Platz 1FATES WARNING – Long Day Good Night
Auf dieses Album war ich in diesem Jahr natürlich ganz besonders gespannt. Immerhin sind seit dem famosen Vorgänger (eigentlich hätte das wohl mein Album des Jahres 2016 sein müssen!) einer meiner Lieblingsbands bereits wieder vier Jahre vergangen. Und bei diesem Album schwingt nun auch noch mit, dass es das letzte der langen Bandhistorie sein könnte. Darauf deutet halt auch Einiges hin. Aber wer weiß das schon. Ich glaube Jim Matheos und Co. wissen das selbst noch nicht mal so genau. Anfangs fand ich das Album spitze. Und es kamen mir gleich Gedanken auf, dass das mein Album des Jahres werden könnte. Dann hatte das Teil bei mir auf einmal dann aber doch einen kleinen Durchhänger (siehe meine Anmerkungen im Thread). In den letzten Tagen habe ich es nun erneut mehrere Male angehört um herauszufinden, wo ich es hier einsortieren soll. Und letzten Endes komme ich zu dem Ergebnis, dass das Album den Platz an der Spitze einfach verdient hat. Ich will nicht denselben Fehler machen wie vor vier Jahren, auch wenn ich „Theories Of Flight“ wohl noch etwas stärker finde. Vom Sound her knüpft das Album schon am Vorgänger an, auch wenn er etwas „wärmer“ rüberkommt. Und insgesamt sind die Songs auf jeden Fall zugänglicher. Zudem wirkt alles etwas melancholischer und ruhiger. Gerne kritisiert wird bei dem Album ja auch die für FW ungewöhnlich lange Spielzeit von 72 Minuten auf 13 Songs. Der Gedanke kam mir zwar auch schon, aber hier ist andererseits aus meiner Sicht überhaupt keine Ausschussware dabei. Ich wüsste wirklich nicht, welchen Song man hier kürzen sollte oder müsste. Schön ist auch, dass mit „When Snow Falls“ ein Song etwas nach OSI klingt. Aber warum ist das Album schwächer als der Vorgänger? Vielleicht, weil dieses gleich zwei Longtracks der Marke Weltklasse enthielt. Mit diesen kann das hier dargebotene etwas skurrile und ungewöhnliche, aber trotzdem auch coole „The Longest Shadow Of The Day“ leider nicht ganz mithalten. Anderseits sind mit „The Destination Onward“ und „The Way Home“ noch zwei weitere ziemlich lange Songs enthalten, die beide verdammt stark sind und zu den Highlights des Albums gehören. Weiterhin muss unbedingt noch erwähnt werden, wie grandios Ray Alder hier wieder singt. Ganz fantastisch! Das klingt nun überhaupt nicht nach einer Band, die gerade kurz vor der Rente zu stehen scheint. Aber wenn es das letzte Album der Band bleiben sollte, dann wäre es ein perfekter Abtritt einer der besten Progbands aller Zeiten. Und die Protagonisten werden ja bestimmt auch noch anderweitig weiter tätig sein. Mal sehn. Das war es. Mein Album des Jahres 2020! Ich habe echt lange überlegt. Aber immer wenn ich mal ein anderes Album nach oben geschoben habe hat es sich einfach irgendwie dann doch falsch angefühlt. In diesem Jahr gehört das Album einfach an die Spitze.
Ich habe in diesem Jahr tatsächlich nur 13 "2020er Alben" gekauft plus die beiden Ihsahn EPs (welche ich hier nicht in die Wertung mit habe einfließen lassen). Schweren Herzens haben es die drei ausgezeichneten Alben von Secrets Of The Moon, Long Distance Calling und Caligula´s Horse nicht in die Top Ten geschafft. Ob das so richtig war? Ich hadere immer noch damit. Petrucci und Armored Saint haben kurz vor Schluss halt noch mal alles durcheinander gewirbelt. Aber irgendwie und irgendwann muss man sich halt entscheiden. Bei der Caligula´s Horse fehlt mir irgendwie der letzte Funke. Es klingt schon fast zu sehr nach Caligula´s Horse und kommt aus meiner Sicht auch klar nicht an den genialen Vorgänger ran. Vielleicht sehe ich das irgendwann einmal alles total anders. Aber im hier und jetzt war es kein Top Ten Album bei mir.Album des Jahres (seit ich bei powermetal unterwegs bin!)2005 NEVERMORE – This Godless Endeavor
2006 IHSAHN – The Adversary
2007 SIEGES EVEN – Paramount
2008 ENSLAVED – Vertebrae
2009 KATATONIA – Night Is The New Day
2010 IHSAHN – After
2011 DREAM THEATER – A Dramatic Turn Of Events
2012 CRIPPLED BLACK PHOENIX – Mankind (The Crafty Ape)
2013 STEVEN WILSON – The Raven That Refused To Sing
2014 PRIMORDIAL – Where Greater Men Have Fallen
2015 RIVERSIDE – Love, Fear And The Time Machine
2016 ODDLAND – Origin
2017 PAIN OF SALVATION – In The Passing Light Of Day
2018 PRIMORDIAL – Exile Amongst The Ruins
2019 DISILLUSION – The Liberation
2020 FATES WARNING – Long Day Good Night
Kommt gut ins hoffentlich für alle bessere neue Jahr 2021!