Ich wähle jetzt die Thrash-Schublade, weil die Band daher kommt. Sonst passt ja auch nichts.

Ähm, also, ich wollte für Permafrost eine kurze Beispielauswahl für Skyclad zusammentragen. Das hat nicht geklappt und ist eventuell etwas eskaliert... Das hier ist jetzt eine kurze Vorstellung aller Skyclad-Alben bis 2001 (d.h. Martin Walkyiers Abgang). Ich hoffe, Permafrost (und vielleicht noch jemand) kann damit etwas anfangen.

1991 - Wayward Sons of Mother Earth
Das war zu weiten Teilen noch Thrash-Metal und die Fidel nicht so präsent, wie sie es später sein sollte. Auch wenn das Album noch nicht unbedingt repräsentativ für den Stil über die gesamte Schaffensperiode ist, ist es doch wohl sowas wie mein liebstes Album, auch wenn ich das bei Skyclad eigentlich nicht sagen kann. Ach ja, nebenbei natürlich eines der allerfrühesten Folk-Metal-Alben.

The Sky Beneath My Feet - Der Opener ist gleichzeitig auch ziemlich repräsentativ für den Sound des Albums, recht harter Thrash, ab und zu angereichert mit Fidel.
The Widdershin's Jig - Der folkigste Song des Albums, ein guter Fingerzeig, auf das was sich danach entwickeln sollte.
Terminus - Das phantastische Finale des Albums und einfach nur ein durch und durch genialer Thrash-Song.
1992 - A Burnt Offering For The Bone Idol
Dieses Album ist tatsächlich erst so mit als letztes in meine Sammlung gewandert, denn das muss man gebraucht kaufen, und die Preise sind nicht ohne.
Im großen und ganzen auch noch stark in Richtung Thrash gelehnt, aber man spürt bereits eine leichte Veränderung gegenüber seinem Vorgänger, so wirkt die Fidel hier noch etwas organischer in die Stücke integriert. Ich glaube, einige Leute halten das für das beste Album der Band. Die Meinung teile ich nicht, vermutlich kam ich einfach zu spät dazu, trotzdem toll!
https://www.youtube.com/watch?v=nD9zi_WliSA - Der Song ist wohl so etwas wie der "große Hit", zumindest habe ich den Eindruck. Mir selbst gefallen andere auf dem Album noch deutlich besser, etwa...
Salt On The Earth (Another Man's Poison) - und...
The Declaration Of Indifference - Von dem hatte ich auch lange einen Ohrwurm... "Pledge allegiance to pretence - The white flag of indifference"
1993 - Jonah's Ark
Wieder eine kleine aber feine Soundevolution, die Fidel wird immer präsenter, der Härtegrad nimmt etwas ab, dazu spielt Martin NOCH mehr mit der Sprache, jetzt wird es auch langsam schwer für mich, eine Auswahl für passende Stücke zu treffen... Achso, das Cover-Artwork ist natürlich auch richtig, richtig schön!
The Wickedest Man In The World - Für mich eines der coolsten Riffs der Band!
Earth Mother, The Sun & The Furious Host - Wo ich die Texte schon anspreche muss ich den Song dann natürlich auch nennen. Jedes mal wieder eine Freude dem wütenden Engländer zuzuhören. Clever, aggressiv, und man möchte trotzdem irgendwie dazu tanzen...
1994 - The Prince Of The Poverty Line
Der nächste Kandidat für mein liebstes Album (wie gesagt, stelle ich bei der Band lieber nicht auf...). Stilistisch war die Band hier da angekommen, wo sie offensichtlich hin gehört, danach ging es noch weiter in Richtung Folk, dann wieder etwas zurück zu diesem Sound hier, das hier ist die perfekte Mischung. Und im Grunde jeder Song ein Hit. Was nehm ich nun?
The Land Of the Rising Slum - Natürlich dem erstem Über-Hit des Albums. Nicht nur ein toller Songtitel, sondern dann auch die passende Lieferung dazu. Ich bin gerade beim durchhören WIEDER begeistert, wie toll die Band einfach ist, das wird wieder lange nicht aus dem Ohr gehen...

The One Piece Puzzle - Und den zweiten Über-Hit gibt es gleich hinterher. Deutlich ruhiger als das andere Stück, aber intensiv und melancholisch nachdenklich wie sonst was...
1995 - The Silent Whales Of Lunar Sea
Stilistisch würde ich dieses Album und seine Vorgänger alle in eine Phase stecken, hier hört man zum ersten mal Georgina Biddle an der Fidel und den Keyboards, die sollte diesen Posten dann auch behalten, nachdem der zuvor einige Male wechselte. Beim Titel des Albums hat sich die Band hier selbst übertroffen, von wegen Doppeldeutig und so. Phonetisch ist dieser nämlich quasi identisch zu "the silent wails of lunacy".
Just What Nobody Wanted - Dieser Song läuft sehr, sehr oft bei mir, wenn es gerade mal blöd läuft. Thematisch irgendwie recht passend

A Stranger In The Garden - Etwas untypisch für die Band, aber es ist einer meiner absoluten Lieblinge, daher nehme ich den hier dazu. Ich fühle mich bei dem Stück einfach gut. Wenn ich mich recht erinnere, ist das Stück auf Griechenland bezogen, wo die Band wohl einige sehr gute Erfahrungen gesammelt hat. Erhebend und beruhigend sind Attribute, die ich diesem Song verpassen würde. Dazu mal ein Stück, in dem Martin nicht wütend wirkt.
(Davon wurden es mit der Zeit übrigens immer mehr...) Die Textzeile "It's a thinking man's Valhalla" ist dazu einfach nur wunderbar!1996 - Irrational Anthems
Das war für mich persönlich das zweite Skyclad-Album, wenn ich mich recht erinnere und lange Zeit maßgeblich für mich. Und wohl auch verantwortlich für diese große Liebe. Heute tatsächlich wohl mein am wenigsten gehörtes, warum auch immer.
Hier konnte ich das erste Mal nicht den Song nehmen, den wollte. Denn "The Wrong Song" ist nur einmal bei Youtube zu finden und da in einer ziemlich lausigen Qualität. Egal, das Album hat genug:
Penny Dreadful - Abrechnung mit der Musikindustrie, und das musikalisch ziemlich vergnüglich.

The Sinful Ensemble - Dieses Stück war eines der ersten, bei denen ich mich richtig ernsthaft mit dem Text beschäftig habe. Kein Wunder, bei den ganzen vorkommenden Namen.

1996 - Oui Avant-Garde à Chance
Der Titel ist in Französisch ziemlicher Nonsense, wenn man ihn aber Englisch ausspricht, sollte man drauf kommen, was es heißen soll.

Das Album besteht zu einem Drittel aus Cover-Versionen und Remixes (jeweils zwei), daher dachte ich lange, es sei eher eine EP oder so.
Jedenfalls würde ich der Band spätestens hier so etwas wie den Übergang in eine neue Schaffensphase unterstellen, (noch) mehr Folk, (noch) weniger Härte.
Great Blow For A Day Job - Das dürfte das bisher folkigste Stück dieser Link-Sammlung sein, tut dem Spaß natürlich gar keinen Abbruch. (Tatsächlich versteht man die tollen Texte jetzt noch besser.
)A Badtime Story - Aber harte Gitarren gibt es auch hier noch... Und düster geht auch weiterhin.
1997 - The Answer Machine?
Die logische Folge der Entwicklung ist dann schließlich das folkigste Album der Band, so richtig Metal würde ich das auch nicht mehr unbedingt nennen, aber die Namensgebung ist ja eh wurscht. Qualitativ hat die Band eh nichts eingebüßt, auch wenn ich zu diesem Werk durchaus auch schon negatives gehört habe. Manche Leute brauchen den Metal-Sticker wohl um seiner selbst willen.
Building A Ruin - Auch so ein Ohrwurm-Hit.
The Thread Of Evermore - Mein persönliches Album-Highlight.
1999 - Vintage Whine
Mein erstes Skyclad-Album. Ehrlich muss ich sagen, dass es von der Hit-Dichte her wohl mit das Schwächste ist, aber das macht es noch nicht zu einem schwachen Album. Die Produktion ist hervorragend (wobei sie das auch früher schon war, aber das hier ist schon irgendwie noch eine Ecke fetter) und die Band wird wieder härter. Dazu gibt es wieder ein herausragendes Artwork (nachdem die beiden vorherigen Veröffentlichungen da etwas schwächelten). (Nehme ich das Layout IM Booklet mit dazu, ist das Album in dieser Hinsicht das beste!)
On With Their Heads - Wie gesagt, wieder härter, und immer noch total folkig.
Cancer Of The Heart - Ich gehe mal davon aus, dass dieser Song der Anfang meines Bass-Gitarren-Fetischismus war.
Bis heute eines meiner Lieblingsstücke!2001 - Folkemon
Das war Martins letztes Album mit der Band. Eine Tatsache, der ich bis heute noch hinterher trauere, denn ausser einem Album seines Projekts "The Clan Destined" ist er seitdem für die Musik quasi verloren. Ein echter Verlust.
Dafür war sein letztes Album mit Skyclad dann auch noch einmal ein richtiger Big Bang. Hier gibt es den Sound des Vorgängers mit der Hitdichte der Hochphase, ich kann über das Album einfach nichts Negatives sagen. Und das Artwork ist auch einfach nur Kult, genau wie der Titel!
The Great Brain Robbery - Was für ein Opener! Tolles Wortspiel und der Song bleibt keinen Deut zurück, da ist direkt Dampf auf dem Kessel!
...... Schon geschrieben, dann festgestellt, ich finde den Song nicht... 
Crux Of The Message - Ersatzweise dann das hier, auch toll.
The Disenchanted Forest - Eine fast schon epische Darbietung, die in Sachen "Heavyness" meiner Meinung nach auch fast auf "Burnt Offering" stehen können.
You Lost My Memory - Dieses lyrische Sahnestück habe ich ja an anderer Stelle schon beworben. Einfach nur wunderschöne Lyrik mit ebenbürtiger Musik!
Die beiden Alben ohne Martin habe ich im Verhältnis sehr selten gehört und müsste mich erst noch einmal mit ihnen beschäftigen, um da auch etwas sinnvolles zu sagen zu können. Mal sehen, mache ich vielleicht noch.


