

Mit der Band kenne ich micht nicht allzu gut aus, und so 100% mein bevorzugter Stil ist es auch nie gewesen, aber ich finde es tatsächlich immer gut, wenn die verbliebenen Musiker nach solchen Schicksalsschlägen versuchen, das Erbe ihrer gefallenen Kameraden irgendwie weiter zu tragen. Deshalb bin ich auch so riesiger Fan der Bathory-Coverband Blood Fire Death, in der unser Loomis ja mal gespielt hat. Es kann den Fans und den Musikern sehr viel geben, auf diese Weise das Gedenken an die Vorausgegangenen zu feiern und nicht nur zu bewahren.
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Re: The Black Dahlia Murder

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 15. September 2022, 09:33

Die ersten beiden der Band habe ich damals absolut gesuchtet. 'A Vulgar Picture' ist immer noch regelmäßig beim Sport auf den Ohren. Dann ist aber das gleiche passiert wie mit KATAKLYSM (nur ein paar Alben früher): Meine Hörgewohnheiten haben sich doch recht stark verändert und die letzten Alben, die ich im Rahmen des Soundchecks gehört habe, fand ich richtig öde.

Trotzdem schön, dass es mit der Band weitergeht. Ich höre mir das gerne an, was die Jungs fabrizieren.
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Re: The Black Dahlia Murder

Beitragvon Feamorn » Sonntag 30. Oktober 2022, 09:28

Ich hab noch immer Probleme, TBDM zu hören, keine Ahnung, mir ist noch nie ein Tod eines Musikers SO Nähe gegangen glaub ich.
Insofern war das Video hier auch echt emotional für mich: https://youtu.be/ywhel02Wg5Y

Das ist eine Aufnahme vom Tribut-Konzert für Trevor, das erste Mal mit Brian Eschbach am Mikro.
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