Musikzeitschriften

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. November 2015, 14:04

Siebi hat geschrieben:Aber ich mag gradraus ohne schwülstige pc-Verrenkungen.

Das sehe ich, trotz meiner generell recht milden Art in der Kritik und Formulierung auch so. Bei mir liegt das nämlich nicht dran, dass ich niemandem weh tun will, sondern dass ich einerseits einfach ganz generell selten mal eine Band oder ein Album so richtig ernsthaft schlecht finde, und dass ich andererseits halt immer eine relativ verbindliche Formulierung wähle. Trotzdem meine ich, kann man durchaus deutlich erkennen, wenn ich etwas so gar nicht gut finde. Dass das DF für meinen Geschmack deutlich zu viel "Szenepolitik" atmet, und da auch einen etwas zu totalitären Anspruch hegt, das will ich freimütig bekennen, aber das ist mir per se lieber als eine "alles kann, alles darf"-Ausrichtung. Man muss ja nicht ernst nehmen, was die Leute alles so für richtig und echt halten, aber das Positive an der Attitüde ist halt, dass sie dazu führt, dass eben die stilistische Auswahl für mich sehr spannend ist und die Selbstbeschränkung in der Breite eben mehr Tiefe im Detail ermöglicht.

Was den von Chavo kritisierten Veganer-Spruch angeht: Ich halte von Veganismus ja durchaus mal überhaupt gar nichts, oder sogar noch ein bisschen weniger, da ich bekanntlich die archaische Existenz des Menschen als Jäger, Fischer und Sammler für die natürliche, meinetwegen "gottgewollte", in jedem Falle aber überlieferte und Jahrtausendelang richtige Existenzform des Menschen halte, und die Selbstbeschränkung eines natürlichen Omnivoren auf nurmehr einen Bruchteil seines natürlichen Nahrungsspektrums für bedenklich, ja fragwürdig. Andererseits gibt's natürlich nachvollziehbare Gründe dafür, dass die Menschheit an sich nicht etwa kein Fleisch, aber auf jeden Fall deutlich weniger Fleisch konsumieren sollte, um die Ausbeutung der Ressourcen nicht auf die Spitze zu treiben. Und wenn keiner damit anfängt, dann wird das auch nie was, mit einer nachhaltig ökologischen Nahrungswirtschaft. Dass dann manche sehr konsequent - aus meiner Sicht zu konsequent - sind, das ist logisch und verständlich. Ob es ehrbar ist? Ich weiß es nicht, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Es macht sie für mich weder zu besseren noch zu schlechteren Menschen, und "true" ist immer das, was man selbst aus Überzeugung tut; damit kann auch Veganismus "true" sein, muss es aber nicht zwingend. Hängt von den Triebfedern ab. Und "männlich"? Come on... :jaja: Außerdem muss man als überzeugter Carnivore den Veganern und Vegetariern ja auch dankbar sein, denn je mehr von ihnen es gibt, desto mehr Fleisch können wir essen, ohne dass es deswegen dem weltweiten Ökosystem an den Kragen geht. Das ist wie Joey DeMaios Einstellung zu Homosexuellen, über die er mal sagte, dass es von jenen gar nicht genug geben könne, weil dann mehr "Chicks" für ihn übrig bleiben.
;-)

Trotzdem ist der Spruch einfach nur dumm, unnötig und unwitzig. Taugt also weder als Provokation noch als Satire. Und wenn er ernst gemeint ist, dann ist dem Äußernden eh nicht zu helfen, denn auch die Anhängerschaft zu einer durchaus fragwürdigen Ideologie lässt keine generellen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu, die ihr anhängt. Das handhabe ich generell so, dass ich niemanden als Menschen ablehne oder verurteile, weil er ein Linker, Rechter, Veganer, Junkfoodianer, Christ, Satanist, Atheist oder FSM-ler ist. Es kommt doch immer drauf an, ob er sich mir gegenüber korrekt und anständig verhält. So lange er das tut, habe ich vor jedem Respekt, auch wenn ich seine Überzeugungen für mich ablehnen mag.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon salisbury » Freitag 13. November 2015, 20:05

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das sehe ich, trotz meiner generell recht milden Art in der Kritik und Formulierung auch so. Bei mir liegt das nämlich nicht dran, dass ich niemandem weh tun will, sondern dass ich einerseits einfach ganz generell selten mal eine Band oder ein Album so richtig ernsthaft schlecht finde, und dass ich andererseits halt immer eine relativ verbindliche Formulierung wähle. Trotzdem meine ich, kann man durchaus deutlich erkennen, wenn ich etwas so gar nicht gut finde. Dass das DF für meinen Geschmack deutlich zu viel "Szenepolitik" atmet, und da auch einen etwas zu totalitären Anspruch hegt, das will ich freimütig bekennen, aber das ist mir per se lieber als eine "alles kann, alles darf"-Ausrichtung. Man muss ja nicht ernst nehmen, was die Leute alles so für richtig und echt halten, aber das Positive an der Attitüde ist halt, dass sie dazu führt, dass eben die stilistische Auswahl für mich sehr spannend ist und die Selbstbeschränkung in der Breite eben mehr Tiefe im Detail ermöglicht.


Ich will hierzu auch nochmal kommentieren, dass es mich explizit nicht stört, dass das Magazin eine Themenbeschränkung auf den eher traditionelleren Metal und Prog-Metal hat und ich freue mich sogar, dass die Fans dieser Musik wieder ein Print-Mag haben, dass ihnen Spaß macht. Auch für mich sind durch die Hereinnahme der ganzen Retro-und Progmetal-Bands hier viele Themen drin, die mich interessieren. Das einzige was mich stört - massiv sogar - ist dass man die Themenauswahl - gerade mit Randthemen - ständig rechtfertigen muss, nach dem Motto "das ist zwar kein Metal, aber darf dennoch Teil des Hefts und damit "unserer" Szene sein weil..." Und dann kommt dieses ganze unsägliche Blabla. Ich hab es ja schon ein paarmal erläutert. Das macht auch alles null Sinn (also ich verstehe es nicht...) und erscheint mir komplett unlogisch und dabei auch inkonsequent, frisst Platz und verhindert oft, dass z.B. ein Interview tatsächlich in die Tiefe gehen kann. Vor allem bei dem für mich bitter enttäuschenden "Frauen-Special" war besonders auffällig. Aber auch bei anderen Artikeln.

Das Schlimme ist: sie könnten die sich's so einfach machen und sagen: "Ins Heft kommt, was uns gefällt." Alles paletti, Blautier zufrieden. Wir machen das hier - jeder Redaktuer für sich - exakt genau so.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Siebi » Freitag 13. November 2015, 21:38

salisbury hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das sehe ich, trotz meiner generell recht milden Art in der Kritik und Formulierung auch so. Bei mir liegt das nämlich nicht dran, dass ich niemandem weh tun will, sondern dass ich einerseits einfach ganz generell selten mal eine Band oder ein Album so richtig ernsthaft schlecht finde, und dass ich andererseits halt immer eine relativ verbindliche Formulierung wähle. Trotzdem meine ich, kann man durchaus deutlich erkennen, wenn ich etwas so gar nicht gut finde. Dass das DF für meinen Geschmack deutlich zu viel "Szenepolitik" atmet, und da auch einen etwas zu totalitären Anspruch hegt, das will ich freimütig bekennen, aber das ist mir per se lieber als eine "alles kann, alles darf"-Ausrichtung. Man muss ja nicht ernst nehmen, was die Leute alles so für richtig und echt halten, aber das Positive an der Attitüde ist halt, dass sie dazu führt, dass eben die stilistische Auswahl für mich sehr spannend ist und die Selbstbeschränkung in der Breite eben mehr Tiefe im Detail ermöglicht.


Ich will hierzu auch nochmal kommentieren, dass es mich explizit nicht stört, dass das Magazin eine Themenbeschränkung auf den eher traditionelleren Metal und Prog-Metal hat und ich freue mich sogar, dass die Fans dieser Musik wieder ein Print-Mag haben, dass ihnen Spaß macht. Auch für mich sind durch die Hereinnahme der ganzen Retro-und Progmetal-Bands hier viele Themen drin, die mich interessieren. Das einzige was mich stört - massiv sogar - ist dass man die Themenauswahl - gerade mit Randthemen - ständig rechtfertigen muss, nach dem Motto "das ist zwar kein Metal, aber darf dennoch Teil des Hefts und damit "unserer" Szene sein weil..." Und dann kommt dieses ganze unsägliche Blabla. Ich hab es ja schon ein paarmal erläutert. Das macht auch alles null Sinn (also ich verstehe es nicht...) und erscheint mir komplett unlogisch und dabei auch inkonsequent, frisst Platz und verhindert oft, dass z.B. ein Interview tatsächlich in die Tiefe gehen kann. Vor allem bei dem für mich bitter enttäuschenden "Frauen-Special" war besonders auffällig. Aber auch bei anderen Artikeln.

Das Schlimme ist: sie könnten die sich's so einfach machen und sagen: "Ins Heft kommt, was uns gefällt." Alles paletti, Blautier zufrieden. Wir machen das hier - jeder Redaktuer für sich - exakt genau so.

"Ins Heft kommt, was uns gefällt." Dachte , das wäre die Maxime, der Masterplan des Heftes, zumindest haben es mir Wolf-Riedscher und Stappi persönlich mitgeteilt. Frank Albrecht ist großer Fan Powerwolfs und Sabatons. Und der kämpft dafür, dass die in Zukunft stattfinden. Powerwolf waren schon in der Lemouchi-Ausgabe drin.

Wo gibt es Stellen, wo "das ist zwar kein Metal, aber darf dennoch Teil des Hefts und damit "unserer" Szene sein weil..." drin ist? Entweder habe ich das gönnerhaft überlesen oder ich bin tatsächlich blind.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon salisbury » Freitag 13. November 2015, 22:11

Siebi hat geschrieben:
Wo gibt es Stellen, wo "das ist zwar kein Metal, aber darf dennoch Teil des Hefts und damit "unserer" Szene sein weil..." drin ist? Entweder habe ich das gönnerhaft überlesen oder ich bin tatsächlich blind.


Verdammt! Tut mir grad sehr leid, denn zu gerne hätte ich dir ein paar Zitate geliefert. Aber ich glaube, das Heft ist im Papiermüll gelandet :schade: . Falls ich es doch noch finde (ich such sofort noch mal genauer alles durch; hab gar Chaos...), hole ich es nach, ansonsten vielleicht irgendwann mal bei nem Bier und Du bringst das Heft mit? Im Vorwort und im Frauenspecial wirst Du aber sicher fündig ;-)
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Siebi » Freitag 13. November 2015, 22:23

salisbury hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:
Wo gibt es Stellen, wo "das ist zwar kein Metal, aber darf dennoch Teil des Hefts und damit "unserer" Szene sein weil..." drin ist? Entweder habe ich das gönnerhaft überlesen oder ich bin tatsächlich blind.


Verdammt! Tut mir grad sehr leid, denn zu gerne hätte ich dir ein paar Zitate geliefert. Aber ich glaube, das Heft ist im Papiermüll gelandet :schade: . Falls ich es doch noch finde (ich such sofort noch mal genauer alles durch; hab gar Chaos...), hole ich es nach, ansonsten vielleicht irgendwann mal bei nem Bier und Du bringst das Heft mit? Im Vorwort und im Frauenspecial wirst Du aber sicher fündig ;-)

Ok, danke, werde ich prüfen.

Was anderes, bevor Du das Heft (auch andere wie Rock Hard oder eclipsed oder...) entsorgst, ich kenne jemanden mit wenig Geld, der würde sich über die Gabe des Heftes riesig freuen.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon salisbury » Freitag 13. November 2015, 22:40

Siebi hat geschrieben:
Was anderes, bevor Du das Heft (auch andere wie Rock Hard oder eclipsed oder...) entsorgst, ich kenne jemanden mit wenig Geld, der würde sich über die Gabe des Heftes riesig freuen.


Okay, werd ich bedenken. Ich hab das aber sicher nicht bewusst weg, normalerweis sammel ich diese Heftle. Aber ich hab letztens Papier weggbracht und irgendwie...ach menno. Irgendwie mocht ich das Heftchen ja doch :schade:. Und ich ärger mich grad, dass es weg ist! :pissedoff:
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Erasmus » Dienstag 17. November 2015, 13:59

Das Gelatze im DF finde ich bisweilen auch sehr anstrengend, aber meist überleßbar. Steht dafür ja auch genug Interessantes drin.
Auch bekannt als: Jakob Schnapp

http://www.musik-sammler.de/sammlung/erasmus-desiderius

Seasons fade while willows sway
It is you that you betray
Bare your hands, refuse to see
Fool the others, never me
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Chavo89 » Dienstag 17. November 2015, 14:01

Zum Beispiel der Text von Britta Görtz. Fein!
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Havoc » Freitag 22. Januar 2016, 17:30

Das aktuelle ECLIPSED ist mal weider einen Kauf wert. Vor allem wegen dem großen Jahresrückblick. Und weil viel von Dream Theater und Wilson drin ist. ;-)
Zudem sind auf der Heft-CD echt ziemlich coole Sachen drauf. Auch wenn ich von den meisten Bands noch nie etwas gehört habe.
@Sally....hast du die schon gehört? Die MUSS Dir eigentlich gefallen.
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Re: Musikzeitschriften

Beitragvon Schaf » Freitag 22. Januar 2016, 17:43

Havoc hat geschrieben:Auch wenn ich von den meisten Bands noch nie etwas gehört habe.


Ist das nicht gerade ein positiver Aspekt? Endlich mal neue Bands anstatt der selben alten Namen?
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