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von Drumtier » Sonntag 16. Februar 2020, 23:58
Jap, schöne Rezension und auch schönes Interview. Die musikalischen Aspekte scheinen ja einige der hiesigen, bisher geäußerten Einschätzungen zu bestätigen und damit auch meine daraus gewonnene Erwartung, andererseits fehlt mir halt noch der persönliche, direkte Vergleich. Interessant aber auch die nichtmusikalischen, politischen Aspekte, unabhängig von der jeweiligen Meinung. Die meisten Künstler und Bands verortet man ja meist eher links der Mitte, sofern sie sich in irgendeiner Weise äußern, aber im Interview scheint das ja eher anders herum zu sein. Der Verweis auf die negative Sicht auf Donald Trump in Europa, oder auf Jordan Peterson, eine Ikone der neuen amerikanischen Rechten. Dabei will ich aber gar nicht auf die inhaltlichen Dinge eingehen, die sicher eine eigene Diskussion wert sind, aber es hat mich einfach überrascht, so eine Band sich so äußern zu sehen. Vielleicht auch nur wegen ihrer psychedelischen musikalischen Herangehensweise, die sie für mich automatisch "linker" gemacht haben als beispielsweise eine Power oder Black Metal Band.
Ich glaube über letzteres hab ich noch nie so nachgedacht, dass ich auch zu nichtpolitischen Genres (im Gegensatz zu beispielsweise Grindcore) ein unwillkürliches Bild im Kopf habe. Erkennen ist aber gut, um gegensteuern/aufmerksamer sein zu können.
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von Peter Kubaschk » Montag 17. Februar 2020, 00:36
Ja, der "Politik-Teil" hat mich selbst auch etwas überrascht, aber über Trump sagt er z. B. selbst gar nix. Er sagt ja lediglich, dass das Bild in den Medien ihm zu einseitig ist und er deshalb daran Zweifel hat. Den Gedanken dahinter kann ich schon verstehen, auch wenn es in dem speziellen Fall wohl nicht allzu viel Gutes zu berichten gibt. Zu Jordan Peterson musste ich mich erst mal belesen und wenn er eine "Ikone der neuen amerikanischen Rechten" ist, dann wird er da ggf. auch instrumentalisiert. Ich habe bei der - zugegebenermaßen relativ oberflächlichen - Recherche nichts gefunden, dass ihn nach weit rechts draußen rutschen lassen würde. Konservativ, ja. Aber daran sehe ich nicht so wahnsinnig viel Verwerfliches. Das war ja auch Devons Punkt: Petersons Meinung ist einfach eine Meinung, diese niederzuschreien, ist für ihn das Problem. Unabhängig davon, ob die Meinung richtig oder falsch ist. Es gibt halt nur noch schwarz/weiß und kein grau mehr.
von daher würde ich Devon auch in die politische Mitte mit einem konservativen Touch packen. hier würde er wohl die CSU wählen. Damit kann ich leben.
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von Eike » Montag 17. Februar 2020, 01:39
Peter Kubaschk hat geschrieben:Zu Jordan Peterson musste ich mich erst mal belesen und wenn er eine "Ikone der neuen amerikanischen Rechten" ist, dann wird er da ggf. auch instrumentalisiert. Ich habe bei der - zugegebenermaßen relativ oberflächlichen - Recherche nichts gefunden, dass ihn nach weit rechts draußen rutschen lassen würde. Konservativ, ja.
Kann man so sehen. Politisch naiv sowie ein bisschen paranoid ist er allerdings auch, um nicht gleich zu sagen, dass er ins Verschwörungstheoretische neigt bzw. zumindest diese Zielgruppe anspricht und gezielt anfüttert. Aber da das ein Riesenmarkt ist: Wer will es ihm vorwerfen? Gute, amerikanische Aufmerksamkeitsökonomie eben! Vor allen Dingen ist er neben bzw. inzwischen noch vor dem Erstellen von vor allem in der Wirtschaft beliebten personalpsychologischen Persönlichkeitstests in allererster Linie ein pseudowissenschaftlicher Charlatan, der seinen Psych.-Doktortitel missbraucht, um fachfremd gefährliches Halbwissen und wirre Mythen zu streuen, was auch faktenfern als "Philosophie" durchgeht bei Leuten, die Donald Trump für ein Genie und Mann des Volkes halten. Jeder "Pick-up-Artist" ist ähnlich seriös unterwegs, und mancher Life-Coach seriöser, er ist so eine Art Felix Blume für Leute mit High-School- oder gar (Community) College-Abschluss...
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von Drumtier » Dienstag 18. Februar 2020, 23:37
Na dann gut, dass du es zufällig aufgeschrieben hast und so recht einfach teilen konntest Im Ernst, cooles Interview bzw. geführtes Erzählen! Diese Art von Innenansicht finde ich besonders spannend, weil es auf der einen Seite um eine Band geht, die ich nur als "Band von früher" kenne, die halt jetzt wieder was macht. Dass aber die Band auch einmal ein heißer Underground-Tipp vor dem ersten Album war, die man dann die ganze Zeit mitverfolgt, ist zwar rational logisch, lässt sich aber nicht immer so gut nachfühlen. Hier schon. Auf der anderen Seite natürlich die Erzählung des ersten Hörens eines neuen Songs, bewusst Zeit nehmen, bis man alles erledigt hat davor und so, also etwas, das ich sehr gut nachfühlen kann und sicher genauso machen würde  !
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von Havoc » Mittwoch 19. Februar 2020, 00:19
...bewusst Zeit nehmen, bis man alles erledigt hat davor und so...
Also das mache ich bei mir wichtigen Alben auch immer so. Da warte ich immer, bis ich genau weiß, dass ich ungestört bin. Das wird schon mehr oder weniger zelebriert. 
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von Jhonny » Mittwoch 19. Februar 2020, 00:39
Sehr cool, vielen Dank euch - das war lesenswerter als viele Interviews mit Bands 
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von Eike » Mittwoch 19. Februar 2020, 18:17
Großartig!
(Vielleicht könnte ein Korräcktoa nochmal drüberlesen, ein paar Wortdopplungen, fehlende Worte, hängende Anschlüsse sind leider durchgegangen.)
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Holger (oder sonst wer) unbedingt ein Buch über die Tape Trading Days schreiben sollte, mit Interviews diverser Protagonisten, Fans und Musiker, damit diese internationale Vor-Internet-Ära/Kultur/Szene bewahrt und zugänglich gemacht wird, bevor sie irgendwann in Vergessenheit gerät.
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von Holger Andrae » Mittwoch 19. Februar 2020, 23:17
Eike hat geschrieben:Großartig!
(Vielleicht könnte ein Korräcktoa nochmal drüberlesen, ein paar Wortdopplungen, fehlende Worte, hängende Anschlüsse sind leider durchgegangen.)
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Holger (oder sonst wer) unbedingt ein Buch über die Tape Trading Days schreiben sollte, mit Interviews diverser Protagonisten, Fans und Musiker, damit diese internationale Vor-Internet-Ära/Kultur/Szene bewahrt und zugänglich gemacht wird, bevor sie irgendwann in Vergessenheit gerät.
Klingt spannend, aber da gibt es sicherlich Menschen, die weitaus (!) tiefer da drin verstrickt waren. Vor allem war 88/89 (Waltz Demo) ja schon gar nicht mehr die absolute Pionier-Phase.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Eike » Donnerstag 20. Februar 2020, 00:45
Ja, aber du warst zu dem Zeitpunkt doch auch schon ein paar Jährchen mehr dabei, oder nicht?
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