Ich war bei der Release-Show in Leipzig anwesend, mit dem neuen Material war ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht vertraut. Vorab muss ich sagen, dass ich den Gitarrensound auf "The Inside Room" schon eher anstrengend fand, aber letztendlich finde ich tatsächlich auch, dass sich das Debüt und das aktuelle Werk sonst so wahnsinnig groß gar nicht unterscheiden. Auch auf dem Debüt habe ich schon spürbare Einflüsse aus der Singer- / Songwrite und auch Alt-Folk Szene wahrgenommen, durch den reduzierteren Gesamtsound verstärkt sich dieser Eindruck beim neuen Material noch einmal.
Live haben mich die neuen Songs sofort gepackt. Das war ehrlich gesagt auch genau der Sound, in den ich mir Pat Walkers Stimme immer hineingewünscht habe. Da schimmern Reminiszenzen an CODEINE, die "Didn't It Rain"-'Ära SONG OHIAs und teilweise fühlte ich mich gar etwas an späte TALK TALK erinnert. Die Songs sind aber immer noch langsam und schwermütig, der offene Sound ermöglicht der Band nun aber auch viel mehr mit Details in der Harmonik zu spielen. Für mein Empfinden ist es das beste Werk, dass der Brite nun über all die Jahre abgeliefert hat (den Test Of Time muss es natürlich noch bestehen). Ich bin sehr glücklich damit

Mein Highlite ist womöglich 'Another Room'. Aber auch 'Stages' lädt vorzüglich zum weltverlorenen Spazieren bei herbstlichem Wetter ein.
Und wer dachte, dass er komplett der verzerrten Stromgitarre abgeschworen hat: WARNING wird auf dem kommenden Roadburn-Festival spielen. Die Beweggründe würden mich schon sehr interessieren. Aber vielleicht bietet er dem Publikum "Watching From A Distance" nun auch im luftigen Gewand dar
