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von Holger Andrae » Montag 18. Januar 2016, 11:06
Siebi hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:... Wenn es eine Scheibe gibt, bei der ich so eine Empfindung nachvollziehen könnte, wäre es die Tau Cross,
Höre ich auch so, falls ich die aktuelle politische Lage mit Musik verquicken will. Will ich aber nicht, sondern lasse nur die Musik wirken.
Geht mir ja nicht anders. Ich hätte das Konjunktivieren sollen. Vielleicht ist das ja unsere Krux, werter Siebi, wir hören Musik, weil wir die Musik mögen und analysieren lediglich die musikalischen Zutaten während der aufgeschlossenen Musikfreak von heute zu ergründen versucht, wieso Thrash Metal das Ozonloch erweitert und weshalb bei der Verschmelzung von Gothic-Pop und Rock Musik Burkas getragen werden.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Montag 18. Januar 2016, 13:13
Siebi, die EXUMER behalte ich natürlich Ich finde, dass der SC hier trotzdem gute Hinweise gibt zu Scheiben, auch zur Qualität. Wenn Leute ein Album wenig begeisternd finden, deren Musikgeschmack mir sonst gute Hinweise auf meinen gibt, dann lässt mich das manchmal schon ein wenig an Alben zweifeln. Dafür sind Kritiken und SCs aus meiner Sicht auch da (wenn auch nicht nur dafür).
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von Drumtier » Dienstag 19. Januar 2016, 12:08
Schaf hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:Ketzer - Starless Hahahahahahaha... Ohne Worte. LP-Vorbestellung wurde letzte Woche storniert.
Oh, magst Du mal kurz erläutern, weshalb?
Vermutlich, weil die Band urplötzlich von einer Thrash-Metal-Band zu einer Gothic-Pop-Band mutierte und somit allen ihren Fans vor den Kopf stieß. Vorher↓  Nachher↑
Ich halte ja nichts davon, dass Metal-Bands immer ach so böse drein schaun müssen und Kutte und Stiefel und Nieten und was weiß ich, aber manchmal, manchmal geben Bandfotos halt doch einen kleinen, nicht zu verachtenden Hinweis auf die Musik. War nie meine Band aber hab sie am Rande wahrgenommen und der Soundcheck hat mich auch neugierig gemacht. Die Kommentare von Siebi und Schaf in Verbindung haben die Neugierde zwar verändert aber hab trotzdem reinhören müssen. Zuerst was altes zum Vergleich und dann vom Neuen den Titeltrack und eine Nummer mit dem grandiosen Titel "When Milk Runs Dry". Naja. In Momenten wie diesen mag ich MARDUK und lasse sie mir auch nicht madig machen von den gar nicht so wenigen Leuten, die diese Art von Musik und Image (und deren Verbindung) heutzutage für überholt halten. Lieber Corpsepaint, überzeichnet böse Auftritte und kompromisslosen Black Metal als trocken gelaufene Milch^^
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von Permafrost » Dienstag 19. Januar 2016, 20:38
Die kurzen Beschreibungen der einzelnen Scores im Soundcheck sind immer mein Highlight. Diesmal: "wie alter Kaugummi" "Autowerbung-Rock" Weiter so bitte. 
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 20. Januar 2016, 13:38
Drumtier hat geschrieben:Schaf hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:Ketzer - Starless Hahahahahahaha... Ohne Worte. LP-Vorbestellung wurde letzte Woche storniert.
Oh, magst Du mal kurz erläutern, weshalb?
Vermutlich, weil die Band urplötzlich von einer Thrash-Metal-Band zu einer Gothic-Pop-Band mutierte und somit allen ihren Fans vor den Kopf stieß. Vorher↓  Nachher↑
Ich halte ja nichts davon, dass Metal-Bands immer ach so böse drein schaun müssen und Kutte und Stiefel und Nieten und was weiß ich, aber manchmal, manchmal geben Bandfotos halt doch einen kleinen, nicht zu verachtenden Hinweis auf die Musik. War nie meine Band aber hab sie am Rande wahrgenommen und der Soundcheck hat mich auch neugierig gemacht. Die Kommentare von Siebi und Schaf in Verbindung haben die Neugierde zwar verändert aber hab trotzdem reinhören müssen. Zuerst was altes zum Vergleich und dann vom Neuen den Titeltrack und eine Nummer mit dem grandiosen Titel "When Milk Runs Dry". Naja. In Momenten wie diesen mag ich MARDUK und lasse sie mir auch nicht madig machen von den gar nicht so wenigen Leuten, die diese Art von Musik und Image (und deren Verbindung) heutzutage für überholt halten. Lieber Corpsepaint, überzeichnet böse Auftritte und kompromisslosen Black Metal als trocken gelaufene Milch^^
Im Wesentlichen bin ich ganz deiner Meinung. Trotzdem zwei zusätzliche Anmerkungen: Das alte Photo finde ich jetzt gar nicht so übertrieben böse. Es entspricht halt zu 100% dem Black/Thrash-Klischee der Achtziger und suggeriert ungehobelten, garstigen und manierenlosen Spaß am Holzen, während das neue Photo dem Ich-Werd-Jetzt-Erwachsen-Klischee der postklimakterischen Phase entspricht und ernsthafte, reflektierte, intellektuelle Tristesse suggeriert. Beides empfinde ich für sich genommen komplett unoriginell und generisch. Das Erstere spricht mich als Genregänger natürlich mehr an, das Letztere entsprechend weniger, aber beides ist so gesehen völlig okay und keines davon schlimm, wenn man sich in der jeweiligen Formensprache wohlfühlt. Was mich dabei dennoch ein wenig irritiert, das sind solche 100%-Wendungen, die nicht nur eine Ebene des künstlerischen Schaffens betreffen, sondern alle Ebenen auf einmal. Die wirken auf mich dann halt nicht, wie eine natürliche künstlerische Entwicklung einer aus fünf Individuen bestehenden Band, sondern wie ein verordneter oder meinetwegen auch demokratisch beschlossener (also selbstverordneter) Imagewechsel, der C.I. über Natürlichkeit stellt. Ich muss da dann automatisch denken, dass die Band sich entweder damals oder heute nicht, oder gar weder damals noch heute wirklich so präsentiert hat, wie sie sich gefühlt hat, sondern wie sie meinte, dass eine Band, die den entsprechenden Stil spielt, sich zu präsentieren hat. Das passiert sicher oft, und ist auch nicht schlimm. Ich bin mir sicher, dass man über viele meiner Lieblingsbands ähnliches sagen könnte, wenn man ein wenig durch die Bildergalerien stöbert. Ich werfe das den Ketzern auch nicht vor. Trotzdem, irgendwie wirkt das schon seltsam, wenn man das so vor Augen geführt bekommt, gerade bei einer Band, die der Underground eine Zeit lang als Paradebeispiel für Black/Thrash-Authentizität handelte. Nur der Klarstellung halber: Das geht nicht gegen Ketzer, sondern ist eine ganz nüchterne Beobachtung. Mit Ketzer habe ich mich weder vor dem Wandel noch nach dem Wandel beschäftigt. Kann mich auch an keinen Ton ihrer Musik erinnern, falls ich schon mal einen gehört haben sollte, worüber ich keine Angaben mehr machen kann. Man kann so einen abrupten C-I-Wechseln bei unzähligen tollen Bands beobachten (z.B. Running Wild zwischen "Branded..." und "Under..."; Kiss bei Ablegen der Masken; Anthrax um 1989-1995 alle drei Wochen; Celtic Frost vor und nach "Cold Lake"; Destruction zu (Neo-)Destruction; Pantera nach "Power Metal"...). Manchmal ist es stimmig und wirkt auch emotional authentisch, manchmal ist es klar und offensichtlich musikalischer Rollenspielerei geschuldet (gerade bei Konzept-affinen Bands), und manchmal wirkt es komisch und unnatürlich (wie etwa bei "Cold Lake" oder hier eben bei Ketzer). Ich werde bei Gelegenheit auch mal beide Versionen vergleichen und dann berichten, ob sich die allein aus den Bildern stammenden Eindrücke sich durch die musikalische Gegenprobe relativieren.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Peter Kubaschk » Mittwoch 20. Januar 2016, 14:34
Fragwürdig ist für mich nicht die Entwicklung von A zu B, sondern die kurze Zeit, die dazwischen liegt. Bei PARADISE LOST hat sich das von "Lost Paradise" bis zur "Host" über fast ein Jahrzehnt entwickelt mit entsprechenden Stufen. Bei KETZER liegen knapp drei Jahre und ein Album zwischen Fotos und Musik. Von "natürlicher Entwicklung" kann man da irgendwie nicht so einfach sprechen.
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von Schaf » Mittwoch 20. Januar 2016, 15:17
Prinzipiell finde ich auch einen stilistischen Umbruch bei einer Band sehr interessant, aber ich weiß jetzt bei KETZER nicht so recht, ob sie nach gerade mal zwei Alben ihren Black/Thrash ausgelotet haben und was sie nun davon haben, sich plötzlich auch so "erwachsen", "post-metallisch" und "gotisch" zu präsentieren. Mich faszinierte z.B., dass SWANS etwa ein halbes Dutzend Mal radikal das Genre wechselten ohne längerfristige Entwicklungsstufen wie eben PARADISE LOST oder OPETH. Trotzdem blieben sie immer die selben SWANS, die sich halt nur an etwas anderen Klängen ausprobierten. Kein Image-Wechsel, kein radikal anderen Lyrics, nach wie vor die selbe Band. Die "Starless" und auch die neue SECRETS OF THE MOON liegen mir dagegen beide trotz einiger netter Songs ein bisschen schwer im Magen.
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von Siebi » Mittwoch 20. Januar 2016, 15:35
Peter Kubaschk hat geschrieben:Fragwürdig ist für mich nicht die Entwicklung von A zu B, sondern die kurze Zeit, die dazwischen liegt. Bei PARADISE LOST hat sich das von "Lost Paradise" bis zur "Host" über fast ein Jahrzehnt entwickelt mit entsprechenden Stufen. Bei KETZER liegen knapp drei Jahre und ein Album zwischen Fotos und Musik. Von "natürlicher Entwicklung" kann man da irgendwie nicht so einfach sprechen.
Genau das spricht mir großteils aus der Seele. Das wirkt wie ein reißbrettartiger Businessplan. Der Wechsel zu Metal Blade/Sony, d.h. man will größer bzw. bekannter werden. Neuer Schriftzug mit Abzeichen, ein bärtiges Erwachsenwerden und ein Radikalkurs in Sachen Musik. Den Künstler Ketzer verstehe ich durchaus im Ansinnen, andere Musik zu versuchen, der Kunst wegen. Dann würde ich einen neuen Namen wählen, der sich explizit von der Ursprungsband absetzt. Wollten sie scheinbar nicht, da der Name im Business bekannt ist. Analog zu Pantera, deren ersten vier Alben im Glam bzw. klassischen Metal angesiedelt sind. Weil Rüdiger Kiss erwähnte. Ja, auch das war ein Business-Schachzug, Wollten sie ja schon 1976/77 ablegen, dann 1980 und hier spätestens mit dem Einstieg Eric Carrs und einer neuen Figur (erst Hawk, aber dann Fox). Da hieß aber dann nur die Platte so, weil Manager Bill Aucoin sie überredete, das Konzept der Masken und Comicfiguren beizubehalten. Im Gegensatz zu Ketzer oder Paradise Lost etc. blieben Musik, Schriftzug und Merch-Gedöns gleich gut oder schlecht oder wie immer man eben zu Kiss' Image und Musik steht. Die unwürdige Reunion lasse ich außen vor, da ging's mMn lediglich um $$$, aber es gab ja noch neue Musik. Insgesamt bin ich sehr gespannt, wie die Band Ketzer ankommen wird, wie der Kunde, sprich Fan, und das Business reagieren werden.
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von salisbury » Mittwoch 20. Januar 2016, 20:11
Schöne Diskussion über KETZER, mir deucht, die Band lässt euch doch nicht so kalt wie anfangs gedacht. Allerdings macht ihr euch hier über Dinge Gedanken, die für mich völlig irrelevant sind, schon immer waren. Wie bereits gesagt, kam KETZER für mich völlig unerwartet. War halt im Soundcheck. Und hat mich nach ein paar Spins äußerst angesprochen. Bei Holgs lustigem Kommentar (bilde ich mir hier eine leise Polemik ein?) ... Vielleicht ist das ja unsere Krux, werter Siebi, wir hören Musik, weil wir die Musik mögen und analysieren lediglich die musikalischen Zutaten während der aufgeschlossenen Musikfreak von heute zu ergründen versucht, wieso Thrash Metal das Ozonloch erweitert und weshalb bei der Verschmelzung von Gothic-Pop und Rock Musik Burkas getragen werden.
... sehe ich keinen Anlass, irgendetwas negativ aufzufassen. Ich finde es super, wenn Musik zum Nachdenken anregt. Ich wundere mich eher, dass dies bei euch in der Regel nicht so sein zu scheint, aber jeder soll das machen wie er will. Was KETZER auf "Starless" extrem gut gelingt ist, diese gegenwärtinge "something is fucked up"-Stimmung mit der Musik auszudrücken. Jedenfalls kommt es bei mir so an. Ob die Band dies überhaupt so ausdrücken wollte, weiss ich ja nichtmal. Ich verstehe die Texte ehrlich gesagt nicht. ABer Musik geht bei mir nicht - oder nur sehr selten - über Worte, eher über den Klange der Melodie und natürlich den Gesamt-Sound Zu Peters Kommentar: Ich finde drei Jahre schon eine lange Zeit, vor allem für eine junge Band, um sich musikalisch und geistig weiter zu entwickeln oder aber das Konzept zu verändern. Andere Bands machten noch größere Sprünge in diesem Zeitrahmen. Z.B. ULVER. Grade beim Extrem-Metal gibt es unzählige Beispiele für Bands, die vom spßaigen Geschraddel aus sehr schnell zu ihrem Stil gefunden haben. ANATHEMA, KATATONIA, THE GATHERING uvm. Zum Foto, das die Gemüter erregt: Ich schmunzle immer wieder, auch in diesem Zusammenhang, dass die große "Schuld" für ein Imagewechsel weg vom Rauhbein-Metal dem bösen Musikbusiness zugeschrieben wird. Hahaha. Aber möglicherweise war ja auch das obere Foto+Musik ein Businessplan, um die old-school Death/Thrasher zu targeten. Offenbar sind diese leicht zu befriedigen, denken nicht viel, haben aber eine gesunde Startmasse um eine Karriere zu starten. Dazu gehört, ein wenig "Attitüde" und true labern (Überzeugung, Authezität, Vinyl hören...) , drölfeinhalb NWoBHM-Scheiben in die Playlist schreiben und schon stehen die Kühne-Männer parat. Dass die drei Jahre später "Verrat" schreien, wäre dann auch schon mit einkalkuliert. Ich finde das nicht schlimm, einen Businessplan zu haben, im Gegenteil, es hilft mir, Bands ernst zu nehmen. Zeigt mir, dass die mehr wollen als einfach nur n bissl Spaß and der Freud. Groß und bekannt wirst Du eh nur auf Dauer, wenn Du am Ball bleibst und was auf dem Kasten hast und die Leute live begeisterst, siehe BEYOND THE BLACK. Bis gespannt, wie KETZER sich in dieser Hinsicht verkauft.  .
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von Jhonny » Mittwoch 20. Januar 2016, 20:30
salisbury hat geschrieben:Schöne Diskussion über KETZER, mir deucht, die Band lässt euch doch nicht so kalt wie anfangs gedacht.
Die erste KETZER war hochwertiger Black Thrash, die zweite fehlt mir leider noch. Mich lässt die Band sicher nicht kalt. Ich weiß nur noch nicht, ob ich die Entwicklung mitgehen will. So wichtig ist mir die Band dann doch nicht...
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