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Atlantean KodexRe: Atlantean KodexIch werde meinen Punkt sicherlich nicht zum x-ten Mal formulieren. Das ist eine direkte Antwort auf deine Frage, was soll ich sonst noch schreiben?
Re: Atlantean KodexVielleicht was, das Sinn ergibt?
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Atlantean KodexHier macht man sich aber verdammt viele Gedanken darüber, was andere denken, die etwas über andere denken... Warum kann man nicht einfach mal etwas tun, ohne dass eine andere Ideologie dahintersteckt als - Spaß!
Re: Atlantean KodexJo. So sehe ich das auch. Deshalb hab ich mich auch bisher nicht in die Diskussion eingemischt. Es ist etwas schade, dass mehr über Manuels Zitate als über die Platte diskutiert wird. Die ist nämlich wirklich sehr gut geworden, zumindest für mich als einen beinharten Fan des Genres.
Aber, um vielleicht die Wogen etwas zu glätten: Ich schätze mal, dass ich mit dem hier zitierten Musiker schon weit intensivere Streitgespräche zum Thema Definition des Metal, Elitarismus und guter Musikjournalismus hatte, als die meisten anderen hier. Da flogen öfters ordentlich die Fetzen, weil wir sehr konträre Auffassungen insbesondere von der stilistischen Offenheit des Musikjournalismus haben. Ich habe aber letztlich nicht den Eindruck, dass er ein "elitäres Bewusstsein" in dem Sinne hat, dass er der Meinung wäre Atlantean Kodex gehöre zur Elite und sei damit besser als andere Metalbands, sondern dass er von den Fans und den Medien im Metalbereich fordert "elitär" im Sinne von "selektiv" vorzugehen. Sprich: Sich bewusst zu werden, was Heavy Metal ist und was nicht. Er will einfach nicht, dass alles als Metal verkauft und promotet wird, was Stromgitarren hat und die Plattenfirmen mit dem entsprechenden Sticker versehen. Er ist der Meinung, dass Heavy Metal und Doom Metal traditionsreiche Genres sind und verlangt von Bands, die diese Genrebezeichnungen "verdienen" ein Verwurzeltsein in den musikalischen Traditionen der Gründerbands des Genres. Diesen Anspruch mag man gut oder schlecht finden, aber dieser Anspruch ist es, der eben mit dahin führt, dass es solche Bands wie Atlantean Kodex, The Gates Of Slumber etc... heute noch gibt. Hätte niemand diese elitäre bzw. selektive Philosophie vom Heavy Metal, dann wäre die Szene deutlich ärmer. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Atlantean KodexAußerdem hätte man ja sonst keinen Spaß mehr am diskutieren - könnte ja sonst noch jemand behaupten, dass Vulgar Display Of Power dem Metal gut tat!
Ich finde das eigentlich immer recht lustig, denn diese Szene bringt haufenweise hervorragende Bands hervor, und da hab ich sicher nix dagegen, wenn sie sich gegen Nuclear-Blast-Einheits-Bands abgrenzen und am Wacken nicht mehr spielen wollen. Elitär finde ich das nicht - eher sektirerisch, es erinnert mich an die Amish People. Man darf das und das nicht benutzen... Und da Musik ja keine Weltanschauung, sondern wirklich nur ein Hobby ist finde ich das nicht schlimm - solange man nicht so "elitär" mit anderen Menschen umgeht. Den Eindruck hab ich leider bei manchen Black Metal Bands, die das elitäre ihrer Musik auch auf ihren Umgang z.B. mit andersgläubigen oder sogar Menschen anderer Hautfarben ausdehnen.
Re: Atlantean Kodex
Eike, lass es einfach, okay? Es steht alles nötige da, wenn du es nicht verstehen _willst_, um mich zu provozieren, kann ich damit leben. Aber dann reicht auch ein Kommentar. Bitte, Danke. @ Rüdiger & Jhonny: Da widerspreche ich euch ja im Prinzip gar nicht. Und ihr habt recht, es geht hier mindestens um zwei Punkte. Aber Manuels musikalisch/künstlerisches Schaffen muss im Spiegel seiner Äußerungen betrachtet werden dürfen. Das mal vorweg. Und was den Elitarismus angeht: Wenn Manuel schreibt, dass ein Großteil der heutigen Metalhörer gar nicht mehr in der Lage ist, "Qualität" von dem zu unterscheiden, was ER als Massenware bezeichnet, dann drängt sich mir der Begriff "Elitarismus" einfach auf. Denn hier wird eine kleine Klientel über den großen Ozean unserer Szene erhoben. Und diese Gruppe von Traditionalisten muss ja offensichtlich in der Lage sein, Qualität auch als solche erkennen zu können - das ist Arroganz, das ist Elitedenken. Und wenn dann ATLANTEAN KODEX eine Platte veröffentlichen, die eben durchaus nett ist, aber gegen einen guten Teil dieser "Massenware" anstinkt, weil gewisse Elemente qualitativ hinterherhinken (wie beispielsweise der lasche Gesang etc.), dann erlaube ich mir, von einem gewissen Gefälle von Erwartung und Realität zu sprechen.
Re: Atlantean KodexDiese Feststellung bzgl. des "Hinterherhinkens" ist aber doch nur genauso subjektiv wie Manuels Einschätzung bzgl. der "Massenware". Die "kleine elitäre Klientel", die er mit seiner Musik ansprechen will, nimmt das Album mehrheitlich gut bis sehr gut auf, so dass er doch seinem eigenen Anspruch vollauf gerecht wird. Kreise jenseits des kleinen traditionell-metallischen Undergrounds will er ja gar nicht unbedingt ansprechen, so dass es A.K. sicher relativ egal sein wird, ob deren Schaffen vom metallischen Mainstream als "lediglich durchschnittlich" wahrgenommen wird oder aus dessen Sicht hinter Dimmu Borgir und Alter Bridge hinterherhinkt. Ich teile zwar seine Auffassung nicht, aber ich verstehe (vermutlich) ganz gut, was er meint und warum er so denkt. Das muss man sicher nicht richtig finden, aber ich finde, dass deine Aussage über die "Diskrepanz zwischen dem eigenen Anspruch und der musikalischen Leistung" unpassend ist, weil deine Wahrnehmung der Scheibe als "nett aber durchschnittlich" in gleichem Maße als qualitativ objektivierend gesehen werden kann wie Manuels Qualifikation anderer Stile als "Massenware". Wenn du die Qualität von "The Golden Bough" an den eigenen Ansprüchen der Band messen willst, dann darfst du fairerweise nicht deine Wahrnehmung von der Scheibe als Gradmesser anlegen, sondern du musst dessen Rezeption durch die Zielgruppe anlegen, und die ist, wie oben dargestellt, fast durchwegs gut bis euphorisch. Kurz gesagt: Dass die Scheibe deinen Ansprüchen nicht genügen mag, heißt nicht, dass sie den eigenen Ansprüchen der Band nicht gerecht wird, aber genau das hast du angedeutet.
![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Atlantean KodexIm Grunde äußert die Band doch nur etwas, was wir so schon oft gehört haben. Gerade der "Trve"-Spirit, der an alte Zeiten anknüpfen soll, wird als das einzig Wahre dargestellt; jedewede Entwicklung verdammt. Übrig bleiben dann Institutionen wie METAL INQUISITOR und ATLANTEAN KODEX. Derartige Sichtweisen sind m.E. einfach hohl, wenn sie nicht augenzwinkerrnd gemeint sind (wie bei den Dilettanten von METAL INQUISITOR). Der "Trve"-Spirit oder das Pseudoelitäre überdeckt zumeist nur fehlende musikalische Weitsicht, einen eingeengten Horizont und die daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexe. ATLANTEAN KODEX wollen vllt elitär sein, dazu fehlt es ihnen jedoch am Wesentlichen: der Eigenschaft, wirklich besser zu sein als andere, ein Vorbild für andere abzugeben. Echte Elite verzichtet auf den damit einhergehenden Narzissmus und Stolz. Sonst wärs ja keine. Imo sind die Äußerungen der Kombo nichts als Geschwurbel.
Re: Atlantean KodexDem widerspreche ich mal ganz energisch. Nicht mal in erster Linie im Bezug auf Atlantean Kodex, sondern ganz allgemein im Bezug auf die "Trueness"-Diskussion. Wer mich kennt, der weiß, dass ich persönlich auf Trueness schon mal rein gar nichts gebe und dass mein musikalischer Horizont - auch wenn ich nicht alle Stile mag - doch sehr weit gesteckt ist und sich nicht auf hart/weich, traditionell/modern, grimmig/sanft oder gewisse Schubladen festlegen lässt. Trotzdem gebe ich ganz offen zu, dass ich fast alle stilistisch sehr festgelegten Bands, die sich auf eine spezielle Trueness/Tradition/Elite berufen, sehr überzeugend finde, weil diese oftmals wirklich sehr intensiv gelebte Ideologie dazu führen kann, dass eine Band sehr viel Herzblut und fanatische Hingabe in ihre Musik packt, die man bei manch anderer Band nicht heraushört, weil sie vielleicht zu verkopft an die Sache heran geht oder sich zu sehr an dem orientiert, was eben nicht aus ihrem Inneren kommt, sondern was an Erwartungen von außen an sie heran dringt. Das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern, weil es ebenso langweilige und unemotionale "Bewahrer" gibt, wie es emotionale und hingebungsvolle "Trendreiter" gibt. Aber in meiner Wahrnehmung gibt es unter den Bands, die sich voll und ganz nicht nur der Musik, sondern auch ihrer "Sache" verschrieben haben, überdurchschnittlich viele Truppen, die mich relativ tief berühren können.
Zusammengefasst verbindet mich mit den "elitären Metalkreisen" eine sehr ausgeprägte Hassliebe. So sehr ich oft über ihre Regeln, Kodizes und Ideologien den Kopf schütteln muss, weil sie sich selbst so stark limitieren, so viel Respekt habe ich letztlich dann auch wieder vor ihrer Konsequenz und vor den musikalischen Ergebnissen, die sie so vorlegen. Das betrifft den traditionellen Metal-Underground ebenso wie den Black-Metal-Underground. So bescheuert ich es finde, wenn eine ultra-true Band dieser Genres z.B. Mayhem oder Enslaved als Verräter am "wahren BM" bezeichnet, so großartig finde ich oft das Schaffen der betreffenden Band. Meine Konsequenz daraus ist, dass ich diese "elitären Anflüge" akzeptiert habe und sie letztlich (meistens) nicht mehr als Arroganz wahrnehme, sondern als Schutzmechanismus für einen Stil, der den Protagonisten unendlich viel bedeutet. Daher hat diese Einstellung für mich zwar viel Befremdliches, das meinen Widerspruch herausfordert, aber auch einen riesengroßen Nutzen: Sie bewahrt sehr effektiv urtümliche musikalische Stile, die mir unheimlich wichtig sind, in einem sehr authentischen Gewand. Dabei entsteht zwar auch viel belanglos Kopiertes, aber es gibt immer wieder Bands, die es Schaffen, dem alten Stil neues Leben einzuhauchen, indem sie innerhalb des selbst auferlegten Reinheitsgebots so geschickt rekombinieren und so emotional überzeugend vorgehen, dass sie echte Originale werden. Dazu gehören für mich die Jungs von Atlantean Kodex, und von daher ist es mir völlig egal, mit welchen Ansichten sie dazu gelangt sind. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Atlantean KodexIch bin heilfroh, dass Bands wie Atlantean Kodex und die erwähnten Metal Inquisitor komme was wolle diesen Stiefel durchziehen und zeigen, dass es noch Leute gibt, die ihre Inspiration von Heir Apparent oder Savage nehmen und nicht nur von In Flames oder Pantera.
Dafür kann man doch nur dankbar sein! Denn es ist doch das tollste, eine Metal-Scheibe aufzulegen und zu merken: Hey, die spielen ja richtig geilen Metal! Ohne Schnick-Schnack! Ohne Moderne! Ohne Pantera-Riffs! Also, ich finde dieses Elitäre überhaupt nicht schlimm. Sondern in der Regel eher vorteilhaft. Und wenn ich dann trotzdem ne In Flames aus neuerer Zeit toll finde, dann steht das da doch in keinerlei Widerspruch. Ich finde, da wird eine Kleinigkeit zu hoch gekocht. Jedenfalls ist bei mir grad die neue Atlantean Kodex angekommen - bin gespannt ![]()
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