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von Havoc » Montag 19. Oktober 2015, 19:33
IRON MAIDEN – Brave New World (2000) Dass ich mich seit jeher schwer mit Maiden tue dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Zuletzt hatte ich mich dann doch mal ein wenig mehr mit der Band anfreunden können. Und nun habe ich mir tatsächlich meine zweite Original-Maiden-Scheibe ins Regal gestellt, da die Dinger ja aktuell überall für sechs, sieben Euro rumliegen. Meine Wahl fiel auf dieses Album, da mir einige der alten Songs dann ja doch irgendwo bekannt sind und dieses Album hier laut Meinungen vieler wohl das beste der neuen Ära sein soll. Zudem mag ich das Cover. Also dann. Die wichtigste Erkenntnis zuerst. Ich komme mit dem Gesang klar. Bis auf ein paar grenzwertige Stellen nervt mich das kaum. Deutlich besser als auf der „AMOLAD“. Ich glaube ich habe da wirklich das Gesangstechnisch blödeste Album erwischt damals. Nunja. Der Grundstein wäre damit schon mal gelegt. Die ersten beiden Rotierungen haben mir ziemlich gut gefallen. Nach weiteren Durchläufen zeigt sich dann aber doch sehr schnell, dass genau die hier schon so häufig genannten Punkte deutliche Abzüge geben. Und das wären zum ersten die doch wirklich zu häufig auftretenden Wiederholungen (24x Brave New World in 4 Minuten!) und zweitens die teils zu ausgewalzten Songs. Wobei sich das denke ich auf diesem Album noch halbwegs in Grenzen hält. Mir wird aber immer mehr bewusst, warum die Band so groß ist. Man muss Ihnen hier schon attestieren, dass sie es drauf haben tolle Melodien zu schreiben die auch vom Mainstream angenommen werden. Das bleibt im Ohr und will immer wieder gehört werden. Ganz besonders kommt dies wohl bei dem Popsong der Scheibe „Out Of The Silent Planet“ zum tragen. Von dem überall hochgelobten und tatsächlich besten Song der Scheibe „The Nomad“ hatte ich mir allerdings sogar noch mehr erhofft. Ich finde den Song zwar richtig stark, aber er ist doch noch weit entfernt von einer Glanztat wie „Alexander The Great“. Das Album wäre sicher noch weitaus besser gewesen, wenn man die Songs „Dream Of Mirrors“ und „The Thin Line Between Love & Hate“ jeweils um zwei drei Minuten gekürzt und den schwächsten Song des Albums „The Fallen Angel“ ganz gestrichen hätte. Dazu ein paar Wiederholungen weniger und es wäre vielleicht ein echter Knüller gewesen. Dennoch muss ich zugeben, dass ich das Teil aktuell wirklich richtig gerne auflege. Auch wenn ich immer noch weit von einer echten Euphorie oder einer Fanboywertung (siehe z.B. Noten von Pillamyd auf Seite 68 im Thread) entfernt bin. Immerhin haben Iron Maiden es mit diesem Album hier nun geschafft einen „Fuß in meinen Plattenschrank“  zu bekommen. Das ist doch schon mal was oder? Weitere Käufe sind nicht ausgeschlossen. -> 8,0Einzelkritik:01 The Wicker Man 8,0 02 Ghost Of The Navigator 8,5 03 Brave New World 8,0 04 Blood Brothers 8,5 05 The Mercenary 8,0 06 Dream Of Mirrors 7,5 07 The Fallen Angel 6,5 08 The Nomad 9,0 09 Out Of The Silent Planet 8,0 10 The Thin Line Between Love & Hate 7,0
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von Jhonny » Montag 19. Oktober 2015, 20:22
Das freut mich, dass dir dieses großartige Album gut reinläuft! Für mich ja nicht nur die beste Maiden seit 1988, sondern auch eines der besten Metal-Alben seit 1988, mit vielen großen Hymnen. Das Hitpotenzial ist dir ja auch aufgefallen "Brave New World" ist aus meiner Sicht trotz der Wiederholungen ein wunderbarer Song.
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von Havoc » Montag 19. Oktober 2015, 21:23
...mit vielen großen Hymnen.
Jein. Zwei der drei Longtracks sind für mich eher die Schwachpunkte auf dem Album. "Brave New World" ist aus meiner Sicht trotz der Wiederholungen ein wunderbarer Song.
Ist er auch. Hab dem ja auch acht Punkte gegeben. Dennoch ist das ein wenig zu viel des Guten. Der Song hätte noch besser sein können.
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von Jhonny » Montag 19. Oktober 2015, 22:00
Mit "großen Hymnen" meinte ich hier nicht zwingend Longtracks 
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von Havoc » Montag 19. Oktober 2015, 22:03
Jhonny hat geschrieben:Mit "großen Hymnen" meinte ich hier nicht zwingend Longtracks 
Dachte ich mir während ich das schrieb irgendwie schon. Also ich finde ja "Blood Brothers" ziemlich stark. Nach "The Nomad" der beste Song der Scheibe. "Out Of The Silent Planet" ist gut, passt aber irgendwie nicht so richtig auf das Album.
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von Jhonny » Dienstag 20. Oktober 2015, 08:37
Havoc hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Mit "großen Hymnen" meinte ich hier nicht zwingend Longtracks 
Dachte ich mir während ich das schrieb irgendwie schon. Also ich finde ja "Blood Brothers" ziemlich stark. Nach "The Nomad" der beste Song der Scheibe. "Out Of The Silent Planet" ist gut, passt aber irgendwie nicht so richtig auf das Album.
Ich mag den Nomaden, aber die anderen beiden von dir erwähnten Songs finde ich noch stärker. Der beste Song ist aus meiner Sicht der Navigatoren-Geist.
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von Erasmus » Samstag 24. Oktober 2015, 13:45
Dann versuche ich mich mal an einer Einzelkritik: 01 The Wicker Man 8,0 (sehr feiner Opener) 02 Ghost Of The Navigator 9 (da stimme ich Jhonny zu, extrem stark) 03 Brave New World 7,5 (hier fällt das Album erstmals etwas ab...) 04 Blood Brothers 9 (...um hier wieder zu voller Form aufzulaufen) 05 The Mercenary 7,0 (etwas unspektakulär) 06 Dream Of Mirrors 9,5 (wohl mein Lieblingssong auf dem Album) 07 The Fallen Angel 5 (gäähn) 08 The Nomad 7,5 (gehobene Mittelklasse) 09 Out Of The Silent Planet 7,5 (interessant, aber nicht großartig) 10 The Thin Line Between Love & Hate 8,5 (sehr feiner Schluss) Ich finde den direkten Nachfolger nicht schwächer, nichtsdestotrotz bleibt das ein wirklich gutes Album. 
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von mindreader » Montag 30. Mai 2016, 10:15
Nachdem mich in den letzten Jahren Forenbeiträgen zu Maiden oft in ihrer negativen Kritik überrascht hatten und ich mich schon gefragt hab, ob ich den metal besser an den Nagel hängen sollte, weil ich ja nix mehr davon zu verstehen schien, hab ich mich zum aktuellen Album lange zurück gehalten. Ich fand "A Matter Of Life And Death" genial, "TFF" sehr gut und vieles von dem, was im Forum abgefeiert wurde, nur okay (Hell, Angel Witch) oder gar langweilig (Satan), konnte da nie verstehen, wieso ich da nicht so begeistert wurde. Kritikpunkte an Maiden hatte ich auch ("Refrainendlosschleife", live die "immer gleichen songs"), aber das Gesamturteil fiel immer positiv aus, auch weil das mit den Refrains ja schon auf "TFF" kaum noch vorkam. Deshalb hab ich bei "The Book Of Souls" versucht, sie mir bewusst schlecht zu hören. Ich hab erstmals gleich die Forenbeiträge und Rezensionen gelesen, nachdem mein Urteil noch nicht fest stand und habe mir Mühe gegeben, all die Unzulänglichkeiten (schlechter, weil zu hoher Gesang; uninspirierte und viel zu lange songs; iiiihhh - sie klingen ja gar nicht mehr wie zu Killers-Zeiten;usw.) nachzuvollziehen, letztlich aber vergeblich. Die Platte ist stark, Maiden klingen, wie ich sie haben will, Bruce singt, wie ich ihn am liebsten höre, die Songs sind komplex und lang, so wie ich sie mir gewünscht habe, die Refrains bleiben in meinem Ohr hängen, die Anspielungen an die Vergangenheit sind sympathisch und für mich wie ein Buch über meine Reise mit dieser Band über die letzten bald 25 Jahre - und jetzt gestern dieses LIVE-Erlebnis! Ich hab die Band seit 1995 auf jeder Tour mindestens einmal gesehen und gestern in München, nass bis auf die Knochen bei kaltem Wind in der vierten Reihe, haben sie mir bewiesen, warum sie auf meinem persönlichen Metallthron stehen! Das war das Beste, was ich bisher von ihnen gesehen hab: Songauswahl (viele neue Songs) Action auf der Bühne mit Eddie Stimmung im Publikum tightes Zusammenspiel mit Platz für uneinstudierte, spontane Spielereien tolle Ansagen von Bruce, sympathisch und nicht aufgesetzt
Und jedesmal, nachdem Maiden eine neue Platte veröffentlicht haben oder ich sie live gesehen habe, frage ich mich, was ich eigentlich mit meinen ganzen CD's und LP's der anderen Metalbands soll - egal ob's gelungenes (Arkham Witch, Atlantean Kodex, Enforcer...) oder weniger Gelungenes (siehe oben: Satan, Angel Witch, Hell oder ganz obskures, hier und anderswo abgefeiertes Zeug von Bands aus der NWoBHM ist, deren Sänger mal in einer Vorband einer anderen "Kulttruppe" spielte, die mal mit einem instrumental auf einem 100-Auflagen starken Tape-Sampler aus dem Jahre 1980 vertreten waren - jetzt aber, den Metal-Göttern sei Dank - ENDLICH ihre 5 Demosongs in je drei Versionen dank eines kultigen Underground-Labels veröffentlicht haben) ist.
Zum Glück setzte ich diese Fanbrille dann und wann ab, genieße alles, was der Metal so zu bieten hat, entdecke neue Bands oder auch alte und freu mich auch über Satan, deren letzte beiden Platten immer noch 100 mal besser sind als Radio hören:-)
Dennoch: UP THE IRONS!
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von frankjaeger » Montag 30. Mai 2016, 11:24
Ja, Maiden war schon ganz gut gestern. Ich stimme dir vorsichtig zu bei der Songauswahl, obwohl Maiden auch immer das Syndrom zeigen, nur das neue Album und echte Klassiker zu spielen. Ich fand 6 Songs vom neuen Album zuviel, obwohl ich "Book Of Souls" klasse finde. Ich hätte gerne zwei davon getauscht gegen irgendwas außerhalb der üblichen Verdächtigen, vielleicht eines von der "Matter of Life And Death" und einen von TFF (obwohl ich das Album unterirdisch finde). Ein solcher Lichtblick kam ja noch in den Zugaben mit 'Blood Brothers'. Auch war 'Children of The Damned' eine schöne Wahl.
Ansonsten widerspreche ich dir in diesem Punkt: "uneinstudierte, spontane Spielereien". Da ist sicher nichts spontan. Ich könnte mir vostellen, dass nicht jede Laufstrecke genau abgesprochen ist, aber alles, was Bruce macht, dürfte jeden Abend gleich sein. Es wurde ja sogar die Bühnenfläche umgebaut, damit Maiden *ihre* Bühne hatten, sodass er über die drei Plattformen springen konnte. Eventuell waren nur die Faxen, die Bruce mit der Flagge machte, spontan, denn es sah aus, als ob er die Fahne hatte irgendwo reinstecken wollen, was aber nicht geklappt hat, sodass er sie die ganze Zeit in der Hand halten musste. Aber da bin ich nicht sicher. Ansonsten gibt es bei der Show meiner Ansicht nach genauso wenig Zufälle wie bei RUSH.
Davon abgesehen war es ein sehr guter Auftritt. Nichts von dem Obigen werte ich als wirkliche Kritik, zumal eben "Book Of Souls" Maiden wiedererstarkt zeigt nach dem fürchterlichen TFF. Okay, Bruce singt die alten Songs teilweise ziemlich angestrengt und gebrüllt, aber das sei ihm verziehen, nach über 30 Jahren ist das legitim.
Das einzige, was weiterhin völlig überflüssig ist, ist Janick Gers. Er ist ein toller Gitarrist und ich werde ohn wegen seiner Arbeit bei GILLAN immer schätzen, aber wozu der da auf der Bühne rumhampelt, erschließt sich mir nicht.
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von mindreader » Montag 30. Mai 2016, 11:57
Was ich mit spontan meine, sind genau diese albernheiten, die tatsächlich nicht auf jedem Konzert der Tour gleich sind... Der Mikrophon-Gag mit Adrian Smith beispielsweise, oder wie Bruce mit Missgeschicken umgeht. Und natürlich Dinge, die im Laufe der Tour sich so einspielen, aber nicht geplant waren ("monkey Dance" - albern, aber ein sympathischer Hang zur Selbstironie). Professionell wars natürlich, aber mir reichen spontane Ansagen von Bruce und eben solche Dinge, um die Show unverwechselbar zu machen. Auch ich hätte mich über nen Song von "A Matter" gefreut, aber mir geht's tatsächlich am meisten um das aktuelle Album, von daher, 👍 Was den Gesang angeht: kann mich nicht erinnern, dass der mal besser war, aber in den 80ern hab ich Maiden noch nicht live gesehen, seit '99 singt er den Trooper m.E. nicht schlechter... Janick wurde halt nicht gefeuert, manche mögen die Show, obs verzichtbar wäre, kann sein, stören tut er mich nicht!
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