PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Susanne Schaarschmidt » Mittwoch 23. Juni 2021, 19:19

Runde 1.2
Dieses Mal haben sich bei mir jeweils die Plätze 1-3 sowie die Plätze 5 und 6 ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Willie Nelson empfand ich herrlich erholsam nach Soilwork und Testament. Die beiden waren mir heute schlicht zu stressig. Jedenfalls hat der Countrysong schöne Erinnerungen an meinen Urlaub im Herbst 2019 in Evergreen, Colorado ausgelöst, wo übrigens auch Willie Nelson einst auf einer Ranch lebte (von 1977-1990). Somit Dank an denjenigen, der dieses Lied nominierte.
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Susanne Schaarschmidt » Mittwoch 23. Juni 2021, 19:23

Ah, soeben gelesen...also danke an Rüdiger :)
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Eike » Mittwoch 23. Juni 2021, 21:58

Runde 1.1:

BLACK SABBATH - Born Again https://www.youtube.com/watch?v=pXDjauoC8GA

Cooles Coverartwork. Mitten im Tal des Unheimlichen, aber irgendwie niedlich, psychedelische Farbkontraste. Leider nie zu gekommen, da mal reinzulauschen. Hm... Bin ich enttäuscht? Schwer zu sagen. Dafür hätte ich den eigentlichen Song zu diesem sechseinhalbminütigen Intro hören müssen. Das lief halt so durch. Recht entspannt. Bis auf den Gesang. Der ist wirklich grässlich. Geht gar nicht. Remaster. Falls das Ziel war, es gleichzeitig verschwommen und zu schrill klingen zu lassen: Gratuliere. War das Originalmaster wirklich so schlimm? Oder hat man hier was kaputtmodernisiert? Naja, da das Album vermutlich die gleiche Stimme an Bord haben wird wie dieses überlange Intro, weiß ich, dass ich damit nicht warm werden kann. Es sei denn, da käme nochmal ein Karaoke-Master zum nächsten runden Geburtstag.



CLUTCH - How To Shake Hands https://www.youtube.com/watch?v=yuphcpY5a5A

Ah. Die Band kennt man vom Namen her. Vielleicht lief die auch mal auf irgendeiner Party in einer random Playlist mit durch. Produktion auf dem Niveau eines kubanischen Störsenders, der in Miami 1981 in einem Ghettoblaster empfangen wird. In diesem Falle also zünftig, das muss so. Klingt so, als sei die Band aus irgendwelchen schleimigen Gefilden zwischen halbleeren Gläsern und halbvollen Aschenbecher und durchweichten Pizzakartons auf einem Hotelfußboden emporgekrochen, und sowohl Frank Zappa als auch Dave Wyndorf leugneten die Vaterschaft. Still more presedential than Trump, though. Für eine WARRIOR SOUL B-Seite als Coverversion oder einen Split-EP-Beitrag mit denen würde sich das geradezu anbieten. Sicher kein Klassikermaterial aber durchaus kurzweilig.



CURE, THE - Pictures Of You https://www.youtube.com/watch?v=UmFFTkjs-O0

Wenn du nicht weißt, ob du bei Winter durch den ersten sonnenbeschienenen Schnee stapfst, oder einen karibischen Sommerstrand um Mitternacht entlangschlenderst, oder im vernebelten London aus einem dämmerigen Hotelzimmer den Regentropfen beim Anderfensterscheiberunterlaufen zuschaust, weil die Musik all das ausdrücken könnte und deine runtergedämpften Gefühldanken eh ganz woanders sind... dann ist das hier die Kopftapete dazu. Postpunk goes Romantik. Funktioniert immer noch. Die Teenagerphase endet auch erst so richtig, wenn das EEG auf Flatline geht, oder? Ich frage für all die Freundinnen, die ich nie hatte.



DAVID ALLEN COE - Panheads Forever https://www.youtube.com/watch?v=HMV7xpq13Ec

Hm. Da komme ich nicht so ganz mit. Objektophile Romantik, generischer Countrysound. Ich finde keinen emotionalen Zugang und keine akustischen Widerhaken. Schade.



IN FLAMES - Dead God In Me https://www.youtube.com/watch?v=xKXJf0Fp4Bk

Klingt zwar wie auf Waschbrett, Kartoffelwürfler, Schreibmaschine und Eierschneider eingespielt, und als hätte der Sänger mit rostigen Reisszwecken gegurgelt, aber irgendwann war auch das mal progressiv. Denkt darüber nach, bevor ihr mit Glas nach Häusern werft.



NEW MODEL ARMY - No Rest For The Wicked https://www.youtube.com/watch?v=7N0-cyTgRIQ

Postpunk, die Zwote. Motorbass. Hallgesang. Derwischtanz. Ich will Doc Martens, Bühnennebel, auf klebrigem Boden ungelenke Bewegungen zwischen Zeitlupe, Windmühle, Torkelpogo und scheuem Oberkörperwippen vollführen. Dazu Rotweincola und Essigchips. Das ist ein Klassiker, der sich Beschreibungen entzieht, und Verständnis sowieso, der will gefühlt werden. Oder halt nicht. Magsch.



OVERKILL - Death Rider https://www.youtube.com/watch?v=XkX3hnm508Q

Interessant. So also klang OVERKILL in der Frühphase. Gewöhnungsbedürftig aber nicht schlecht. Werde ich in späteren Runden vermutlich noch mehrmals zu hören bekommen. Mal sehen, wie weit es sich dann mausert. Noch finde ich es etwas sperrig.



SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Into the Light https://www.youtube.com/watch?v=Wx3JG9M25tU

Postpunk zum Dritten. Glitzernd, klapprig, abgeranzt elegant. Ich liebe diese Mischung aus Theatralik, Seelenstriptease, Mystizismus und animalischer Primitivität. Siouxsie stelle ich mir immer wie so ein Halbwesen zwischen den Dimensionen vor: Rocksängerin, Katze, Tempelpriesterin. In einer Welt ohne ihre Banshees kann ich mir auch Jaz' Killing Joke nicht vorstellen. Yin & Yang.



SKYCLAD - Terminus https://www.youtube.com/watch?v=45cMWDXtxj4

SKYCLAD ist eine dieser Wortspielbands. Wortspielbands haben immer einen Sympathiebonus bei mir. Sonst weiß ich aber quasi nichts über die. Gute Voraussetzung! Deliranter Gesang. Cool. Diese Stimme hat Postpunkattitüde. Weicht dann aber schnell einer metallenen Harschheit. Geiler Gesang, egal in welchem Modus. Hey, der brachiale Thrash feht auch wieder in die delirante Richtung. Wahnsinnige Trunkenheit mit Gottkomplex. Sowas kommt doch immer gut. Strudel das Solo! Stampf den Apfel! Lasst uns Wien plündern! Hm. ...irgendwie auch eher ein Intro oder eine Skizze als ein klassischer Song, was? Egal, hat mehr Flair als das Sabbath-Teil weiter oben. Bin gespannt, ob das eine Runde weiter kommt.



SPRINGSTEEN, Bruce - Ghosts https://www.youtube.com/watch?v=Lo5QNcFioZ4

Ääääääähm, wie bitte kann man gleichzeitig so lässig entspannt und so kraftvoll klingen? Simpelste Riffs, fast wie bei THE CLASH. Aber es funktioniert. Da haut er im Alter nochmal was raus, das ein Feuer zündet, auf das ein junger Bryan Adams stolz gewesen wäre. Das ist zwar nicht (mehr) mein Stil, aber das kann was. Klassisch. Deshalb nennen sie ihn wohl auch den Boss, schätze ich.



Oh, mit Hören ist es ja noch gar nicht getan. Wie soll ich das jetzt bloß rangieren? Oh weh!
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Feamorn » Mittwoch 23. Juni 2021, 22:20

Eike hat geschrieben:
SKYCLAD - Terminus https://www.youtube.com/watch?v=45cMWDXtxj4

SKYCLAD ist eine dieser Wortspielbands. Wortspielbands haben immer einen Sympathiebonus bei mir. Sonst weiß ich aber quasi nichts über die. Gute Voraussetzung! Deliranter Gesang. Cool. Diese Stimme hat Postpunkattitüde. Weicht dann aber schnell einer metallenen Harschheit. Geiler Gesang, egal in welchem Modus. Hey, der brachiale Thrash feht auch wieder in die delirante Richtung. Wahnsinnige Trunkenheit mit Gottkomplex. Sowas kommt doch immer gut. Strudel das Solo! Stampf den Apfel! Lasst uns Wien plündern! Hm. ...irgendwie auch eher ein Intro oder eine Skizze als ein klassischer Song, was? Egal, hat mehr Flair als das Sabbath-Teil weiter oben. Bin gespannt, ob das eine Runde weiter kommt.



Bzgl deiner Frage am Ende, Du bist ja nicht der erste, der in die Richtung kommentiert. Bin gar nicht auf den Trichter gekommen, dass der Song alleine komisch wirken könnte... Ist nämlich tatsächlich einer meiner Lieblinge der Platte, und tatsächlich der Schluss der Scheibe (passend zum Namen).
Hm...


Ach ja, sorry, falls ich jetzt klugscheiße ;)
Ich meine gelesen zu haben, dass Bruce Springsteen der "Boss" ist, weil er von Anfang an immer zugesehen hat, dass seine Band regelmäßig bezahlt wird und tatsächlich immer Schecks verteilt hat (oder so ähnlich?).
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Eike » Mittwoch 23. Juni 2021, 22:21

Das ist sympathisch!
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 24. Juni 2021, 00:07

Eike hat geschrieben:NEW MODEL ARMY - No Rest For The Wicked https://www.youtube.com/watch?v=7N0-cyTgRIQ

Postpunk, die Zwote. Motorbass. Hallgesang. Derwischtanz. Ich will Doc Martens, Bühnennebel, auf klebrigem Boden ungelenke Bewegungen zwischen Zeitlupe, Windmühle, Torkelpogo und scheuem Oberkörperwippen vollführen. Dazu Rotweincola und Essigchips. Das ist ein Klassiker, der sich Beschreibungen entzieht, und Verständnis sowieso, der will gefühlt werden. Oder halt nicht. Magsch.


Klingt nach einer perfekten Umsetzung. Ob ich das hinkriege bis die Bestellungen eintreffen, wage ich aber zu bezweifeln :P
Rotweincola und ungelenke Bewegungen, damit könnte ich höchstens noch dienen :grins:
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Eike » Donnerstag 24. Juni 2021, 00:38

Wenn Corona vorbei ist können wir ja eine Selbsthilfegruppe für awkward dancing to almost forgotten analogue tunes in the digital age gründen.
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 24. Juni 2021, 11:33

Gruppe 1 ist der Hammer.
Der BRUCE SPRINGSTEEN Song ist für mich ne glatte 10, vom Rest kannte ich nur wenig.
OVERKILL mit purem US Metal geht natürlich super, CLUTCH finde ich hier wirklich großartig.
NEW MODEL ARMY und THE CURE, da ist es fast unglaublich, dass ich nix im Regal habe. Sehr stark.
Sowohl SKYCLAD als auch TERMINUS in gut, aber sie können es jeweils noch um einiges besser.
DAVID ALLAN COE macht Spaß, auch wenn es kein Überflieger ist. IN FLAMES fand ich fast nur so 2000-2006 richtig gut. Danach zu lasch, davor zu Melo Death.
Einzig SIOUXSIE lief an mir echt vorbei.
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 24. Juni 2021, 11:50

Gruppe 2...
da hat mich weniger angesprochen.
SOILWORK und TESTAMENT für mich mit zwei klassischen Hits, relativ easy vorne.
WILLIE NELSON ist doch fast immer klasse, und dann mit so einem Übersong! Country finde ich eh oft gut, da schlägt halt meine Prägung voll durch. Meine Mum hat ja daheim viel Country gehört, da geht mir dann doch oft einfach das Herz auf.
BRAINSTORM lief die letzten Wochen hier auch öfter. Nicht ihr bester Song, aber eine gute Nummer.
CORDE OBLIQUE hätte BRAINSTORM aber fast weiter nach unten geschoben. Und das, obwohl hier ausgerechnet auf Französisch gesungen wird, für mich eine der unansprechendsten Sprachen, leider. Aber instrumental ist das ganz stark, und die Stimme ist ja mal der Wahnsinn. Noch nie von gehört, aber wirklich faszinierend. Würde ich das besser kennen, wäre das hier ein Treppchen-Anwärter, vermute ich.
Zu meinem Erstaunen kann mich auch der Post-80er-MARILLION-Song überzeugen.
KATATONIA kann ich mir nicht immer geben, grad läuft es ganz gut rein.
KATE BUSH ist ja mal eine der eigenständigsten Pop-Sängerinnen aller Zeiten. Der Gesangsstil ist sicher das absolute Love-It-Or-Hate-It-Ding. Ich habe großen Respekt davor. Der Song erinnert mich vom Flair an PAUL SIMON Mitte der 80er, und das ist natürlich sehr gut. Brillant produziert - wenn ich mit dem Gesang etwas besser klar käme, würde das noch gut höher landen. Bis hierhin finde ich eigentlich alles echt gut!
Hmm, PARADISE LOST... die mochte ich ne Zeit lang schon, gerade die "Draconian Times" lief echt oft. Das spricht mich grad vom Sound her aber nicht an. Ich habe grade kein Interesse an diesem 90er Gothic Metal.
NICK CAVE konnte mich heute leider nicht abholen. Irgendwie will ich das mögen, aber es plätschert an mir vorbei.
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Re: PMDECS - 10 TONS Hammer - Diskussionsfaden

Beitragvon Eike » Donnerstag 24. Juni 2021, 13:36

Runde 1.2:


BRAINSTORM - Soul Temptation https://www.youtube.com/watch?v=_HXMz6WBmD4

Ja, kuck an!
Das ist ja mal eine richtig gute Überraschung.
Ich mag ja diese arabesken Einsprengsel in Rock und Metal, wenn sie derart charmant eingebracht werden. So kann mir Powermetal gefallen (ich vermute stark, dass dies eines der ruhigsten Stücke der Band ist, und Powermetal ihr Hauptmetier?). Das ist wirklich toll komponiert und arrangiert. Klar, eine Bombastbombe sondergleichen, und vielleicht nutzt sich das irgendwann ab. Aber im Moment kommt das echt gut! Es erinnert mich aber auch daran, dass ich lange kein DEADSOUL TRIBE mehr gehört habe.



BUSH, Kate - Love And Anger https://www.youtube.com/watch?v=xyEHKGDSg5I

Eben das erste Mal gehört, und schon hat es mich. KATE BUSH ist einfach immer interessant, und hier sogar noch eingängig dazu. Tolle Rhythmik, schöne Melodien. Ihr Gesang ist sowieso einzigartig. Ein tolles Arrangement, dem man die zeittypische Opulenz der Achtziger deutlich anhört, das aber auch heute noch bestehen kann. Fein!



CAVE, Nick - 15 Feet Of Pure White Snow https://www.youtube.com/watch?v=4sfhvxTZ0wo

Total toll, wie das gesamte Album. Oh, im Video dazu tanzt ja auch im grünen Samtsakko der werte Herr Jarvis Cocker von PULP. Fein, fein, fein. So "zahm" hat man den Nick Cave ja selten zu hören bekommen wie auf diesem Album. Aber auch hier lauern hinter aller Schöngeistigkeit natürlich das Animalische mit hungrigem Instinkt und ein scharfer Verstand mit intelligentem Skalpell. Komposition und Lyrik ergänzen sich vortrefflich. Wunderbar.



Corde Oblique - Venti Di Sale https://www.youtube.com/watch?v=aFOQnQINlsg

Ah, eine feine Band, die ich hier nicht unbedingt vermutet hätte und auch nur kursorisch kenne. Mir war allerdings auch nicht bewusst, dass es schon so viele Alben von ihr gibt. Ist das Italienisch? Oder Portugiesisch? Ich habe mich lange nicht mehr eingelauscht. Aber das gefällt mir wieder recht gut. Romantische Streicher, rhythmische Gitarre, zurückhaltendes aber quicklebendiges Schlagzeug, leidenschaftlicher Gesang, alles sehr fein aufeinander abgestimmt, sich steigernder Songaufbau, das holt ab und nimmt mit, und Standbass kommt eh immer gut.



KATATONIA - I Am Nothing https://www.youtube.com/watch?v=4x2sch-_FuM

Kata unter dem Travis-Smith-Cover. Ja, da kommt Gutes heraus. Wobei ich die Band früher auf Albumlänge schon meist etwas anstrengend fand, sowohl gesanglich als auch instrumental. Beziehungsweise, irgendwann habe ich mich beim Hören dann meist so halb ausgeklinkt und es verschwamm alles ineinander zur akustischen Tapete, während ich so im Dämmerzustand vor mich hinlümmelte. Inzwischen hat die Band ihren Stil aber ausdifferenziert und verfeinert, da kann ich dann auch länger die Aufmerksamkeit halten. Das hier ist zwar kein Lieblingssong, aber anhören kann ich mir den schon ganz gut.



MARLLION - Splintering Heart https://www.youtube.com/watch?v=k-3RIDEjMeI

Wie schon bei KATE BUSH ist das hier ein sehr feinsinniges Arrangement, man merkt einfach, dass nichts dem Zufall überlassen wurde, das ist alles fein durchkomponiert. Es hat Fluss, lässt es trotz aller Opulenz und theatralischer Leidenschaftlichkeit leichtfüßig wirken. Ja, das ist ein guter Song. Noch konnte er sich nicht so recht festsetzen, aber vielleicht in späteren Runden. Wie ich die Gemeinde hier einschätze, wird der ziemlich weit kommen.



PARADISE LOST - Fall From Grace https://www.youtube.com/watch?v=XnMe6_tnCB8

"Obsidian" ist wieder ein wirkliches Festmahl unter den PL-Alben geworden. Für mich auf einem Level mit "Lost Paradise", "Draconian Times", "The Plague Within". Hier haben wir einen schön sägenden Song, der klassischen Death-Doom mit einem Hauch von Gothic verbindet, aufstrebende Elemente und nach unten ziehende Heaviness liegen im Clinch, eine ganz leichte Psychedeliknote schleicht sich ein, das ist ganz nach meinem Geschmack, dunkel leuchtender Kapuzenmetal. Ich werde hier einige Stücke noch einige Male hören müssen, um eine Reihenfolge zu bestimmen, aber das hier steht bislang unangefochten oben.



SOILWORK - Figure Number Five https://www.youtube.com/watch?v=F4oZoyVO3V4

Bääämm!
Moderner Groovemetal mit Punch.
Ja, das kommt gar nicht schlecht für diesen Stakkato-Brüllwürfel-Stil.
Ich tue mich ja immer schwer mit Genrezuweisungen. Ist das dieser Melo-Death? Neo-Thrash? Wie auch immer, hat ausreichend Melodik, um mich bei der Stange zu halten, der Gesang bietet auch eine gewisse Varianz, das proggig gniedelnde Virtuosengenudel hällt sich im Rahmen, und an sich ist gegen markante Soli ja auch gar nichts zu sagen, in dem hier gezockten Stil kommt sowas ja sonst auch gerne mal zu kurz. Doch, das ist schön knackig, und dafür, dass ich mir sowas echt nur ganz selten gebe, ist es auch auf Anhieb verdammt catchy. Nach BRAINSTORM die zweite positive Überraschung dieser Runde.



TESTAMENT - Over The Wall https://www.youtube.com/watch?v=lqlHxV9Pvcc

Ah, schöne Gelegenheit.
TESTAMENT ist eine Band, für die ich Respekt empfinde, aber für ein Album (bis auf das vor Jahrzehnten getapete "Low") hat es bei mir nie gereicht. Ich kann da einfach keine Entscheidung treffen bis lang, und die Priorität mir dennoch einen Ruck zu geben hat die Combo bei mir dann doch nie gewinnen können. Das wird sich wohl auch jetzt noch nicht ändern. Dabei ist die Mischung aus unterschwelligem Thrash-Groove und klassischem Heavy-Metal hier schon unhassbar. Gepresste Produktion, aber noch ausreichend Dynamik, wirkt irgendwie monolithisch.



WILLIE NELSON - The City Of New Orleans https://www.youtube.com/watch?v=6XyRdJr4LSc

Der Krautbruder hier mal ungewohnt (für mich halbwegs unbeleckten Hörer zumindest) glatt im Sound. Was nicht hilft, ist, dass ich das Stück noch so halb von ARLO GUTHRIE im Hinterkopf habe, und es da irgendwie gefühliger und weniger abgeleckt daherkam. Das hier ist ganz anders, das klingt nach Grundschulwegradioerinnerungen, und damals hörte ich die Art Country, die ich mir heute nicht mehr geben kann, weil sie eben eine Kopie dieses Sounds war. Da kann der gute Nelson nichts zu, aber irgendwie habe ich wohl noch keinen Frieden damit gemacht, damals Plastikproduktionen auf den Leim gegangen zu sein, die ich ein paar Jahre später mit der einsetzenden Metallisierung und Hardrockifizierung am liebsten vergessen/verdrängt hätte. Aber ich werde mir das Arrangement noch schönhören, falls der Song weiterkommen sollte. Das Stück an sich ist ja schon schön. Einfach nicht an Arlo denken, sondern Willie für das nehmen, was er hier anbietet. Eine Übung im Denkenabstellen und puren Wahrnehmen. Ommmm.... .
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