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von Pillamyd » Mittwoch 22. April 2020, 00:33
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja, die 2005er-Version ist viel steriler, und zwar in allen wesentlichen Punkten. Gesang, Drums, Keyboards. Bei "For All Tid" und der originalen "Stormblåst" hast du noch diese zwar irgendwie "billigen" Keyboards, die aber eben perfekt zur Mystik dieses archaischen Melodic-Black-Metals passen und dieses gruftige Addams-Family-Feeling erzeugen. Wie bei "Angelwings & Ravenclaws" von Gehenna auch. Das kriegt das Synth-Orchester der späteren Version nimmer gebacken.
Genau das ist es. Ist ja genau das Problem was viele Neueinspielungen haben.
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von trent » Mittwoch 24. August 2022, 08:09
Dimmu Borgir legen ihr 2001er Album "Puritanical Euphoric Misanthropia" neu auf und haben das Ganze remixed und remastered. Einen ersten Höreindruck gibt es mit "Blessings upon the Throne of Tyranny" hier: https://www.youtube.com/watch?v=qvi_ieB8oNc&t=2sIch bin Neuabmischungen grundsätzlich nicht abgeneigt. Es gibt mehrere Beispiele, bei denen das gut funktioniert hat, etwa Cradle of Filths "Cruelty and the Beast" (siehe meine Kommentare da) und auch bei Mayhems "Grand Declaration of War" klingt die Neuabmischung interessant und bietet einen Mehrwert. Hier ist das anders. Das Original klingt (auch objektiv gesehen) sehr gut, klar, extrem druckvoll, durch die insgesamt vielleicht einen Tick zu lauten Drums auch extrem brutal, von industrieller Kälte (aber bei weitem nicht so heftig wie beim originalen "Grand Declaration of War"). Das hier klingt dreckiger, rumpliger, die Keyboards sind etwas zurück genommen und irgendwie auch verwaschener. Wenn man es böse formulieren will, könnte man sagen, es klingt wie ein Demo. Keine Ahnung, ob sie das so haben wollten (wahrscheinlich schon, sonst würde es nicht so veröffentlicht werden), aber für mich ist es definitiv ein Rückschritt.
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von Jakob » Mittwoch 24. August 2022, 09:16
Das höre ich auch ganz ähnlich, definitiv ein Rückschritt 
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von Nils Macher » Mittwoch 24. August 2022, 19:26
Die "Puritanical" ist wohl eines der Top 5 prägendsten Alben für mich überhaupt. Ich traue mich noch nicht, mir diese Fassung des Albums anzuhören. Kann mir kaum vorstellen, dass man diese Songs irgendwie hätte besser produzieren und abmischen können. Das Album ist perfekt so, wie es ist.
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von Julian Rohrer » Donnerstag 25. August 2022, 08:55
Nils Macher hat geschrieben:Die "Puritanical" ist wohl eines der Top 5 prägendsten Alben für mich überhaupt. Ich traue mich noch nicht, mir diese Fassung des Albums anzuhören. Kann mir kaum vorstellen, dass man diese Songs irgendwie hätte besser produzieren und abmischen können. Das Album ist perfekt so, wie es ist.
100% Zustimmung!
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von Havoc » Donnerstag 25. August 2022, 19:44
Nils Macher hat geschrieben:Die "Puritanical" ist wohl eines der Top 5 prägendsten Alben für mich überhaupt.
Bei mir war das noch mehr die 1997er "Enthrone Darkness Triumphant", welche ich im Fahrwasser meiner Cradle-Euphorie auch direkt mit aufgesaugt habe. Die "Puritanical..." schlug dann später auch ziemlich wie eine Bombe ein. Die lief schon sehr oft damals. Das Album dazwischen "Spiritual Black Dimensions" sollte man aber auch nicht links liegen lassen. Auch das hat wirklich seine Momente. Diese Neuerscheinung interessiert mich aber auch nicht. Bin ja eh kein Fan von sowas, da ich eigentlich immer beim Original bleiben will. Und da es eben so Vieles gibt gebe ich mein Geld auch eher lieber für ganz neue Musik aus. Selbst wenn es mich bei manch einem Album reizt. Ich kaufe es dann meist dennoch irgendwie nie. Zudem denke ich, dass es sicher Alben gibt die es nötiger hätten einen neuen Sound zu bekommen.
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von Feamorn » Donnerstag 25. August 2022, 22:07
Mich interessiert so eine Neuauflage ehrlich gesagt auch kaum. Habe auch nicht reingehört, wobei das noch irgendwann passieren mag. Das Ding war für mich halt ein essentieller Teil meiner Kennenlernphase mit der Band, dazu immer etwas der bittere Nachgeschmack der Trennung von Mustis und Vortex ein paar Jahre später, was für mich persönlich einen ziemlichen "brain drain" für die Band darstellte. Ich weiß es ist Shagraths und Silenoz' Baby, und Galder kann ebenso viel, aber ich vermisse Vortex Engelsstimme bis heute, das werde ich wohl nicht mehr los. Zurück zum Thema, bei der PEM ist dieser kalte, mechanische Sound so elementarer Teil des Gesamtwerks, ich brauche da echt nix anderes.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. August 2022, 23:33
Man merkt unsere dezenten Altersunterschiede ein bisschen, was? Für mich ist DAS Dimmu-Borgir-Album die "Stormblåst", und DER Dimmu-Borgir-Song "Alt Lys Er Svunnet Hen". Ich liebe diesen typisch nordischen Low-Fi-Sound, das 'billige' Keyboard, das winterliche Klangbild. Da kam mit dem Wechsel zu NB schon auch ein stilistischer Bruch. Ich mag die späteren Alben auch sehr gerne, bediene also nicht das Klischeebild des alten Blackmetallers, aber so die ganz intensive Liebe ist dann schon jene zum archaischen Sound und Stil. Vor allem hat der Song eine derart herrliche Gitarrenmelodie und einen so tollen Text... glinsende månelys ovenfor driver, frostlagte stier viser vei; svarte sjeler farer henover natten, inn gjennom skodde heim... so schön.
Objektiv betrachtet, ist das "Sweet Home Alabama" der Dimmus aber natürlich 'Mourning Palace', keine Frage.
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von Feamorn » Freitag 26. August 2022, 00:48
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Man merkt unsere dezenten Altersunterschiede ein bisschen, was? Für mich ist DAS Dimmu-Borgir-Album die "Stormblåst", und DER Dimmu-Borgir-Song "Alt Lys Er Svunnet Hen". Ich liebe diesen typisch nordischen Low-Fi-Sound, das 'billige' Keyboard, das winterliche Klangbild. Da kam mit dem Wechsel zu NB schon auch ein stilistischer Bruch. Ich mag die späteren Alben auch sehr gerne, bediene also nicht das Klischeebild des alten Blackmetallers, aber so die ganz intensive Liebe ist dann schon jene zum archaischen Sound und Stil. Von allem hat der Song eine derart herrliche Gitarrenmelodie und einen so tollen Text... glinsende månelys ovenfor driver, frostlagte stier viser vei; svarte sjeler farer henover natten, inn gjennom skodde heim... so schön.
Objektiv betrachtet, ist das "Sweet Home Alabama" der Dimmus aber natürlich 'Mourning Palace', keine Frage.
Da fällt mir mal wieder ein, dass ich die Originalversion der Stormblast noch immer nicht habe... Aber ja, daher auch meine Betonung, dass die PEM mitten in meine Kennenlernphase fiel, und dazu auch noch zu den Erstkontakten aus dem Black Metal Dunstkreis. Wie so oft sind dann die "Ersten" immer was besonderes, egal in welcher Phase einer Band die liegen. Bei Dimmu find ich, glaub ich, tatsächlich auch noch nichts schlecht bislang. Einzig die Abdrahadabra hat(te) bei mir einen schweren Stand damals, eben wegen dem Vortex-Abgang. (Ja, ich mag den Mann, bzw. seine Stimme ECHT gerne.  (Und auch nochmal insbesondere im Kontext zum übrigen Dimmu-Sound.))
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von Rüdiger Stehle » Freitag 26. August 2022, 01:06
Ja, Simen war in jedem Fall ein Verlust, als er wieder ging. Die Alben mit ihm waren der Hammer, wobei mein Favorit aus der Zeit wohl tatsächlich die "Spiritual Black Dimensions" ist. Wobei die Djeverin schon auch eine sehr coole neue Note mit einbringt, als Co-Sängerin von Shagrath.
Mann, ihr macht Sachen mit mir. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt Dimmu Borgir gehört hatte. Okay, doch, ich kann ja nachschauen, es war im April 2020, und da waren es die beiden Sturmgebläse-Varianten und die Allzeitige. Davor war es dann zum Release von Eonian. Läuft also gar nicht wirklich oft, die Band. Zwölfmal in knapp fünf Jahren. Schade eigentlich. Jetzt spinnt die S.B.D. und sie ist immer noch toll.
Interessant finde ich ja, dass sie ausgerechnet die "Puritanical" neu mixen. Ist für mich jetzt bei aller Klasse kein besonders exponiertes Album, weder zum Guten (dass es die ganz große Dimmu-Scheibe wäre) noch zum Bösen (dass der Sound irgendwie besonders unpassend oder aus heutiger Sicht überholt wäre).
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