Sorcerer

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Beitragvon Havoc » Samstag 30. Mai 2020, 22:22

Es gibt hier keinen Thread der Schweden? Das ist ein Ding bzw. ein Unding. So. Jetzt gibt es einen. Wie bin ich eigentlich damals auf die Band aufmerksam geworden? Ich weiß es nicht mehr genau. Aber ich denke das erste Album wurde hier und im RockHard abgefeiert...und ich muss da gerade eine kleine Doomphase gehabt haben. Eingesackt...und gleich super gefunden. Vor allem den Gesang fand ich von Anfang an herausragend. Und auch die Mischung zwischen Rock, Heavy und Doom.

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Das zweite Album musste dann natürlich auch her...und es schlug ein wie eine Bombe...landete knapp "nur" auf Platz 2 meines Jahrespolls. Das Cover wurde von manch einem ja auch hier schon verschmäht. Ich finde aber, dass das durchaus noch eine düstere Aura hat und auch als passend durchgeht. Wenngleich es sicherlich schon ein wenig in Richtung "Mainstream" geht wenn man denn so will. Vielleicht aber auch nicht.

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Aber das Cover der neuen Platte, welche ich noch nicht gehört habe, ist wirklich ziemlich mies. Wie konnte der Band nur solch ein Fehlgriff passieren? Im Interview habe ich dann gelesen, wie der Coverzeichner heißt. Habe dann mal auf seiner Seite nachgeschaut. Ich will jetzt nicht zwingend sagen, dass das alles schlechte Kunst ist, aber ich finde, dass diese Bilder und der Stil eigentlich überhaupt nicht zu einer Doomkapelle wie Sorcerer passt. Naja. Entdeckt habe ich da auch das Coverbild der letzten Jag Panzer, welches ich auch nicht gut finde. Bin trotzdem sehr gespannt auf die Muisk. Das Album ist wohl Pflicht. Geile Band!

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Re: Sorcerer

Beitragvon Peter Kubaschk » Samstag 30. Mai 2020, 22:45

Ja, super Band. Auch das neue Album ist wieder stark geworden. Trotz des Covers.

Dir fehlt übrigens noch eine wirklich essentielle Veröffentlichung:
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Das sind die ersten beiden Demos, die unter dem Titel "Sorcerer" 1995 erstmals gemeinsam auf CD veröffentlicht wurden. Danach gab es noch zwei Auflagen 2011 und 2015 oder 16. Solltest du unbedingt Ausschau nach halten, ist nämlich genauso gut wie das umgedrehte Kreuz oder der König.
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Re: Sorcerer

Beitragvon Havoc » Donnerstag 2. Juli 2020, 23:42

Auszug aus dem RockHard Review...

Der Erfolg kam ganz sicher nicht über Nacht, aber mit ihrem neuen Album ist SORCERER endlich das gelungen, wovon die Konkurrenz nicht mal zu träumen wagt: „Lamenting Of The Innocent“ löst „Nightfall“ von Candlemass als DAS Referenzalbum im Bereich des Epic Doom Metal ab.

Mhh. Bei solchen Aussagen fragt man sich, ob derjenige das wirklich so sieht, oder ob er das nur schreibt um Leute (wie mich gerade) vor dem Ofen hervorzulocken. Vielleicht aber auch findet er "Nightfall" gar nicht mal so wahnsinnig toll? Keine Ahnung. Ich glaube ihm mal. Denn das neue Sorcerer-Werk ist wirklich wieder famos geworden. Und warum sollte man ein Album nicht einfach mal besser finden dürfen als ein über 30 Jahre altes Referenzwerk? Oft verherrlicht man die alten Kamellen vielleicht auch ein wenig zu sehr. Andererseits wiederum würde ich wohl die alten drei Werke mit Messiah am Mikro für kein anderes Doomalbum hergeben. Und das, obwohl ich Sorcerer wirklich für eine wahnsinnig tolle Kapelle halte. Vielleicht sogar für die beste aktive Metalband. Ich liebe die Vocals von Englund! Das neue Werk ist stellenweise wieder so dermaßen geil. Der Titeltrack z.B. Welche andere Band bekommt sowas hin? Auch zum anbeten finde ich das finale "Path Of Perdition". Einfach geniale Musik. Insgesamt finde ich das Album aber etwas gleichförmiger und auch doomiger als den Vorgänger, an welchem es für mich bis dato auch noch nicht vorbeikommt. Ich bin selbst gespannt wie sich das Album noch weiter so schlägt auf die Dauer. Und trotz aller Größe...ein "Nightfall" ist ein in Stein gemeißeltes Monument. Das kann man gar nicht ablösen oder ersetzen. Aber man kann es an dessen Seite stellen. Immerhin finde ich die Sorcerer-Alben deutlich stärker als z.B. das letzte Candlemass Album "The Door To Doom". Demnach ist Sorcerer für mich auf jeden Fall die aktuell beste Doom/Heavy Band. Wobei ich natürlich nicht alle kenne. Aber das dürfte klar sein. :)
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Re: Sorcerer

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 3. Juli 2020, 01:06

1)
Es mag sein, dass der Autor die neue Sorcerer besser findet als "Nightfall", auch wenn das irritierend wäre.

2)
Das darf er natürlich auch gerne tun. Es gibt bestimmt Leute, die finden die neue Majesty besser als "Into Glory Ride".

3)
Etwas als "Referenzalbum" zu bezeichnen, das vermeintlich einen der größten Genreklassiker ablösen (nicht etwa nur in einer Reihe mit jenem stehen, NEIN, ABLÖSEN!) soll, ist aber etwas, das keine Geschmacksbezogenheit mehr ausdrückt, sondern musikhistorisch kontextualisiert und damit objektiviert. Vor dem Hintergrund ist die Aussage - wenigstens - höchst disputabel. Egal wie gut er, oder du, oder ich die neue Sorcerer auch finden mögen, sie wird "Nightfall" vielleicht in seiner individuellen Gunst ablösen (ernsthaft?), aber im Leben nicht als das Referenzwerk des epischen Dooms. Man mag es sich und den jüngeren Bands sogar wünschen, aber es wird nicht passieren. Ebenso wenig, wie eine AIRBORNE die "Back In Black" ablöst oder eine MGŁA die "De Mysteriis Dom. Sathanas". Sorry. ;-)
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Re: Sorcerer

Beitragvon Havoc » Samstag 4. Juli 2020, 15:43

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Es mag sein, dass der Autor die neue Sorcerer besser findet als "Nightfall", auch wenn das irritierend wäre.
Egal wie gut er, oder du, oder ich die neue Sorcerer auch finden mögen, sie wird "Nightfall" vielleicht in seiner individuellen Gunst ablösen (ernsthaft?)...


Stimmt alles was du schreibst. Aber dennoch muss ich schon auch sagen, dass es mich etwas wundert, dass du der neuen Scheibe und vor allem auch dem Vorgänger "nur" 8,0 Punkte gibst.
Eigentlich müßte das doch schon voll Dein Ding sein...und eigentlich vergibst du ja auch ganz gerne mal hohe Bewertungen ab. Warum hier nicht? Was fehlt Dir? Ist es das Songwriting? Sind sie Dir zu poliert? Der Sound? Das würde mich mal interessieren.
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Re: Sorcerer

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 6. Juli 2020, 18:40

Nun, im Endeffekt ist und war mir Sorcerer einfach immer zu generisch, um wesentlich mehr bei mir auszulösen als Applaus dafür, tadellosen, typisch schwedischen Epic/Power Doom Metal zu spielen. Das reicht mir dafür, die Scheiben gerne zu hören und auch in die Sammlung zu stellen, aber nicht dafür, mir so richtig ans Herz zu wachsen. Mir fehlen dafür einfach die absoluten Alleinstellungsmerkmale, die *ich* bei Candlemass eben zu Hauf finde, nach wie vor. Sorcerer sitzt halt bequem und ohne Fehl und Tadel zusammen mit Candlemass, Memory Garden, Memento Mori, Veni Domine, Faith und anderen im Schwedischen Doomboot. Der Sänger ist toll, aber ich finde ihn eben nicht in dem Maße originell wie Messiah Marcolin oder Johan Längquist, und ja, der Sound dürfte ein wenig mehr knarzen. Wobei die Punkte nicht entscheidend sind, für mich ist es tatsächlich so, dass Bands mit hoher Individualität und Einzigartigkeit mir deutlich mehr ans Herz wachsen, als "generisch gute" Bands. Deswegen kommt auch Ereb Altor bei aller Liebe niemals auch nur in Sichtweite von Bathory, selbst wenn die Leute von einem technischen Standpunkt her sagen mögen, dass die Band die Bathory-Vorlage sogar technisch verbessern würde etc...
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Re: Sorcerer

Beitragvon Eike » Montag 6. Juli 2020, 19:38

Rüdiger, du bist eine lebende Ikone von "Erste Liebe rostet nicht."
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Re: Sorcerer

Beitragvon Havoc » Montag 6. Juli 2020, 20:32

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Nun, im Endeffekt ist und war mir Sorcerer einfach immer zu generisch, um wesentlich mehr bei mir auszulösen als Applaus dafür, tadellosen, typisch schwedischen Epic/Power Doom Metal zu spielen. Das reicht mir dafür, die Scheiben gerne zu hören und auch in die Sammlung zu stellen, aber nicht dafür, mir so richtig ans Herz zu wachsen. Mir fehlen dafür einfach die absoluten Alleinstellungsmerkmale, die *ich* bei Candlemass eben zu Hauf finde, nach wie vor. Der Sänger ist toll, aber ich finde ihn eben nicht in dem Maße originell wie Messiah Marcolin oder Johan Längquist, und ja, der Sound dürfte ein wenig mehr knarzen.


Das kann ich gut verstehen. Ich würde auch keines der ersten vier Candleamass-Alben für Sorcerer hergeben. Und dennoch finde die Alben bedeutend besser als 8,0. Wobei nach erneutem hören der neuen Scheibe schon sagen muss, dass sie für mich in der Summe wohl nicht ganz das Niveau des Vorgängers halten kann. Englund sehe ich vor Längquist...aber nicht vor Messiah. Der hat ein höchst außergewöhnliches markantes Organ.
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Re: Sorcerer

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 6. Juli 2020, 23:13

Gut, was Eike sagt, spielt natürlich auch mit.

Johan Längquist war der Sänger auf dem allerersten Doom-Album, das ich jemals gehört habe. Nur des Covers wegen gekauft, und aus dem nichts geflasht, wie man so langsam und doch so unglaublich heavy spielen kann. Die Epicus Doomicus Metallicus und später dann die Nightfall sind irrsinnige Monumente für mich. Hätte nie gedacht, Johan nochmal über einen Live-Gastauftritt hinaus bei Candlemass zu hören. Da spielen dann halt Emotionen mit, die man nicht wirklich rational erklären kann.

Gerade im April und Mai war ich von "Generika" stellenweise echt genervt und da war in dem Moment für SORCERER nicht mehr drin "Ein Album, das man häufiger auflegen wird.", denn um die Hits zu entdecken, war ich dem Genre gegenüber in dem Moment offenbar einfach nicht offen genug. Wenn ich auf einem ausgeprägten Doom-Trip sein sollte, könnte das natürlich auch gut etwas höher liegen.
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Re: Sorcerer

Beitragvon Eike » Dienstag 7. Juli 2020, 01:09

Oder du legst stattdessen lieber nochmal die überragende "Nightfall" auf und verlierst dich in Marcolins Stimme.
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