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von Rüdiger Stehle » Dienstag 9. November 2010, 11:51
Endlich mal Applaus... Freut mich.
Ich bin ja wahrlich kein Core-Fan, aber das Herumhacken auf dem Core-Trend finde ich jetzt speziell in diesem Thread etwas befremdlich, weil ich die Band - insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass es ihr erstes Demo ist - eigentlich nicht allzu trendy finde. Klar sind da noch nicht die total eigenständigen Stilelemente heran gereift, aber es ist eben auch nicht so, dass hier nur auf große und kommerziell angesagt Vorbilder geschielt wird. Ich sehe hier einfach großes musikalisches Potential, weil die Band technisch unglaublich hohe Ansprüche an sich selbst hat, und da mir die Musiker beim Auftritt und im Gespräch auch so vor kamen, als würden sie nicht nur eine technische, sondern auch eine stilistische und kompositorische Weiterentwicklung in Angriff nehmen, halte ich das hier Gehörte für sehr vielversprechend. Dass es sich (noch) nicht um eine Supernova in Sachen originellen Extremstahls handelt, das ist mir auch klar.
Das wäre es aber auch nicht, wenn die Einflüsse noch tiefer im Tech-Death und weniger im Deathcore lägen, oder wenn es weniger modern wäre. Einen wirklich prägnanten eigenen Charakter haben die meisten Nachwuchsbands in den Bereichen Tech-Death und Old-School-Death ja auch nicht. Das einzige was sie vom Nachwuchs im technischen Deathcore/Metalcore unterscheidet, ist, dass es um ihre Vorbilder keinen Hype gibt.
So oder so, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir von Entomb The Machine noch hören werden, und dass die Entwicklung der Band noch Überraschungen bringen wird.
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von frankjaeger » Dienstag 9. November 2010, 16:08
Ja, dass "core" immer mehr zu einem Schimpfwort wird, wundert mich auch zunehmend. Sicher gibt es aufgrund des relativen Erfolgs eine Menge Bands, die nicht so toll sind, aber die gibt es doch im Power Metal, Death Metal, US Metal und Prog genauso, ohne dass jemand bei einem der Worte gleich die Nase rümpft. Zumal mittlerweile so viel mit -core beschrieben wird, dass es musikalisch ganze Welten umfasst. Oder was haben Indiecore: Dedication ( http://www.myspace.com/dedicationindiecore) Emocore: Jimmyeatworld ( http://www.myspace.com/jimmyeatworldD) Hardcore: Agnostic Front ( http://www.myspace.com/agnosticfront) Deathcore: Job For A Cowboy ( http://www.myspace.com/jobforacowboy) Frickel-Deathcore: War From A Harlots Mouth ( http://www.myspace.com/warfromaharlotsmouth) Grindcore: Brutal Truth ( http://www.myspace.com/brutalfuckingtruth) Post-Hardcore: Emarosa ( http://www.myspace.com/emarosa) miteinander gemein? Zumal Entomb The Machine ha schließlich gar keinen -core, sondern Techno Thrash mit Death-Schlagseite spielen 
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 9. November 2010, 16:51
Ich glaube, dass das -core-Suffix eine ziemlich beängstigende Eigendynamik entwickelt hat. Ursprüngliche Intention der Genrebezeichnung "Metalcore" dürfte die Botschaft gewesen sein, dass man mit der gebotenen Musik eine Zielgruppe unter Hardcorelern und unter Metallern avisiert hat. Ist ja kein neues Phänomen mehr, aber ich kann - wohl mangels fundierten Hardcore-Backgrounds - oft nicht nachvollziehen, was an diversen Bands denn nun wirklich das Core-Element sein soll. Das geht bei mir schon mit Bands wie Napalm Death los, die ich - wüsste ich nicht um die gängige Schubladisierung - zumindest ab Mitte der Neunziger problemlos unter Death Metal subsumiert hätte. Auch die Trennlinie zwischen Metalcore und Melodic Death ist ja oft so fein, dass man sie glatt übersehen könnte. Zum modernen Thrash verhält es sich kaum anders.
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von OldSchoolFreak » Dienstag 9. November 2010, 21:39
@Hugin: sicher sind die technisch sehr gut an ihren Instrumenten aber wenn ich Technik möchte gehe ich ins Deutsche Museum  klar sind die Trennlinien sehr dünn geworden und es haben sich viele alte Bands dem "Trend" auch angepasst was natürlich sehr schade ist aber da kann man nichts machen. ich lehne diesen "Trend" komplett ab da es nicht das ist was ich unter Metal verstehe!!
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von frankjaeger » Dienstag 9. November 2010, 23:14
Hm. Seltsam. Diese Grundeinstellung widerspricht meinem Musikverständnis komplett. Was für ein Label drauf ist, ist doch wurscht, es gibt nur Musik, die mir gefällt, und solche, die es nicht tut. Ich mag keinen Death Metal! Außer Death, Bolt Thrower und Unleashed. Und keinen Black Metal. Außer Ihsahn und Bal Sagoth. Und keinen Reggae. Aber Fischer Z. Und keinen Schlager. Aber Peter Maffay ist toll. Und keinen Hip Hop. Habe aber mehrere Eminem-Cds, die ich regelmäßig mal auflege.
Wie man es nennt, ist egal. Es ist Frank-Musik oder nicht. Wie sagte Rüdiger so schön: Er steht 100% auf Metal, wenn er also etwas mag, ist es per Definition Metal. Gut gesagt.
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von OldSchoolFreak » Dienstag 9. November 2010, 23:43
ist Metal Musik 
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von OldSchoolFreak » Dienstag 9. November 2010, 23:47
ich kann auch nicht auf ein "harley davidson" treffen mit einer "honda" fahren und sagen ist doch egal ist ja alles nur Motorrad
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von Drumtier » Mittwoch 10. November 2010, 01:15
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich glaube, dass das -core-Suffix eine ziemlich beängstigende Eigendynamik entwickelt hat. Ursprüngliche Intention der Genrebezeichnung "Metalcore" dürfte die Botschaft gewesen sein, dass man mit der gebotenen Musik eine Zielgruppe unter Hardcorelern und unter Metallern avisiert hat. Ist ja kein neues Phänomen mehr, aber ich kann - wohl mangels fundierten Hardcore-Backgrounds - oft nicht nachvollziehen, was an diversen Bands denn nun wirklich das Core-Element sein soll. Das geht bei mir schon mit Bands wie Napalm Death los, die ich - wüsste ich nicht um die gängige Schubladisierung - zumindest ab Mitte der Neunziger problemlos unter Death Metal subsumiert hätte. Auch die Trennlinie zwischen Metalcore und Melodic Death ist ja oft so fein, dass man sie glatt übersehen könnte. Zum modernen Thrash verhält es sich kaum anders.
Eins nach dem andern, also hier mal Zustimmung. Die Grenzen verschwimmen, logisch, aber das ist ja schließlich in allen lebenden und sich bewegenden Systemen so, ob das jetzt Musik, Sprache oder sonst was ist. Und obwohl Niederländisch und Deutsch sehr ähnlich ist, ist die Unterscheidung der beiden doch auch sinnvoll, oder? Dass zwischen gewissem Melodic Death und sogenanntem Metalcore oft nur ein zu erahnender Unterschied ist ebenso wie zwischen manchem technischerem Death mit Grindcore-Einschlag und Deathcore versteht sich in dem Zusammenhang ja auch von selbst. OldSchoolFreak hat geschrieben:ich kann auch nicht auf ein "harley davidson" treffen mit einer "honda" fahren und sagen ist doch egal ist ja alles nur Motorrad
Richtig. Bei aller Friede-Freude-Eierkuchen-Wir sind ja alle nur Metaller/Menschen/Atome/etc-Mentalität ist es ja auch kein Verbrechen Unterscheidungen zu treffen. Dass es gleichzeitig nicht dazu führen sollte, manche Bands einfach nur wegen dem Etikett schon von Anfang an abzulehnen, speziell bei solch eng verwandten Genres, ist ja wieder selbstverständlich. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das wäre es aber auch nicht, wenn die Einflüsse noch tiefer im Tech-Death und weniger im Deathcore lägen, oder wenn es weniger modern wäre. Einen wirklich prägnanten eigenen Charakter haben die meisten Nachwuchsbands in den Bereichen Tech-Death und Old-School-Death ja auch nicht. Das einzige was sie vom Nachwuchs im technischen Deathcore/Metalcore unterscheidet, ist, dass es um ihre Vorbilder keinen Hype gibt.
Wieder Zustimmung. Und gerade die Tatsache, dass es um die Vorbilder in erwähnten Subgenres einen derartigen Hype gibt, der dementsprechend viele neue Bands anlockt macht das ganze zu einem Trend. Die Tatsache, dass in einem Trend und unter vielen Bands auch eine proportional damit ansteigende Häufigkeit von schlechten Bands anzutreffen ist, ist auch nur eine Sache der Statistik. Wenn einem dazu auch die anderen, vielleicht besseren Bands nicht sonderlich gefallen, obwohl man ansonsten ganz ähnliche Musik hört, kann man meiner Meinung nach durchaus auch davon reden, dass einem der Trend auf die Nerven geht. Dieser Eindruck wird noch dazu unterstützt, wenn viele große, erfahrene Bands plötzlich ebenfalls auf den Zug aufspringen/mitentwickelt haben/zufällig in die selbe Richtung gehen, weil sie sich ja sowieso nicht um die Musik(bezeichnung) scheren und nur ihre Kunst verwirklichen wollen, die ursprünglich aber mal richtig gute Fallgschiffe ihrer Zunft waren (Cryptopsy, Psycroptic, Liste endlos fortsetzbar). Von daher verstehe ich umgekehrt nicht, was jetzt das große Verbrechen an der Bezeichnung -Core ist oder daran, viele der betreffenden Bands ganz einfach nicht gut zu finden 
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 10. November 2010, 03:37
Öhm... ich glaube, wir reden da irgendwie an einander vorbei. Ich stehe sicher nicht im Ruf ein Verteidiger oder gar ein Gutfinder des -Core zu sein. Grob geschätzt 95% der so betitelten Bands interessieren mich nicht, oder gehen mir auf die Nerven. Je mehr cleane Vocals sie einsetzen, umso mehr... *g*
Ich meine nur, festzustellen, dass eben das Zusammenspiel der Tendenz inzwischen immer mehr Metal Bands auch unter dem "-Core"-Begriff zu vermarkten und der in Metallerkreisen weit verbreiteten Attitüde "-Core mag ich nicht", dazu führt, dass Bands recht schnell durchs Raster potentieller Zielpersonen fallen, die eigentlich kaum "-Core" sind, oder noch vor zehn Jahren niemals mit diesem Etikett versehen worden wären. Das hat jetzt nur insoweit mit Entomb The Machine zu tun, als dass ich persönlich die Band nicht allzu core-ig finde, ist aber im Übrigen eine eher allgemeine Feststellung.
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von Drumtier » Mittwoch 10. November 2010, 21:58
Hab jetzt eigentlich eh so etwas in die Richtung erwartet, weil, klar, auch ich wollte dir nicht "unterstellen" hier der größte -Core-Fan zu sein, musste aber doch auch noch meine Sicht der Dinge anbringen. Weil ich andererseits ein wenig in Betracht gezogen habe, dass möglicherweise auch ich mit jenen in deinem zweiten Absatz gemeint sein könnte, wollt ich eben das noch ausschließen. Also gut, Fazit: Wir haben beide Dinge dementiert, die nie jemand behauptet hat. Ist es nicht herrlich über 300km Entfernung über Musik zu diskutieren? Ganz im Ernst, ich finde schon 
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