
Wollen wir mal wieder weiter machen, nachdem die "Cause For Conflict" in den letzten fünf Wochen doch recht regelmäßig gelaufen ist, ich aber irgendwie nie die Kurve gekriegt habe, ein paar Zeilen dazu zu schreiben.
Jetzt aber: Ein Stückchen weit muss ich Feamorns Zitat aufgreifen, dass man mal schaut, was Sepultura so tut. Ja, die Assoziation ist für "Cause For Conflict" gar nicht so verkehrt, denn das spielt nun nicht unbedingt in einem anderen Universum wie "Chaos A.D.". Von "Renewal" greift es den etwas derberen Gesangsstil Milles auf; das Drumming indes wird noch rhythmischer und erinnert hier und da tatsächlich an die Brasilianer, bevor die vollends auf den Tribal-Trip gerieten. Besonders ohrenfällig ist das beispielsweise bei "Catholic Despot". Aber immerhin ist ja "CFC" die einzige KREATOR-Scheibe ohne Ventor an den Kesseln, die hier Whiplashs Joe Cangelosi bediente, und das darf man dem Album dann auch anhören.
Ob indes mit dem Bandgefüge seinerzeit alles so ganz in Ordnung war, die Frage stellt sich schon, denn immerhin ist Mille Petrozza der einzige Musiker, dessen Name im Booklet überhaupt nur erwähnt ist. Schon komisch. Dass die Scheibe auch der Schwanengesang der Blackfire-Ära werden sollte, bestätigt den Verdacht. Nun ja, da es hier ja nicht primär um die Chemie in der Band gehen soll, und ich davon eh keine Ahnung habe, kommen wir zum Album selbst zurück, und da muss ich sagen, dass ich auch diese Scheibe ziemlich gerne mag. Das recht technoide Flair, das etwa Stücke wie 'Crisis Of Disorder' oder 'Hate Inside Your Head' verströmen, ist spannend und ungewöhnlich in der KREATOR-Diskographie. Auch wie kalt hier bisweilen der Gitarrensound wirkt, ist beindruckend. Weitere Experimente gibt's mit der kleinen Hardcore-lastigen Eruption 'Bomb Threat' oder dem folgenden, ziemlich melodischen 'Men Without God'.
Zum Ende hin wartet das Album mit weiteren Highlights auf, die vor allem auf der Gitarrenebene nochmals richtig überzeugen, und am besten gefallen mir dabei einmal mehr die beiden (Video-)Singles 'Lost' und 'Isolation', die ich gerne auch heutzutage mal noch im Liveset hätte, was aber eher selten vorkommt. Jo, wie gesagt: Mit der Scheibe war dann Schluss mit der Gosdzik-Ära und es sollte eine neue Zeit anbrechen, doch aus meiner Sicht hat sich das Line-up sehr würdig aus der Kreator-Historie verabschiedet.
01. Renewal (1992)
02. Coma Of Souls (1990)
03. Pleasure To Kill (1986)
04. Extreme Aggressions (1989)
05. Terrible Certainty (1987)
06. Endless Pain (1985)
07. Violent Revolution (2001)
08. Cause For Conflict (1995)09. Hordes Of Chaos (2009)
10. Phantom Antichrist (2012)
11. Gods Of Violence (2017)
12. Enemy Of God (2005)
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38