Caskets Open

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Beitragvon 123_7 » Mittwoch 22. Februar 2017, 22:57

Da kann man ja aus aktuellem Anlass mal einen Thread aufmachen:

Seit Beginn diesen Monats ist ein neues Album "Follow Nothing" erhältlich. Das vorab zu hörende 'Dark Left Behind' auf deren Bandcamp-Seite weiß durchaus zu gefallen und scheint das urwüchsige Gemisch aus Hardcore und Doom konsequent weiterzuverfolgen. Das wird die Tage mal eingetütet.

In den letzten Wochen hat sich das Debüt "But You Rule!" des öfteren auf den Plattenteller verirrt. Dort hat sich 'Corky / In The Arms Of Satan' ja schon ein bisschen als Überhit herauskristallisiert. Wie es die Finnen schaffen, dieser fiesen Suppe einprägsame Hooks unterzujubeln, fasziniert mich zunehmend.

Die Veröffentlichung des Nachfolgers "To Serve The Collapse" habe ich zwar wahrgenommen, aber bis dato kann ich die Scheibe leider nicht mein Eigen nennen. Die Rezensionen sind ja überwiegend positiv und Bekannte aus meinem Doom-Umfeld loben die Scheibe über den Klee. Da muss ich wohl auch mal die Lücke schliessen...
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Re: Caskets Open

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 22. Februar 2017, 23:10

Die ersten drei Scheiben der Band sind alle super. Sehr eigenständig.

Die Neue wird natürlich geordert.


EDIT:
Och nee, Vinyl... menno...
:-(

EDITIT:
Und dann auch noch "does not include download"... dann halt nicht...
:boes:
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Re: Caskets Open

Beitragvon 123_7 » Mittwoch 22. Februar 2017, 23:27

Ja, die Veröffentlichungspolitik der Band ist etwas seltsam. Dass man das Debüt über Streak nur auf LP veröffentlicht, kann ich ja noch irgendwo nachvollziehen. Aber dass man nun mit der dritten Veröffentlichung (die Demo zähl ich jetzt mal nicht mit) die Gefolgschaft, die man mit "To Serve The Collapse" aufgebaut hat, nun wieder künstlich verkleinert, verstehe ich nicht wirklich. Bei aller Lieber zum Vinyl-Format, die meisten besitzen so ein Gerät nun mal nicht oder empfinden den häufigen Gebrauch als zu unpraktisch.
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Re: Caskets Open

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 22. Februar 2017, 23:39

Ja, ich hab ja selber schon einen Plattenspieler und auch fast tausend Platten, aber ich hör sie halt nie an. Wenn bei der Platte ein Download dabei wäre, okay, dann bestell ich die Platte und brenn mir 'ne CD dazu, alles gut. Ich find Platten ja auch schön. Aber knappe 30,- Euro mit Porto für ein Vinyl, das ich dann einmal anhören werde? Sorry. Nö. So weit geht die Liebe dann doch nicht.
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Re: Caskets Open

Beitragvon Dr. Best » Freitag 29. Mai 2020, 18:43

Bevor ich wieder einen Leserbrief schreibe und Schelte bekomme, weil Rechtschreibung und Faktentreue gegen pure Masse zurückstecken müssen, versuche ich es mal im passenden Bandthread, nachdem ich eben über Johnnys Review gestolpert bin und ein wenig verwirrt zurück geblieben bin. Und ja, die letzten 6 Worte sind bewusst in dieser Reihenfolge, hehe.

Von Fuzz ist da die Rede und von komischen Stoner-Hipstern, von Arkham Witch und punkigem Flair. Nun kenne ich bislang nur die ersten beiden Offenbarungen ("Follow nothing" kam nie billig vor die Flinte und LP ist, wie Rüdiger das schon 2017 erkannt hat, ohne DL-Code nervig), aber die hatten mit den genannten Eckpunkten eher mal so viel zu tun, wie Armored Saint mit Blind Guardian. Muss ich mir Sorgen machen um die Verteidiger des ranzigen, machohaften, sadistisch-dreckigen Finnendoom? Laut der eben erfolgten Lauschung von "Concrete Realms of Pain", dessen Cover und Titel selbst mich etwas ratlos über die Intention zurück lassen, ist musikalisch Entwarnung angesagt, qualitativ dagegen herrscht Unschlüssigkeit. Fuzz, und somit alle erdenklichen Stoner-Referenzen, gibt es hier ebenso wenig wie klassischen Punk mit seinen seit 30 Jahren mitschwingenden "Fun"-Untertönen - stattdessen feiert man die inzwischen nicht mehr ganz neue wilde Orgie aus Reverend Bizarre und dem ursprünglichem Saint Vitus-Sound, lässt beim Würzen aber aus Versehen deren SST-Vergangenheits-Salzstreuer in den Teig fallen, wo es sofort zu Klumpenbildung und Hardcore-Kruste kommt. Nicht weiter wild, der krass verzerrte Bass (sollte das Johnnys erwähntes Fuzz sein?) feuert schonmal den Ofen an, aber letztlich kommt diesmal nur Doom-Riffing in den Pizzaofen, die wüsten Überfälle wie etwa "Humanist" vom zweiten Album wurden wieder deutlich zurückgefahren, und tauschen leider nur noch seltenst auf. Generell vermisse ich etwas die Wut, die Agression, das Asige, rülpsige, verbitterte, das vor allem "To serve..." so großartig gemacht hat. Arkham Witch-Fun Punk vermisse ich hier zwar nicht, versteckt sich aber zum Glück ebenso gut, lustig oder augenzwinkerd klingt hier nichts.

Wo man hier Electric Wizard und besonders Sleep hört, verbirgt sich mir zwar auch, denn Retro-, Fuzz-, Stoner-, Sludge-, Okkult-Elemente sucht man hier vergebens, dafür regiert diesmal nicht nur der monolithische Brechstangendoom von einst, sondern es schleicht sich zu meiner Enttäuschung so etwas wie Fortschritt, Abwechslung und Weiterentwicklung in die Songs. War das Debut noch so etwas wie ultra langsamer, fieser, bratzelnder Epic Doom mit starken Refrains, war Album zwo mehr vom gleichen, unterbrochen von kurzen, stumpfen Geschwindigleidsanfällen. Heute dagegen klingen diverse Songs zugänglicher, das Tempo steht nur selten vor dem Stillstand, dafür hoppelt man eher auf der Welle schnellerer RB-Songs wie etwa 'Cromwell', die Stimmung hat sich von vertonter Frustration zu mehr vertontem Leid und Wahnsinn verschoben und gelegentlich kommen sogar Fremdeinflüsse sehr zaghaft um die Ecke, wie etwa "Tadens Tolthe" mit seiner Stille, den breitwandigen Gitarren und der gross angelegten Gesangsmelodie oder das leicht deathrockende 'Soul Stained Glass' (die Gitarre im Hintergrund der ersten Strophe!) beweist.

Nein, schickes Album ist das wieder geworden, das mir besser als viele hochgejubelte Doom-Alben der letzten 12 Monate gefällt. Und wenn es nur wegen auch im Doom verloren gegangenen Willen ist, etwas kompromissloses abzuliefern, statt dem Recycling-War beizutreten.

Fazit: Diesmal wie abzusehen wieder auf CD, schön! :grins:
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Re: Caskets Open

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 29. Mai 2020, 22:29

Nun, das ist deine Meinung und Jhonny hat seine. Davon abgesehen, interpretierst du da auch Sachen rein, die da nicht stehen. Von "Fun Punk" steht in dem Text nix. Und ein punkiges Flair haben auch OVERKILL oder MOTÖRHEAD, ganz ohne dass damit BLINK 182 gemeint wäre. Wenn du es besser kannst, schreib doch für ein Magazin. Bei uns wird das aber nicht sein.
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Re: Caskets Open

Beitragvon Dr. Best » Samstag 30. Mai 2020, 13:49

Gut, man kann sich jetzt daran aufhängen, wo ich Johnny die Verwendung von Fun Punk untergejubelt haben soll (Spoiler: nirgends).

Oder man könnte jetzt einfach darüber diskutieren, wo verschiedene Hörer die verschiedenen Elemente, Einflüsse und Bezüge verorten, wie unterschiedlich musikalische Wahrnehmung an solchen Detail-Stellen ist (allein der Unterschied eines "punkigen Flair" und eines Hardcore Feelings etwa), wie solche Einschätzungen zustande kommen oder wie andere das aktuelle Werk sehen, eventuell auch als schicke Ergänzung im Gesamtkontext gesetzt. ZB in der Art eines "Gegenreview", wie es früher in diversen Magazinen vorkam, beim RH etwa als "Plus/Minus". Denn für solcherlei Meinungsaustausch dachte ich wären diese "Musikforen" gedacht. Da ich das Review bzw vor allem seine Erklärung der Note gewohnt hochklassig fand, und nur seinen Bezügen nicht folgen kann, hätte ich an der Stelle tatsächlich gerne gewusst, wo man etwa Sleep (als ausgewiesene Stoner-Götter, mit Fuzz, ungeraden Rhythmen, unendlich repitativ) in Caskets Open (als in meinen Ohren lupenreinem Doom ohne die genannten Attribute) hört oder was am Gesang so störend ist.

Alternativ kann man aber auch einfach zum x-ten mal gegen X-Kollegen nachtreten, weil... erkläre es mir? Ich würde das Gockelgehabe verstehen, wenn ich Johnnys Meinung/Wissen/Bewertung als solches angreifen würde oder tatsächlich nichtvorhandenes böse unterstellen/hineininterpretieren würde, wie du es nennst, statt anzuführen, dass ich andere Elemente höre (einzige Ausnahme: es gibt hier wirklich kein Fuzz, aber technische Details erwarte ich von keinem Schreiberling, spielt ja nicht jeder ein Instrument) und mich das dazu verleitet, mich mit dem Album auseinander zu setzen, es selbst einzuwerten und die entstandene Meinung gegenüber zu stellen. Aber an der Stelle vermute ich, wirst du lieber die Intention hinter meinem Einleitungssatz infrage stellen, ich werde dir den Bezug zu meinem damaligen Leserbrief langwierig darlegen, darauf verweisen, dass solche Sprüche seit 8 Jahren fallen und da sind wir wieder beim Punkt: tut euch Kritik eigentlich weh, dass ihr dann jedes Mal persönlich werdet und aus heiterem Himmel 7 Jahre alten Klamotten aus dem Redax-Bereich aufwärmt?
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Re: Caskets Open

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 30. Mai 2020, 14:37

Ich ignoriere jetzt einfach mal die Irritationen und beziehe mich auf den musikalischen Inhalt:

Leider bin ich bei CASKETS OPEN ja immer noch irgendwie "raus", weil ich den Vinyl-only-Release nicht verwunden habe, aber bei den ersten drei Scheiben hatte ich durchaus auch eine minimale "Punk"-Assoziation, allerdings eben "Punk" im Sinne des David Chandler. Saint Vitus, Black Flag, Proto-Hardcore, DEBRIS fuckin' INC. Auch THE EXPLOITED ist mir mal hier und da in den Sinn gekommen.

Viel wichtiger ist aber, dass ich mich doch irgendwie an die beiden jüngsten Scheiben werde heran machen müssen.

Die neue wäre auf Bandcamp bei 12,- + 4,90 Euro Porto aus Finnland, also bei 16,90 Euro über alles. Das wäre okay. Aber dann hab ich immer noch mein "Follow Nothing"-Problem. 18,- Euro plus 10,50 Porto ist mir zu heftig, vor allem weil ich ja gar keine Platte haben will. Da muss ich irgendwie eine Alternative finden.
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Re: Caskets Open

Beitragvon Raphael Paebst » Samstag 30. Mai 2020, 15:06

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich ignoriere jetzt einfach mal die Irritationen und beziehe mich auf den musikalischen Inhalt:

Leider bin ich bei CASKETS OPEN ja immer noch irgendwie "raus", weil ich den Vinyl-only-Release nicht verwunden habe, aber bei den ersten drei Scheiben hatte ich durchaus auch eine minimale "Punk"-Assoziation, allerdings eben "Punk" im Sinne des David Chandler. Saint Vitus, Black Flag, Proto-Hardcore, DEBRIS fuckin' INC. Auch THE EXPLOITED ist mir mal hier und da in den Sinn gekommen.

Viel wichtiger ist aber, dass ich mich doch irgendwie an die beiden jüngsten Scheiben werde heran machen müssen.

Die neue wäre auf Bandcamp bei 12,- + 4,90 Euro Porto aus Finnland, also bei 16,90 Euro über alles. Das wäre okay. Aber dann hab ich immer noch mein "Follow Nothing"-Problem. 18,- Euro plus 10,50 Porto ist mir zu heftig, vor allem weil ich ja gar keine Platte haben will. Da muss ich irgendwie eine Alternative finden.

Ich kann dir eventuell mit der neuen helfen, da ich mit meinem Namensvetter und Nine Records Chef demnächst einen Tonträger-Tauschhandel durchführen werde und somit auch an die eine oder andere Caskets Open CD kommen werde. Dann kann ich sie dir für meinen üblichen Kurs mit deutschem Versand zukommen lassen.
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Re: Caskets Open

Beitragvon Dr. Best » Samstag 30. Mai 2020, 15:13

Unabhängig davon, ob es wichtig ist für das aktuelle Album: wäre aber die Punk-Assoziation im Sinne eines Chandler, Black Flag, Exploited (an die ich lustiger weise heute morgen auch denken musste) eben nicht viel mehr eine Hardcore-Assoziation? Ich weiß, das ist jetzt recht erbsenzählerisch, finde ich vom transportierten Inhalt, vom Lebensgefühl und eben auch musikalisch eine ganz andere Welt: im Punk fehlt mir einfach dieses Endgültige, bittere, agressive, die zerstörerische Wut, die Hardcore hat und von Chandler immer wieder aufgegriffen wird. Vielleicht denke ich bei Punk aber auch zu sehr an `77 und 90er :grins:

Was die neue angeht: die gibt es in Polen bei Nine Records für 12€ mit Versand. Am besten gleich noch The River mit dazu bestellen. Und Serpent Warning, Acolytes of Moros, Unsilence... ich schweife ab.
Edit: oh, da war der Raf schneller, so geht es natürlich auch.

Bei "Follow Nothing" würde sich eine Sammelbestellung eventuell anbieten, wobei sie selbst wenn man das Porto auf 2,3 Leute aufteilt einfach teuer bleibt, und unpraktisch ohne DL-Code. Vielleicht nerve ich die Band mal.
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