|
|
Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 11. November 2010, 00:42
Vaillant hat geschrieben:Nun sind die letzten DARKTHRONE-Sachen wirklich grausig. Das kann man auch sagen, da muss man jetzt nicht von der Musikschule kommen, um das zu hören.
Das ist genau eine dieser objektivierenden Darstellungen von bloßen Meinungen, die ich als unheimlich arrogant empfinde. Das ist auch das, was mich grundsätzlich an dieser, eurer Rubrik stört. Ihr tut so, als wäre eure Abscheu diesen Veröffentlichungen gegenüber, eine wahrhaftige Erkenntnis, derer man sich öffnen muss, um die gute und wahre Musik von der schlechten und langweiligen unterscheiden zu können. Sorry, aber für mich unbedeutenden Wicht, haben Darkthrone mit Songs wie "Circle The Wagons" und "Those Treasures..." die zwei königlichsten Refrains und Gesangslinien des Jahres 2010 verbrochen, und ich sehe da weder schlechtes Songwriting, noch schlechten Gesang oder gar eine schlechte Produktion. Das ist einfach rundum perfekte Musik. Fuck off Attitüde, oder auch nicht - I couldn't care less. Das kann man mit Fug und Recht komplett anders sehen, aber so zu tun, als wären diejenigen, die es eben so sehen, komplett auf dem Holzweg, und das auch noch aus objektiver Sicht, ist einfach gnadenlose Überheblichkeit. Würde mir im Leben nicht einfallen, egal, wie schlecht ich etwas finde. Aber gut, ich sehe schon. Man verfolgt zumindest in Teilen das Konzept "Provokation um der Provokation Willen" und freut sich darüber, die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben.  P.S.: Letzte kurze Klarstellung hierzu: Als arrogant empfinde ich es nicht, die neueren Darkthrone grottenschlecht zu finden und das im Review zu sagen. Als arrogant empfinde ich es aber, mittels eindeutiger Floskeln, wie du sie im Zitat hier verwendet hast, zu suggerieren, dass derjenige, der die neueren Darkthrone nicht grottenschlecht findet, entweder keine Ahnung von Musik hat, auf seinen Ohren sitzt und geweckt werden muss, oder aber einem vermeintlichen Szenezwang gehorche, der dazu verpflichtet Darkthrone toll zu finden. All das sind unheimlich anmaßende Unterstellungen, und da hilft es dann auch nichts, wenn du jetzt sagst, dass du das so nicht gesagt oder gemeint hast. Das diese Schlussfolgerung aus dem Gesagten gezogen wird, das nimmst du zumindest billigend in Kauf. Und das ist das, was ich eingangs der Diskussion mit "Boshaftigkeit" gemeint habe. 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35285
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Vaillant » Donnerstag 11. November 2010, 12:05
Wir reden elegant aneinander vorbei 1. Provokation? Sicher, manchmal, sie ist Stilmittel. Allerdings geht es weniger um Selbige, sondern vielmehr um SUBSTANZ, QUALITÄT der Musik. Dass einem Hörer auch schwächere Musik gefallen kann, sehen wir jeden Tag, davon leben wir ja hier. Ich versuche, die Hörer auf GUTE Sachen aufmerksam zu machen und vom reinen Holzschnitt wegzubringen. Dass bei einem Verriss Gefühle verletzt werden ("Die Musik schlecht? Dann bin ich schlecht, hab keine Ahnung") ist mir klar. Denn wie gesagt, auch die letzte SLAYER ist schwach und wird ihre Liebhaber trotzdem finden, u.a. weil die Leute wollen, dass es ihnen gefällt. 2. Damit sind wir bei Punkt Zwei. Die Diskussion hier wird auch auf der sogenannten Beziehungsebene geführt. Verletzte Eitelkeit, Gefühle, Störrung in der Selbstvergewisserung (welche wir, ich auch, hier pausenlos mit den ganzen Listen bekräftigen) all das spielt zumindest eine tragende Rolle. Meines Erachtens könnte man ja auch sagen, okay, stimmt schon, ganz Unrecht hast du nicht, die CD kann man schwach nennen, aber sie bedient ein regressives Bedürfnis bei mir, sodass ähnliches gilt wie bei Thomas Anders: brauche manchmal Herzschmerz statt MESHUGGAH, das Traumschiff statt Kultur auf arte. Ich habe nichts dagegen, dass Dir, Rüdiger, DARKTHRONE gefällt. Gut ist die aber trotzdem nicht  Eine negative Bewertung Deiner Person aus dem Grund, weil Du gern DARKTHRONE hörst, würde mir im Leben nicht einfallen, niemals. Dass Du oder jemand anderes es so EMPFINDEN (Beziehungsebene) könnte, ist wieder etwas andere, comprende Denn mal ehrlich, die Hörer des deutschen Schlagers oder von Melodic Metal wissen auch, wenn sie einigermaßen bei Verstand sind, dass das, was sie hören, und das ist jetzt eine Zuspitzung!!! nicht gerade ambitioniert oder artifiziell genannt werden kann. Das Problem ist doch, das ich mit der Abwertung einer CD auch deren Fans bzw. deren Gefühle negativ berühre, was entsprechende z.T. irrationale Kommentare zur Folge hat. Übrigens (an diesem Orte NICHT!) meistens solche, welche die Verletzungen und Ängste ja auch offenbaren: du bist schwul, behindert, ohne Arbeit oder das Gegenteil Worcaholic, hast keine Freunde, keine Freundin, bist nur vorm Rechner, müsstest mal Sport machen etc. Was ich aber einsehe, ist, dass nicht ICH die Qualitätskriterien festlegen kann, dazu braucht es Korrektive in Form von Redakteuren, musiktheorethisches Wissen etc. 3. Etwas zum Begriff "Musikjournalist". Ich bin definitiv keiner; denn dann müsste es mein Beruf sein, eine Berufung wenigstens (und das ist es nicht) und auch bezahlt werden sowie natürlich eine entsprechende Ausbildung voraussetzen. Die habe ich nicht wie die meisten hier. Ich sage das, obwohl ich bereits in Textredaktionen gearbeitet habe und Praktika/Volontariate hinter mir habe, denn mein Job ist es nicht. Ich bin ein "Schreiber", kein echter Redakteur. Dazu fehlt es den meisten auch an schreiberischer Qualität, an theoretischem Wissen, an differenziertem Denken, als dass man im Riesensegment der Mags von wirklichem Journalismus sprechen könnte. Auch der Hammer, das Legacy oder RH bieten im Printbereich keinen wirklich guten Journalismus. "Klingt wie...", "Genau was Fans erwarten", "Supersound...", "Toller Gesang..." etc... so etwas sollte eben letztlich, wie du, Rüdiger auch schon gesagt hast, nicht allzu ernst genommen werden. 4. So, das war mein letzter Kommentar in dieser Rubrik. Die genannten Argumente wie auch die Emotionen hinter so manchen Äußerungen habe ich mit einigem Interesse zur Kenntnis genommen. Das Dilemma ist nicht lösbar, sonst wärs ja keins  Wo den goldenen Schnitt wagen? Bei mir sichelt es schneller 
-

Vaillant
- Weichspülmetaller
-
- Beiträge: 1118
- Registriert: Montag 16. August 2010, 17:58
von firestarter » Donnerstag 11. November 2010, 13:07
Sorry, aber das ist für mich fast ausschließlich Geschwurbel, besonders dein Psychologisieren zum Thema "Emotionen-Kommunikationsebenen-Beziehung-und co.".
-

firestarter
- Mosh-Pit-Veteran
-
- Beiträge: 9242
- Registriert: Samstag 7. August 2010, 20:55
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 11. November 2010, 14:34
2. Damit sind wir bei Punkt Zwei. Die Diskussion hier wird auch auf der sogenannten Beziehungsebene geführt. Verletzte Eitelkeit, Gefühle, Störrung in der Selbstvergewisserung (welche wir, ich auch, hier pausenlos mit den ganzen Listen bekräftigen) all das spielt zumindest eine tragende Rolle. Meines Erachtens könnte man ja auch sagen, okay, stimmt schon, ganz Unrecht hast du nicht, die CD kann man schwach nennen, aber sie bedient ein regressives Bedürfnis bei mir, sodass ähnliches gilt wie bei Thomas Anders: brauche manchmal Herzschmerz statt MESHUGGAH, das Traumschiff statt Kultur auf arte. Ich habe nichts dagegen, dass Dir, Rüdiger, DARKTHRONE gefällt. Gut ist die aber trotzdem nicht :grins: Eine negative Bewertung Deiner Person aus dem Grund, weil Du gern DARKTHRONE hörst, würde mir im Leben nicht einfallen, niemals. Dass Du oder jemand anderes es so EMPFINDEN (Beziehungsebene) könnte, ist wieder etwas andere, comprende
Keine Sorge, deine Abneigung gegen neue Darkthrone verletzt bei mir keine Gefühle und ich vermute auch keine negative Bewertung meiner Person hinter deiner Aussage. Ich finde nur einfach den Ansatz völlig daneben, so zu tun, als gäbe es einen objektiven Grund der die neue Darkthrone zu einer schlechten Scheibe machen würde. Und genau den Ansatz bekräftigst du mit vorstehenden Absatz auf ganzer Linie. Die obigen Sätze könnte man nämlich auch um 180° drehen und sagen: Okay, stimmt schon, die neue Darkthrone ist eine tolle Scheibe, aber mir gibt dieser regressive, reduzierte und rumpelige Stil halt nichts. Gute Musik ist ausschließlich die Musik, die gefällt, und die Entscheidung darüber trifft immer nur der einzelne Hörer. Selbst Musiktheorie hilft dir da nicht weiter, weil du mit deren Hilfe nur bewerten kannst, ob eine Band an der technischen Umsetzung ihrer eigenen Ansprüche scheitert. Die Frage, ob eine Band hohe technische Ansprüche hat oder nicht, ist philosophischer und nicht musiktheoretischer Natur. Objektiv schlecht ist eine Band m.E. nur, wenn sie am eigenen Anspruch scheitert. Daher habe ich ein fundamentales Problem damit, in Reviews objektivierend zu werten. Eine Missfallenskundgebung in einem Review stört mich nicht im Geringsten. Aber es stört mich, wenn Rezensenten ihr subjektives Missfallen in objektive Worthülsen kleiden, um sich so als wertende Autorität aufzuspielen. Die neue Darkthrone ist nicht schlecht und nicht gut. Die Musiker machen ihr Ding, mir gefällt es, du findest es bescheiden. Daran ist nichts, was man als objektiv gut oder schlecht fixieren könnte. Doch genau das spielgelst du in allen Formulierungen, die du verwendest, vor. 3. Etwas zum Begriff "Musikjournalist". Ich bin definitiv keiner; denn dann müsste es mein Beruf sein, eine Berufung wenigstens (und das ist es nicht) und auch bezahlt werden sowie natürlich eine entsprechende Ausbildung voraussetzen. Die habe ich nicht wie die meisten hier. Ich sage das, obwohl ich bereits in Textredaktionen gearbeitet habe und Praktika/Volontariate hinter mir habe, denn mein Job ist es nicht. Ich bin ein "Schreiber", kein echter Redakteur. Dazu fehlt es den meisten auch an schreiberischer Qualität, an theoretischem Wissen, an differenziertem Denken, als dass man im Riesensegment der Mags von wirklichem Journalismus sprechen könnte. Auch der Hammer, das Legacy oder RH bieten im Printbereich keinen wirklich guten Journalismus. "Klingt wie...", "Genau was Fans erwarten", "Supersound...", "Toller Gesang..." etc... so etwas sollte eben letztlich, wie du, Rüdiger auch schon gesagt hast, nicht allzu ernst genommen werden.
Die Begrifflichkeit des Journalismus ist mir egal. Ich bezeichne mich selbst nicht so, habe aber auch kein Problem mehr damit, wenn man mich so bezeichnet. Hab mich lange Zeit gegen den Begriff gewehrt, weil ich die Auffassung vertrat, dass eine "professionelle" Bezeichnung die Leidenschaft für die Musik entweiht und Objektivität vorheuchelt. Heute denke ich, dass es keine objektive Bewertung von Musik gibt, egal, wie man sich bezeichnet. Hier steht der Begriff auch nicht in der Überschrift, weil ich damit eine irgendwie geartete Kompetenz suggerieren will. Per Selbstdefinition würde ich mich als Musikhörer sehen, der bestrebt ist, für von mir als gute empfundene Musik einen Hafen zu finden, wo sie ankommt, und damit den "guten" Bands zu helfen ihren Hörerkreis, sowie den Hörern, ihr musikalisches Spektrum zu erweitern. Dass ich das gerne in Form von Reviews tue, ist weder Beruf noch Berufung, es macht halt Spaß und bereichert das Leben mit der Musik. Ich bin übrigens ganz entschieden nicht der Meinung, dass musiktheoretisches Wissen bei der Bewertung von Kunst eine Rolle spielt. Da bin ich Subjektivist bis in Mark.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35285
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Teichfrosch » Donnerstag 11. November 2010, 16:25
Ich find die neue DARKTHRONE auch klasse, kann aber überhaupt nicht verstehen wieso alle die neue NEVERMORE so loben. Und nein, ich finde die neue DARKTHRONE nicht toll weil ich die Band per se toll finde - die ganz alten Scheiben ("A Blaze In The Northern Sky") geben mir vergleichsweise wenig, auch wenn ich sie aus musikhistorischer Bedeutung achte, doch wirklich begeistern kann mich das nicht. Ich find die neue Scheibe geil weil ich sie geil finde. Gerade die Tatsache dass die Scheibe rumpelt, unbequem produziert und in vielerlei Hinsicht "schlecht" ist macht sie ja grade gut  Gerade DAS ist die "Fuck Off" Atmosphäre, die dieses Album wie kaum eine zweite Veröffentlichung diesen Jahres atmet. Die Musik ist, für mich , einfach voll von Energie. Ganz besonders "I Am The Grave of the 80s" ist hier für mich ein Paradebeispiel - ich kann mir ein fettes Grinsen nicht verkneifen wenn Nocturno hier seinen unendlich schrägen Gesang einsetzt um diese kilmisterige Stimmung zu erzeugen. Objektiv kann man hier höchstens feststellen, dass ganz viel von dem, was man ansonsten oftmals hört, eben nicht eingehalten wurde. Objektiv gut oder schlecht ist die Musik deshalb aber nicht. Sogar von journalistischer Seite wurde das Album nicht unbedingt schlecht aufgenommen, schau dir beispielsweise mal die Bewertungen an, welche im Wikipedia Artikel gesammelt wurden: http://en.wikipedia.org/wiki/Circle_the_WagonsDas Album spaltet, es polarisiert, und zwar enorm. Vielleicht hätte es sogar an der ein oder anderen Stelle sogar besser sein können, ich finde es sicher auch nicht perfekt in jeglicher Hinsicht; aber es so hinzustellen, als wäre es objektiv gesehen schlecht, ist doch etwas zuviel des Guten. Grade bei Musik ist es unendlich schwer, und oft genug unmöglich, objektive Kriterien festzulegen, nach denen man Musik bewertet. Was man machen darf ist zu sagen, dass das Album von der überwiegenden Mehrheit als "schlecht" empfunden wird. Ob es dann tatsächlich auch schlecht IST, das lässt sich nicht vollkommen beurteilen. Man KANN einfach nicht ein absolutes Urteil abgeben, sondern nur relative. Ich denke, dass das der Punkt ist, an dem sich Rüdiger bei dir stört. Schau dir nurmal die Rezeption zu METALLICAs "St. Anger" an - überwiegend negativ. Aber ein paar Leuten gefällts halt. Man darf sagen: die große überwiegende Mehrheit findet das Album schlecht. Man darf nicht sagen: das Album IST schlecht, oder wenn man das macht, dann muss man zumindest hinzufügen "in meinen Augen/meiner Meinung nach". Ja, solche Graustufen zu beachten ist unendlich anstrengend, aber die Welt ist nunmal nicht schwarz/weiss...
-

Teichfrosch
- Metalhead
-
- Beiträge: 3170
- Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18
von Vaillant » Donnerstag 11. November 2010, 16:39
Finde St.Anger übrigens gut, wie JEDES Album von METALLICA Wenn man die Emo-Irrationalitäten, die Psychologie und auch Politik oder Gruppendynamiken ausklammert (was kaum funktioniert), bleibt es ein Circulus Vitiosus; Wann ist es Kitsch? Wann Kunst? Wann kitschige Kunst? Wann Qualität? Wann keine? Wo die Grenze ziehen? OVERLORDE sind gut, weil Rückgriff auf die Siebziger, Charme, fließende Leads, authentische Begeisterung, Spirit wird eingefangen, Zeitgeist saturierten Rebellentums HELLOWEEN? Reißbrett, Rückgriff auf Selbstverfaßtes, Gesänge schlagerhaft nach Wirkung produziert, auch Zeitgeist, allerdings Postmoderne Sag ja, Circulus Vitiosus. War auch das letzte Beispiel Auf jeden Fall werde ich mir die DARKfuckin'THRONE noch mal anhören.
-

Vaillant
- Weichspülmetaller
-
- Beiträge: 1118
- Registriert: Montag 16. August 2010, 17:58
von Jhonny » Donnerstag 11. November 2010, 17:02
Zwei Kleinigkeiten Vaillant hat geschrieben: Meines Erachtens könnte man ja auch sagen, okay, stimmt schon, ganz Unrecht hast du nicht, die CD kann man schwach nennen, aber sie bedient ein regressives Bedürfnis bei mir, sodass ähnliches gilt wie bei Thomas Anders: brauche manchmal Herzschmerz statt MESHUGGAH, das Traumschiff statt Kultur auf arte. Ich habe nichts dagegen, dass Dir, Rüdiger, DARKTHRONE gefällt. Gut ist die aber trotzdem nicht  Eine negative Bewertung Deiner Person aus dem Grund, weil Du gern DARKTHRONE hörst, würde mir im Leben nicht einfallen, niemals. Dass Du oder jemand anderes es so EMPFINDEN (Beziehungsebene) könnte, ist wieder etwas andere, comprende
das ist REIN subjektiv. Kann so NIEMALS festgestellt werden. Ich persönlich finde Tori Amos unglaublich langweilig, für andere scheint sie eine Offenbarung zu sein. Würde ich den Maßstab festlegen, was gut oder schlecht ist, hätte ich ein Problem... ich kann das nur mit Blick auf meinen eigenen Geschmack genau festlegen. Wenn überhaupt. Vaillant hat geschrieben:Denn mal ehrlich, die Hörer des deutschen Schlagers oder von Melodic Metal wissen auch, wenn sie einigermaßen bei Verstand sind, dass das, was sie hören, und das ist jetzt eine Zuspitzung!!! nicht gerade ambitioniert oder artifiziell genannt werden kann.
Dem möchte ich bewusst widersprechen. Ich denke, Melodic Metal kann musikalisch sehr anspruchsvoll sein - bei Stratovarius, Yngwie Malmsteen oder Blind Guardian spielen erstklassige Musiker, und Rhapsody sind nicht nur ambitioniert, nein, sie können ihren selbst auferlegten Standard auch erreichen! Damit muss mir diese Musik nicht gefallen, aber es ist keineswegs schlechte Musik! Übrigens: Auch im Pop (und sogar im Schlager) gibt es einige erstklassige Sänger/innen, und natürlich auch tolle Songwriter - viele Pop-Hits werden das nicht, weil sie schlechte Songs sind, sondern eher, weil sie gut geschrieben sind (Ausnahmen bestätigen leider manchmal zu oft die Regel - aber das ist meine subjektive Meinung!) Ich kann Musikstile schlechtreden, die ich nicht mag - subjektiv! Aber nicht objektiv. Keine Frage, Ambient-Black-Drone-Prog-Metal finde ich völlig unnötig und Shoegaze auch und Tom Waits und und und... aber damit ist das in keinster Weise schlecht! In meinen Ohren ist das subjektiv schlechte Musik, für andere aber ist das, was ich als einschläfernd und langweilig empfinde vielleicht sakral, stampfend oder morbid. Oder, um auf Gamma Ray zurückzukommen - was für dich vielleicht Dudel-Tralala-Schlager-Metal ist, ist für den anderen Melodielastiger, instrumental toll gemachter Metal mit einem Gespür für warme Sounds und einmalige Ohrwürmer.
-

Jhonny
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 36886
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 16:48
- Wohnort: Landshut
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 11. November 2010, 17:08
Vaillant hat geschrieben:Finde St.Anger übrigens gut, wie JEDES Album von METALLICA
Da schau her... und gerade das Album finde ich so fürchterlich, dass ich es ohne zu zögern als das abgrundtief schlechteste Album meiner ganzen Sammlung führen würde. Da finde ich die Produktion grottig, den Schlagzeugsound schmerzhaft, Hetfields Gejaule unterirdisch und die Kompositionen rundum für die Tonne und krampfhaft auf aggro und psycho getrimmt. Das sind nun - genau wie bei dir und Darkthrone - alles Wahrnehmungen, die man mit gewissen objektiven Anhaltspunkten begründen und somit als "die Scheibe ist schlecht" verkaufen könnte. Dabei kann man es aber auch so sehen, dass sich hier eine Band von Fesseln befreien und psychische Traumata absprengen wollte, indem sie unkonventionell, unkontrolliert, barbarisch und unangepasst die Sau heraus ließ. Nimmt man es so wahr, dann "ist" es ein gutes Album. Nur leider kommt diese Motivation und Botschaft bei mir nicht an. Das ist also letztlich das selbe in Grün, was du mit z.B. Darkthrone oder dem Gummireh erlebst. Wann ist es Kitsch? Wann Kunst? Wann kitschige Kunst? Wann Qualität? Wann keine? Wo die Grenze ziehen?
Kunst ist für mich alles, von dem ich das Gefühl habe, dass der Musiker etwas zumindest auch deswegen macht, weil er Freude daran hat oder seinen Empfindungen Ausdruck verleihen will. Kunst ist es für mich dann nicht mehr, wenn er es offensichtlich nur deswegen macht, weil er eine Marktnachfrage befriedigen will. Da man nicht drin steckt, kann man hier nur mutmaßen. Wie so oft bestimmt also das persönliche Gefühl des Empfängers, ob etwas Kunst ist oder nicht. Das ist ja bei Picasso und Warhol, bei Konsalik und Tolkien nicht anders. Was für den einen große Kunst ist, das ist für den anderen Kitsch oder Krempel. OVERLORDE sind gut, weil Rückgriff auf die Siebziger, Charme, fließende Leads, authentische Begeisterung, Spirit wird eingefangen, Zeitgeist saturierten Rebellentums
Zustimmung!  Andere würden aber sagen: Was will ich mit noch so einer ach so kultigen 80er-UG-Kapelle, die es nicht einmal auf ein Album gebracht hat, weil sich schon damals zu Recht keiner dafür interessiert hat. Hätten sie weiter gemacht, hätten sie sich bestimmt auch nie mehr neu erfunden etc... etc... Der übliche Anti-Underground-Sermon halt. HELLOWEEN? Reißbrett, Rückgriff auf Selbstverfaßtes, Gesänge schlagerhaft nach Wirkung produziert, auch Zeitgeist, allerdings Postmoderne
Veto! Der übliche Anti-Mainstream-Sermon halt... Für mich ist die neue Helloween ein frisch klingendes, authentisches Album, aus dem viel hörbare Spielfreude, ein wenig Sarkasmus, der typische Helloween-Humor und musikalische Vielseitigkeit sprechen. Über Deris kann man immer streiten, klar, und bei eingängigen Mitsing-Refrains ist auch nicht jeder Feuer und Flamme. Auf jeden Fall werde ich mir die DARKfuckin'THRONE noch mal anhören.
Das ist gut. Hoffentlich mit den "richtigen" Erkenntnissen, nachzulesen in meinem Schwarze-Federn-Thread. So langsam geht das alles in die richtige Richtung... 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35285
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Loenz » Donnerstag 11. November 2010, 17:46
Kommen wir also zum Fazit Musik ist Subjektiv und sollte auch so gewertet werden. Gute Nacht.
-

Loenz
- Kuttenträger
-
- Beiträge: 4272
- Registriert: Samstag 15. Mai 2010, 13:53
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 11. November 2010, 18:11
Was den Diskussionspunkt angeht, mit Sicherheit. Wobei der Thread ja eigentlich ein deutlich weiter reichendes Themenfeld betreffen sollte... Hoffentlich traut sich jemand, noch andere Aspekte zu beleuchten.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35285
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
Zurück zu Die Rockbar
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.deTime : 0.091s | 11 Queries | GZIP : Off
|
|