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von Julian Rohrer » Mittwoch 22. September 2010, 23:40
Weil Kraft - so frei der Begriff auch sein mag - einfach wichtig ist für mich. In der Musik, der Kunst im Allgemeinen. Schönheit und Kraft sind eng miteinander verschränkt. Zerbrechlichkeit dagegen rangiert für mich auf einer Begriffs-Ebene unter "der" Schönheit. Zerfahren mag der Beitrag wirken, da ich mir eben unschlüssig über das Potential der Zerbrechlichkeit in diesem Fall bin. Will SG nur zerbrechlich sein? Kann ja auch sein, oder? Das würde aber auf Kosten der Magie, die diese Musik entfalten soll, gehen, was ja wiederum schade wäre. Wenn etwas nur schön sein will - ist es dann kitschig? Hm. Da fällt mir eine letztens geführte Diskussion über die Schönheit im Holzschnitzen ein. Aber das ist mir jetzt deutlich zu viel Schreibarbeit, das umfassend wiederzugeben. Auf jeden Fall kann es da auch eine Schönheit um der Schönheit willen geben, eben auf der Grundlage der meisterlichen Handwerkkunst. Natürlich erfüllt ein Instrument einen Selbstzweck. Aber dazu muss es auch gut gespielt und eingebettet sein - ich bin mir nicht sicher, ob das hier der Fall ist. Du schon. Passt, so soll es ja auch sein  Und was ist ein authentisch eingefangenes Horn? Erschließt sich mir nicht.
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von Eike » Donnerstag 23. September 2010, 07:25
Holzschnitzen hat was, alleine schon als Konzept. Dabei geht es sicherlich auch um Kraft, wenn auch der Schönheit nachgeordnet. Aber Holzschnitzen hat auch was mit Zeit zu tun, mit Wachsen und Speichern; mit dem naturverbundenen Arbeitsprozess als solchem, und mit dem Aufbewahren der Zeit im Produkt. Es geht da aber immer um einen konkreten Werkstoff.
Savoy Grand funktioniert für mich ganz anders. Da geht es auch um Zeit, aber eher nicht um ihr Einfangen, weil sie ja kaum gemessen wird, kein kraftvoller Takt vorgegeben; eher um ein Sichverlieren in der oder - für mein Empfinden besser (weil nicht unbedingt Schwächlichkeit betonend) gesagt - ein Schwimmen mit der Zeit, Zeit als etwas nicht bewältig- und beherrschbares, sondern etwas stark von der situativen Wahrnehmung und damit vom Empfinden geprägtem Abstrakten; kurzum um Einfühlung.
Beides - Holzschnitzen und Savoy Grand - ist irgendwie prozessorientiert, aber beim Schnitzen geht es m. E. um die im wahrsten Sinne fassbar gemachte Zeitspanne, die da zwischen anfänglicher Baumsaat und vollendetem Schnitzwerk überbrückt wird, während es bei Savoy Grand um das rein momentane, unfassbar bleibende Zeitempfinden in seiner Vergänglichkeit geht (erinnert mich ans japanische wabi-sabi & mono no aware).
"Holzschnittmusik" hätte für mich eine Umwandlungsmentalität: Aufwendung ---> Artefakt. Savoy Grand wäre "Kirschblütenmusik" mit Übergangsmentalität: Entstehen <---> Vergehen.
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von Holger Andrae » Donnerstag 23. September 2010, 08:15
Ihr macht hier gerade genau das, was diese Musik bei mir nicht auslöst: Analysieren. Schön verstrickte Satzgeflechte, die den Leser erdrücken und die dieser herrlich schwebenden Musik nicht im geringsten gerecht wird. Zerredet.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jesus » Donnerstag 23. September 2010, 08:31
Danke, Holger.
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von Julian Rohrer » Donnerstag 23. September 2010, 09:14
Oh Pardon, es wurde mal mehr geschrieben als "nett", "Überalbum", "es gibt bessere Alben dieser Band" und "über die wurde an anderer Stelle schon alles gesagt". Bitte, wenn es euch nicht interessiert, dann lest es halt nicht. Ich habe mich auch nicht über diese schwachsinnigen Kommentare aufgeregt. Zumindest nicht im Forum.
Aber um dem Diskussionsniveau gerecht zu werden (WIE KONNTE ICH NUR!?): SAVOY GRAND: Ist ganz nett, keine Ahnung ob es bessere Alben dieser Band gibt, landet nicht auf meiner Einkaufsliste, mal sehen, welches Album als nächstes kommt. Ah, MONROSE wurde noch nicht gefeatured.
Wie ich diese selbstvergessenen Kollektionsmasturbationen doch liebe...
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von Holger Andrae » Donnerstag 23. September 2010, 09:18
Julian, willst du mich absichtlich missverstehen?
Es ging mir weniger um die Länge der Psotings, sondern um deren Inhalt.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Donnerstag 23. September 2010, 09:23
Naja, aber Julians Inhalt war ja nicht falsch - es gibt ja schöne, ruhige Musik - und dann gibt es die, der einfach was fehlt. Zum Beispiel ein Gitarren-Riff Musik gefällt eben nicht jedem gleichgut, und es soll ja hier nicht nur um Lobhuldigungen gehen, sondern auch zu schauen, was einem persönlich in den anderen Listen gefallen könnte - und was auch mal nicht. Und da find ichs eigentlich nur richtig, wenn unser Meister Rohrer auch mal sagt, was ihm bei einer Scheibe irgendwo fehlt.
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von Holger Andrae » Donnerstag 23. September 2010, 09:27
Wo habe ich denn geschrieben, dass es inhaltlich "falsch" sei?
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Donnerstag 23. September 2010, 09:33
oh - gar nicht, sorry. Mir gehts nur darum, dass ichs wichtig find, dass Posts wie seiner ok sind. Weil das macht ja erst den Reiz der ganzen Aktion aus.
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von Holger Andrae » Donnerstag 23. September 2010, 09:38
Natürlich ist es toll, wenn zu einem Album eine Diskussion aufkommt. Zeigt ja, dass man sich mit der Musik beschäftigt hat. Aber auch das habe ich nicht abgestritten.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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