Sarke

Re: Sarke

Beitragvon Eike » Donnerstag 30. Juni 2016, 22:55

Rüdiger macht Lust auf Lauschprobe.
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 19:26

Mal nach fünfeinhalb Jahren von Seite 6 des Spartenforums weggeholt, diesen Thread.

Komisch, dass er so weit hinten steht, denn ich hatte eigentlich das Gefühl, dass SARKE immer mal wieder Thema im Forum war. War dann wohl bei den Neuzugängen oder im WHIG-Thread.

Bild

Jo, was soll ich sagen? "Allsighr" ist toll. Auch zwei Monate nach Veröffentlichung noch gerne gesehen im Player. Ich muss eh sagen und betonen, dass ich echt beeindruckt bin, wie sehr sich SARKE inzwischen in Richtung Lieblingsband entwickelt hat. Natürlich war das für mich ab initio ein total spannendes Projekt, mit all den Leuten von DARKTHRONE, TULUS, KHOLD, SPIRAL ARCHITECT & Co. an Bord. Aber dass sich die Band so großartig zu einer beständigen Größe und zu einem Dauerbrenner meiner Listen entwickeln würde, die völlig autark von den Stammbands bestehen kann und inzwischen über sieben Studioalben erstklassigen Schwarzdoompsychedelicprog mit tollem Songwriting abliefert, hätte ich echt nie erwartet.

Und ich hatte, SARKE sei Dank, die Chance Nocturno Culto über eine komplette Konzertspielzeit hinweg als Frontmann auf der Bühne bewundern zu dürfen, was man sich ob der Jahrzehnte währenden Bühnenabstinenz der Stammband ja nie hätte träumen lassen.

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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 19:28

Ach ja, Eike wollte noch eine eher psychedelische Hörprobe von Sarke, vor einigen Wochen... hier mit Verspätung:

"Beheading The Circus Director":

https://www.youtube.com/watch?v=6w5mCrStpDY
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Re: Sarke

Beitragvon Eike » Montag 13. Dezember 2021, 20:21

Rüdiger Stehle hat geschrieben:"Beheading The Circus Director":

https://www.youtube.com/watch?v=6w5mCrStpDY


Danke!

Echt ganz cool, hat trotz unterschwellig vorhandenem Progeinfluss eine starke Oldschoolschlageite, die deutlich weiter als die zweite, genrefestschreibende BM-Welle zurück reicht, und ist extrem catchy im Geriffe, geht gut ab ohne rumzukitschen.
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 20:31

Das ist eine durchaus treffende Beschreibung, wie ich finde. Ja, da ist ordentlich Proto-Black-Metal im keltenfrost'schen Sinne dabei, aber auch Black Sabbath, Deep Purple, Hawkwind, Motörhead, Saint Vitus. Also Old-School-Einflüsse, die in einem 2nd-Wave-BM-Kontext als durchaus progressiv anzusehen sind.

Freut mich, dass es dir gefällt.
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Re: Sarke

Beitragvon Eike » Montag 13. Dezember 2021, 21:03

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja, da ist ordentlich Proto-Black-Metal im keltenfrost'schen Sinne dabei, aber auch Black Sabbath, Deep Purple, Hawkwind, Motörhead, Saint Vitus. Also Old-School-Einflüsse, die in einem 2nd-Wave-BM-Kontext als durchaus progressiv anzusehen sind.


Was arg ironisch ist, wenn man davon ausgeht, dass, und so habe ich dich immer verstanden, dieser Black Metal sich dadurch definiert, dass er den Metal seinerzeit auf seinen traditionellsten Kern zu reduzieren und diesen zu radikalisieren suchte; schon seltsam, dass die zweite Rückbesinnung einer rückbesinnenden Fortschreibung dann als fortschrittlich gilt, obwohl sie ja eigentlich bloß eine Rekursion auf den ursprünglichen Ansatz ist.

Ist das irgendwie nachvollziehbar oder denke ich gerade zu kompliziert?
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 21:23

Ja, ist schon nachvollziehbar, wobei ich die "Kondensat-Lehre" nicht unbedingt auf den "traditionellsten Kern" des Metals bezogen habe, denn dann hätte es ja im Endeffekt ja zwangsläufig etwas Doomiges sein müssen, sondern mehr darauf, dass aus allen traditionellen Strömungen das so von den Protagonisten so empfundene Extremste, Wahnhafteste, Reinste extrahiert, extrapoliert und bisweilen hypertrophiert wurde. Siehe Euronymous sinngemäß: "Wir in Norwegen haben beschlossen, Venom anders zu sehen."

Das war durchaus ein progressiv-regressiver Ansatz, der Fortschritt dadurch erzwang, Altbekanntes nicht bloß zu kopieren, sondern in einer Art und Weise zu interpretieren, die eben vorher nie dagewesen war. Eine gewissermaßen reaktionäre Revolution des Genres, statt konservativ-romantischen Reenactments, wenn man so will.

An Sarke sind unterm Strich zwei Dinge progressiv (für das Genre, aus dem die Band kommt): Zum einen im Wortsinne der Ansatz, den Black Metal nicht nur mit alten Role-Models wie Motörhead, Black Sabbath und Celtic Frost zu bereichern, sondern sogar mit deren Vorbildern zu kreuzen, wie eben beispielsweise Krautrock, Psychedelic Rock, Hawkwind, Lucifer's Friend, Heep, Purple. Und zum anderen im generischen Sinne durchaus auch das instrumentale Oeuvre, die verspielte Rhythmik gerade von Bass und Schlagzeug, sowie auch die Art und Weise, wie das Keyboard eingesetzt wird.
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Re: Sarke

Beitragvon Eike » Montag 13. Dezember 2021, 21:50

Ja, das ist alles nachvollziehbar. Danke für die Erläuterung!
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Re: Sarke

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 13. Dezember 2021, 21:59

Gerne.

Freut mich, wenn's nachvollziehbar ist.

Wir haben ein bis zwei Redaktionskollegen, die meine Herleitung der Genesis der zweiten Welle des Black Metals nicht so ganz nachvollziehen wollen.

;-)
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Re: Sarke

Beitragvon Eike » Montag 13. Dezember 2021, 22:01

Es ist halt eine Theorie.

Ich maße mir nicht an, die verifizieren oder falsifizieren zu können, doch mir als Laie erscheint sie zumindest in sich schlüssig.

Und ich bin sicher, du findest zahlreiche Beispiele, auf die du sie begründet anwenden kannst. :-)

Gegenbeispiele wüsste ich nicht, aber sowohl quantitativ als auch rhetorisch dominierst du hier im Forum die Diskussion, von daher steht die Theorie zunächst einmal unangefochten.
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