Slayer

Re: Slayer

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 27. Februar 2022, 16:01

Nee, das ist der Grund.
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Peter Kubaschk
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Re: Slayer

Beitragvon Kenneth Thiessen » Montag 28. Februar 2022, 00:30

So, mit SLAYER bin ich jetzt auch durch. Wie auch bei VENOM, finde ich es wirklich toll, sich mal die ganze Diskopgraphie einer Band zu Gemüte zu führen. Ich hab lange Zeit einen großen Bogen um die Band gemacht, weil die Texte meinen Überzeugungen diametral gegenüberstehen, weswegen ich bis vor kurzem noch keinen einzigen Ton der Jungs gehört habe, weshalb ich ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an das Ganze herangehen konnte. Außer dem Album "South Of Heaven", das ich vor den anderen Alben gehört habe, habe ich mich an die Chronologie der Veröffentlichungen gehalten, was auch gut den Wandel gezeigt hat. Was ich an SLAYER schätze, ist, dass man schnell zum Punkt kommt. Viele Tracks sind in 2-3 Minuten abgehandelt. Aber kommen wir nun zu meinem (teilweise höchst kontroversen) Ranking:

11. Divine Intervention
Keine Angst, ich habe mir das Album angehört, auch wenn es auf dem Index ist. Ich finde das Album insgesamt gar nicht mal schlecht, aber der Anteil an Füllmaterial ist für meinen Geschmack zu hoch. Gut fand ich 'Sex.Murder.Art', 'Dittohead' und den Titeltrack. Was mich dann manchmal doch gestört hat, ist der Gesang, der an einigen Stellen zu sehr nach Hardcore klingt.

10. Hell Awaits
Das ist wahrscheinlich die kontroverseste Platzierung. Aber ich sag's wie es ist. "Hell Awaits" ist fast eindruckslos an mir vorbeigerauscht. Zweifellos, die Qualität des Materials ist sehr hoch, aber mich hat es nicht gepackt. Zwei Sachen haben mich an diesem Album hauptsächlich gestört: Zum Einen, das verstärkt auf längere Songs gesetzt wird, was mich erstmal vor den Kopf gestoßen hat. Zweitens, gefällt mir auch hier der Vocalmix nicht wirklich. Das Ganze klingt für mich sehr hallig und eher entfernt. Trotzdem hat das Album für mich auch Highlights: 'Crypts Of Eternity' und 'Hardening Of The Arteries'

9. Diabolus In Musica
Entgegen den Rezensionen und dem allgemeinen Stimmungsbild über dieses Album, empfand ich es als sehr angenehm. Ähnlich wie bei Divine Intervention ist der Hardcore-Anteil noch hoch, aber langsam kommt der Thrash zurück. Was mir auch positiv aufgefallen ist, ist das fast Nu-Metalartige 'Love To Hate', obwohl ich nicht der größte Fan dieses Subgenres bin. Positiv stachen auch 'Perversions Of Pain' und 'In The Name Of God' für mich heraus.

8. Show No Mercy
Das Debütalbum der Band hat leider über die Zeit für mich eher abgebaut. Beim Ersten Hören war ich recht beeindruckt, konnte diese Empfindungen beim nochmaligen Hören von einzelnen Songs nicht mehr wirklich nachfühlen. Der Stil des Albums hat mich sehr an MEGADETH's Debüt erinnert, was auch naheliegt (Eigentlich müsste es andersherum sein.) Trotz dem Erstgenannten, finde ich "Show No Mercy" ganz gut. Einige Songs bleiben auch sehr gut hängen: 'Evil Has No Boundaries' (Stilecht mit Shouts), 'Tormentor' und der Titeltrack.

7. God Hates Us All
Auch bei diesem Album kann ich die durchweg schlechten Bewertungen nicht verstehen. Das Album hat einiges an guten Tracks zu bieten. Allen voran 'War Zone', 'New Faith' und 'Disciple'. Dazu gesellen sich noch 'Cast Down', Threshhold' und 'Bloodline', die allesamt hochklassig sind. Was mich stört ist der Opener, der irgendwie in meinen Ohren als totales Chaos ankommt und deshalb wenig sinnvoll ist. Abgesehen davon, ist der Rest auf hohem Niveau. Jedoch nicht auf dem Höchsten, wie man es von anderen Alben der Band kennt. Noch eine witzige Geschichte: Die CD steht bei im gebraucht im Laden für nen schmalen Taler, jedoch mit dem "zerstörte Bibel"-Cover, was mich eher anwidert. Im Gegensatz dazu mag ich das alternative weiß/goldene Cover sehr und würde die CD dann sofort mitnehmen.

6. Seasons In The Abyss
Ich habe gerade gesehen, dass dieser Rundling auf Platz 1 des Diskographiechecks gelandet ist. Das hat mich natürlich erstmal überrascht, weil ich dachte, dass der erste Platz für "Reign In Blood" reserviert wäre. Ich hab das Album gemischt aufgenommen. Natürlich hat man die Überhits 'Dead Skin Mask', 'Seasons In The Abyss' und 'War Ensemble'. Dabei finde ich Ersteren noch nicht mal so übermäßig gut. Wie die Jungs es geschafft haben, diese Atmosphäre zu kreieren, ist unvergleichlich, nur mich tangiert es eher wenig. Ich liege, glaube ich richtig, wenn ich sage, dass mit diesem Album verstärkt auf Midtempo, Groove und Melodie (So viel für eine Thrash Metal Band möglich ist) gesetzt wurde, was natürlich nicht objektiv schlecht ist. Aber um bei mir aufs Treppchen zu kommen, reicht das nicht.

5. Repentless
An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass mich das Artwork hier am meisten überzeugt hat. Ja, ich mag den Sound des Albums und allgemein finde ich auch, dass Tom's Stimme über die Zeit immer besser wurde. Die Hitdichte ist leider ein wenig geringer als auf dem Vorgänger. Schon durch das öffnende Instrumental in Verbindung mit dem alles-abreißenden Titeltrack wird das Album ein Pflichtkauf für alle Thrash-Metal-Fans. Mit dem Langspieler wurde auch wieder auf Groove gesetzt, was sich am melodiösen 'Cast The First Stone' oder wunderschönen 'When The Stillness Comes' zeigt. Dem Album mangelt es auch nicht an Hochgeschwindigkeits-Großtaten, wie neben dem Titeltrack, auch durch 'Implode' und 'Atrocity Vendor bewiesen wird.

4. World Painted Blood
Daran, dass das letztplatzierte Werk aus der Spätphase der Band schon auf Platz 4 liegt, kann man erkennen, dass ich von der Spätphase recht angetan bin. Der Sound von dem Album gefällt mir, im Vergleich zu einigem anderen Output, sehr. Und die Einzelnen Lieder geben einem auch viel Grund, das Album zu mögen. Vom wundervollen Titeltrack, der vom Mosher 'Unit 731' gefolgt wird, über das melodische an "Seasons In The Abyss" erinnernde 'Humain Strain' über Brecher wie 'Psychopathy Red' zum geheimnisvollen 'Playing With Dolls'. Das Album ist gespickt mit tollen Stücken. Leider fallen 'Americon' und 'Hate Worldwide' für mich komplett ab, weswegen ich das Album nicht höher platziert habe.

3. South Of Heaven
Vom Stil wurde auf diesem Album und dem Nachfolger ein ähnliche Marschroute eingeschlagen. "South Of Heaven" hat da noch die richtige Balance, während es bei "Seasons" schon zu viel ist. Der getragene Opener ist schon ein Epos für sich. Aber das ist nicht das Juwel, das das ganze Album aufwertet. 'Behind The Crooked Cross' ist der Song, der sich seit dem ersten Hören, in meine Gehörgänge eingenistet hat und dort wahrscheinlich nie wieder herauskommt. Der Rest ist wirklich große Klasse, sticht nicht so heraus, wie die gerade genannten Großtaten. Toll finde ich auch das JUDAS PRIEST Cover und den unwiderstehlichen Thrasher 'Silent Scream'. Was mir dazu noch gefallen hat, ist der Gesang, welcher auch die Balance zwischen Melodie und Härte gefunden hat. Ich muss mir das Album unbedingt bald auf CD besorgen.

1. Christ Illusion
Durch das Lesen von Reviews vor dem Hören, hatte ich echt große Erwartungen an das Album. Diese Erwartungen wurden aber sowas von erfüllt. "Christ Illusion" hat mich dermaßen umgehauen, das es fast kriminell ist. 'Flesh Storm' zwingt einem zum Moshen und was danach kommt, zwingt einen, nicht damit aufzuhören. Was hier dargeboten wird, ist wirklich oberste Schublade. Jeder Track ist schon für sich ein Meisterwerk. 'Skeleton Christ' mit grooviger Strophe und thrashigem Refrain. 'Eyes Of The Insane' dann mit einem Übergroove und 1000%-Headbangpotenzial. 'Jihad' entwickelt sich nach einem tollen Intro in einen brachialen Thrasher. 'Consfearacy' ist nicht weniger geschwind. 'Catatonic' ist dann wieder getragen und Groovig und dazu unglaublich mitreißend. Man könnte eigentlich zu jedem Song noch Seiten von positiven Dingen schreiben. Auch wenn ich die letzen drei Tracks nicht explizit erwähne, bewegen sie sich auf dem selben Niveau wie die anderen gerade genannten Knaller. Man kann dieses Album nur genießen.

1. Reign In Blood
Die "1" bei "Christ Illusion" ist kein Tippfehler. Beide Alben sind für mich auf dem ersten Platz gelandet. Zwar stammen sie aus komplett verschiedenen Zeiten, jedoch nehmen sie sich, in meinem Empfinden von der Qualität, nicht viel. Ich konnte auch hier jeden einzelnen Track auflisten und stundenlang über die Klasse philosophieren. 'Angel Of Death', 'Jesus Saves', 'Necrophobic' und 'Raining Blood' gehören zu den besten Metal-Songs, die überhaupt geschrieben wurden. Noch kurz zu 'Raining Blood'. Wie viele Riffsalven da auf einen abgefeuert werden, ist definitiv kriminell. Das Album ist ein absoluter Klassiker. Glücklicherweise kann man es für ca. 3 Euro bei Medimops bekommen. Einzig das Cover gefällt mir nicht wirklich. Auf jeden Fall kultig, aber etwas sehr chaotisch.

Kommen wir am Ende nochmal zu der Diskussion über eine Reunion. Ich würd's begrüßen, wenn Araya am Mikrofon stehen würde. Sonst Eher Nicht.
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Re: Slayer

Beitragvon Loomis » Montag 28. Februar 2022, 13:01

Mich wundert, dass Dich das zerstörte Bibel-Cover von God Hates Us All anwidert, Du aber zu dem von Christ Illusion gar nichts sagst?
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Re: Slayer

Beitragvon frankjaeger » Montag 28. Februar 2022, 13:16

Interessant. Bei einer solch großen Diskographie ist es natürlich schwierig, dich in kurzer Zeit ordentlich einzuhören, eventuell würde sich mit zunehmenden Spins noch etwas verschieben. Auch bleibt naturgemäß der Einfluss des jeweiligen VÖ-Jahrs außen vor, sodass es sich für jemanden, der jetzt erst zu SLAYER kommt, wohl so darstellen kann, aber du dann doch ein paar entsetzte Blicke der "Alten" hervorrufst :grins:

Zu "Hell Awaits": ja, genau, lange Stücke! Direkt nach dem punkigen Debüt (okay, und der EP "Haunting The Chapel"). Musikalisch eine große Entwicklung. Das große Highlight ist aber doch eigentlich 'At Dawn They Sleep'. Mann, was hat uns das Album damals umgehauen, 'At Dawn' lief in Dauerschleife! Holg, sag doch auch mal was! :D

Das Debüt geht bei mir durch Phasen. Anfangs fand ich es okay, dann irgendwann - zwischen "Hell Awaits" und "Seasons" eher schwach, in den letzten Jahren finde ich wieder viel mehr Gefallen daran. Und es ist natürlich ein Metal-Meilenstein.

Was die Artworks angeht, war SLAYER für mich noch nie besonders wertvoll, auch wenn sich über die Jahre einige zu "ganz gut" entwickelt haben, darunter "South Of Heaven", "Reign In Blood" und "Relentless". Okay, "Seasons" ist auch ganz gut. Da mich der ganze ideologische Mummenschanz kalt lässt, kann ich dir auch aus anderer Richtung beipflichten, dass "God Hates" mit dem weißen Cover gewonnen hat, einfach, weil das andere plump auf Provokation umgesetzt ist. Das weiße Cover bleibt dann aber trotzdem das Beste am ganzen Album ;-)

In der mittleren Phase 1994 bis 1998 warst du zu nett, finde ich, das wenig inspirierte Riffing und das gebellte Hundegekläffe Arayas machen die eventuell möglichen Songs zu sehr kaputt. Wenn sie die Ideen vor 1990 ausgearbeitet hätten, wäre das bestimmt viel besser geworden. Von einem Thrash-Erfinder zu einem Groove-Metal-Nachahmer, das fand ich einfach unwürdig. Kannst du das nachvollziehen, wenn du dir die musikalische Entwicklung über die Jahre vor Augen führst?
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Re: Slayer

Beitragvon Kenneth Thiessen » Montag 28. Februar 2022, 15:59

Mich wundert, dass Dich das zerstörte Bibel-Cover von God Hates Us All anwidert, Du aber zu dem von Christ Illusion gar nichts sagst?


Das Cover von "God Hates Us All" habe ich auch nur erwähnt, weil ich die Geschichte dahinter erzählen wollte. Das Cover von "Christ Illusion" ist aus meiner Sicht genauso anwidernd, wenn nicht sogar noch mehr. Deswegen überlege ich, mir eine Version mit einer alternativen Version des Covers zu besorgen.

Zu Frank: Ich kann das schon nachvollziehen, dass die Alben 1994-1998 in der Entwicklung der Band eher ein Rückschritt waren. Ich fand sie vom Hören her aber gar nicht schlecht und habe auch einiges an den Alben genossen. Aber insgesamt fällt "Divine Intervention" schon stark vom Rest ab. "Diabolus In Musica" ist da für mich schon um einiges besser.
Und ich bin halt von den neuen Alben total angetan.
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Re: Slayer

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 28. Februar 2022, 17:05

Ich finde es einfach insgesamt total interessant zu sehen, wie jemand, der ganz frisch zu einer langen Diskographie alter Helden kommt, diese einordnet. Du hörst das halt mit ganz anderen Ohren, als der ur-alte Frank, der alte Peter oder der auch ziemlich alte Loomis, die die Musik stellenweise schon 30+ Jahre lang kennen.
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Re: Slayer

Beitragvon Jhonny » Dienstag 1. März 2022, 12:53

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ich finde es einfach insgesamt total interessant zu sehen, wie jemand, der ganz frisch zu einer langen Diskographie alter Helden kommt, diese einordnet.


:dafuer:
yes!

Gerne mehr davon. Und: Ich liebe es, wenn jemand Listen von Diskographien aufstellt - und die "unumstrittenen" Klassiker auch mal weiter hinten landen, dafür aber Sachen aus der zweiten oder dritten Reihe vorne auftauchen. Eine Liste, die die Alben bis "Seasons" vorne hat ist sicher massenkompatibel, aber muss ja nicht dem persönlichen Geschmack entsprechen.
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Re: Slayer

Beitragvon Jens Wilkens » Dienstag 1. März 2022, 18:02

Ich schließe mich da an. Ich habe Deine Argumente und Gedanken zu den einzelnen Alben auch mit großem Interesse gelesen. Was allein zählt, ist der eigene Geschmack.
Du hast recht, dass es besonders der Groove ist, der bei der "Seasons In The Abyss" heraussticht. Das macht die Platte aber auch wirklich meiner Meinung nach zu einem herausragenden Album. Das Schlagzeugspiel von Dave Lombardo ist ebenfalls absolut fabelhaft. Ich habe SLAYER nur ein Mal 1990 auf der Clash Of The Titans Tour mit MEGADETH, SUICIDAL TENDENCIES und TESTAMENT gesehen. Alle haben damals neben mir fassungslos den Kopf geschüttelt, wie gut Dave spielen kann. Die anderen drei Bands konnten da nicht mithalten.
Interessant fand ich Deine Bewertung der Artworks. Gerade die "Reign In Blood", "South Of Heaven" und "Seasons In The Abyss" fand ich immer faszinierend. Sie ergeben irgendwie eine Art finsteres, albtraumhaftes Triptychon, allein schon aufgrund der Farben.
Ich wäre auch auf weitere Listen sehr gespannt! Gerne wieder so ausführlich.
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Re: Slayer

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 1. März 2022, 23:49

frankjaeger hat geschrieben:Zu "Hell Awaits": ja, genau, lange Stücke! Direkt nach dem punkigen Debüt (okay, und der EP "Haunting The Chapel"). Musikalisch eine große Entwicklung. Das große Highlight ist aber doch eigentlich 'At Dawn They Sleep'. Mann, was hat uns das Album damals umgehauen, 'At Dawn' lief in Dauerschleife! Holg, sag doch auch mal was! :D


Ich wurde gerufen?
Nun denn: Ich finde so einen komplett anderen Ansatz durchaus spannend zu lesen, kann aber an einigen Stellen nur den Kopf schütteln. "Hell Awaits" hatte ich damals nach dem rattenscharfen (!) Debüt übersprungen, weil weichbirniger Kuschel-Schlumpf das Image vollends kagge fand. Diesen Irrglauben hat dann aber RIB schnell korrigiert und "Hell Awaits" wurde kurz danach auch gleich eingesackt. Da ich die kurz nacheinander gekauft habe, liefen die andauernd bei mir und ich wusste gar nicht, was ich böser finden sollte, denn der Ansatz war halt komplett unterschiedlich. Während RIB einen offensichtlich durch Brachialiät und Tsunami-Riffs einfach erschlägt, kommt "Hell Awaits" hinterrücks mit langen Nummern, noch fieseren Texten und einer extrem kalten Produktion durch Arschloch ins Rückmark. Vor allem die A-Seite ist für mich ein Heiligtum an Boshaftigkeit. Da kann der Große-Straße-Kniffel-Thrash des Nachfolgers nicht mithalten. Die 90er-Jahre-Atemnot-Produktions-Overkillers eh nicht. Aber das ich das mit alten Ohren anders empfinde als Du, Kenni, ist klar und wohl ein Generationsproblem. Mir fehlen auf den Alben halt die Widerhaken und Songs, die haften bleiben. Solche monumentalen Handgranaten, auf denen 'Kill AGain', 'Postmortem, 'Dead Skin Mask' oder ähnliche Poesie steht.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Slayer

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 2. März 2022, 10:21

Eigentlich wollte ich, dass du mir beipflichtest, dass 'At Dawn They Sleep' einfach eine Hammernummer ist. Mannomann... :D
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