111 Alben, die die Welt nicht braucht.

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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Eike » Montag 1. November 2010, 01:50

*knutscher für die schöne tom-vorstellung*
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Loenz » Montag 1. November 2010, 13:08

Tom Waits fand ich schon bei Eike cool.

Lunar Aurora, find ich auch gut. Schöne abwechslungsreiche Raserei. Sehr atmosphärisch. Ich glaub ich lass mir von Jesus mal ein Tape mit abwechslungsreichen Black Metal machen. Kann ich noch wat lernen.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Mittwoch 3. November 2010, 09:23

KING CRIMSON - In the Court of the Crimson King
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Veröffentlichungsjahr: 1969
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Genre: Was wohl?

Ein in vielerlei Hinsicht wichtiges, wegweisendes, bahnbrechendes und eben auch konsensfähiges Album, über das wohl kaum jemand hier etwas Schlechtes zu sagen vermag. Kennt auch jeder. Und jeder, der es nicht kennt, sollte dies schleunigst ändern.

Auf die Tränendrüse: Epitaph
Schräger Jazz und frühe Heavy Metal-Klänge: 21st Century Schizoid Man
Herrlicher Kitsch: In the Court of the Crimson King


MOURNING BELOVETH - The Sullen Sulcus
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Veröffentlichungsjahr: 2002
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Genre: Death Doom Metal

Melodischer Death Doom ohne Heulsusen, Gotenkitsch, Keyboard-Gedudel oder Trällertanten ist wesentlich rarer gesät, als man meinen möchte. Überhaupt ist Death Doom mit Eiern seltener als das weichgespülte Rumgegurke, aber MOURNING BELOVETH sind eine der ganz wenigen Bands, die den Mittelweg gehen. Genau das richtige Maß aus Melodie und fetten Riffs, großartiger Leadgitarre, erdrückender Schwere, wuchtigen, treibenden Songs, fiesen Growls und wohligem Klargesang.

So ein Song wie 'The Words That Crawled' ist die Definition von melodischem Death Doom. Jetzt gerade sorgt auf Youtube 'The Insolent Caul' dafür, dass ich sofort das Bedürfnis verspüre, die Platte aus dem Schrank zu holen.

Herrliches Album, auf welches mich übrigens vor siebeneinhalb Jahren diese Seite hier aufmerksam machte. Diese Rezension gelesen und gedacht, das muss doch was für mich sein. Stimmte auch, obwohl der Herr Kempf im dritten Absatz viele Dinge sagt, die aus meiner Sicht absolut nicht stimmen. Hält sich trotzdem seitdem hartnäckig weit oben in meiner kleinen Liste. Gratulation, pm.de ;)

Weitere Beispiele:
Anger's Steaming Arrows
It Almost Looked Human
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 3. November 2010, 10:14

ein Doppelschlag, mit dem ich sehr gut leben kann - hab ich zwar beides nicht, gehört aber jeweils zur Kategorie "gut zu hören".
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Loenz » Mittwoch 3. November 2010, 12:25

King Crimson und im speziellen diese Platte sind natürlich grandios.

Morning Beloveth find ich auch gut, gerade diese Erzähl Singstimme passt schön zum 1. Lied.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Donnerstag 4. November 2010, 07:49

NEGURĂ BUNGET - Om
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Veröffentlichungsjahr: 2006
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Genre: Irgendwas mit langweiligem Black Metal

Und noch einmal geht's nach Transsylvanien, auf eine spirituelle Reise über waldige Berglandschaften, auf die uns u.a. die 'Ţesarul de Lumini', die Lichtweber, mitnehmen (hier leider in leicht gekürzter Form). Etwas heftiger und komplexer geht es zu beim stillen Wissen von 'Cunoaşterea Tăcută'. Antike dakische Stämme haben ihren Spaß beim wolkigen 'Norilor' und dem wurzeligen 'Înarborat', welches gekonnt schwarzmetallische Kunst auf höchstem Niveau mit etwas verwebt, was man weitläufig als Volksmusik bezeichnen möchte (ist es übrigens nicht, aber es klingt trotzdem cool).Wer wirklich etwas rumänische Volksmusik sucht, wird aber bei 'Hora Soarelui' fündig. Beschworen wird das Dunkel der Nacht, der Wald, die Ahnen, der Himmel mit all seinen Sternen, die Erde, die uns einst gebar und auch wieder zu sich holen wird. Kein Satan, kein Grimmigsein, keine antiken Heiden, die Christen abschlachten, einfach nur Black Metal mit Tiefgang in all seiner Schönheit. Wobei der eine oder andere lyrisch abgeschlachtete Christ das Album sicherlich auch nicht schlechter gemacht hätte ;)


PORTISHEAD - Third
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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Genre: Trip-Hop ist es definitiv nicht. Industrial Pop?

Mir fällt gerade auf, dass so ein simpler Titel wie "Third" und das entsprechend einfache Cover dem Album irgendwie nicht gerecht werden. Nun ja, nach 11 Jahren Wartezeit dürfte dem einen oder anderen Fan solche Düstermucke wie 'Machine Gun' und 'Threads' so übel aufgestoßen sein, dass sie sich eh nicht mehr ums Cover kümmerten. Doch wer kann sich schon der Schönheit von 'The Rip' (inkl. ROLLING STONES-Zitat) oder dem mitreißenden Groove von 'Magic Doors' entziehen? Jeder der Songs platzt fast vor Geoff Barrows und Adrian Utleys Ideenreichtum, trieft vor Beth Gibbons Weltschmerz, den sie in ihre bezaubernde Stimme scheinbar samtig, aber durchdringend verpackt. Ein gewaltiges Album, welches mich hoffen lässt, dass uns die Band nicht noch einmal 11 Jahre auf den Nachfolger warten lässt.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 4. November 2010, 09:49

Portishead gefällt mir jetzt hier überraschend gut.
Vielleicht verwandel ich mich ja doch in eine Mischung aus Eike, Jesus und Loenz... ach ne... doch nicht :grins:


Negura Bunget ist total geil. Von denen brauche ich mal ne Scheibe!
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 4. November 2010, 10:29

Maudlin Of The Well: Das ist auf jeden Fall Mal interessant. Sehr vielschichtig. Waren da jetzt etwas Bläser? Die müssen nicht sein. 'Gleam In Ranks' gefällt mir sehr gut. Das ist mein Rhythmus.

Tom Waits: wie bei Eike. Kann ich nichts mit anfangen. Allein die Stimme, die sicherlich einen großen Teil des Reizes ausmachen soll, nervt mich massiv.

Lunar Aurora: Das fing ganz viel versprechend an, wurde mir dann im Bollerspeed aber zu unkontrolliert. Ab 4:30 etwa wird es dann wieder fein. Das ist sogar sehr gut.


King Crimson: Melotron-Könige.


Mourning Beloveth: Die hatten wir doch auch schon. Du entwickelst dich zum Konsenser schlechthin. Gefällt. Kraftvoll und mitreißend.

Negura Bunket: 'Norilor' ist klasse. Das geht ins Blut. Sonst eher weniger meins.

Portishead: Noch einmal angetestet. 'The Rip' ist in der Tat angegenehm. Aber die weiteren Titel zerren an meinen Nerven.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Loenz » Donnerstag 4. November 2010, 12:30

Negura Bunget find ich jetzt auch auf diesen Album gut hörbar. Ich denke da werde ich demnächst mal ein Album von kaufen. Die Om gefällt mir aber einen Ticken besser, scheint noch besser miteinander verwebt zu sein, bei den verschiedenen Elementen im Sound.

Die Third ist super.

Zu Jhonny aus Jesus, Eike und Loenz, könnte auf jeden Fall eine interessante musikalische Mischung herauskommen.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Freitag 5. November 2010, 07:40

Heute ein doomiger Doppelschlag aus den Vereinigten Staaten. 'merica, fuck yeah!

EVOKEN - Antithesis of Light
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Veröffentlichungsjahr: 2005
Land: Bild
Genre: Death Doom Metal (es ist kein Funeral Doom, liebe Youtube Uploader...)

Das Erscheinen dieses Albums hat unser Trommelviech natürlich schon vorhergesehen. Nach dem wesentlich melodischeren und melancholischeren Album von MOURNING BELOVETH bildet das hier einen hübschen Kontrast. Was das Spektrum des Death Dooms angeht, ist das hier mehr in der Tradition von fiesem Geknüppel der Marke DISEMBOWELMENT und WINTER, aber eben schon weiterentwickelt. Nicht mehr so roh, eher durchdacht, komplexer, etwas poliert, aber mindestens ebenso finster. 'In Solitary Ruin' knattert fies mit Blastbeats in Zeitlupe aus den Boxen und weckt das uralte Böse in Innsmouth*. Der Schrecken der Nacht führt zu 'Pavor Nocturnus' und die tonnenschweren Riffs vom Titeltrack walzen den Hörer platt wie Cthulhu höchstpersönlich, aber gerade die ruhigeren Momente zwischendrin wie auch in 'Accursed Premonition' mit den sparsam eingesetzten Synths sind nervenzerfetzend wie diese furchtbaren Ratten im Gemäuer... die einfach nicht aufhören wollen! Alles in allem bietet dieses Album genau das, was man sich von düsterem Doom erhoffen kann.

*Obwohl Innsmouth natürlich in Massachusets liegt, die Band aber aus New Jersey stammt. Aber dank diverser amerikanischer Sitcoms und Zeichentrickserien kann ich New Jersyaner nicht mehr ernst nehmen ;)


THE GAULT - Even as All Before Us
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Veröffentlichungsjahr: 2005
Land: Bild
Genre: JOY DIVSION meets SWANS meets THE CURE going Doom Metal

Irgendwann im Jahre 1998 fanden sich ehemalige, gegenwärtige und zukünftige Mitglieder von WEAKLING, DISPIRIT, AMBER ASYLUM und WORM OUROBOROS zusammen und entschlossen sich scheinbar, den originellsten und post-punkigsten Doom Metal zu spielen, den die Welt oder zumindest die Bay Area anno dazumal gehört hatte. Leider sollten dank dem Label noch 6 Jahre ins Land gehen, ehe das Album veröffentlicht wurde. Andernfalls würde die Band vielleicht als Vorreiter der modernen Post-Metal-Szene gelten. Tja, Schicksal.

Nach einem alle andere als überflüssigen Intro, welches die desolate Atmosphäre des Covers perfekt einfängt, marschiert 'Obliscence' los wie JOY DIVISIONs "Closer" auf Steroide, begleitet von einem Schwarm angepisster Hornissen, während Sänger Ed Kunakemakorn darüber verzweifelt jault und schreit wie eine Kreuzung aus Michael Gira und Ian Curtis.

An dieser Stelle war ursprünglich mehr Beschreibung der Songs inklusive Klangbeispielen geplant, aber die Technik bzw. das Internet macht mir einen Strich durch die Rechnung. Im Forum des Metal-Hammer gibt es hier eine treffende und lesenswerte Beschreibung und zumindest extrem gekürzte Samples von drei Songs gibt es auf Myspace zu hören. Leider war es mir ansonsten nicht möglich, online irgendwelche brauchbaren Beispiele zu finden.

Wie dem auch sei, das Album überzeugt durch abwechselnd stoisch-postpunkige und dann wieder sich windende, zu gewaltigen Höhepunkten aufschaukelnde Songs, dezenten Einsatz von Bassistin Loraine Raths Gesang, unglaublich verzweifelte Atmosphäre, schwere Riffs und eben Kunakemakorns leidendes Organ. Ein Jammer, dass dies sein einziger Ausflug ins Musikgeschäft bleiben sollte. Nun denn, vielleicht finden sich ein oder zwei Leute, die sich von den Samples auf Myspace angesprochen fühlen. Für mich immer noch eines der originellsten Alben, die die Bezeichnung Doom Metal verdient haben. Oder wie jemand auf Metal-Archives schrieb:

Maybe the one down side to the record to some is that it is too dark at times. However in evaluating music in-and-of-itself, Im hard pressed to find anything wrong with this album... For people who understand The Cure album "disintegration", Joy Division, and even The Doors- just throw in some black metal sensability- and The Gault is your solution...brimming with life...
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