Der Archetyp

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Der Archetyp

Beitragvon Erasmus » Samstag 22. Oktober 2016, 14:49

Ich weiß nicht, ob es hier schonmal etwas in der Art gab (habe zumindest nichts gefunden) und weil es mich die letzte Zeit beschäftigt hat, probier ich es einfach mal aus: Die Frage, welches Album einer Bands jeweils dem archetypischem Sound/Stil der Band am nächsten kommt. Schon klar, gibt es in dem Sinne nicht, Entwicklung usw. aber ich denke man kann hier schon zu einigermaßen interessanten Ergebnissen kommen. So ist mir z.B. aufgefallen, dass der "Archetyp" nicht immer das Album einer Band ist, das mir am besten gefällt. ^.-

Für den Anfang sollte Maiden herhalten: "Number Of The Beast" vereint die Trademarks am besten, es gibt aber sicher vier Alben der Band, die mir besser gefallen.

Wie sieht das bei Maiden bzw. anderen Bands bei euch aus?
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Havoc » Samstag 22. Oktober 2016, 22:31

Erasmus hat geschrieben:Die Frage, welches Album einer Bands jeweils dem archetypischem Sound/Stil der Band am nächsten kommt. Schon klar, gibt es in dem Sinne nicht, Entwicklung usw. aber ich denke man kann hier schon zu einigermaßen interessanten Ergebnissen kommen. So ist mir z.B. aufgefallen, dass der "Archetyp" nicht immer das Album einer Band ist, das mir am besten gefällt.


Zuletzt habe ich ja sehr viel OPETH gehört. Und ich finde, dass kein Album der Band so sehr die Band verkörpert wie "Blackwater Park". Da ist irgendwie alles drin was die Band ausmacht. Ich würde jedem der mich nach der Band fragt dieses Album als Einstieg empfehlen. Ich denke nicht umsonst wurde dieses Album komplett in der Royal Albert Hall 2010 gespielt und als DVD veröffentlicht.
Und nein...auch wenn es mit sehr weit oben ist, so ist wohl eher "Ghost Reveries" mein Favorit der Band. Aber es klingt halt nicht so typisch nach Opeth wie "Blackwater Park".
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Jhonny » Sonntag 23. Oktober 2016, 15:52

Ich werf mal ein paar Namen in den Raum:


MANOWAR - Sign Of The Hammer. Das epische der ersten vier Alben wird noch mal aufgegriffen, aber es gibt auch schon die typischen Party-Songs späterer Jahre. Da das Album zudem ein hohes Niveau hat, ist es für mich vielleicht das typischste MANOWAR Album. Aber sicher nicht das beste.

Bei IRON MAIDEN würde ich "Piece Of Mind" nennen, da es, auf die Gesamt-Maiden-Karriere gesehen, das erste ist, das quasi ohne Punk-Einflüsse auskommt. Für mich ist es das archetypische Metal-Album, und im MAIDEN-Kosmos die Nummer 2.

"Gutter Ballet", irgendwo zwischen US- und Bombast-Metal, wäre für mich das archetypische SAVATAGE Album.
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Havoc » Sonntag 23. Oktober 2016, 20:16

Jhonny hat geschrieben:MANOWAR - Sign Of The Hammer. Das epische der ersten vier Alben wird noch mal aufgegriffen, aber es gibt auch schon die typischen Party-Songs späterer Jahre. Da das Album zudem ein hohes Niveau hat, ist es für mich vielleicht das typischste MANOWAR Album. Aber sicher nicht das beste.


Mhhh. Deine Erklärung ist durchaus nachvollziehbar. Dennoch wäre ich sicher nicht auf gerade dieses Album gekommen. Aber welches dann?
Finde ich bei einer Band wie Manowar echt schwer. Letzten Endes würde ich hier aber wohl "Kings Of Metal" nennen denke ich.
Es ist nicht mein Lieblingswerk, aber es ist irgendwie DAS Manowar-Album. Es enthält zudem tolle Balladen, Partysongs und epische Momente.
Doch. Ich denke dieses fasst am besten die gesamte Karriere der Band zusammen.
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Frozen » Mittwoch 26. Oktober 2016, 19:41

Jhonny hat geschrieben:"Gutter Ballet", irgendwo zwischen US- und Bombast-Metal, wäre für mich das archetypische SAVATAGE Album.


Dem kann ich mich anschliessen, auch wenn von der klassischeren Metal Seite sicher der Mountain King als DAS Album hinhalten muss.

Ich versuch mich hier mal an meinen, seit jeher verbrieften, vier Lieblingsbands:

-Bei SAXON tu ich mich am wenigsten schwer, denn das ist für mich "Strong Arm of the Law". Dass jedes der frühen Saxon Alben toll ist, ist klar, aber für mich ist der Mix auf dieser Scheibe einfach überwältigend. Wo z.B. "Wheels of Steel" eher etwas groovend daherkommt, ist für so ziemlich jeden Saxon Song ihrer Geschichte eine Vorlage auf dieser Scheibe, auf der dieser Aufbaut.

-ICED EARTH ist schon schwieriger, denn alleine wenn man die 90er ansieht, muss man zwei Epochen trennen, die thrashlastigere Frühphase und die Power Metal Zeit am Ende dieser Phase. Ich denke, viele hier würden wohl für den Sturmreiter plädieren, ich persönlich sehe die "Dark Saga" als das ultimative Werk der Amis. Vor allem, wann immer die Songs etwas weiter ausholen, habe ich das Gefühl, dass hier eine Perfektion erzielt wurde, auf die vorherige Werke hinzielten, ein Gemisch aus thrash und power, und an der die Folgewerke, trotz der immer noch fantastischen "something wicked..." scheitern mussten. Ich würde sagen, "Dark Saga" ist "Dante's Inferno" auf Albumlänge.

-Leichter gestaltet es sich bei GAMMA RAY, wo es sicher "Land of the Free" ist. Nicht nur, weil Kai das Mikro wieder in die Hand nahm. Es ist so ein bisschen der Moment, wo aus Gamma Ray, der neuen Band des Ex-HELLOWEEN Masterminds, eine eigene Identität wurde, wo ein Sound geschaffen wurde, der zwar in die gleiche Schublade fällt wie Helloween, aber unmissverständlich etwas Eigenes ist. Es war mit dieser Scheibe, wo der Sound der Rayz wirklich geboren wurde, den ich immer etwas mystischer fand als alles andere, was dieses Genre hergibt. Auch wenn sie NICHT meine Lieblings GR-Platte ist, sie ist die wichtigste und begründete ihren Stil.

-Am schwersten ist es bei OVERKILL. Die Anfänge mit "Feel the Fire"? Ich liebe die Scheibe, 10/10. "Taking Over"? Ein Götterwerk, 10/10. "Years of Decay"? Komplexeres Songwriting, und es passt, wieder 10/10. Aber nein, hier sehe ich eine andere Scheibe als die wichtigste: "Ironbound".
Ich sage oft, dass viele klassische Thrash Bands den Faden irgendwo in den Neunzigern verloren, und auch wenn Overkill da ein paar Lichtblicke im industrial Gewand lieferten, ist auch bei ihnen da ein bisschen die Luft raus gewesen. Doch mit "Ironbound" haben sie etwas geschafft, das keine andere, klassische Thrash Metal Band auf diese Art schaffte, sie beförderten sich, auf Augenhöhe ihrer Kultwerke, ins 21. Jahrhundert. Sowohl live, wo Klassiker seither sogar noch etwas schneller dargeboten werden, als auch auf den seither gefolgten Scheiben hat Ironbound den Stil von Overkill revolutioniert. Es ist nicht der gleche Sound wie früher, wo die alten Scheiben fast schon warm wirkten, ist "Ironbound" kalt und steril, aber dabei nicht von den üblichen Produktionsschwächen vieler überproduzierter Thrashscheiben gehindert. Das Album ist der Grundstein des neuen Gesichts von Overkill, und machte auf einer für ihre Altwerke verehrten Band das, was sie heute ist: Die mit ABSTAND beste 80er Thrash Band der Welt!
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 26. Oktober 2016, 20:31

Havoc hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:MANOWAR - Sign Of The Hammer. Das epische der ersten vier Alben wird noch mal aufgegriffen, aber es gibt auch schon die typischen Party-Songs späterer Jahre. Da das Album zudem ein hohes Niveau hat, ist es für mich vielleicht das typischste MANOWAR Album. Aber sicher nicht das beste.


Mhhh. Deine Erklärung ist durchaus nachvollziehbar. Dennoch wäre ich sicher nicht auf gerade dieses Album gekommen. Aber welches dann?
Finde ich bei einer Band wie Manowar echt schwer. Letzten Endes würde ich hier aber wohl "Kings Of Metal" nennen denke ich.
Es ist nicht mein Lieblingswerk, aber es ist irgendwie DAS Manowar-Album. Es enthält zudem tolle Balladen, Partysongs und epische Momente.
Doch. Ich denke dieses fasst am besten die gesamte Karriere der Band zusammen.


Die Einschätzung teile ich.
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Re: Der Archetyp

Beitragvon salisbury » Donnerstag 27. Oktober 2016, 17:09

MANOWAR ---> Kings Of Metal
OPETH ---> Blackwater Park
MAIDEN ---> schwer; spontan ausm Knie Somewhere in Time
SAVATAGE ---> Gutter Ballet
ICED EARTH ---> Dark Saga
HELLOWEEN ---> Keeper-Duo
SLAYER ---> Seasons In The Abyss
METALLICA ---> Master Of Puppets
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Feamorn » Donnerstag 27. Oktober 2016, 18:07

Frozen hat geschrieben:-ICED EARTH ist schon schwieriger, denn alleine wenn man die 90er ansieht, muss man zwei Epochen trennen, die thrashlastigere Frühphase und die Power Metal Zeit am Ende dieser Phase. Ich denke, viele hier würden wohl für den Sturmreiter plädieren, ich persönlich sehe die "Dark Saga" als das ultimative Werk der Amis. Vor allem, wann immer die Songs etwas weiter ausholen, habe ich das Gefühl, dass hier eine Perfektion erzielt wurde, auf die vorherige Werke hinzielten, ein Gemisch aus thrash und power, und an der die Folgewerke, trotz der immer noch fantastischen "something wicked..." scheitern mussten. Ich würde sagen, "Dark Saga" ist "Dante's Inferno" auf Albumlänge.


Aber ist Dark Saga nicht schon wieder zu weit von dem weg, was die Band auf der Stormrider so toll gemacht hat? Nicht falsch verstehen, ich kann mich bei der Band auch nicht entscheiden, ob ich Dark Saga oder den stürmischen Reiter besser finde, aber der Archetyp wäre doch eher eine Mischung aus diesen beiden Alben, oder? Da die Burnt Offerings dafür in Sachen Gesamtqualität offensichtlich nicht genügt, wäre das dann tatsächlich nur ein Song, nämlich das von dir genannte Inferno. (Kürzer formuliert: ich liebe Dark Saga wirklich, aber die "Spritzigkeit" und Aggressivität der vorhergehenden Werke gehen ihr größtenteils ab. "Dante's Inferno" ist, meiner Meinung nach, das Werk der Band, das sowohl die Melodie, Melancholie und Epik ab Dark Saga, als auch die Aggressivität des Frühwerks in sich vereint. One song to rule them all.)
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Re: Der Archetyp

Beitragvon Jakob » Donnerstag 27. Oktober 2016, 19:15

salisbury hat geschrieben:MANOWAR ---> Kings Of Metal
OPETH ---> Blackwater Park
MAIDEN ---> schwer; spontan ausm Knie Somewhere in Time
SAVATAGE ---> Gutter Ballet
ICED EARTH ---> Dark Saga
HELLOWEEN ---> Keeper-Duo
SLAYER ---> Seasons In The Abyss
METALLICA ---> Master Of Puppets

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Re: Der Archetyp

Beitragvon Havoc » Donnerstag 27. Oktober 2016, 22:48

DREAM THEATER - Images And Words

Hier ist der Fall ziemlich klar. Es kann nur dieses Album sein. Das erste hochverehrte Werk klingt noch anders (auch aber nicht nur wegen Dominici). Aber alle anderen Alben nach
I&W bauen irgendwie darauf auf. Dieser Sound und diese Songs haben die Band definiert und sind wohl bis heute der Ursprung für die gesamte Karriere.
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