VENOM

Re: VENOM

Beitragvon Kenneth Thiessen » Dienstag 15. Februar 2022, 21:29

So, ich hab jetzt auch "Metal Black" hinter mir. Abgesehen davon, dass es, meiner Meinung nach, VENOM's bestes Albumcover ist, ist die Musik dahinter auch sehr gut. Insgesamt ist es viel thrashiger und auch virtuoser als auf den ersten Alben. Aber das kennzeichnet ja die zweite Cronos-Phase ohnehin.
Alles in Allem, ein wirklich gutes Album. Ich frage mich, warum man VENOM nach solchen Alben nie als Thrash-Metal-Band ernstgenommen hat?
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Re: VENOM

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 16. Februar 2022, 01:33

Für mich ist VENOM ab "Prime Evil" definitiv eine auch musikalisch absolut ernst zu nehmende Thrash-Metal-Band und ich habe die auch immer so verortet, speziell die Dolan-Phase. Ich versteige mich sogar regelmäßig dazu, auf die Frage nach dem besten Thrash-Metal-Album aller Zeiten "The Waste Lands" zu nennen.

Schön finde ich es, den Begriff "virtuos" in affirmativer Verwendung in einem Venom-Thread zu finden.

Aber zurück zur Frage nach dem "Warum?". Nun, viele Menschen haben die Angewohnheit, Bands in den Schubladen zu lassen, in welche sie einmal einsortiert wurden, zum Guten wie zum Bösen. Und in Sachen Venom haben halt frühe Reviews aus den einschlägig bekannten Gazetten das Klischee von der Rumpelkombo geprägt, die nicht spielen kann, nur Image sei und deren Drummer klänge als fiele er mit dem Drumkit die Treppe hinab. Hahaha... Späßle gmacht, Herr Schreiberling...

Aber Rumpelei hin, Mangel an Virtuosität her, Image rauf und Deibel runter: Die Jungs von Venom konnten einfach Songs schreiben, welche die Leute packen konnten, sie haben ein Image erschaffen, das die Metalszene fürderhin prägen sollte, wie kaum ein anderes, und sie haben Tausende junge Bands beeinflusst, darunter die Größten der Zunft. Daher für mich jetzt und immerdar eine der größten und wichtigsten Metalbands überhaupt.
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Re: VENOM

Beitragvon Eike » Mittwoch 16. Februar 2022, 07:32

Kenneth Thiessen hat geschrieben:So, ich hab jetzt auch "Metal Black" hinter mir. Abgesehen davon, dass es, meiner Meinung nach, VENOM's bestes Albumcover ist, ist die Musik dahinter auch sehr gut. Insgesamt ist es viel thrashiger und auch virtuoser als auf den ersten Alben. Aber das kennzeichnet ja die zweite Cronos-Phase ohnehin.
Alles in Allem, ein wirklich gutes Album. Ich frage mich, warum man VENOM nach solchen Alben nie als Thrash-Metal-Band ernstgenommen hat?
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Re: VENOM

Beitragvon Kenneth Thiessen » Sonntag 20. Februar 2022, 22:17

So, Ich habe jetzt nach genau fast zwei Wochen die VENOM-Diskographie durch. Es war wirklich eine Bereicherung das Gesamtwerk dieser Band mal auf einen wirken zu lassen. In der Zeit ist VENOM auch zu einer meiner Lieblingsbands geworden. Wenn ich Hausaufgaben erledige oder lerne, höre ich meistens VENOM. Es gibt nur wenige Bands auf der Welt, die auf jedem Album in einer 40-jährigen Geschichte fast nur ultraeingängige, harte, kompromisslose und unwiderstehliche Songs produziert haben und VENOM ist eine von diesen. Der Einfluss, den die Band auf die Geschichte des Heavy Metal ausgeübt hat, ist unvorstellbar groß. Viele Thrash- und Black Metal-Bands nennen die Jungs um Cronos als Vorbilder und Einfluss. Aber, Genug des Geschwurbels. Kommen wir nun zu meinem Ranking der einzelnen Alben:

15. Ressurection
Hat für mich die geringste Hitdichte, hat aber wie jedes Album einige echte Brecher (Pandemonium, Vengeance, Loaded, Disbeliever). Insgesamt aber zu wenig.
14. Temples Of Ice
Das wird Rüdiger wahrscheinlich am meisten schmerzen. Ich hab wirklich versucht, mir das Album nochmal anzuschauen. Der zweite Eindruck war zwar besser als der Erste, aber trotzdem immer noch nicht genug. 'Tribes', 'Even in Heaven' und 'Faerie Tale' sind meine Favoriten.
13. Storm The Gates
Die Hitdichte ist auch hier nicht wirklich groß. Dazu kommt noch, dass es für meinen Geschmack nicht gut gemixt ist. Die Stimme ist manchmal sehr gedämpft. Dennoch gefällt mir der Stil, der in der letzten Zeit eingeschlagen wurde. Als Besonders gut würde ich hier 'Notorious', 'I Dark Lord' und 'Storm The Gates' bezeichnen
12. Prime Evil
Das erste Album aus der Demolition-Ära. Hier sind die Hits schon klarer auszumachen, als auf "Temples Of Ice". Für mich sind das 'Carnivorous', 'Blackened Are The Priests' und der Titeltrack. Viel kann ich dazu sonst nicht schreiben - ein eher unauffälliges Album.
11. Cast In Stone
Das erste Album aus der zweiten Cronos-Ära. Ich mag Cronos ohnehin mehr als den Demolition-Man, deswegen habe ich mich auch gefreut, das es schnell wieder mit ihm weiterging. Insgesamt auch genauso unauffälig wie "Prime Evil", aber 'Swarm', 'Raised in Hell' und das groovige 'Destroyed and Damned' sind wirklich überaus gut.
10. Possessed
"Possessed" ist für mich irgendwie ein eher vergessenes Album, das nach den drei großen Alben aber auch große Erwartungen mit sich zog. Fast jeder Song ist hier ein Ohrwurm. Einige haben es sogar in meine engere Auswahl der besten VENOM-Songs geschafft ('Satanachist' und 'Wing and a Prayer'). Das Instrumental wertet das Album nochmal auf.
9. Fallen Angels
Eines der neueren Alben. Unterbrochen wird der schnelle und dreschende Stil nur von dem schönen Instrumental 'Lest we Forget' Der Härtegrad des Albums ist auch wirklich sehr angenehm. 'Punks Not Dead' hat natürlich seinen Charme. Interessanterweise gefiel mir der Bonustrack 'Annunaki Legacy', der eher groovy und getragen ist, auch sehr.
8. Waste Lands
Das dritte Demolition-Album hat es bei mir nicht so hoch geschafft, ist aber dennoch sehr gut. Von der Ballade 'Clarisse' kann ich wie Rüdiger nur schwärmen. Dazu kommt der Thrasher 'Riddle Of Steel' und Glanztaten wie 'Black Legions' und fertig ist ein hochklassiges Album.
7. Hell
Das Album kommt in der Chronologie nach 'Metal Black' und ist für mich leider ein Stück schlechter als der Vorgänger. Das Album hat einiges an Hits. Allen voran 'Usa For Satan' (Ich weiß nicht, wie man die Band bei solchen Songtiteln noch Ernst nehmen kann), 'Evilution Devilution' und 'Fall From Grace'. Wie auch bei den anderen Alben, gefällt mir auch hier das Instrumental.
6. Metal Black
Für mich hat dieses Album Bandintern das beste Albumcover. Das Material war für mich überraschend, was mich wirklich positiv überrascht hat. Hier sind tatsächlich die meisten Songs großartige Ohrwürmer. Vom Opener 'Antechrist', zum über 'Rege Satanas', über den Epiker 'Maleficarum' zum Titeltrack und Rausschmeißer. Da passt so einiges.
5. Black Metal
Steinigt mich ruhig dafür, dass ich dieses einflussreiche Werk so niedrig einordne. Da ich aber nicht diese zeitliche Verbindung mit dem Album habe, kann ich das in Ruhe tun. Klar, das Album bietet einige der besten Lieder, die überhaupt geschrieben wurden. Was würden einige Bands nicht alles dafür tun, solche Brecher schreiben zu können. 'Black Metal', 'Buried Alive', 'Raise The Dead', 'Countess Bathory' - Purer Genuss.
4. At War With Satan
Das Drittwerk der Band. An Epik ist der Opener natürlich nicht zu toppen. Ich tendiere oft dazu den Vergleich mit 'EnVision EvAngelene' anzustellen. Dabei würde letzteres für mich gewinnen. Aber die beide nehmen sich fast nichts. Abgesehen davon, muss das an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass das, was die Jungs da textlich von sich geben, voll an mir vorbeigeht. Aber wieder zurück zum Album selbst. Die B-Seite ist auch nicht schlecht besetzt. Warum sage ich "nicht schlecht". Sie ist überragend besetzt. Track 2-4 sind wahre Schätze.
3. From The Very Depths
Das letzte Album aus der Spätphase der Band, das noch in meiner Liste auftauchen musste. Ich war wirklich überwältigt vom Sound, als ich das Album gestern gehört habe. Wie ich schon erwähnte, klingt das manchmal nach Death Metal - unglaublich toll! 'Smoke' ist der beste Song der Spätphase der Truppe. Da lege ich mich jetzt fest. 'Mephistopheles' ist einfach unwiderstehlich. Ebenso 'Grinding Teeth' mit dem Einstiegsriff. Witzig ist auch das "Eins, Zwei, Drei, Vier" bei 'Wings of Valkyrie'
2. Welcome To Hell
Wie schon an anderer Stelle angesprochen, bevorzuge ich dieses Werk im Direktvergleich der beiden Erstwerke der Jungs. Genau genommen, ist es ja nur ein Demo. Aber das macht, glaube ich, auch den Reiz aus. Objektiv betrachtet, ist die Aufnahmequalität ja wirklich schlecht, aber das passt einfach. Mit 'Witching Hour' hat der Langspieler den besten VENOM-Song. 'Live Like an Angel', 'One Thousand Days in Sodom' und das hymnische 'In League With Satan' sind allesamt Überhits sondergleichen.
1. Calm Before The Storm
Ganz klar, der Rundling ist das Unterbewertetste Stück der Jungs. Das macht für mich aber auch einen gewissen Reiz aus. Für den ersten Platz ist aber hauptsächlich der Inhalt verantwortlich. Ich könnte mir Track 1-5 immer und immer wieder anhören, was ich faktisch gesehen auch mache. Auf diesem Album vermischt VENOM ihren kompromisslosen Stil mit viel Melodie und das gefällt mir sehr. Auf diesem Album ist ohne Ausnahme jeder Song ein Volltreffer. OHNE AUSNAHME! Mich hat das Album von vorne bis hinten gepackt, wie kein Anderes der Band

Jetzt hoffe ich darauf, dass bald wieder ein neues Album angekündigt wird und der wilde Ritt weitergeht. Gibt es da schon Informationen in die Richtung?
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Re: VENOM

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 20. Februar 2022, 23:08

Auch wenn die Liste bei mir gänzlich anders aussieht, finde ich deine Liste super. Das vor allem deshalb, weil sie eine Sache sehr eindrucksvoll zeigt: Man kann tatsächlich jedes VENOM-Album als Lieblingsalbum haben, und das ist üblicherweise dann der Fall, wenn eine Band richtig gut ist und richtig konstant starke Alben veröffentlicht hat. Für VENOM gilt das m.E. durch und durch, und mit dem Treppchen "Calm - Welcome - Depths" bist du definitiv sehr exklusiv unterwegs.

Mich freut einfach, dass du allen Scheiben etwas abgewinnen kannst, und dass du die Band insgesamt so hoch einschätzt. Da spielt es für mich dann keine große Rolle, ob du meine persönlichen Faves etwas niedriger hast. Im Gegenteil, wie gesagt, Bands, bei denen alle dieselben Alben mögen, haben oft nur wenige richtig gute Scheiben. Schön, dass das bei Venom anders ist.
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Re: VENOM

Beitragvon Havoc » Sonntag 20. Februar 2022, 23:36

Gerade "Welcome To Hell" ausgekramt und gehört...

...einen gewissen Rumpelcharme hat das ja schon. Aber damals wie heute kickt mich das einfach nicht so sehr, dass ich mehr davon haben möchte.
Und das soll auch noch eine der besten Alben der Band sein? Was ich auch gar nicht verstehe..."Witching Hour" der beste Venom-Song ever!???
Für mich zählt er sogar eher zum unteren Drittel auf diesem Album. Ich fand ja immer "Schizo" recht cool und "In League With Satan". Naja. Schlecht ist das wirklich beileibe alles nicht...aber
in mir bestätigt sich erstmal das Gefühl, dass das nicht unbedingt meine Band ist. Vielleicht liegt es an dem "punkigen" Einschlag. Mit Punk konnte ich noch nie.
Räudig und schwarz....ich bleibe da wohl erstmal bei Darkthrone und ein paar Anderen...
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Re: VENOM

Beitragvon Pillamyd » Montag 21. Februar 2022, 12:24

Zu den Rockmarks Releases: Wo haben die denn ihren Sitz? Fallen da bei Bestellung Zollgebühren und das ganze Gedöns an?

@Kenneth: sehr lesenswert :dafuer:
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Re: VENOM

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 21. Februar 2022, 14:14

All packages are shipped from Belarus with priority registered mail - this ensures that you will get the detailed tracking info all the time and you will exactly know what happens with your package.


Würde ich also nicht ausschließen wollen, dass da jemand die Hand aufhält beim Import.

Ich hab mal Tony Dolan angeschrieben und gefragt, ob er einen Vertrieb in der EU weiß, der das Zeug vertreibt, bei dem man vorab weiß, auf was man sich kostentechnisch einlässt.
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Re: VENOM

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 21. Februar 2022, 14:29

Habe den Ebay-Shop hier in Portugal gefunden, der die Sachen alle führt:

https://www.ebay.de/sch/i.html?_dmd=2&i ... _nkw=venom

Oder direkt, außerhalb von Ebay:

https://www.lusitanianmusic.com/store/s ... ch&s=venom
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Re: VENOM

Beitragvon Pillamyd » Montag 21. Februar 2022, 14:30

Es wäre auch zu schön gewesen die Alben unkompliziert zu erwerben.

Kannst ja dann mal bewcheid geben.

Ja, und auch ich merke, jetzt wo die "Welcome To Hell" läuft, dass ich die Band echt immer wieder stark vernachlässige.
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