Katatonia

Re: Katatonia

Beitragvon Drumtier » Sonntag 3. Mai 2020, 16:42

Also ich habs jetzt zweimal durch und meine Meinung ist noch gespalten. Die TOOL-Vergleiche kommen mir immer noch manchmal in den Sinn, auch wenn sie keineswegs offensichtlich sind. Aber so ganz abzustreiten ist eine gewisse Prog-Affinität nicht, die mir aber nicht immer ganz stimmig vorkommt. Entweder Prog oder ihr bewährter Dark Rock, aber bei all den musikalischen, besonders rhythmischen Spielereien immer noch auf ihre Atmosphäre zu setzen funktioniert für mich nicht. Da müsste man das Synkopen-Gehüpfe ein bisschen zurück nehmen und dosiert an die Stimmung anpassen oder eben voll auf die Prog-Schiene setzen.

Ich meine sogar, dass sie sich selbst dieses Problems bewusst sind, weil sie mit Heart Set To Divide und Untrodden zwei Songs an den Beginn und das Ende gesetzt haben, die eher leicht ins Ohr gehen und eine schöne Balance aus Stimmung und "technischem" Anspruch finden. Das, um die Hörer mit einem guten Eindruck zu empfangen und entlassen, dazwischen wird sich ein bisschen ausgetobt und das ist für mich nicht Fisch und nicht Fleisch. Besonders nach dem Eröffnungs-Trio tu ich mir extrem schwer, mich an irgendwas festzusetzen. Heart Set To Divide aber hat das Zeug für einen Song des Jahres, der gefällt mir ausgesprochen gut. :subber:
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Re: Katatonia

Beitragvon salisbury » Sonntag 3. Mai 2020, 22:30

Drumtier hat geschrieben:Also ich habs jetzt zweimal durch und meine Meinung ist noch gespalten. Die TOOL-Vergleiche kommen mir immer noch manchmal in den Sinn, auch wenn sie keineswegs offensichtlich sind. Aber so ganz abzustreiten ist eine gewisse Prog-Affinität nicht, die mir aber nicht immer ganz stimmig vorkommt. Entweder Prog oder ihr bewährter Dark Rock, aber bei all den musikalischen, besonders rhythmischen Spielereien immer noch auf ihre Atmosphäre zu setzen funktioniert für mich nicht. Da müsste man das Synkopen-Gehüpfe ein bisschen zurück nehmen und dosiert an die Stimmung anpassen oder eben voll auf die Prog-Schiene setzen.

Ich meine sogar, dass sie sich selbst dieses Problems bewusst sind, weil sie mit Heart Set To Divide und Untrodden zwei Songs an den Beginn und das Ende gesetzt haben, die eher leicht ins Ohr gehen und eine schöne Balance aus Stimmung und "technischem" Anspruch finden. Das, um die Hörer mit einem guten Eindruck zu empfangen und entlassen, dazwischen wird sich ein bisschen ausgetobt und das ist für mich nicht Fisch und nicht Fleisch. Besonders nach dem Eröffnungs-Trio tu ich mir extrem schwer, mich an irgendwas festzusetzen. Heart Set To Divide aber hat das Zeug für einen Song des Jahres, der gefällt mir ausgesprochen gut. :subber:


Mir geht es in etwa genauso. Die Band finde ich immer noch gut bis sehr gut, aber die alte Magie ist weg-geproggt.
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Re: Katatonia

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 3. Mai 2020, 23:12

Also kein Überraschung, dass mir das Album gut gefällt, oder? Wobei ich da in punkto Note ganz bei dir bin. Magisch war KATATONIA für mich ja eh noch nie wirklich (außer vielleicht bei 'The Future Of Speech')
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Re: Katatonia

Beitragvon Havoc » Montag 4. Mai 2020, 00:05

Drumtier hat geschrieben:Die TOOL-Vergleiche kommen mir immer noch manchmal in den Sinn, auch wenn sie keineswegs offensichtlich sind.


Die sind sogar noch weniger als "keineswegs offensichtlich". Ich muss hier so gut wie gar nicht an Tool denken (auch wenn mir die neue Tool immer noch fehlt! :P ).

Aber so ganz abzustreiten ist eine gewisse Prog-Affinität nicht, die mir aber nicht immer ganz stimmig vorkommt. Entweder Prog oder ihr bewährter Dark Rock, aber bei all den musikalischen, besonders rhythmischen Spielereien immer noch auf ihre Atmosphäre zu setzen funktioniert für mich nicht. Da müsste man das Synkopen-Gehüpfe ein bisschen zurück nehmen und dosiert an die Stimmung anpassen oder eben voll auf die Prog-Schiene setzen.


Das kann ich schon nachvollziehen. Etwas proggy ist es auf jeden Fall. Mal mehr mal weniger. Man kann das zwar so sehen, ich bin aber eher der Meinung, dass gerade diese sehr unterschiedlichen und sehr kreativen Songs das Album sehr frisch wirken lassen. Und dennoch passt alles ziemlich gut zusammen und erschafft durchaus eine gewisse Atmosphäre. Nur auf den bewährten "Dark Rock" zu setzen wäre evtl. zu einfach und langweilig gewesen. Und ein reinrassiges Progalbum will man von Katatonia doch eigentlich auch nicht haben. Das sollten andere Bands machen. Ich finde diesen Mittelweg sehr gelungen. Es ist für mich also eher Fisch und Fleisch (im positiven Sinne). :)

Ich meine sogar, dass sie sich selbst dieses Problems bewusst sind, weil sie mit Heart Set To Divide und Untrodden zwei Songs an den Beginn und das Ende gesetzt haben, die eher leicht ins Ohr gehen und eine schöne Balance aus Stimmung und "technischem" Anspruch finden.


Der Opener und das Finale sind schon eher typischere Kata-Songs. Das kann schon sein. Aber ich glaube dennoch nicht, dass die Band das gemacht hat, weil sie hier irgendwo ein Problem gesehen hat. "Untrodden" ist z.B. einfach ein typischer gelungener Abschluss. Der passt genau das eben viel besser hin als fast alle anderen Songs des Albums. In einem Interview habe ich auch gelesen, dass sie sehr viel Wert auf die Positionierung der Songs legen. Aber wer weiß das schon. Vielleicht hast du auch Recht. ;-)

Heart Set To Divide aber hat das Zeug für einen Song des Jahres, der gefällt mir ausgesprochen gut.


Der ist auf jeden Fall sehr stark. Aber für mich ist das nicht so zwingend der Übersong. "Rein" finde ich auch sehr toll. Der Discohit ist für mich ganz klar "The Winter Of Our Passing".
Einen Ausfall gibt es auf dem Album nicht.

Bis dato kann ich jedenfalls sagen, dass ich das Album gerade verdammt gerne anhöre. Es gibt viel zu entdecken, macht Freude, klingt toll und schaut auch noch gut aus. Bin mehr als zufrieden. Schön, dass es diese tolle Band noch gibt.
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Re: Katatonia

Beitragvon Eike » Montag 4. Mai 2020, 01:18

Für mich war das lange die Band, deren Songs zwar gut sind, für sich genommen, die mir auf Albumlänge dann aber doch zu rifflastig und monoton daherkam. Insofern habe ich nichts gegen ein bisschen dazwischen geproggte Auflockerung. Wirklich magisch fand ich "Brave Murder Day" und "The Fall of Hearts", meine bislang liebsten Alben von KATATONIA. Ansonsten für mich halt eher so eine Single- als eine Alben-Band. Ich meine, wie geil ist bitte 'Unfurl'? 'Criminals' ist auch noch ein starker Song. Und schlecht halt wirklich nichts von ihnen. Ich bin schon gespannt auf das neue Album, will es mindestens einmal in Ruhe komplett hören. Aber ob ich es mir dann auch kaufen muss, da bin ich mir noch nicht so sicher. Ändert aber halt auch nichts daran, dass zwei durchweg hochwertige Alben wie "Brave Murder Day" und "The Fall of Hearts" die meisten Bands nicht hinbekommen, egal wie viele Anläufe sie dafür nehmen. Von daher: Einen Platz in meinem Herzen hat sich KATATONIA schon erspielt. Zu viel oder zu wenig Prog finde ich sowieso aber auch gerade hier eine völlig komische Diskussion. Ich würde ja erstmal anerkennen, wenn hier nicht einfach der ein, zwei, drei Male erfolgreich gewesene Stiefel immer wieder mehr oder weniger gleich heruntergedudelt wird. Aber gut, Metalfans und Veränderung, das war ja schon immer ein schwieriges Verhältnis...
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Re: Katatonia

Beitragvon pit123 » Montag 4. Mai 2020, 10:23

Ich hab nun auch ein paar Durchgänge hinter mir und was soll ich sagen: Dsa sind schon ein paar wirklich feine Melodien und Songs wie "Behind the Blood" (Gitarrenarbeit) oder "Rein" (Prog?) drauf oder auch der Auftaktsong, aber insbesondere auch "City Claciers", Ausfälle gibt es eigentlich keine, jedes Lied offenbart seine Details in Gänze erst mit der Zeit.

Der Gesang ist wirklich wie Balsam, ich denke, dass der Gesang mit den Jahren sogar (noch) besser geworden ist, markant und wirklich heraushörbar aus vielen.

In Summe würde ich - rein subjektiv - sagen, ein Album für unter dem Kopfhörer mitnehmen und treiben lassen und somit seiner melancholischen Stimmung den richtigen Soundtrack geben:-)

Insbesondere in diesen Tagen.

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Re: Katatonia

Beitragvon Havoc » Montag 4. Mai 2020, 20:49

pit123 hat geschrieben:...und somit seiner melancholischen Stimmung


Das mag schon auch stimmen...und Katatonia sind sicher keine Spaßmusik. Und dennoch empfinde ich die Band anscheinend als weniger traurig als viele andere.
Oft liest man Sachen wie...Trauerkloß, depressiv...etc...ich finde die Musik von Katatonia gar nicht so "schlimm". Dann schon eher als 4-min Hitfeuerwerke die dennoch nicht
wirklich eingängig sind. Das ist aus meiner Sicht schon ganz große Kunst. Was die Band da seit "Viva Emptiness" veröffentlicht hat ist schon alles irrsinnig gut. Vielleicht sollte ich mir dann doch mal auch das Frühwerk holen. Fehlt mir immer noch. :-/
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Re: Katatonia

Beitragvon Eike » Montag 4. Mai 2020, 21:33

Ja, die Chef-Melancholiker sind das sicher nicht. Dark Rock trifft es ganz gut.
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Re: Katatonia

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 4. Mai 2020, 23:10

Peter Kubaschk hat geschrieben:Also kein Überraschung, dass mir das Album gut gefällt, oder? Wobei ich da in punkto Note ganz bei dir bin. Magisch war KATATONIA für mich ja eh noch nie wirklich (außer vielleicht bei 'The Future Of Speech')


Also auf dem Debüt waren sie für mich doch recht nah an Magie. Aber dann ließ es auch schnell nach. Kann aber mit Wandel bei Katatonia mehr anfangen als z.B. bei Anathema. Sprich bei den Schweden kann ich die Formensprache und Stimmung heute noch eher genießen als bei den Briten.
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Re: Katatonia

Beitragvon Havoc » Donnerstag 7. Mai 2020, 22:31

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Also auf dem Debüt waren sie für mich doch recht nah an Magie. Aber dann ließ es auch schnell nach.


Oh. Mich wundert, dass bei Dir überhaupt etwas katatonisches an Magie herankommt. Wenn, dann wird ja auch meist eher die "Brave Murder Day" genannt. Mir fehlen die ersten vier Alben noch. Die stehen alle auch eigentlich schon seit 15 Jahren auf meiner Einkaufsliste. ;-) :-/

Kann aber mit Wandel bei Katatonia mehr anfangen als z.B. bei Anathema. Sprich bei den Schweden kann ich die Formensprache und Stimmung heute noch eher genießen als bei den Briten.


Das kann ich schon verstehen. Katatonia haben meiner Ansicht nach einen tollen Weg hinbekommen. Anathema und Opeth sind da durchaus etwas krasser (vielleicht zu krass!?) vorgegangen. Bin mal gespannt wie mir die neue SOTM reinläuft.
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