Drumtiers Top 10

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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 16. Januar 2022, 21:30

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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Jhonny » Montag 17. Januar 2022, 12:32

Drumtier hat geschrieben:4. Waldgeflüster – Dahoam
Seit Lunar Aurora auf eine vermutlich göttliche Eingebung hin aus ihrem Ruhestand zurückgekommen sind, um ihr letztes Album „Hoagascht“ als erstes im bairischen Dialekt einzuspielen, hat sich Dialekt-Black-Metal als eine Art Mini-Genre um dieses Meisterwerk gebildet. Die Band war mir bis Ende Oktober völlig unbekannt, aber wenn ich über ein Album namens „Dahoam“ scrolle, schlagen meine Sensoren aus und lassen mich fast ungehört kaufen. Wo Hoagaschts Black Metal warm und sanft war, geht es hier kälter und mit deutlichen Post-Anklängen zu. Die Melodiebögen sind gelungen und der Klargesang funktioniert gut, aber sicher im Gesamtgefüge besser, als er das isoliert tun würde. Der Text ist zwar Unique-Selling-Point, aber gleichzeitig auch einzige Schwachstelle, da er die Botschaft gar so deutlich überbringen will und auf Subtilität und Interpretationsmöglichkeiten verzichtet. Zusätzlich wirkte er auf mich wie auf hochdeutsch geschrieben und dann in Dialekt übersetzt. Die Linernotes bestätigten mich, der Sänger ist einer jener Eltern, die mit ihren Kindern nur mehr hochdeutsch sprechen, und ließ sich beim Dialekt vom Schlagzeuger helfen. Das hört man und es führt die gewünschte Natürlichkeit etwas ad absurdum. Das ist aber bitte Kritik auf hohem Niveau in einem Spezialaspekt, die Musik erreicht eine verdiente Topplatzierung. Die Suche nach den legitimen Nachfolgern von Lunar Aurora geht aber weiter, oder?
https://www.youtube.com/watch?v=TKR9oYNYgVo


Die will ich auch noch kaufen...

Drumtier hat geschrieben:3. Gràb – Zeitlang
Am 23.12. erfuhr ich von der Existenz dieser Band, hörte rein und wusste, dass ich die Top 10 anpassen und damit verschieben werden müsste. Auch diese Band stammt aus Bayern, spielt Black Metal und singt im Dialekt. Damit liegt natürlich wieder der Vergleich zu Lunar Aurora nahe, besonders, da auch diese Band ihren Black Metal oft eher langsam, teilweise fast doomig anlegt. Das machen sie aber nicht so heimelig und gemütlich, sondern grimmig und böse, eben „gràb“ (= grau). Stellenweise wird aber auch unsere „Zeitlang“ (= Sehnsucht) nach Raserei befriedigt, denn wenn sie einen Gang schneller schalten, dann schepperts. Unheimlich dichte Atmosphäre, knurrige Vocals des ehemaligen Sängers von Dark Fortress und manchmal sogar traditionelle Instrumente wie Zither ergeben ein phänomenales Debüt einer Band, die uns hoffentlich noch länger begleiten wird. Die Nachfolger sind gefunden. Album des Jahres in vielen Jahren.
https://www.youtube.com/watch?v=J9YSRRyzQjw


auch, weil ich das hier so großartig finde!
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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Jakob » Montag 17. Januar 2022, 16:16

Starke Liste :dafuer:
Mit Cannibal Corpse und Archspire haben zwei Überschneidungen, Rivers Of Nihil und Obscura habe ich ja rezensiert und finde sie gut, haben es aber nicht ganz in meine Top 20 geschafft. Und First Fragment nenne ich im letzten Trimester-Rückblick im Podcast, als auch im noch kommenden Jahresrückblick :)
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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Pillamyd » Montag 17. Januar 2022, 17:01

Ich habe jetzt Zeit gehabt und dachte mir, da kann ich mich dann mal durchhören und ein bisschen was dazu schreiben:

Bonus
Cynic – Ascension Codes:

Aurora

Ich als aus außenstehender der die erste im Kopf hat, sich damals über „Traced In Air“ gefreut hat und dann die Band zugegebenermaßen aus den Augen verloren hat, sagt dass das schon irgendwie vertraut klingt. „Aurora“ finde ich auch ziemlich introvertiert. Zumindest bis es dann ab 3 Minuten dann doch etwas ausbricht. Aber der Song klingt stark nach Sehnsucht, Trauer und Aufarbeitung. Gefällt mir tatsächlich ziemlich gut.

10. Dornenreich | Du Wilde Liebe Sei
Der Freiheit Verlangen nach Goldenen Ketten


Das war mit einer der ersten Bands, die ich so im schwärzeren Bereich damals kennengelernt habe. Liegt wohl daran, dass die zwei bis drei Blackies auf meiner Schule die abgefeiert haben bis dorthin. Den Zugang zur Band habe ich quasi nie gefunden. Wahrscheinlich klingt das etwas hart. Aber diese verquasten Texte fand ich schon immer etwas befremdlich in meiner Metal Sozialisation.
Das ist höchstens spannend. Aber zu Hause würde ich das wohl nicht auflegen.

09. At The Gates | The Nightmare Of Being
Touched By The White Hands Of Death


Ui, das Gehörte hätte ich so nicht erwartet. Die Bläser bilden einen majestätischen Anfang. Ich habe ja nur den Vorgänger, den ich auch zugegebenermaßen selten auflege. So ganz mag mir diese Art des Gesangs nicht gefallen. Das klingt dumpf, nach heißerem Husten oder nach vorgehaltener Frischhaltefolie. Klingt jetzt auch härter als es gemeint ist. Die Musik hingegen ist tatsächlich sehr stimmungsvoll.

08. Cannibal Corpse – Violence Unimagined
Condemnation Contagion


Die Diskussion ob man ein neues Album braucht oder nicht hatten wir ja schon einmal 😉
Zum Schluss sehen wir es aber gleich. Ich finde das Album bockstark und hat mir ordentlich die Rübe abgesäbelt. Ich finde es stark und auch besser als die zwei Alben zuvor. Übrigens das einzige Album aus deiner Liste, welches ich auch habe.

07. Obscura | A Valediction
The Beyond


Obscura finde ich faszinierend. Um die Entwicklung der Band aber zu verstehen, fehlt mir noch das ein oder andere Album aber noch, wie auch dieses. Letztes Jahr habe ich mir ja deswegen „Cosmogenesis“ geholt. Die aber auch wieder zugegebenermaßen noch nicht oft genug gelaufen ist. „A Valediction“ steht wie gesagt auf der Kaufliste und wird auch früher oder später hier aufschlagen. „The Beyond“ ist heftig, aber genauso wie man es sich vorstellt. Toller Song. Wie gesagt, so gut kenne ich die Band nicht. Aber ich freue mich darauf zu entdecken und ob man die Unterschiede hört bei den Alben mit Münzner und ohne ihn. Wow, der Song dreht echt voll auf! Super! Und ist sehr kurzweilig.

06. Archspire | Bleed The Future
Golden Mouth Of Ruin


Technischer Death Metal gefällt mir in den wenigen Fällen ganz gut. Die scheinen ordentlich Hummeln im Hintern zu haben. Sogar der Sänger. Das klingt abgefahren, aber da komme ich nicht mit. Das sind mir tatsächlich zu viele Noten in zu kurzer Zeit.

05. Rivers Of Nihil | The Work
The Void From Which No Sound Escapes


Das ist ganz schön atmosphärisch. Ach, das ist ein Konzeptalbum. Der Einsatz der Gitarren lässt mich tatsächlich mit dem Kopf mitgehen. Zwischen Laut und Leise scheint da alles dabei zu sein. Das müsste ich öfters hören, ob ich das machen werden, wage ich aber auch hier zu bezweifeln. Mich würde aber trotzdem interessieren, ob der Song im Albumkontext besser zu Geltung kommt. Ich habe das Gefühl, dass dieses Puzzlestück fehlt um abschließend urteilen zu können. Der Saxofon Part gefällt mir aber. Ich mag das Instrument ganz gerne.

04. Waldgeflüster | Dahoam
Am Tatzlwurm


Kenne ich zum Beispiel gar nicht. Ein Album Dahoam zu nennen, lässt die Vermutung zu, die Band komme aus Bayern. Gesang und Text machen den Song wirklich spannend. Bavaria Black Metal, sozusagen. Ich finde die Idee witzig und zugleich sehr spannend. Wird sich also lohnen das weiterzuverfolgen. Ab Minute 5 bin ich dann vollends überzeugt.

03. Gràb | Zeitlang
Nachtkrapp


Gefällt mir Stellenweise noch besser als dein vierter Platz. Genau aus den Gründen die du geschrieben hast. Es ist etwas grimmiger und böser. Liegt schwerer im Ohr, dafür passt es aber auch besser in die großen Ohren, die ich nun mal geerbt habe.

02. First Fragment | Gloire Éternelle
De Chair Et De Haine


Kannst du mir mal erklären, warum ich davon nichts mitbekommen haben? Und ich bitte dich inständig solche Sachen doch bitte früher zu posten. Was für eine famose Schweinerei geht denn hier bitte rund?
Das reißt mich von Anfang an mit. Was interessiert mich mein Geschwätz von vor 4 Songs. Nein, im Ernst. Das sind wohl die Ausnahmen, in denen mir technischer Death Metal gefällt. Das klingt trotz des hohen Anspruchs so locker aus dem Handgelenk geschüttelt. Kommt auf die Liste. Direkt!

01. Iotuun | Access All Worlds
Voyage Of The Garganey

Ja, nee. Habe ich ja gestern schon angesprochen. Kommt nicht an mich ran. Langweilt mich leider maximal.

Drumtier. Ich danke dir für das Mitteilen deiner Top 10 + Bonuserwähnung. Allen voran waren Platz 2 bis 4 Highlights und auch die Erwähnung von Cynic war super :dafuer:
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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Havoc » Montag 17. Januar 2022, 23:23

Schön zu sehen, dass ich nicht der Einzige bin, der die IOTUNN abfeiert. Wobei sie ja auch bereits im damaligen Soundcheck hier ziemlich gut wegkam. Das Besondere an dem Album ist, dass wirklich niemand so klingt. Auch nicht die gern genannten Referenzen.
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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Drumtier » Samstag 29. Januar 2022, 22:03

Wow, vielen Dank Pillamyd für deine ausführliche Rückmeldung! Da tuts mir gleich noch viel mehr leid, dass ich nicht mehr aktiv genug bin, dass ich die FIRST FAGMENT ankündigen und promoten hätte können. Das ist tatsächlich so richtig meine Band, mein Baby, das ich schon so viele Jahre beobachte und bei jeder Gelegenheit anpreise. Sorry, dass ich das ausgerechnet hier nicht genug gemacht habe! Ich bin auch beeindruckt, wie du es sehr viel kürzer als ich schaffst, die Musik zusammenzufassen. Die vorgehaltene Frischhaltefolie bei Tompa Lindberg ist ein ausgezeichnetes Bild, das ich nicht gefunden habe, um zu beschreiben, wie sein Gesang mittlerweile müde und schwach geworden ist. Das Brauchen einer neuen CC habe ich absichtlich aus der Diskussion vom Jahresanfang wiederaufgenommen, weil es sich zum Jahresende einmal mehr bestätigt hat. Ich habe während so eines Jahres (und auch danach) nur ganz selten das Bedürfnis, es aufzulegen, aber wenn ich es dann anlassbezogen mache, dann verschafft es sich immer noch mühelos Platz zwischen seinen Mitbewerbern.

Es freut mich auch, dass dir Gràb gefällt, davon bekomme ich überhaupt nicht genug. Und auch wenn dir IOTUNN nicht gefällt (sogar langweilt! oO ), find ichs ebenfalls schön, dass ich da mit Havoc auf einer Wellenlänge bin. Die würde ich wirklich gerne einmal live sehen. Morgen wären sie in Wien gewesen, aber leider abgesagt.
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Re: Drumtiers Top 10

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 30. Januar 2022, 11:50

Nichts zu danken! Ich steh auf solche Threads und bin glücklich über jeden, der das mit uns teilt. Da waren aber auch viele interessante Sache dabei.

Drumtier hat geschrieben:Das Brauchen einer neuen CC habe ich absichtlich aus der Diskussion vom Jahresanfang wiederaufgenommen, weil es sich zum Jahresende einmal mehr bestätigt hat.


Das war eine tolle Diskussion, die mir echt noch lange im Kopf geblieben ist, wenn ich das Album gehört habe. Bei mir hat es nicht ganz gereicht für die Top 10. Das liegt aber nicht daran, dass das Album abgebaut hat mit der Zeit. Eher an meinen Kaufrausch und der wenigen Zeit die zur Verfügung stand.

Drumtier hat geschrieben:Es freut mich auch, dass dir Gràb gefällt, davon bekomme ich überhaupt nicht genug


Steht, wie ich glaube ich gesagt habe, auf der Liste. So toll fand ich das!

Drumtier hat geschrieben:Sorry, dass ich das ausgerechnet hier nicht genug gemacht habe!


Ich denke mir das manchmal. Weißt du auch warum? Weil ich dann doch erfahren konnte, wie es ist, wenn was nicht an mir vorbeirauscht. Und es gibt ein paar hier die das im letzten und vorletztem Jahr bei mir geschafft haben. Es liegt halt aber auch vermutlich daran, dass man nach 12 Jahren Forianer so langsam weiß, an wen man sich musikalisch orientieren kann. Aber ich möchte trotzdem nicht ausschließen, dass mir trotzdem einiges durch die Lappen geht dadurch.
Aber, hey, macht nichts! Zeit kriegt man nun einmal nicht geschenkt ;-)

Drumtier hat geschrieben:Ich bin auch beeindruckt, wie du es sehr viel kürzer als ich schaffst, die Musik zusammenzufassen.


Dafür danke ich dir. Der Hunger nach neuer Musik wird einfach nicht gestillt bei mir und wenn ich einmal im Wahn bin beim durchhören, ja dann...
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