Visigoth

Re: Visigoth

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 23. Januar 2018, 19:33

Erasmus hat geschrieben:Mit Album Nummer Zwei muss es DRINGEND ein eigenes Visigoth-Thema geben ;-)
Schon allein um folgende (vermutlich provokante) These aufzustellen:

"Zudem gelingt es auch dieses Mal mit 'Salt City', einen coolen Rocker unter die Hymnen zu mischen, der für Abwechslung sorgt und verhindert, dass der Pathos den Hörer überwältigt."
--> Das ist kein Grund zur Freude, diese Rock-Schlenker sollten die Westgoten unterlassen. Irgendwie fand ich die schon auf Album Nummer 1 fehl am Platz... ^.-

Diese These hat ein überaus kluger Mann geschrieben und ich unterstütze das mal mit dem Hinweis, dass selbst die ganz großen der Epic Metal Fraktion, Manilla Road, Cirith Ungol oder Brocas Helm immer auch diese rockigeren Elemente und Songs hatten. Die gehören nicht unbedingt immer zu den Highlights der jeweiligen Alben ('Feeling Free Again'), gehören aber eben dazu. Sie zeigen, dass Bands eben nicht nur einen einzigen, limitierten Substil als Einfluss haben, sondern durchaus mehr als nur Bathory und Manowar zwischen Album 2 und 6 gehört haben. Ich finde es gut, dass VISIGOTH sowas machen und da es meist bei einem Song pro Album bleibt, ist es eben eine nette Abwechslung und nicht mehr.
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Re: Visigoth

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 24. Januar 2018, 02:22

Raphael Paebst hat geschrieben:
Erasmus hat geschrieben:Mit Album Nummer Zwei muss es DRINGEND ein eigenes Visigoth-Thema geben ;-)
Schon allein um folgende (vermutlich provokante) These aufzustellen:

"Zudem gelingt es auch dieses Mal mit 'Salt City', einen coolen Rocker unter die Hymnen zu mischen, der für Abwechslung sorgt und verhindert, dass der Pathos den Hörer überwältigt."
--> Das ist kein Grund zur Freude, diese Rock-Schlenker sollten die Westgoten unterlassen. Irgendwie fand ich die schon auf Album Nummer 1 fehl am Platz... ^.-

Diese These hat ein überaus kluger Mann geschrieben und ich unterstütze das mal mit dem Hinweis, dass selbst die ganz großen der Epic Metal Fraktion, Manilla Road, Cirith Ungol oder Brocas Helm immer auch diese rockigeren Elemente und Songs hatten. Die gehören nicht unbedingt immer zu den Highlights der jeweiligen Alben ('Feeling Free Again'), gehören aber eben dazu. Sie zeigen, dass Bands eben nicht nur einen einzigen, limitierten Substil als Einfluss haben, sondern durchaus mehr als nur Bathory und Manowar zwischen Album 2 und 6 gehört haben. Ich finde es gut, dass VISIGOTH sowas machen und da es meist bei einem Song pro Album bleibt, ist es eben eine nette Abwechslung und nicht mehr.


Und selbst Manowar und Bathory haben immer wieder rockige Songs bzw. Bathory auch mal crustig-punkige Songs gehabt. Und sie haben die Epik quasi erfunden. Zu eindimensionale Alben sind fast immer irgendwo limitiert und könnten noch besser sein, wenn sie aufgelockert werden. Das muss keine bunte Gemüsesuppe sein. Aber einem harten Album tut eine Ballade gut, einem Doom-Album ein flotterer Track, einem Speed-Album eine getragenere Mitsinghymne. Motörhead war König dieser Disziplin: Immer klare Kante, immer klar definierter Stil, immer unverkennbar, und doch hatte jedes Album eine gewisse Bandbreite der Kompositionstechniken und Songtypen... knackige Speedster, düstere, stampfende Epen, tragische Balladen, trauriger Blues, fetziger Rock'n'Roll - einfach kein "One Track Mind", obwohl der Song gleichen Namens toll ist.

Und ja, das ist auch genau der Grund, warum ich sehr viele Epigonen der klassischen Genreväter quer durch die Schubladen dann doch immer ein bisschen öder finde als die Originale: Sie versteifen sich viel zu oft auf das Bedienen einer Schublade, einer Mikrozielgruppe, das Rezitieren der Stilelemente einer Band, und dann oft nur eines Miniausschnitts dieser Band. Es ist gut, einen markanten Stil zu haben; es ist auch gut, zu seinen Haupteinflüssen zu stehen... aber es ist nicht gut, sich zu sehr zu limitieren und sich dadurch zum Generikum zu machen. Eine Band muss sich selbst ein bisschen Luft zum Atmen lassen, denn sonst erinnert man sich nicht an ihre Songs, sondern nur noch an ihren Stil. Das ist schade, wenn man keine Songs mehr hat. Ich hab's beim Jahrespoll gemerkt, wie schwer es mir bei viele Alben fiel, mich an die guten Songs zu erinnern. Da weißt du: Jo, die Scheibe war cool, die kommt in den Albenpoll... und dann fragst du dich, welchen Song du in den Pollbogen nehmen könntest, und du kannst dich an keinen Song erinnern, nicht einmal, wenn du die Tracklist vor dir hast. Und die Gefahr ist umso größer, je einförmiger eine Platte ist. Hör dir mal Priest's "Stained Class" an... da hat wirklich jeder Song einen völlig anderen Charakter, und doch passen alle ins Konzept des Albums.
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Re: Visigoth

Beitragvon Erasmus » Mittwoch 24. Januar 2018, 20:44

Ich finde die rockige Ausrichtung nicht per se schlecht (Bei Manowar teils sogar richtig gut, auch der Riddle Master hat ja rockige Elemente und ist ein Übersong). Nur bei Visigoth gefallen sie mir nicht! Ich bin sonst immer für Abwechslung :yeah:
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Re: Visigoth

Beitragvon Raphael Paebst » Donnerstag 25. Januar 2018, 00:04

Erasmus hat geschrieben:Ich finde die rockige Ausrichtung nicht per se schlecht (Bei Manowar teils sogar richtig gut, auch der Riddle Master hat ja rockige Elemente und ist ein Übersong). Nur bei Visigoth gefallen sie mir nicht! Ich bin sonst immer für Abwechslung :yeah:

Hmm, also gerade live passt das super bei denen in den Set, finde ich.
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Re: Visigoth

Beitragvon Frozen » Samstag 10. Februar 2018, 21:10

Ich glaub, hier muss ich auch mal wieder mitschreiben, immerhin handelt es sich um einen meiner Favoriten des Genres. Die Zeit dafür ging mir leider die letzten Monate ziemlich ab...

Also auch wenn ich finde, dass das Album von den epischen Nummern lebt, ist "Salt City" hier keineswegs fehl am Platz. Es ist nicht Abwechslung rein um der Abwechslungs' wegen, es ist wie auf dem letzten Album und der EP ein sehr gut platzierter, stark gemachter Rocker. Für mich gehört dieser zu den Höhepunkten der Scheibe, und wenn sie es so stark machen, sollen sie nur weiter diese Auflockerungen einstreuen. "Creature of Desire" gehört auf dem Erstling zu meinen meistgespielten Songs, obwohl ich ihn nicht als Beispiel für ihre Musik anführen würde. Ich schliesse keineswegs aus, dass sich auch "Salt City" zu dem entwickelt, der erste Eindruck ist jedenfalls stark.

Ich bin erneut begeistert von dem Album, das mich bei aller Schwere, die es mitbringt, nie erdrückt, und erneut finde ich textlich und musikalisch mit jedem Durchgang neue Finessen. Wenn die Westgoten einen Song einbauen, der Abwechslung bringen soll oder leicht andere Pfade in der klassischen Rock und Metal Musik beschreiten soll, bin ich inzwischen absolut davon überzeugt, dass dieser hervorragend geschrieben ist und somit keineswegs abfallen wird. Das sind nicht die "Pflichtballaden", die zu viele Bands glauben, auf ihr Album laden zu müssen, sondern ich bin sicher, dass das Songs sind, an denen die Jungs beim kreieren zu viel Spass hatten, und glauben, dass zu viele diesen Spass teilen werden, um sie nicht zu veröffentlichen.
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Re: Visigoth

Beitragvon Jhonny » Sonntag 11. Februar 2018, 15:56

Durchlauf Nummer vier macht hier bisher auch echt Spaß, eine feine Scheibe!
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