Musikzeitschriften

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Eike » Samstag 9. Juli 2016, 03:15

Sorry, aber: ICH lese nur sehr unregelmäßig noch Paper-Mags.
Internet ist einfach reichhaltiger, billiger, schneller, und steht dem qualitativ nicht nach. Eigentlich kaufe ich fast nur vor Bahnfahrten noch die Papiervariante(n). Doch sehe ich da selbst in den kleineren Bahnhofskiosken einfach viiiiel mehr Heft-Auswahl als noch zu meinen regelmäßigen Lesezeiten. Damals gab es den ME, den Hammer, das Rockhard, zwei Rap- und evtl. noch je ein Jazz- oder Elektro-Magazin. Heute stehen da an jedem Bahnhof ganze Batterien von Heften zu quasi jeder Sparte. Sogar Punkzines gibt es wieder (wobei die anscheinend häufiger pleite machen, dafür aber wieder neue reinkommen).

Ich habe kein Stammmagazin, sondern bin quasi Wechselwähler: Das Heft, dessen gerade aktuelle Ausgabe von interessanter Bandauswahl, zugehöriger Artikellänge und Preis her für mich zum jeweiligen Zeitpunkt gerade das beste Verhältnis bietet, wird dann mitgenommen. Da mich zunehmend Interviews interessieren, und da ich mich längst nicht mehr nur für Musik interessiere wie früher, als ich noch regelmäßiger Hefte kaufte, darf es dann auch schon mal die GALORE sein statt eines Fachmagazins (Rezis lese ich ja sowieso eher online...). Visions ist öfter mal dabei, manchmal Rolling Stone (fand ich früher besser, aber geht immer noch; wenn möglich greife ich dennoch nicht zur deutschen Ausgabe) oder Q (englisch) oder Eclisped oder JazzThing oder Spex oder Metal Hammer. Ich bleibe also doch meist irgendwie im Mainstream. Gibt es eigentlich Kerrang noch? Ich fürchte aber, ich kann dir im Printsektor alleine schon deshalb keine Entscheidungshilfe sein, weil ich reine MusikBESCHREIBUNG (und das scheint dir ja das Wichtigste zu sein) dort mittlerweile kaum noch suche (viel lieber lese ich Künstlerportraits!) und aufgrund meines nur noch sporadischen und auch stark selektiven Kaufverhaltens gezielt nach vorgestellten Acts auch gar keinen Überblick über die KONSTANZ der jeweiligen Mags habe.

ABER: Die Anregung, einfach mal SELBST einige Alternativen durchzuprobieren, wenn dir dein Stamm-Mag seit Längerem schon desöfteren auf den Zeiger geht, die liegt für mich einfach nahe!



Ansonsten:

Ich verstehe wirklich nicht, was du mit "neutral" meinst.

Was die anderen Punkte angeht (frisch, modern, Enthusiasmus, beschreibend, keine "Geigerei"), würde ich Dir empfehlen, das nächste Mal komplett am Zeitungsregal vorbeizugehen und statt dessen die sonstige Lesezeit auf YouTube zu verbringen, um dort die reviews von Anthony Fantano (Kanal: The Needle Drop) anzuchecken. Ich persönlich finde die daneben noch von ihm eingestellten anderen Podcasts zu auch andernorts immer wieder heiß diskutierten Themen wie "Wohin geht die Rockmusik?" "Was ist Musikgeschmack?" und "Wie wichtig ist Weiterentwicklung im Sound einer Band?" fast genauso interessant, aber sein Kernmetier sind sicherlich die Albenbesprechungen. Überwiegend dreht es sich um (häufig progressiven/experimentellen oder noisigen/extremen) Rock/Metal und allerlei Postpunk einerseits (+ sporadisch zwischengeschobene Klassiker-Rezensionen) sowie undergroundigen bis mainstreamigen Hip Hop andererseits, seltener aber auch mal um Punk/Hardcore oder Elektro. Das witzige an den Reaktionen: Scheuklappen-Spezis und selbsterklärte Experten für True Metal wie Real Rap werfen ihm regelmäßig vor, dass er ihre Lieblingsrichtung ja gar nicht wirklich möge und lieber bei dem jeweils anderen "Mist" bleiben solle, er bespreche zudem ja auch nur die unwichtigen Sachen "ihres" Genres... - statt sich zu freuen, so mal was Neues zu entdecken. Dabei merkt man, wenn man doch mal was findet bei ihm, das man schon kennt, dass er durchaus Sachverstand mitbringt, damit aber nicht sensationslüstern hausieren geht, sondern es eben nebenbei zum besseren Verständnis seiner BESCHREIBUNGEN einfließen lässt.

Die sind allerdings subjektiv und nicht "neutral" (was immer das sein soll...)

Auch wenn du explizit nach HEFTEN gefragt hast: Dieses INTERNET-Neuland ist gar nicht so übel. ;-)
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Havoc » Samstag 9. Juli 2016, 08:50

salisbury hat geschrieben:...
Auch schlimm ist die Rezi zum SC-Sieger FATES WARNING. Informationsgehalt über die Musik: Fehlanzeige. Erstmal wird der schlimmste Fehler, den man in einer Rezi machn kann begangen und über eine andere Band hergezogen. Hier: DREAM THEATER. Danke auch, dass man als Fan der Amis erstmal ausgeschlossen wird.


Siebi hat geschrieben:Die Rezi ist von einem absoluten Dream Theater-Junkie, der alles mögliche der Amis sammelt, sollte man wissen.


Das macht es ja eigentlich noch schlimmer. Zumal ich finde, dass man "Theories Of Flight" und "The Astonishing" eigentlich kaum miteinander vergleichen kann.
Weiterhin...habe ich das richtig verstanden, dass in dem FW-Review auch die "Moderne" kritisiert wird. Also ich finde, dass "Theories Of Flight" durchaus auch ziemlich
modern klingt. Zumindest wenn man einen guten Sound und Soundspielereien als modern bezeichnen mag. Naja.

Zum DF-Thema. Ich habe mir bisher kein einziges Heft gekauft, da mir irgendwie von Anfang an klar war, dass das RH weiterhin am besten meinen Musikgeschmack abdeckt. Ich passe, genau wie du Sally, einfach nicht in diese eng abgesteckte "true Heavy Nische" herein. Also versuche ich auch erst gar nicht mich dort hinein zu zwängen sondern mache es mir im Rock Hard Wohnzimmer gemütlich. ;-)
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Siebi » Sonntag 10. Juli 2016, 10:49

Havoc hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:...
Auch schlimm ist die Rezi zum SC-Sieger FATES WARNING. Informationsgehalt über die Musik: Fehlanzeige. Erstmal wird der schlimmste Fehler, den man in einer Rezi machn kann begangen und über eine andere Band hergezogen. Hier: DREAM THEATER. Danke auch, dass man als Fan der Amis erstmal ausgeschlossen wird.


Siebi hat geschrieben:Die Rezi ist von einem absoluten Dream Theater-Junkie, der alles mögliche der Amis sammelt, sollte man wissen.


Das macht es ja eigentlich noch schlimmer. Zumal ich finde, dass man "Theories Of Flight" und "The Astonishing" eigentlich kaum miteinander vergleichen kann.
Weiterhin...habe ich das richtig verstanden, dass in dem FW-Review auch die "Moderne" kritisiert wird. Also ich finde, dass "Theories Of Flight" durchaus auch ziemlich
modern klingt. Zumindest wenn man einen guten Sound und Soundspielereien als modern bezeichnen mag. Naja.
...

Hast Du das Review gelesen? Das macht gar nix schlimmer, sondern zeigt für mich jemanden, der sich kritisch mit seinen Helden imstande ist zu beschäftgen. Außerdem vergleicht er die beiden Alben nicht, sondern spricht von einem "in die Schranken verweisen der vermeintlichen Rädelsführer Dream Theater". Das war's zu DT. Sallys gewagtes Analyseergebnis abermals zu interpretieren, verfälscht mMn nahezu den Kern des Reviews.

Hier der Satz, der die Moderne Fates Warnings im Kontext der Bandhistiorie kritisert: "... und "White Flag" sowie "Like Stars Our Eyes Have Seen" zeigen Jim Matheos zwar knackig hart, aber niemals verloren in der eintönigen Moderne (wie noch teilweise auf "Disconnencted" und "FWX"). ..."

Sonst gibt es keinen Satz zur Moderne. Wo hier ein Affront gegen die Moderne allgemein steht, weiß wohl nur Sally. Zudem sich der Autor durchaus mit moderner Musik beschäftigt.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Havoc » Sonntag 10. Juli 2016, 11:18

Siebi hat geschrieben:Hast Du das Review gelesen? Das macht gar nix schlimmer, sondern zeigt für mich jemanden, der sich kritisch mit seinen Helden imstande ist zu beschäftgen. Außerdem vergleicht er die beiden Alben nicht, sondern spricht von einem "in die Schranken verweisen der vermeintlichen Rädelsführer Dream Theater".


Das er sich kritisch damit auseinandersetzt finde ich auch gut. Dennoch gefällt mir dieser Satz nicht so richtig.
1.) Wieso "vermeintlich"? Als Riesen DT-Fan schreibt man sowas normalerweise nicht.
2.) Ich finde das neue FW-Album auch total super, würde hier aber niemals was von "in die Schranken verweisen" schreiben. Aber gut. Ich finde "The Astonishing" halt wohl einfach stärker als viele andere DT-Fans.

Hier der Satz, der die Moderne Fates Warnings im Kontext der Bandhistiorie kritisert: "... und "White Flag" sowie "Like Stars Our Eyes Have Seen" zeigen Jim Matheos zwar knackig hart, aber niemals verloren in der eintönigen Moderne (wie noch teilweise auf "Disconnencted" und "FWX"). ..."


Mhhhhh....auch das finde ich zumindest leicht komisch. "FWX" und "Disconnected" als eintönige Moderne abzutun. Aua! Das tut mir fast weh. Recht hat er natürlich damit, dass das neue Album nicht so "modern" ist wie diese beiden Alben. Außerdem...wie können FW denn die Rädelsführer sein, wenn Sie zwei solcher eintönigen Modern-Alben gemacht haben. ;-)
Ich weiß nicht. richtig schlimm finde ich das ja alles nicht was der schreibt, aber es klingt schon wieder etwas überzogen. Mir ist manchmal schleierhaft wie immer wieder tolle Alben und Bands quasi "runtergemacht" werden wenn sie mal etwas produzieren, dass etwas weniger genial zu sein scheint als das Gewohnte.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Juli 2016, 11:47

So ganz langsam nimmt diese Diskussion sehr befremdliche Züge an. Jetzt wird schon ein Review wortwörtlich zerkleinert. Geht's denn noch?
Auffälig, dass es mal wieder um die Heilige Kuh namens Dream Theater geht.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Siebi » Sonntag 10. Juli 2016, 11:56

Warum befremdlich? Warum geht's denn nimmer? Ich denke, dass hier ein Review auseinander genommen wurde, was man machen darf. Habe als Gegenpol Sallys Kritikpunkte eben nicht rausgelesen. Darauf wollte ich eingehen. Sind Dream Theater eine heilige Kuh? Habe ich bisher nicht so wahrgenommen.

@Havoc. Ok, vermutlich lese und interpretiere ich das Geschriebene anders. Vermeintlich lese ich so, weil DT eben groß sind, eine weltbekannte Band des Genres. Wer kann schon sagen, was Gesetz in der Musik ist? "Teilweise modern" halte ich für eine subjektive Einschätzung des Hörenden, passt, denn so kann ich als Leser einschätzen, ob das neue Abum für mich interessanter sein könnte oder eben nicht. Was ist daran falsch? Ein schlechtes Review seh ich weit und breit nicht, weil auf Songs und Musik eingegangen wird, eine Verbindung zur Historie gestellt wird.

Im Endeffekt ist mir die Meinung eines Redakteurs völlig egal, denn nur meine Ohren hören richtig bei der Bewertung der Musik. Trotzdem les ich gerne Revies, wenn sie prägnant mit Informationsgehalt verfasst sind. Überspitzt und polemisch gerne auch, aber dann bitte in einen Kontext setzen und nicht nur blind beleidigen. Beides bekomme ich bei dem FW-Review.

Zum "Runtermachen" von Alben. Das liest man sehr oft, dass der Vorgänger dann doch schwächer ist und überhaupt alles AA, ähnlich wie Musiker das neue Album als ihr bestes verkaufen, um zwei, drei Jahre später denselben Sermon auf das dann erscheinende Album zu äußern. Täglich grüßt die Promoabteilung. :subber:
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Juli 2016, 12:11

Mein lieber Herr Gesiebinger, es ging mir doch gar nicht in erster Linie um Deine erklärenden Worte, sondern darum, dass Havoc danach noch einzelne Worte auf die Goldwaage gelegt hat. Obendrein wird auch schon wieder nicht verstanden, dass es tatsächlich Menschen geben kann, die irgendwas an Dream Theater nicht so gut finden.

Zum Review: Ich kann viel mehr mit einem Review anfangen, in welchem Vergleiche gezogen werden. Ich mag deutliche Worte und manchmal auch Polemik. Ich möchte informiert und unerhalten werden. So ein Musikmagazin - gerade von Überzeugungstätern - darf man doch nicht als Sachlektüre betrachten.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Siebi » Sonntag 10. Juli 2016, 12:42

Oh, dann bin ich beruhigt, Holginger ist auf Linie und ich hör auf mit meinem ollen Gemekka. :D
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Havoc » Sonntag 10. Juli 2016, 12:47

Holger Andrae hat geschrieben:...sondern darum, dass Havoc danach noch einzelne Worte auf die Goldwaage gelegt hat.


Ja. Stimmt. Das habe ich wohl getan und dabei selbst auch etwas übertrieben. Es ist eigentlich logisch, dass es Leute geben muss, denen ein Album wie "Disconnected" nicht so gut
gefällt. Immerhin ist das ja nun was komplett anderes als "Awaken The Guardian". Und das neue Album ist in der Tat nicht so "modern". Da hat Herr Kohsiek ja Recht.

Obendrein wird auch schon wieder nicht verstanden, dass es tatsächlich Menschen geben kann, die irgendwas an Dream Theater nicht so gut finden.


Es wird aber genauso wenig verstanden, dass es auch Leute gibt die das neue Album hervorragend finden. Und das stört mich halt ein wenig und drängt mich immer wieder ein wenig
in die Verteidigungsposition. Ich finde, dass es sich (genauso wie oft bei Manowar-Gebashe) in Reviews oft so anhört, als wenn jeder Musikliebhaber des Planeten das Album natürlich für Grütze hält.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 10. Juli 2016, 12:49

Siebi hat geschrieben:Oh, dann bin ich beruhigt, Holginger ist auf Linie und ich hör auf mit meinem ollen Gemekka. :D

In meinem Mekka läuft gerade die neue Beyond Fallen. Very fein.
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