Cirith Ungol

Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 13:05

@ Havoc betr. Release-Politik:

Sagen wir so: Das mit den Vinylfarben ist natürlich völliger Schnickschnack. Ich weiß auch nicht mehr sicher, wie viele ich jetzt wirklich nehmen werde. Es gibt sieben Farben, mein Händler wird wohl vier davon bekommen (von den anderen drei gibt es eine nur bei High Roller, eine nur bei der Band und eine nur in den USA). Aber alle Siebene sind mir eh zu viel, denn da wären wir ja dann bereits bei knapp 140,- Euro, und wenn ich nicht alle haben kann, dann brauche ich wohl auch keine drei. Werd auf jeden Fall die schwarze und/oder eine Farbige nehmen. Je nach dem, wie mir die Dinger gefallen.


@ Havoc betr. Bandcomeback:

Was das Verschwinden der Band angeht, ist es wohl so, dass sich während der Produktion und nach der Veröffentlichung des letzten Albums "Paradise Lost" vor allem im Business-Bereich sehr vieles zugetragen hat, was die Musiker in dieser Hinsicht so sehr verbittert hat, dass sie die Musik komplett aufgegeben haben. Die Details müsste ich jetzt nachschlagen, aber im Wesentlichen ist die Geschichte so nacherzählt, dass man einen Manager oder Anwalt hatte, der es damals für eine schlaue Idee gehalten haben soll, der Band zu einem Vertrag mit Restless Records zu raten, mit welchem sämtliche Rechte am gesamten Material der letzten Scheibe auf alle Ewigkeit aufgegeben wurden, und die es dem Produzenten und/oder Label ermöglichten, mit der Scheibe danach zu machen, was sie wollten. Das führte dann dazu, dass das Album wohl in einer Form, in einem Mix und mit einer Titelauswahl usw... erschien, welche die Band so gar nicht gewollt hatte. Danach hatte dann das Label wohl auch noch diverse Probleme (Insolvenzen, Rechteverkäufe usw...), dass die Band auf businesstechnischer Ebene komplett lahmgelegt war und auch nicht mehr an die Rechte ihres letzten Albums heran kommen konnte, die von A nach B bis Y wanderten, ohne dass sich jemals nochmal jemand bequemen wollte, das Album offiziell neu aufzulegen. Man musste quasi mit ansehen, wie das Album legal in anderer Form veröffentlicht wurde, als die Band das wollte, und wie es dann gut ein Jahr nach VÖ bereits nicht mehr erhältlich war und es auch 25 Jahre lang niemanden gab, der daran etwas geändert hätte, bis es offenbar vor drei Jahren dann Metal Blade gelungen ist, die Rechte aus irgend einem Dungeon der Warner Bros. loszueisen und endlich eine angemessen tolle VÖ des Albums zu machen.

Nun, im Zuge der ganzen Probleme (kein Album, keine Rechte, kein Label, kein Toursupport), hat man dann 1993 völlig frustriert das Handtuch geworfen und ich meine Rob Garven hätte irgendwann mal sogar geschworen, niemals mehr einen Drumstick anzufassen, wenn ich mich recht entsinne. Mutmaßlich hat das ganze Dilemma auch innerhalb der Band für Spannungen gesorgt. Das ist nicht überliefert, es gab keine schmutzige Wäsche insoweit, aber vorstellen kann ich es mir schon. Jedenfalls war über viele Jahre allein Rob Garven für Interviews zu haben und als Nachlassverwalter nach außen aktiv, Gitarrist Jerry Fogle starb 2004 (was meiner Erinnerung nach von Rob auch auf eine durch das Schicksal der Band zumindest begünstigte Problematik Alkohol/Depressionen zurückzuführen war), über Tim Baker gab es die wildesten Gerüchte (Stimme verloren, abgestürzt, verschollen...), an die ich persönlich nie geglaubt habe, und die wohl auch nie wahr waren, denn wenn ab und zu mal ab ca. 2010 herum Bilder von ihm auftauchten (über das MySpace-Profil seines Sohnes Matt), sah er eigentlich immer gut und entspannt aus, und dass er seine Stimme noch hat (und wie er sie hat!), kann ja jetzt jeder hören.

Nun ja, egal, jedenfalls galt es lange als völlig ausgeschlossen, dass Cirith Ungol jemals wiederkehren würde und es wurde bei Release der "Sevants of Chaos"-Compilation der Spruch "The being called Ungol is dead, its resurrection is doubtful." gestreut.

Dass es doch noch einer Reunion gab, dürfte in erster Linie Jarvis Leatherby (NIGHT DEMON-Bandleader und jetzt CU-Basser und -Manager) zu verdanken sein, der ebenfalls aus der CU-Heimatstadt Ventura stammt und die Musiker einfach mal zu einer Probe in seinen Proberaum eingeladen hat, sowie eben auch Oli Weinsheimer und dem KIT, die seit vielen Jahren versucht haben, CU zu verpflichten und immer Absagen erhielten, schließlich dann aber einfach mal Robert Garven und Tim Baker als Zuschauer/Gäste und für eine Autogrammsession zum KIT einluden. Und dann eben die Fans, und wie die zum einen die Band jahrelang nicht vergessen wollten, und wie sie die Musiker beim KIT dann empfangen haben. Tim und Rob müssen völlig darüber fasziniert gewesen sein, dass beim KIT 2016 gefühlt 2000 Leute sie beim Schlendern durch die Halle und beim Stehen im Publikum sofort erkannten, wussten wer sie sind, und ihnen sicher auch die entsprechenden anerkennenden Worte angedeihen ließen. Das alles hat sie dann am Ende überzeugt, es doch noch mal zu versuchen; und sicherlich auch, dass man durch den wunderschönen Metal-Blade-Rerelease von "Paradise Lost" endlich seinen Frieden mit dieser dunkelsten Phase der Bandgeschichte machen konnte.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte über all die Jahre immer das Gefühl (und natürlich den Wunsch), dass CIRITH UNGOL irgendwann doch noch wieder kommen würde, gegen alle Widrigkeiten. Aber anders als bei gefühlt 1000 anderen Reunionbands (die ich durchaus auch schätze), hatte ich eben bei CU niemals das Gefühl, dass hier etwas Halbgares das Ergebnis sein könnte. Hier hatte ich immer das volle Vertrauen, dass es diese Band entweder lassen oder nur dann nochmal tun würde, wenn sie a) das Gefühl hat, dass sie es noch mal will und auch kann; wenn sie b) ebenfalls weiß, dass der Rückhalt von den Fans da ist, und die Fans sie auch haben wollen, und wenn sie c) auch Businesspartner findet, die dabei helfen, dass das, was der Band vorschwebt, auch anständig funktioniert (was mit Leuten wie Jarvis Leatherby, Metal Blade, KIT/HOD, Up The Hammers, RHF, andere Festivals, Michael Whelan usw... eben auch gelungen ist).

Die Band (darunter vier der fünf noch lebenden Kernmitglieder) hat wieder Bock und sie hat es noch drauf; die Fans sind heiß drauf, und das Business-Umfeld scheint dieses Mal intakt zu sein. So oder gar nicht, habe ich das bei CU erwartet.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 13:40

@ Siebi

Siebi hat geschrieben:Verhältnis Inhalt zu Preis stimm(t)en hier, bei Rüdiger in letzter Konsequenz wohl auch, sonst würde er nicht bezahlen. Obwohl, doof finder er den Preis ja schon und dass es keine MCD gibt. Hm, warum das Jammern? Wie wäre es mit Füße und Geldbörse stillhalten?!? Den DL gibt es für 1 USD (EINEN!!!, sic) als WAV, mp3 etc. zu kaufen. Kann man diese 12" nicht verneinen? Nein, da gewinnt das sammelnde Fanherz, was ich nachvollziehen kann.

Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen für mich persönlich absolut, ja. Ich habe den Song seit einem Monat als MP3, und ich habe ihn Stand heute bisher 75x angehört. Das heißt, dass ich bisher bereits fast 11 Stunden allein mit diesem einen Song verbracht habe; und weitere 5 Stunden mit der Live-B-Seite (die lief nicht immer mit durch). Ist es mir das Geld wert, die Urheber dieser 16 Stunden voller Freude an einem wunderbaren Song und einer hübschen B-Seite, für deren Arbeit mit 17 Euro zu entlohnen? Ja. Ist es. Ohne mit der Wimper zu zucken oder auch nur über diesen Preis nachzudenken. Zumal ich davon ausgehen darf, dass ich mit dem Song noch viele weitere Stunden verbringen werde.

Den Preis finde ich dennoch zu hoch, aber nicht meinetwegen, sondern "euretwegen". Wegen all jener Leute hier im Forum, drüben im DFF, im SMB, von denen ich jetzt in den Foren lese: "Ja, ich finde den Song toll, aber die 12"EP kaufe ich mir nicht, weil sie mir zu teuer ist." - Ich würde mir wünschen, dass jeder die EP kauft, kaufen kann und kaufen will, der den Song mag. Und wenn die Preisgestaltung des Labels dem im Wege steht, dann ist die Preisgestaltung einfach doof. Auch der Band wegen, denn ich bin mir sicher, dass es sowohl für das Ansehen der Band als auch für die Streubreite der Musik besser wäre, wenn der Preis so ist, dass noch mehr Leute zuschlagen.

Ebenso wünsche ich mir immer, dass es jedes Album auf CD und LP (meinetwegen auch als Tape und digital) gibt, weil ich es schade finde, wenn ein potentieller Fan und Käufer auf der Strecke bleiben muss, weil es nur ein Format gibt, mit dem er nichts anfangen kann, und wenn es sein Lieblingsformat nicht gibt.

Ein Release sollte aus meiner Sicht immer so gestaltet sein, dass jeder Fan, der die Band gerne hat, irgendwie eine faire Chance hat, sich das Release zu einem angemessenen Preis zu holen. Wenn das nicht so ist, dann sage ich das. Manchmal bleibe ich selbst auf der Strecke, weil für mich persönlich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht passt, mir die Band nicht wichtig genug ist, oder mein gewünschtes Format nicht vorhanden ist. Manchmal bin ich nicht betroffen, oder nur in Form von ein paar Kröten zu viel bezahlt, weil mir das Release den Preis doch wert ist.

Ist das dann inkonsequent? Ist das ein Jammern und Anprangern? Ich finde nicht. Man tauscht halt seine Empfindungen aus und kauft am Ende das, was einem das Geld wert ist, und lässt das stehen, was einem das Geld nicht wert ist.

Wichtig ist mir halt nochmal ganz deutlich zu sagen, dass ich keiner bin, der hier die Bands an sich mit zweierlei Maß misst, nur weil die eine Band meine Lieblingsband ist, und die andere vielleicht bloß meine fünftliebste Band, und die dritte Band mir völlig egal. Ich sehe, dass das überall eine ähnliche Masche ist, ich weiß, dass ich das ab und zu (selten!) selber auch in überschaubarem Maße mitmache, so lange es mir halbwegs sinnig und akzeptabel erscheint.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Siebi » Samstag 15. September 2018, 14:05

Rüdiger, ich verstehe dich auf der einen Fan-Seite, auf der anderen preisgestalterischen und was ich als Fan mitgehe, sehe ich vieles anders. Du entlohnst nicht die Band allein mit den gezahlten 17 EUR. Du gehst diese horrende Preisgestaltung mit, Du bestätigst das Vorgehen seitens des Labels. Da verdienen sich einige eine goldene Nase. Da bin ich bei aller Liebe zu jeder Lieblingsband so weit weg wie 60 von der CL. Für mich ist das Kapitalismus der üblen Sorte.

Gehe ich hypothetisch von einem neuen CU-Album mit acht Songs aus, nehmen wir auf Basis der 12" 8 x 8,50, wären wir bei 68,- EUR für eine neue CU-LP im schicken schwarz. Das ist völlig daneben. Wird sie nicht kosten, wohl 20 EUR plus x, evtl. gar als 2-LP, um höhere Preise zu rechtfertigen. Wenn ein DLC beiliegt, werde ich zugreifen, wenn nicht, halt nicht. Sollte die Scheibe gar 17,99, was aktuell bei MB Standard für Einzel-LPs ist, sein, wäre das gegenüber der 12" ein Schnäppchen. Wir werden sehen.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 14:25

Siebi hat geschrieben:Rüdiger, ich verstehe dich auf der einen Fan-Seite, auf der anderen preisgestalterischen und was ich als Fan mitgehe, sehe ich vieles anders. Du entlohnst nicht die Band allein mit den gezahlten 17 EUR. Du gehst diese horrende Preisgestaltung mit, Du bestätigst das Vorgehen seitens des Labels. Da verdienen sich einige eine goldene Nase. Da bin ich bei aller Liebe zu jeder Lieblingsband so weit weg wie 60 von der CL. Für mich ist das Kapitalismus der üblen Sorte.

Ja, das stimmt natürlich.

Gehe ich hypothetisch von einem neuen CU-Album mit acht Songs aus, nehmen wir auf Basis der 12" 8 x 8,50, wären wir bei 68,- EUR für eine neue CU-LP im schicken schwarz. Das ist völlig daneben. Wird sie nicht kosten, wohl 20 EUR plus x, evtl. gar als 2-LP, um höhere Preise zu rechtfertigen. Wenn ein DLC beiliegt, werde ich zugreifen, wenn nicht, halt nicht. Sollte die Scheibe gar 17,99, was aktuell bei MB Standard für Einzel-LPs ist, sein, wäre das gegenüber der 12" ein Schnäppchen. Wir werden sehen.

Auch das ist klar. Singles und Maxi-CDs waren schon früher in der Hinsicht überteuert. Da konntest du nie den Maxipreis hochrechnen auf die CD. Maxi-CD i.d.R. drei Songs (von denen maximal zwei interessant waren) für 12,- - 14,- DM, wenn ich mich recht entsinne. Die CD dann 30,- DM (bei Hochrechnung hätte sie auch 60,- DM kosten müssen). Zu Eurozeiten war dann die MCD zuletzt meist schon auch nicht mehr unter 10,- EUR zu haben. Heute ist das Format ja ziemlich selten geworden. Im Verhältnis ist aber auch deren Preis explodiert, denn während die MCD knapp das doppelte kostet wie in alten DM-Zeiten, da ist die neu erschienene CD mit meist 13,- - 18,- EUR an sich noch recht nach am alten DM-Preis (26,- - 32,- DM).

Vinylpreise verfolge ich nicht wirklich, da ich nicht gerne Vinyl kaufe. Daher kann ich dazu nicht so viel sagen, und daher habe ich auch nicht wirklich gezuckt, als die CU-12"EP angekündigt wurde, sondern erst näher drüber nachgedacht, als ihr alle "zu teuer" gesagt habt. Ich fand die Preisgestaltung bei den CU-Vinyl-Rereleases von Metal Blade allerdings recht fair. Die waren sehr schön aufgemacht und meiner Erinnerung nach habe ich für keines mehr als 20,- EUR bezahlt. Eher so 17 oder 18, wenn ich mich recht erinnere. Daher rechne ich bei der kommenden CU-LP nun auch mit normalen Preisen.

Bei der 12"-Single nutzt man ganz offenbar jetzt aus, dass die Leute auf die Band heiß sind und bläst eine "Hallo, wir sind zurück!"-Aktion auf eine Weltsensation mit Release-Overkill auf. Ja, darf man doof finden, darf man prinzipiell als Hardcore-Kapitalismus kritisieren. Das kann auch ich nachvollziehen.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 15:02

Siebi, da du dich mit den üblichen Vinylpreisen besser auskennst als ich, würde mich nochmal interessieren, was aus deiner Sicht eine üblicher bzw. ein gerechtfertigter Preis für eine 12" wie "Witch's Game" wäre. Etwa 10,- Euro, oder?

Mich würden einfach mal die Gewinnspannen interessieren, die hier möglicherweise gefahren werden. Einzupreisen sind im Zweifel:

1) Royalties für die Band
2) Produktionskosten (Studio, Mastering usw...)
3) Tonträgerherstellung
4) Artwork (ich hab hier im Wohnzimmer einen Whelan als Druck hängen, Whelan ist nicht billig)
5) Urheberrechtsabgaben, GEMA usw...
6) Händlerspanne
7) Mehrwertsteuer

Hab ich was vergessen? Bin kein Wirtschaftswissenschaftler.

Die Auflage dürfte vorläufig mal bei ca. 2000 Stück liegen, oder? 1000 Farbige und dann die unlimitierte Schwarze, die natürlich jederzeit nachgepresst werden kann.

2000 Stück mal 17,- Euro = 34.000,- Euro

34.000,- EUR = Verkaufserlös Retail brutto
- 5.428,- EUR = Mehrwertsteuer 19% (damit Verkaufserlös netto = 28.571,-)
- 3.929,- EUR = GEMA-Abgabe 13,75% des Nettopreises
- 6.000,- EUR = Händlerspanne (geschätzt auf 3,- Euro netto)
- 5.000,- EUR = Presswerkkosten (grob geschätzt, https://www.vinylherstellung.de/)
- 3.000,- EUR = Artwork, Künstlerlizenz (grob geschätzt anhand Preisen in Whelans Galerie)
- 2.000,- EUR = Produktionskosten, Studio, Mix, Mastering usw... (anteilig, mehr Songs da?)
- 4.000,- EUR = Royalties an die Band (zwei Euro pro Platte an die Band ist okay?)
= 4.643,- EUR = Reinerlös des Labels (= 2,32 EUR pro Platte netto)

Je größer die Auflage ist, desto größer natürlich der Gewinn, wenn sie abverkauft wird. Logisch.

Hab ich in der Kalkulation irgendwo grobe Schnitzer? Wenn nicht, dann wäre da jetzt nicht zwingend Wucher zu sehen.

Aber wie gesagt, in Wirtschaftsdingen bin ich naiv wie die Sau. Darfst mir das gerne sagen, wenn irgendwo gravierende Denkfehler sind.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 15:09

Vermutlich liegt der Denkfehler darin, dass ich die Auflagenstärke massiv unterschätze, oder?

Würde mich für die Band ja freuen... aber ich kann das echt null abschätzen.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Siebi » Samstag 15. September 2018, 18:07

Auflagenhöhe und der ausgehandelte Deal der Band mit Label und Lizenzierungspartnern bestimmen die Gewinn- und Verlustrechnung. Früher gab es Bandübernahme- oder Künstlervertrag, sollte immer noch so sein. Wichtig ist, wer die Rechte an Musik und Texten hält, wer "Herr" seiner Musk ist. Dies regeln u.a auch abgeschlossene Lizenz-, Vertriebs- oder Verlagsverträge.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 18:24

Siehst du in meiner Musterrechnung (mal angenommen die Gesamtauflage wäre tatsächlich nur 2000) einen Punkt der dir definitiv völlig unrealistisch erscheint?

Hab mich bemüht, realistisch zu schätzen:

- 19% MwSt. ist ja eh klar

- bei der GEMA kann man natürlich u.U. auch andere Konditionen haben, aber 13,75% des Nettoausgabepreises ist laut aktueller Tarifliste der Standardtarif;

- die Händlerspanne dürfte bei Neuware auch halbwegs realistisch sein, denn ich habe schon hin und wieder mal die Wholesale-Preise von Labels gesehen und mit durchschnittlichen Händlerverkaufspreisen verglichen; 3,- Euro, das müsste ungefähr passen, abhängig vom Konkurrenzdruck.

- Beim Presswerkpreis habe ich halt den Rechner aus dem Link für eine 2000er-Auflage, schwarzes Vinyl, Cover ohne Gatefold, Inlay weiß hergenommen.

- Artwork ist natürlich völlig vage. Da Whelan mit der Band befreundet ist, kann es sein, dass sie es umsonst gekriegt hat, aber auf der anderen Seite ist ein Label da, das sicher normal für Artworks bezahlt; warum sollte Whelan dann verzichten. Die Whelan-Originale, die auf den ersten Blick weniger aufwändig scheinen als das CU-Cover, kostet aktuell 1500 bis 3100 Dollar in seinem Shop. Aber halt das Bild. Daher habe ich hier wohl sogar vorsichtig geschätzt, denn für die Platte muss man ja ein Original malen lassen und dann noch eine Vervielfältigungslizenz für den Tonträger haben.

- Was das Studio gekostet hat, weiß ich natürlich nicht. Ich gehe mal davon aus, dass man vermutlich nicht nur den einen Song aufgenommen hat.

- Nach den Erfahrungen, die CU früher mit Labels gemacht hat, kann ich mir vorstellen, dass die Band dieses Mal keinen völlig windigen Deal abgeschlossen hat, und daher halbwegs angemessen honoriert wird, egal, welcher Vertragstyp es ist.

Das waren so meine Grundüberlegungen.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon frankjaeger » Samstag 15. September 2018, 19:46

GEMA-Tarif ist 9.09% (glaube ich, müsste ich genau nachsehen, das zahle ich aber über die VUT). Allerdings gibt es da verschiedene Sätze für Alben und Singles, und ich meine, die Spielzeit hat auch noch einen Einfluss. Ich weiß es nicht mehr, bei jeder "Metalliance" wurschtel ich mich da durch. Rüdiger, wenn ich die nächste anmelde, kannst du ja mal zu mir kommen und wir machen das gemeinsam, falls es dich interessiert. Ich kann dir dazu auch mal eine Rechnung zeigen.

Der Verkauf an Händler ist immer schwierig zu sagen, da es da immer ganz verschiedene Rabattstaffeln gibt. Beispiel: Eine CD bei H'art kostet zumeist 10.99 Euro im EK, darauf kann man noch Rabatte kriegen, Vinyl kostet üblicherweise so 14,99. Ohne Rabatte müsste ein Händler dafür 22 Euro nehmen, um die 3 Euro Spanne zu erhalten (19% Mwst). Je mehr und je größer, desto höher die Rabatte. Media Markt kann CDs bei Aktionen zu Preisen verkaufen, die unter dem EK kleiner Läden liegen.

Das Presswerk dürfte etwas günstiger sein für Labels, die viel produzieren, und die Auslage würde sich natürlich auf alle Vinyl-Farben erstrecken. Ich denke, 2000 ist eher niedrig gegriffen.

Whelan: Na ja, ich gehe davon aus, dass die einen Deal gemacht haben für Album und Maxi und bestehende Artworks genommen haben aus seinem umfangreichen Schaffen. Dann kommt die Lizenzgebühr darauf an, was sie machen wollen, Stückzahl und nur Vinyl oder auch CDs und T-Shirts? Das ist total schwer zu sagen.

Insgesamt finde ich 17,99 Euro auch sehr teuer. Ich meine, niemand zwingt das Label, eine Vinyl-Maxi zu veröffentlichen, oder? Eine CD kostet in der Herstellung die Hälfte, ist vom Handlung besser und das Lied könnte dann ja auf der Doppel-LP des Albums als Vinyl-Bonustrack drauf sein, wenn man schon Vinyl verkaufen wollte. Dann kauft der CD'ler die Maxi und die reguläre CD und der Vinyler das Vinyl-Album. Das fänd ich okay und akzeptabel. Und die CD müsste natürlich für 9,99 Euro kommen, absolut maximal.
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Re: Cirith Ungol

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 15. September 2018, 20:05

frankjaeger hat geschrieben:GEMA-Tarif ist 9.09% (glaube ich, müsste ich genau nachsehen, das zahle ich aber über die VUT). Allerdings gibt es da verschiedene Sätze für Alben und Singles, und ich meine, die Spielzeit hat auch noch einen Einfluss. Ich weiß es nicht mehr, bei jeder "Metalliance" wurschtel ich mich da durch. Rüdiger, wenn ich die nächste anmelde, kannst du ja mal zu mir kommen und wir machen das gemeinsam, falls es dich interessiert. Ich kann dir dazu auch mal eine Rechnung zeigen.

Machen wir unbedingt.
:dafuer:

Der Verkauf an Händler ist immer schwierig zu sagen, da es da immer ganz verschiedene Rabattstaffeln gibt. Beispiel: Eine CD bei H'art kostet zumeist 10.99 Euro im EK, darauf kann man noch Rabatte kriegen, Vinyl kostet üblicherweise so 14,99. Ohne Rabatte müsste ein Händler dafür 22 Euro nehmen, um die 3 Euro Spanne zu erhalten (19% Mwst). Je mehr und je größer, desto höher die Rabatte. Media Markt kann CDs bei Aktionen zu Preisen verkaufen, die unter dem EK kleiner Läden liegen.

Das Presswerk dürfte etwas günstiger sein für Labels, die viel produzieren, und die Auslage würde sich natürlich auf alle Vinyl-Farben erstrecken. Ich denke, 2000 ist eher niedrig gegriffen.

Whelan: Na ja, ich gehe davon aus, dass die einen Deal gemacht haben für Album und Maxi und bestehende Artworks genommen haben aus seinem umfangreichen Schaffen. Dann kommt die Lizenzgebühr darauf an, was sie machen wollen, Stückzahl und nur Vinyl oder auch CDs und T-Shirts? Das ist total schwer zu sagen.

Insgesamt finde ich 17,99 Euro auch sehr teuer. Ich meine, niemand zwingt das Label, eine Vinyl-Maxi zu veröffentlichen, oder? Eine CD kostet in der Herstellung die Hälfte, ist vom Handlung besser und das Lied könnte dann ja auf der Doppel-LP des Albums als Vinyl-Bonustrack drauf sein, wenn man schon Vinyl verkaufen wollte. Dann kauft der CD'ler die Maxi und die reguläre CD und der Vinyler das Vinyl-Album. Das fänd ich okay und akzeptabel. Und die CD müsste natürlich für 9,99 Euro kommen, absolut maximal.


Jo, okay.

Dass der Whelan im Vinyl-Format erscheinen soll, das kann ich nachvollziehen. Ich war davon ausgegangen, dass der dieses Mal "custom made" ist, denn ich war ja schon oft auf Whelan-Tour im Netz und habe das Bild niemals zuvor gesehen. Es hieß auch "original art by Michael Whelan" in der Promoinfo. Ich hätte das als "custom made" gedeutet, gerade halt auch, weil das Bild perfekt zum Text passt, und etliche Textzeilen im Bild Berücksichtigung finden. Aber es kann natürlich auch sein, dass er es im Archiv hatte und die Band das Bild vertont hat. Weiß man nicht.
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