Atlantean Kodex

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon darklord » Dienstag 5. Oktober 2010, 11:20

Naja, jetzt übertreibst du aber wirklich.
(Iron Priest)
Benutzeravatar
darklord
Sandkastenrocker
 
Beiträge: 534
Registriert: Mittwoch 10. Februar 2010, 17:10
Wohnort: München

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 5. Oktober 2010, 12:10

Lesen bildet:
"Nicht unbedingt mein Traum, es war eher eine Reaktion auf die Entwicklung der Metal-Landschaft in den letzten 15 Jahren. Alles ist nur noch darauf ausgelegt, möglichst extrem zu sein. Möglichst schnell, möglichst brutal, möglichst krasse Texte. Dazu absolut steril klingende Produktionen, bis zum Anschlag aufgeblasen, aber null Feeling. Alles hört sich gleich an, man hört die Produktion, aber nicht die Bands, die Menschen, die dahinter stehen. Atlantean Kodex ist gewissermaßen die Antithese zu allen Werten, die gegenwärtig von der Metal-Industrie und ihren beiden großen Zeitschriften propagiert werden: Beharrung statt Fortschritt, Eskapismus statt Sozialkritik, Intoleranz statt Offenheit, Atmosphäre statt Technik und wider jegliche Intellektualisierung des Heavy Metal."
http://www.metalstorm.de/content/interv ... php?id=158

"Was sich natürlich im Gegensatz zu früher verschlechtert hat, ist die Situation im Mainstream, wo nur noch auf Image und Umsatz geschaut wird, auch in den größeren Metal-Magazinen, die sich leider von der Industrie für ihre Zwecke einspannen lassen, anstatt kritisch zu bleiben. In der Folge ist der Mainstream-"Metal", wenn man ihn überhaupt noch so bezeichnen kann, sehr beliebig geworden. Viele Grenzen sind gefallen, weil es ja ultra-hip ist, möglichst tolerant, fortschrittlich und weltoffen zu sein, wodurch es heute jeder beschissenen Pop-Band möglich ist, ihren Dreck als "Metal" zu vermarkten. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung, denn wenn alles Metal ist, ist bald nichts mehr Metal."
http://www.rockhard.de/index.php?smod=p ... p9Wt%3D%3D

"Ich weiß nicht, ob man tatsächlich behaupten kann, dass den Leuten die Qualität der Musik egal ist. Ich glaube eher, dass ein großer Teil der gegenwärtigen Metalhörer nicht mehr in der Lage ist, individuelle Qualität und Leidenschaft von Massenware zu unterscheiden, selbst wenn er es denn wollte."

"Aber das ist genau das, was mich aufregt. Ich kenne Leute, die haben 1500 CDs von irgendwelchen japanischen Nazi-Grind-Bands rumstehen, aber keine einzige AC/DC-, Priest- oder Maiden-Scheibe. Was hat das denn noch mit Metal zu tun? Da fehlt jeder Sinn für Tradition, für die Geschichte der Musik. Die interessiert gar nicht mehr, dass es Ihren Müll ohne Venom überhaupt nicht geben würde. Dummerweise sind das genau die Leute, die durch das Internet mehr und mehr die Definitionshoheit darüber gewinnen, was Metal ist. Und offensichtlich zählen da Bands wie Manowar, Angel Witch oder Saint Vitus tatsächlich nicht mehr dazu, weil kein Gegrunze, keine Blastbeats und keine Texte über aufgeschlitzte Frauen vorkommen."
beide http://www.ancientspirit.de/intervie/at ... kodex1.htm

etc. pp. Vielleicht ist eine Anmerkung doch noch ganz wichtig: Ich bin durchaus der Meinung, dass hier richtige und wichtige Dinge angesprochen werden und ja, das ist eine relativ willkürliche Auswahl, die durchaus fundierter sein könnte, aber es geht ja nur um ein Vorurteil. Doch in einer derartig krassen Ablehnung moderner, durchaus FRUCHTBARER Entwicklungen - und das wird doch hier niemand bestreiten, oder? - wird eine traditionelle Pseudo-Elite geschaffen, die irgendetwas bewahren will, was einfach total anachronistisch ist. Ich hätte aber gar nichts dagegen, wenn diese Subszene neben den vielen anderen fundamentalistischen Strömungen existiert, die wir im Metal finden. Aber wenn ich mir dann eine Platte anhöre, die quasi aus dem Zentrum dieser Bewegung kommt - oder ist das SMB und der Protagonist etwas anderes? - die mich wirklich interessiert, und sie mit den vorher gelesenen Ansprüche konfrontiere, und leider zum dem Fazit komme, dass hier gewaltige Unterschiede zwischen theoretischen Erwartungen und einer enttäuschenden Praxis vorliegen, dann werde ich das wohl gerade noch schreiben dürfen. Gänzlich ohne Übertreibung.

Aber klar, wie sich in letzter Zeit öfters gezeigt hat, ist das wieder gänzlich unverständliches Geschwurbel. Blup.
Benutzeravatar
Julian Rohrer
Musikredaktion
 
Beiträge: 3570
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 21:22
Wohnort: München

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Eike » Dienstag 5. Oktober 2010, 12:37

Hm, die Zitate oben sind traditionalistisch, aber elitär? Nicht wirklich.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 5. Oktober 2010, 12:54

Findest du es nicht elitär, eine traditionalistische Miniszene über den Metalmainstream zu erheben, mit der Autorität, Metal als solchen erkennen und kennzeichnen zu können? Gegenwärtige Hörer als unmündig zu brandmarken und als unfähig zu bezeichnen, Qualität in der Szene als solche zu erkennen, ist kein elitärer Anspruch einer kleinen Gruppe gesegneter? Wie würdest du das dann alternativ bezeichnen?
Benutzeravatar
Julian Rohrer
Musikredaktion
 
Beiträge: 3570
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 21:22
Wohnort: München

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 5. Oktober 2010, 13:00

Ich würde es wohl "Meinung" nennen.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 5. Oktober 2010, 13:12

Jede Elite basiert auf mindestens einer Meinung :)
Benutzeravatar
Julian Rohrer
Musikredaktion
 
Beiträge: 3570
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 21:22
Wohnort: München

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 5. Oktober 2010, 13:18

Man sollte dieser Meinung einfach auch nicht so viel Wert beimessen.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 5. Oktober 2010, 13:49

Nun, ich teile die Meinung des hier zitierten Protagonisten zwar nur teilweise und hatte auch schon meine durchaus kontroversen Diskussionen mit ihm darüber, ob denn nun das oder jenes Metal oder Doom genannt werden darf und warum, etc... Wir sind in derlei Dingen nicht immer einer Meinung, aber ich finde es trotzdem in Ordnung, dass er diese Meinung so klar und scharf formuliert. Nicht, weil ich nicht offen für moderne Entwicklungen und Stile wäre, sondern weil ich den traditionellen Stil, für den unter anderem Atlantean Kodex steht, eben ganz besonders ins Herz geschlossen habe, und weil ich der Meinung bin, dass man diesen Stil nicht so spielen könnte, wenn man keine stark selektive und abgrenzende Philosophie im Bezug auf Musik hätte.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35306
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Eike » Dienstag 5. Oktober 2010, 14:32

Peter Kubaschk hat geschrieben:Man sollte dieser Meinung einfach auch nicht so viel Wert beimessen.
Eben. Meinungen sind wie Arschlöcher: Jeder hat sie.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Atlantean Kodex

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 5. Oktober 2010, 14:38

Ja, was jetzt? Elite oder nicht, ich bitte um eine Antwort.
Benutzeravatar
Julian Rohrer
Musikredaktion
 
Beiträge: 3570
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 21:22
Wohnort: München

VorherigeNächste

Zurück zu Heavy / True / Doom / Power Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste