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von Schaf » Sonntag 16. Dezember 2018, 09:07
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Na ja, "De Mysteriis..." ist ja in Sachen Ikonographie des schwarzen Stahls schon sehr weit vorne mit dabei.
Ich denke mal, das hat mehr mit dem musikalischen Inhalt, der generellen musikhistorischen Bedeutung und besonders dem Drama um das Album zu tun als dem eher unauffälligen Artwork. Zum Titel und Inhalt hätte ja das "Chimera"-Cover auch gut gepasst 
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von Havoc » Sonntag 16. Dezember 2018, 12:00
Drumtier hat geschrieben:Schaf hat geschrieben:Zudem ist das Cover hübscher.
Echt? Das neue Cover sieht zwar auch gut aus, aber ich fand die im Stacheldraht verfangene weiße Taube immer sehr eindrucksvoll.
Ich mag das ursprüngliche Cover auch. Passt irgendwie auch zu dem Album und dem kühlen Sound. Sowieso denke ich, dass das so ein Album ist was man kaum besser machen kann. Wäre zwar durchaus mal interessant, die neue Version zu hören, aber ich weiß nicht ob ich das überhaupt will. Das Album ist so wie es ist perfekt. Ich will davon eigentlich gar keine andere Version kennen. 
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von Rüdiger Stehle » Montag 17. Dezember 2018, 00:51
Schaf hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Na ja, "De Mysteriis..." ist ja in Sachen Ikonographie des schwarzen Stahls schon sehr weit vorne mit dabei.
Ich denke mal, das hat mehr mit dem musikalischen Inhalt, der generellen musikhistorischen Bedeutung und besonders dem Drama um das Album zu tun als dem eher unauffälligen Artwork. Zum Titel und Inhalt hätte ja das "Chimera"-Cover auch gut gepasst 
Hmm, ich weiß nicht. Das Artwork finde ich so ziemlich das Gegenteil von unauffällig, sondern eigentlich in jeder Hinsicht grandios. Natürlich spielt da mit, dass man mit dem Artwork direkt ein besonders intensives und prägendes Erlebnis der eigenen musikalischen Sozialisation verbindet, aber ich finde auch das Artwork an sich mächtig. Der Nidarosdom ist ja in Norwegen als Zentrale der Staatskirche und als Krönungskirche der Könige letztlich ein ultimatives Symbol weltlicher und klerikaler Macht. Dieses Machtsymbol in ein diabolisch-tödliches blauviolettes Nachtlicht (violett ist ja die liturgische Farbe für Begräbnisse und Totengedenken) zu tauchen und mit einem silberglänzenden Bandlogo zu überhöhen, unterstreicht den revolutionären, umstürzlerischen, gesellschaftsfeindlichen und militanten Anspruch des Inner Circle schon sehr intensiv. Dazu dann noch die blasphemische Konnotation, im Albumtitel den Herrn Satan (dominus sathanas) mit "Dom." abzukürzen, und so gewissermaßen den Dom, dem Herrn zu widmen und alles, wofür Nidarosdomen traditionell steht, durch die Kombination von Artwork und Titel ins Negative zu verkehren und damit selbst den Anspruch auf Herrschaft zu erheben, ist schon irrwitzig. Daher halte ich diese Artwork nicht nur für ästhetisch toll, sondern auch konzeptionell für genial und für ein eindrucksvolles Symbol des irrwitzigen Größenwahns des Herrn Aarseth.
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von Rüdiger Stehle » Montag 17. Dezember 2018, 01:02
Havoc hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Schaf hat geschrieben:Zudem ist das Cover hübscher.
Echt? Das neue Cover sieht zwar auch gut aus, aber ich fand die im Stacheldraht verfangene weiße Taube immer sehr eindrucksvoll.
Ich mag das ursprüngliche Cover auch. Passt irgendwie auch zu dem Album und dem kühlen Sound. Sowieso denke ich, dass das so ein Album ist was man kaum besser machen kann. Wäre zwar durchaus mal interessant, die neue Version zu hören, aber ich weiß nicht ob ich das überhaupt will. Das Album ist so wie es ist perfekt. Ich will davon eigentlich gar keine andere Version kennen. 
Für mich ist die "GDOW" (im Original) auch nach wie vor das für mich revolutionärste Album des dritten Jahrtausends und selbstredend auch eines der allerbesten. Aber die neue Version lohnt sich wirklich und sie macht sehr viel Freude, weil sich echt wahnsinnig gut klingt. Sie ersetzt die alter Version ja nicht, sondern sie ergänzt sie. Sinnvoll.
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von Drumtier » Dienstag 18. Dezember 2018, 12:32
Schaf hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Echt? Das neue Cover sieht zwar auch gut aus, aber ich fand die im Stacheldraht verfangene weiße Taube immer sehr eindrucksvoll.
Die Idee des Covers war okay. Aber die Ausführung fand ich immer ganz grauenvoll. Sowohl das Logo als auch der Schriftzug ganz billig und unpassend in MSPaint draufgeklatscht und das Bild selbst sieht aus wie ein Stockfoto, das man in letzter Sekunde bei einer kurzen Google-Suche gefunden hatte. Das neue Artwork ist vielleicht nicht besonders originell, aber ästhetisch. Im Gegensatz zum Original hat sich tatsächlich jemand Gedanken gemacht, was man vorne auf die Platte malen könnte, damit der Hörer ein bisschen Freude daran hat und einen Grund, das Album zu kaufen. Naja, Mayhem sind jetzt auch nicht unbedingt bekannt für gute Covers, aber zumindest das von "Chimera" finde ich recht cool 
Ja, guter Einwand, die Ausführung hat mich auch nie so ganz überzeugt. Ich habs nur wohl immer dem Konzept untergeordnet. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Der Nidarosdom ist ja in Norwegen als Zentrale der Staatskirche und als Krönungskirche der Könige letztlich ein ultimatives Symbol weltlicher und klerikaler Macht. Dieses Machtsymbol in ein diabolisch-tödliches blauviolettes Nachtlicht (violett ist ja die liturgische Farbe für Begräbnisse und Totengedenken) zu tauchen und mit einem silberglänzenden Bandlogo zu überhöhen, unterstreicht den revolutionären, umstürzlerischen, gesellschaftsfeindlichen und militanten Anspruch des Inner Circle schon sehr intensiv. Dazu dann noch die blasphemische Konnotation, im Albumtitel den Herrn Satan (dominus sathanas) mit "Dom." abzukürzen, und so gewissermaßen den Dom, dem Herrn zu widmen und alles, wofür Nidarosdomen traditionell steht, durch die Kombination von Artwork und Titel ins Negative zu verkehren und damit selbst den Anspruch auf Herrschaft zu erheben, ist schon irrwitzig. Daher halte ich diese Artwork nicht nur für ästhetisch toll, sondern auch konzeptionell für genial und für ein eindrucksvolles Symbol des irrwitzigen Größenwahns des Herrn Aarseth.
Nicht falsch verstehen, ich kenn mich da nicht gut genug aus aber gibt es Belege, dass die ganze Symbolik auch alles so durchdacht war?
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 18. Dezember 2018, 17:20
Drumtier hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Der Nidarosdom ist ja in Norwegen als Zentrale der Staatskirche und als Krönungskirche der Könige letztlich ein ultimatives Symbol weltlicher und klerikaler Macht. Dieses Machtsymbol in ein diabolisch-tödliches blauviolettes Nachtlicht (violett ist ja die liturgische Farbe für Begräbnisse und Totengedenken) zu tauchen und mit einem silberglänzenden Bandlogo zu überhöhen, unterstreicht den revolutionären, umstürzlerischen, gesellschaftsfeindlichen und militanten Anspruch des Inner Circle schon sehr intensiv. Dazu dann noch die blasphemische Konnotation, im Albumtitel den Herrn Satan (dominus sathanas) mit "Dom." abzukürzen, und so gewissermaßen den Dom, dem Herrn zu widmen und alles, wofür Nidarosdomen traditionell steht, durch die Kombination von Artwork und Titel ins Negative zu verkehren und damit selbst den Anspruch auf Herrschaft zu erheben, ist schon irrwitzig. Daher halte ich diese Artwork nicht nur für ästhetisch toll, sondern auch konzeptionell für genial und für ein eindrucksvolles Symbol des irrwitzigen Größenwahns des Herrn Aarseth.
Nicht falsch verstehen, ich kenn mich da nicht gut genug aus aber gibt es Belege, dass die ganze Symbolik auch alles so durchdacht war?
Jo, ich verstehe das nicht falsch, keine Sorge. Belege dafür, dass Euronymous oder die Band das genau so interpretiert haben wollten, habe ich natürlich nicht. Es ist ja nun regelmäßig nicht Usus, dass Künstler einen genauen Leitfaden vorgeben, wie man ihre Werke zu interpretieren hat. Ich habe es immer genau so interpretiert, und ich finde die Interpretation auch naheliegend, da es ja die Ära der Kirchenbrände in Norwegen war, und auch kolportiert wurde, dass Vikernes angeblich habe den Dom sprengen wollen. Dass Euronymous zudem den "Inner Circle" durchaus als umstürzlerische und terroristische Vereinigung verstanden hat, ist ja auch allgemein bekannt. Und dass Nidarosdomen in Norwegen ein absolutes Symbol der weltlichen und kirchlichen Macht ist, das steht fest. Ob er den liturgischen Sinn der Farbe bedacht hat, oder die nur gewählt hat, weil es düster und morbide aussieht, weiß ich nicht. Sie taucht aber auch bei "Chimera" und bei "Live in Leipzig" auf. Ich denke also schon, dass die Farbe für Mayhem eine tiefere Bedeutung hat. Und warum sollte man ausgerechnet "Dominus" zu "Dom." abkürzen? Man kann ja auch den Titel in einer kleineren Schrift schreiben, wenn er nicht hinpasst. Also, ganz im Sinne des offenen Kunstbegriffes, sind Album und Artwork natürlich vielfältig interpretierbar, aber das ist das Statement, das bei mir ankommt, und das auch ganz hervorragend zu Euronymous' "We Have Declared War!"-Prolog im Booklet zu "Live in Leipzig" passt.
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von Drumtier » Freitag 17. Mai 2019, 16:47
Mir ist es bis jetzt entgangen und ich weiß auch nicht ob es hier in den News war, aber MAYHEM haben bei Century Media unterschrieben, bringen am 25. Oktober ein neues Album auf den Markt und begeben sich anschließend auf Europa-Tour. Werde kaufen, werde ansehen.
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von Nils Macher » Freitag 17. Mai 2019, 17:00
Interessant: Beim letzten Mal war MAYHEM in der Bochumer Matrix, jetzt in der deutlich größeren Turbinenhalle? Live hatte ich bisher nur ein Mal das Vergnügen: Ein ziemlich mauer Gig in Wacken.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 17. Mai 2019, 17:04
Letztes Mal Wacken (DMDS-Alive-Tour) fand ich sehr stark; davor in der Matrix eher durchwachsen (Esoteric Warfare-Tour).
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von Nils Macher » Freitag 17. Mai 2019, 17:07
Ich habe MAYHEM 2011 in Wacken gesehen, das war eine andere Tour, wenn ich mich richtig erinnere.
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