Flotsam & Jetsam

Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 28. Mai 2021, 11:12

Gerade bin ich am schreiben. Meine Eindrücke, meine Glücksgefühle. Flotsam And Jetsam, ey!!!

Ich werde die Tage nach und nach mein Geschriebenes mit euch teilen und hoffe den ein oder anderen nochmal zum hören der Band überzeugen zu können :)
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 3. Juni 2021, 13:48

Morgen erscheint das Album. Zeit sich um die Diskographie hier mal zu kümmern. Nachdem ich einiges entdecken durfte und die Band mir die letzten Wochen die Tage und die Stunden versüßt hat, habe ich mich drangesetzt und meine Gedanken etwas niedergeschrieben. Leider fehlt mir immer noch die "Dreams Of Death". Die habe ich einfach noch nicht zu einem angemessenen Preis gefunden. Aber ich möchte trotzdem mal loslegen.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 3. Juni 2021, 13:57

Flotsam And Jetsam | Doomsday For The Deceiver (1986)
Bild
Tracklist:
1. Hammerhead 06:15
2. Iron Tears 03:52
3. Desecrator 03:50
4. Fade To Black 02:05
5. Doomsday For The Deceiver 09:11
6. Metalshock 08:18
7. She Took An Axe 05:14
8. U.L.S.W. 04:23
9. Der Führer 05:46


„Hello, how are you? Ready tonight?“

Aber sicherlich…

Das Debütalbum der Flotzis auf dem zum ersten und zum einzigen Mal Jason Newsted zu hören ist. Zwar hat er am Nachfolgealbum auch noch seine Handschrift beigesteuert, aber da war Newsted schon lange nicht mehr in der Band und tanzte auf den großen Bühnen herum.

Doomsday For The Deceiver ist eines der Debut Alben, die es wirklich in sich haben. Das habe ich gerade vor allem auch gemerkt, als ich die Trackliste in die Word Datei geschrieben habe. Egal ob man „Hammerhead“, „Iron Tears“ oder auch „Desecrator“ abschreibt, man hat sofort die Melodie im Kopf und möchte am liebsten gleich mitgröhlen und im Kreis springen.

Dieser Spirit, den die Band hier an den Tag legt ist wurde so verdammt gut eingefangen ist. Wer Newsted erst zu „…And Justice For All“ kennengelernt hat und vergeblich nach dem Bass gesucht hat, wurde hier mit Sicherheit fündig. Wie der Bass schon zu Anfang blubbert, herrlich! Erstaunlich wie weit die Band auch zu diesem Zeitpunkt schon war.
Songs wie der Titeltrack oder „Metalshock“, die aufeinanderfolgend eine Gesamtspielzeit von mehr als 17 Minuten haben. Meiner Meinung nach auch zwei ganz Starke Songs, die das kompositorische Können der Band durchaus klar macht und später auch seinen Höhepunkt finden wird.

Auch klar macht das Eric A.K. auf diesem Album. So eigenständig zu Singen mit diesem hohem Wiedererkennungswert, ist wirklich DER Mehrwert für die Band. Man möchte meinen, dass Eric sich eher an die klassischere Fraktion orientierte und das hört man auch deutlich raus. Die Rauheit, die den späteren Eric prägen mag, sind hier noch nicht zu hören bzw. nicht ganz so ausgeprägt zu hören.

Diese Eigenart zu Singen, zeigt sich in den spitzen Schreien die immer wieder Bestandteil des Albums sind, Aber auch diese abwechslungsreichen Gesangsmeoldien. Diese Eigenart mit seinem Gesang zu spielen und Wörter zu betonen. Für den Laien schwer zu beschreiben. Aber es klingt als würde er im Gesang plötzlich seufzen, passt aber völlig zu dem Teil hohen Gesang. Was den starken, thrashigen bzw. speedigen Metal (man streitet sich ja gern mal darüber) aber absolut keinen Abbruch tut. Nein, absolut nicht.

Wer dieses Album nicht kennt und eine Lücke schließen will, sollte schnurstracks sich darum kümmern dieses Album sich anzuschaffen. Am besten in der 20th Anniversary Edition von Metal Blade Records aus dem Jahre 2006. Da hat man nämlich neben dem Originalalbum, ein Remix und
-mastered Album auch noch eine DVD vollbepackt mit Interviews und Auftritten. Viel wichtiger ist aber, dass das Demo Metal Shock aus dem Jahre 1985 ebenso enthalten ist.

Übrigens hätte ich mir für das letzte und das kommende Album den Flotzilla genauso gewünscht wie hier und nicht dieses Computer-Anabolika-Monster.

Line Up:
Eric A.K. – Vocals
Jason Newsted – Bass
Michael Gilbert – Guitars
Edward Carlson – Guitars
Kelly-David Smith – Drums
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 4. Juni 2021, 12:47

Flotsam And Jetsam | No Place For Disgrace (1988)
Bild
Tracklist:
1. No Place For Disgrace 06:11
2. Dreams Of Death 05:40
3. N.E. Terror 05:57
4. Escape From Within 06:47
5. Saturday Night’s Alright For Fighting 04:00
6. Hard On You 04:51
7. I Live You Die 05:50
8. Misguided Fortune 05:29
9. P.A.A.B. 05:33
10. The Jones 03:57

Es gibt wenig, was die Fangemeinde über dieses Album nicht weiß. Für diejenigen, die Flotsam And Jetsam aus dieser Ära nicht kennen (kaum vorstellbar), sei gesagt, sie haben etwas verpasst.

Die Band hat mit ihrem Debüt Album ordentlich vorgelegt uns schönen schnörkellosen aber mit ordentlich wumms behaftete Leckerbissen präsentiert. Längere Kompositionen wie „Metalshock“ oder dem Titelstück lassen erahnen in welche Richtung sie gehen möchten und hört man einige Stücke auf diesem Album so erkennt man Ansätze des ersten Albums auch hier. Erfahrener. Weiterentwickelt. Stärker. Mächtiger. Größer.

Das Namengebende Titelstück fängt da schon schmackofatzmäßig an. Ja, was ein Stück von Musik. 3 Minuten ungebremste Power, die dann in einen ruhigen Mittelteil münden, um dann beim letzten Part die Schlagzahl nochmals zu erhöhen. Abwechslungsreich von vorne bis hinten. Eigentlich gibt es da ja schon fast nichts mehr zu sagen, denn das trifft nämlich durchgehend auf das Album zu.

Sogar „Saturday Night’s Alright For Fighting“, ein Cover das ursprünglich von Sir Elton John stammt fügt sich wunderbar ins Album ein. Es ist erstaunlich wie gut Erics Stimme zu dem Song passt, auch wenn er im flotzistischen Sound eingemauert wurde.

Ein Song wie „Escape From Within“ führt den Weg den man mit dem Song „No Place For Disgrace“ gegangen konsequent fort. Ganz großartiger Song, der in den ruhigen Momenten auch gern mal Queensrych’sche Züge annimmt.

Newsted ist auf diesem Album schon nicht mehr zu hören, trotzdem war er an dreien der zehn Songs beteiligt, die für mich auch zu den Highlights des Albums zählen. Egal ob „N.E Terror“, „I Live You Die“ oder eben dem Titelstück. Bestätigt eigentlich nur die stärke im Songwriting Newsteds. Die Erwartungshaltung an die Band wurde mit diesem Album immer höher. Das diese im Verlauf des Bandbestehens für viele Fans nicht mehr erfüllt werden konnte ist schade, aber auch ein anderes Thema, das früh genug noch zum Thema wird.

Mein einziges Unverständnis: warum dieses Album im Jahre 2014 nochmals eingespielt worden ist. So ist der Sound auf dem Originalwerk doch so erdig, knackig und rasend, dass mir nicht einfallen würde, warum das passieren musste. Ich kenne aber auch die Argumentation der Band nicht. Aber, dass sowas meist in die Hose geht, kann man in diversen Foren ja auch lesen.

Für mich ist „No Place For Disgrace“ das Nonplusultra der Band. Jede Bekehrung zu dieser Band muss mit diesem Album seinen Anfang finden. Nie wieder klang die Band danach so wie auf diesem Album. Damit möchte ich folgende Releases nicht runtermachen. Aber für das was Flotsam And Jetsam größtenteils bekannt ist, welchen Stellenwert die Band intus hat. Das hier! Bitte schön! Hören und nicht vergessen.

Line Up:
Eric A.K. – Vocals
Edward Carlson – Gutiars
Michael Gilbert – Guitars
Troy Gregory – Bass
Kelly-David Smith – Drums
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Havoc » Freitag 4. Juni 2021, 19:21

Pillamyd hat geschrieben:Mein einziges Unverständnis: warum dieses Album im Jahre 2014 nochmals eingespielt worden ist. So ist der Sound auf dem Originalwerk doch so erdig, knackig und rasend, dass mir nicht einfallen würde, warum das passieren musste. Ich kenne aber auch die Argumentation der Band nicht. Aber, dass sowas meist in die Hose geht, kann man in diversen Foren ja auch lesen.


Ist die 2014er Version denn dennoch zum empfehlen? Die gibt es grad ziemlich günstig.
Weicht die von der ursprünglichen Version ab? Oder ist nur der Sound ein wenig fetter?
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Freitag 4. Juni 2021, 19:36

Sie klingt wohl wesentlich steriler und ich habe auch schon öfters gehört, dass sie deutlich langsamer klingt.
Ich rate immer zur Originalversion, weil halt unverfälscht und nicht so aufgeplustert. Am meisten merkt man das am Titelsong finde ich. Da hat die alte Version einfach viel mehr spirit.

Ich kenne die Neuauflage nicht komplett, aber das was ich hören durfte hat mir gereicht. Keine Scheibe aus den 80ern hat eine Neueinspielung verdient. Keine "Bonded By Blood" und eben auch keine "No Place For Disgrace".

Blöd nur, dass die Originalversion gar nicht mehr so billig aufzutreiben ist. Da hatte ich wohl noch glück vor ein paar Jahren.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Samstag 5. Juni 2021, 09:45

Havoc, falls du den Vergleich noch nicht gestartet hast, hier mal beide Aufnahmen des Titelsongs:

Original:
https://www.youtube.com/watch?v=awy9_08Pj_8

Neuaufnahme:
https://www.youtube.com/watch?v=xLnX1EeboIM
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Havoc » Samstag 5. Juni 2021, 17:48

Pillamyd hat geschrieben:Havoc, falls du den Vergleich noch nicht gestartet hast, hier mal beide Aufnahmen des Titelsongs:
Original:
https://www.youtube.com/watch?v=awy9_08Pj_8
Neuaufnahme:
https://www.youtube.com/watch?v=xLnX1EeboIM


Oh ja. Würde man nur die 14er Version kennen, dann ist die sicher auch nicht schlecht. Aber hier wöllte ich wenn, dann tatsächlich auch die Originalversion haben.
Insbesondere bei den Vocals gibt es schon einen deutlichen Unterschied.
Ich mag solche Neueinspielungen generell auch nicht. Den Sound ein wenig aufzupolieren geht ja evtl. noch, aber von richtigen Neueinspielungen halte ich wenig.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 5. Juni 2021, 17:50

Als Ergänzung zur Originalaufnahme finde ich sie manchmal ganz spannend, besonders, wenn ich das Original sehr gut kenne, wie etwa bei Manowar; aber als Ersatz für die Originalaufnahme ist es natürlich sinnlos bis ärgerlich.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
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Re: Flotsam & Jetsam

Beitragvon Pillamyd » Samstag 5. Juni 2021, 21:12

Flotsam And Jetsam | When The Storm Comes Down (1990)
Bild

Tracklist:
1. The Master Sleeps 04:36
2. Burned Device 06:26
3. Deviation 03:03
4. October Thorns 05:33
5. No More Fun 03:44
6. Suffer The Masses 06:04
7. 6, Six, VI 05:08
8. Greed 04:23
9. E.M.T.E.K. 05:48
10. Scars 04:14
11. K.A.B. 00:28

Es gibt Alben, die ziehen einen an, weil sie in der Gesamtheit bei einem großen Teil nicht gut ankommen. Die Dialoge die man dazu lesen kann, schaffen es dann, das Album doch sehr spannend zu machen. "When The Storm Comes Down" ist ein solches Album. Seitdem ich mich mit Flotsam And Jetsam befasst habe - und das muss relativ am Anfang meiner Metal Sozialisation gewesen sein - wollte ich unbedingt dieses Album haben. Leider war die Verfügbarkeit dieses Albums schon damals nicht so toll, so das man mit wenig Mitteln an das Album nicht so wirklich rangekommen ist. Jahre später habe ich es endlich in die Tat umgesetzt und ich bin Gott froh darum.

Klar ist, dass sich das Album hinsichtlich der ersten beiden Göttergaben unterscheidet. Das merkt man an der Produktion, das merkt man an der direkteren Art der Songs. Das hat einen anderen Sound, das beinhaltet eine andere Atmosphäre, eine andere Herangehensweise. Mir wird das Album aber immer zu sehr auf seinen Sound reduziert. Die Kritik greift meistens auf dieses eine Makel zurück. Ja, der Sound ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, in vielen anderen Ohren klingt sie auch kraftlos. Die Band selbst sieht das auch so, sonst würden sie auf ihrer Website, nicht schreiben: „…in an overall sound which sadly suffered from a crude production“.

Ich selbst gehe da nicht so hart ins Gericht mit dem Album. Mich überzeugen nämlich die meisten Songs trotz alledem. Ich empfinde die Produktion als sehr pur und reduziert. Zwar ohne die Durchschlagskraft der ersten beiden Alben. Aber Songs wie „Suffer The Masses“ (Ohrwurm!), „E.M.T.E.K.“ oder der Opener „The Master Sleeps“ sind durchaus Abrissbirnen. Diese Rohheit steht den Songs ganz gut, denn dadurch (so finde ich) entfalten sie sich ganz gut und machen es zu dem was es ist und worum es sich dreht.

Ich empfehle wirklich jedem, sich seine eigene Meinung über dieses Album zu bilden. Das Album hat die Chance verdient gehört zu werden. Betrachtet man dieses Werk differenzierter und setzt es nicht gleich mit den ersten Beiden (was ich natürlich schon auch verstehen kann, wenn man das tut) erfährt man vielleicht doch einen Hörgenuss und entdeckt „Flotsam And Jetsam“ in einem anderen Soundgewand. Denn das müssen Fans im Laufe der Diskographie immer wieder tun. Auf „Flotsam And Jetsam“ kann man sich nämlich in den nächsten Jahren kaum einstellen.

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Eric A.K. Vocals
Edward Carlson Guitar
Michael Gilbert Guitar
Troy Gregory Bass
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