Atlantean Kodex

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Eike » Freitag 8. Oktober 2010, 01:28

Auch wenn ich mit Manuels Ansicht nicht konform gehe und ich in seinen Augen so ein "Allesgutfinder" bin, verstehe ich doch sein Anliegen und sein Sichtweise. Rüdiger hat es blendend erklärt. Es geht um Traditionen, um Etikettenschwindel.

In den 90ern wurde uns Last Crack, Tribe After Tribe, Thought Industry und wie sie alle hießen als "Heavy Metal" verkauft, weil sowohl die Presse, wie auch die Labels schlichtweg nicht in der Lage waren, Grenzen zu sprengen und auf augetretenen Pfaden iher Maschinerie verwärts treiben wollten. Da kann man als Hörer schon mal den Überblick verlieren
Schön gesagt.

Den Überblick verlieren kann man heute auch, zumal die Labels und Promofirmen inzwischen halt einfach den umgekehrten Weg gehen und selbst den kaltesten Kaffee im drölften Aufguss noch als "die Revolution im [x-beliebiges, gerne auch neu zusammengestelltes Kombinations-Genre hier einsetzen]" anpreisen, was an Klang und oft auch Intention der Band meilenweit vorbeigeht, nur um dem Krempel einen möglichst fortschrittlich und modernen Touch zu verleihen. Jedes minimal anders klingende Liedchen braucht da gleich seine exklusive Schublade. Das ist letztlich auch Etikettenschwindel. Aber egal.

Viel wichtiger:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Allerdings zum ersten Mal in meinem Leben zu einem eigenen Song...
:D
Da sage ich Glückwunsch! Das muss ein besonders tolles Gefühl sein.
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Havoc » Sonntag 17. Oktober 2010, 14:11

@Johnny:

Kannst du schon was zu der Scheibe sagen? Gefällt sie Dir?
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Jhonny » Sonntag 17. Oktober 2010, 14:21

Havoc hat geschrieben:@Johnny:

Kannst du schon was zu der Scheibe sagen? Gefällt sie Dir?


Hab sie jetzt 3 mal durch - das ist noch nicht so viel.
Wenn dir der Sänger taugt, dann ist es auf jeden Fall sehr gut.
Der Sänger ist Typsache... ich persönlich find ihn klasse.
Mein Eindruck bisher ist, dass es ein sehr gutes Epic Metal Scheibchen ist.
Obs für das Treppchen des Jahres reicht ist aber noch offen.
Ich möchte sie gerne mindestens 2stellig hören, bis ich ein endgültiges Urteil fälle.

Da du aber mit Manowar und Manilla Road viel anfangen kannst, sollte sie dir schon munden ;-)
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon firestarter » Sonntag 17. Oktober 2010, 15:23

Auch wenn mich diese Art von Musik eher wenig interessiert, macht man sich ja doch gerne ein eigenes Bild von einer Scheibe, die derart gehypt wird. Leider haben die Jungs nur einen Song auf ihre myspace gepackt und so hab ich mir "Pilgrim" jetzt 4x angehört. Wenn ich mal beiseite lasse, dass mich Epic- und Doom Metal i.d.R. kalt lässt und nur auf die musikalische Umsetzung und Originalität achte, so hat dieser Song exakt genauso viel (oder wenig) zu bieten, wie der Song einer guten Retro-Thrash Band, die halt statt "Into glory ride" die "Bonded by blood" "nachahmt". Technisch ist das gut gemacht, in puncto "Originalität" hat es aber nichts zu bieten und ist von seiner Bedeutung her so einzuschätzen, wie z.B. "Spread the fire" von Fueled By Fire - halt gutes, frisches Futter für Retro-Fans des jeweiligen ursprünglichen 80er Sub-Genres (Epic- bzw. Thrash Metal). Das macht den entsprechenden Fans sicher ebensoviel Spass, wie mir z.B. "Possessed by Metal" von The Force. No more - no less.

Leider basiert meine Einschätzung aber nur auf diesem einen Song, da mir mehr Songs nicht zugänglich sind.

Ach ja, den Gesang finde ich nicht toll, da sind die Vorbilder dann doch Meilen voraus (welch Wunder).
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Jhonny » Sonntag 17. Oktober 2010, 18:42

So in etwa sehe ich das schon auch - aber was anderes will der Atlantean Kodex Fan ja auch nicht.
Guter, 80er lastiger Manowar / Manilla Road / Bathory Anklang.
Ein Schuss eigenes ist schon drin, aber Originalitätspreise wollen sie ja gar nicht.
Retro-Metal pur.
Also, ich bin sehr zufrieden damit. :grins:
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Vaillant » Sonntag 17. Oktober 2010, 19:00

METAL INQUISITOR auf episch... :grins:
Weiß nicht... Hype, klar, aber etwas Anspruch wäre auch nicht schlecht. Kann eure Begeisterung nicht teilen. Nach BATHORY klingen die imo kaum. Eher brav, artig absehbar. Und der typisch deutscher Power-Gesang ist noch gewöhnungsbedürftiger als der von Quorthon. Und die Songs sind für die gebotenen Einfälle viel zu lang.
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon firestarter » Sonntag 17. Oktober 2010, 19:03

Vaillant hat geschrieben:Kann eure Begeisterung nicht teilen.


Du hast mich aber jetzt nicht unter "eure" gefasst, oder?
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Havoc » Sonntag 17. Oktober 2010, 20:19

Auf youtube kann man sich drei vier Songs anhören. Hat mich ehrlich gesagt zumindest auf Anhieb nicht unbedingt überzeugt. Muss aber nix heißen. Mir ist schon klar, dass das sicher nicht sofort mit ein bisjen anhören zündet.
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 17. Oktober 2010, 20:39

Jhonny hat geschrieben:
firestarter hat geschrieben:[Vergleich AK mit Retrothrash]

So in etwa sehe ich das schon auch - aber was anderes will der Atlantean Kodex Fan ja auch nicht.

Ich sehe es - auch ausweislich meiner Besprechung - schon etwas anders. Jedenfalls wenn man den Retrobegriff eng fasst im Sinne einer handwerklich tollen "Bonded By Blood"-Kopie. Rein stilistisch betrachtet finden wir bei AK natürlich nichts wirklich Neues und auch nicht unbedingt beeindruckende Eigenständigkeit im Exzess. Aber trotz der hörbaren Einflüsse von "IGR" und daneben auch ganz massiv von Bathory und Solstice, ist der Mix insgesamt schon sehr eigen. Die bekannten und (aus Sicht von Band und Zielgruppe) bewährten Zutaten werden zumindest insoweit auf neue Art verwoben, dass nach meiner Wahrnehmung ein Gesamtwerk entsteht, das trotz der hörbaren Beeinflussung nicht so sehr nach Manowar oder Bathory klingt, dass man die "Klon"-Karte ziehen müsste. Die Band hat schone einen eigenen Sound gefunden. Jedenfalls in meiner Wahrnehmung weit mehr, als dies bei Bands wie Insane, Warhammer (D) oder Merciless Death der Fall ist, die sich schon extrem nahe an den Vorbildern bewegen. Kurz gesagt: Für mich klingt AK weder wie "83er-Manowar mit schwächerem Sänger" noch nach "91er-Bathory mit besserem Sänger", sondern nach einer "hörbar stark von beiden Bands beeinflussten, aber durch die Verbindung der Einflüsse und den eigenständigen Gesang im Rahmen der durch den gewählten Stil eng gesteckten Grenzen doch sehr originellen Band".

Wobei es natürlich auch so ist, dass man in seinen Lieblingsstilen die Nuancen der Unterschiede weit stärker wahrnimmt, als in den Stilen, die man nur gelegentlich hört. So findet vielleicht der Thrash-Maniac mehr Unterschiede zwischen alten Slayer und Insane und dafür weniger Unterschiede zwischen AK und alten Manowar. Der Effekt ist wohl recht üblich...
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Re: Atlantean Kodex

Beitragvon firestarter » Sonntag 17. Oktober 2010, 20:41

Ok, hab mir die anderen Songs auf youtube jetzt auch mal angehört und die vermeintliche Genialität der Band erschließt sich mir nicht. Das ist halt ordentlich gemachter Epic Metal mit einem höchst durchschnittlichen Sänger.
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