WW2015 - The Short & The Long

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WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 13:58

So, erstmal Entschuldigung an den Absender, dass es etwas länger gedauert hat, als erwartet.
Ich genieße ja das Privileg, zu wissen, wer mich bewichtelt. Diese Person hat mir auch unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass er mit meinem Los etwas hadert :) Auch ich hatte so meine Befürchtungen, da möglicherweise doch die ein oder anderen eklatanten Wissenslücken und Sammlungsmängel mich bloß stellen könnten. :D
Generell hatte und habe nach wie vor sehr viel Spaß an dem mit "The Short & The Long" betitelten Sampler, dessen Cover zwei parallel ausgerichtete Bleistifte schmücken - einen Kurzen und einen Langen.
Der Name verweist wohl auf die Songdauer der auf den CDs beheimateten Songs. Die erste CD kommt auf stolze - meist kurze und knackige - 18 Songs. Die zweite ist mit deren fünf quantitativ schwächer besetzt, die Songlängen mit bis zu knapp 20 Minuten bringen dennoch eine ordentliche Laufzeit auf die Waage.

#1 ??? '???' (5:40)
Der Song beginnt mit sanftem Wellengeplätscher, über welches eine Frau eine Erzählung anzustimmen beginnt: "She covers (?) in the corner, she breathes the night air deep, the darkness swallowing our days, we do not see her light. To be buried full-dressed, mouths opened, loosing the words that would keep us above. Into the void we go. [...]"
Die verzerrten Gitarren brechen im Up-Tempo herein. Der Gesang stimmt an, den ich aufgrund des nicht zu überhörenden Akzentes nicht in nativ-englischsprachige Gefilde orten würde. Hat etwas osteuropäisches, kann mich hier aber auch täuschen. Eine kraftvolles Stimmchen hat die Gute und die Melodien sind doch schön wunderbar einprägsam. "Biiiiiiiyond eterniiiiiiiiityyyy, biiiiiiiyond mortaliiiiiiiityyyyyyy". Ist aber wirklich ein hübscher, eingängiger Modern Rock / Metal-Song. Das Gitarrengegnidel im Mittelteil hätte man sich vielleicht sparen können, das einhergehende Doublebass-Geballer irritiert mich selbst nach den vielen Durchläufen. Aber ich vermute, das ist Usus bei diesen Bands, die diesen angeproggten Stil verfolgen. Ist jetzt aber negativer, als es klingt. Wunderbarer Einstieg in den Sampler.

#2 ??? '???' (3:55)
Meine erste Assozation zu diesem Song war: "Das klingt ganz schön italienisch". Wir bewegen uns im Fahrwasser von Bands wie KLIMT 1918 oder weniger harschen NOVEMBRE. Sprich, verträumter Dream Pop mit verwaschenen Gitarren, wuchtigem, verhalltem Schlagzeug, pumpendem und verspielten Bass und ein sanfter Gesang, der versucht seinen Platz in dieser Klangwand zu finden. Ob's am Ende aber wirklich eine italienische Band ist, weiß ich natürlich nicht. Der männliche Gesangspart dominiert, hin und wieder doppelt der weibliche Counterpart die Melodie oder wirft ein sehnsüchtiges "aaah-aaah" ein. Der Song dürfte wohl "My heart is a monster" heißen, was ich dem Gesäusel dem Refrain entnehmen kann. Ein sehr gefälliger Song, wo ich gerne mal hören würde, wie die Band im großen Kontext klingt. Songs dieser Art auf Albumdauer wären mir etwas zu gleichförmig, aber wenn die Band es schafft, in dieser Stilistik genug Abwechslung zu schaffen, könnte ich mir das gut im Regal vorstellen.

#3 SAINT VITUS 'Dark World' (4:59)
Puh, da bin ich aber knapp an der Blamage vorbeigeschrammt. Den Song kenn ich zwar nicht im Original, aber ich war mir sicher, ihn irgendwoher zu kennen. Und dann kam es mir doch... die guten REVEREND BIZARRE haben diesen Song etwas eigenwillig gecovert. Was mich an diesem Song total fasziniert, ist wie dieses Riffing bei wohl 99,9% bei vielen anderen Bands einfach nur massive Langeweile bei mir verursacht hätte. Aber dieser völlig wahnsinnige Gesang von Scott Reagers passt einfach wie die Faust auf's Auge. Absolut brillanter Song. Das Album muss in den Schrank, da führt nichts dran vorbei.

#4 ??? '??? (4:12)
Wir orientieren uns weg von doomigen Gefilden und kommen in den Bereich des Midtempo-Alternative Rocks. Schön knackiger, trockener Sound, der allerdings von seltsam deplazierten Keyboard-Streichern gestört wird. Der Sänger hat eine schön rauchige, kratzige Stimme. Und er mag wohl Schmerzen, zumindest versucht er mir das im Refrain mitzuteilen. Ob man aber einen Song wirklich "I'm enjoying the pain" nennen würde... Noch kurz die obligatorische Stakkato-Gitarren-Double-Bass-Attacke. Und dann ist der Song auch schon rum. Hinterlässt mich ratlos.

#5 SPIRAL ARCHITECT 'Spinning' (3:23)
Werd ich in 100 Jahren nicht verstehen, was die Leute da spielen. Spaß macht's trotzdem. Und Asgeir bleibt einfach einer der besten Schlagzeuger. Und die Basslinien - besonders in diesem Song - gehören eh zu den Besten auf diesem Erdenrund. Die Platte brauch ich mir zum Glück nicht kaufen, die hab ich nämlich schon :)

#6 ??? '???' (4:49)
Einer meiner Favoriten auf dem Sampler. Das würde ich irgendwie in den Bereich Ethno-Progressive-Metal einordnen. Dem Ganzen schwingt ein orientalischer Grundton mit. Das Stück ist weitestgehend im 7/4-Takt. Der Song beginnt ruhig, mit verträumten Gitarren, über die eine Sängerin zunächst sanft eine doch relativ vertrackte Melodie singt. Einem Refrain gibt es in dem Sinn nicht, das Stück schaukelt sich langsam auf, das Arrangement wird reicher, mit verspielten Basslinien und zusätzlichen Gitarrenlinien. Der Song beginnt schon leicht auszuschwingen, bis dann doch Fahrt aufgenommen wird. Ein Schlagzeug setzt ein, der 7/4-Takt wird beibehalten, die akustischen Gitarren werden akzentuierter, die Melodien aus dem Anfangspart werden vereinzelt wieder aufgegriffen, jedoch deutlich expressiver gesungen. Auf einmal setzen wahnsinnig verzerrte Gitarren rein, die ein massives rhythmisches Fundament unter den Song liegen. Diese sind nur von kurzer Dauer und den Song hat auch schon sein Ende gefunden. Toll.

Später mehr.
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 14:40

#7 ??? '???' (3:24)
Der Preis für die irreführendsten 10 Sekunden dürfte wohl dieser Song gewinnen. Eine handvoll sanfter Klaviertupfer, und dann... pfurztrockener Technical Thrash. Meine Güte ist das roh. Aber das Riffing ist echt nicht von schlechten Eltern. Besonders die dissonanten Riffs sind echt frisch. Der Sänger schwankt irgendwie zwischen pissig und etwas angetrunken :) Die Double Bass rotiert am laufenden Band, werden aber auch immer wieder von fast schon hymnischen Passagen durchstoßen, bei dem die Gitarren flächige Arpeggi spielt. Mal geht's technisch und rhythmisch vertrackter zu Werke, im nächsten Moment wird's aber auch geradliniger. Die Wechsel sind sehr sprunghaft. Aber dass ich für dieser Spielform des Thrash durchaus positiv gegenüberstehe, könnte bekannt sein. Und das ist hier keine Ausnahme. Richtig feiner Song. Textlich kann ich leider relativ wenig verständliches herausfiltern...

#8 ??? '???' (3:29)
Dieser Song lässt mich besonders ratlos zurück. Es beginnt beinahe beschwingt mit einem Synthielead über kraftvollen Gitarrenakkorden. Der Refrain nimmt dann die Lautstärke weit zurück mit allerlei Soundeffekten die im Hintergrund erklingen. Der Sänger bemüht sich ausserordentlich möglichst ausdruckslos zu singen. Dies ändert sich auch im Refrain nicht. Dass der Song auch ultra-kompakt produziert ist und man förmlich von der Klangwand erschlagen wird, macht mir den Zugang nicht einfacher. Was ich aus dem Refrain für Bruchstücke mitbekomme sind: "With a portrait face, looking at out in space, your mind's a hyper tool that faces everything"... kann den letzten Teil aber auch falsch verstanden haben :D Ist jetzt gar nicht meins...

#9 ??? '???' (4:42)
Also, den guten Devon / Buddy erkenne ich schon, wenn er mich in seiner unnachahmlichen Art ansingt. Er steht wohl am Bahnhof und wartet auf seinen Zug. Dort beobachtet er einen Mann, der seine Augen groß aufreißt und ihn anstarrt. Das Singen hat der Gute jedenfalls nicht verlernt. Und wieso fühle ich mich mancherorts fast schon an seelige "A Social Grace"-Zeiten zurückerinnert. Wann hat denn der Wahlösterreicher sein Faible für vertrackte, harte, aber auch gefühlvolle Musik wiedergefunden? Sind's DEADSOUL TRIBE? Ist auf jeden Fall richtig gut. Bis dato waren von ihm für mich nur die ersten beiden PW-Alben relevant. Aber das sollte ich womögich ändern?

#10 ??? '???' (4:09)
Dieser Song wirft gerade ein bisschen meine Welt um. Der ist richtig geil und ich hab keine Ahnung wieso. Der Song hat eine beschwingte Ader, ist wahnsinnig aufstrebend. Das sind eigentlich gar nicht die Attribute, die ich bei Musik suche. Aber meine Fresse, dieser Sänger... der kann einfach alles. Gänsehaut über die ganzen 4 Mnuten. Das geht eher in die Melodic (Prog) Rock-Ecke. Schwankt zwischen Mid- und moderatem Up-Tempo. Fantastsisch komponiert, spannend und abwechslungsreich, ohne überfrachtet zu wirken. Sogar das häufig von mir verhasste Klavier ist in diesem Song einfach toll eingesetzt. "It's he twinkle in her eye, the train that passed you by, it's the love you left behind and the sense you could not find". <3

#11 ??? '???' (2:21)
Der Song sticht wohl musikalisch am Stärksten heraus. Blues, Baby. Eher modern interpretiert und der Produktion nach zu urteilen, eher neueren Datums. Der Sänger wacht nachts ganz schweißgebadetet auf, seine Zähne sind kaputt, seine Haare nass. Der Song dürfte wohl "Midnight" heißen. Geht's um Werwölfe? Sehr kurzweiler Song. Ist das ganze Album so? Toller Sänger jedenfalls...

#12 ??? '???' (5:54)
Wieder einer dieser Song der mich ratlos zurücklässen... wobei mich dieser Song fast schon eher verärgert. Stilistisch ist das wohl Zirkus-Klezmer-Kammermusik-Black-Metal. Also irgendwas im Fahrwasser DIABLO SWING ORCHESTRA und Konsorten. Warum Verärgerung? Weil zu jeder Sekunde offensichtlich ist, dass die Leute nicht nur ihre Instrumente im Effeff beherrschen, nein, auch kompositorisch auf absoluter Höhe sind. Dennoch klebt jeder Sekunde dieses unerträglich "Was sind wir lustig"-Gefühl an... im Englischen würden man wohl gimmick-y sagen. Alle 3 Sekunden ein neues Genre, oder auch mal alle gleichzeitig. Dabei sind die einzelnen Teile alle wahnsinnig liebevoll ausgearbeitet und richtig toll in Szene gesetzt. Aber in der Gesamtheit geht es schon an der Grenze zur Unerträglichkeit. Immer wieder horcht man auf, um dann 3,1periode6 Sekunden später, von drölfzig neuen Ideen erschlagen zu werden. "Fokus", Jungs und Mädels!! Ihr könnt's doch sicherlich, wenn ihr wollt!
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon Siebi » Donnerstag 24. Dezember 2015, 14:43

Fabian, könntest Du bitte noch die Songnummern dazuschreiben. Dank Dir.
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 14:47

Narf, ich wusste, dass ich was vergessen habe. Leider darf ich die Einträge nicht mehr bearbeiten...
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon Havoc » Donnerstag 24. Dezember 2015, 14:54

123_7 hat geschrieben:
[b]??? '???'
(4:42)
Also, den guten Devon / Buddy erkenne ich schon, wenn er mich in seiner unnachahmlichen Art ansingt. Er steht wohl am Bahnhof und wartet auf seinen Zug. Dort beobachtet er einen Mann, der seine Augen groß aufreißt und ihn anstarrt. Das Singen hat der Gute jedenfalls nicht verlernt. Und wieso fühle ich mich mancherorts fast schon an seelige "A Social Grace"-Zeiten zurückerinnert. Wann hat denn der Wahlösterreicher sein Faible für vertrackte, harte, aber auch gefühlvolle Musik wiedergefunden? Sind's DEADSOUL TRIBE? Ist auf jeden Fall richtig gut. Bis dato waren von ihm für mich nur die ersten beiden PW-Alben relevant. Aber das sollte ich womögich ändern?


Da schau ich mal kurz in den Thread und denke so...wie will man da wohl irgendeinen Song erkennen und dann sticht mir das ins Auge.
Ist wohl der Song "The Sound Of Flies" von THE SHADOW THEORY. Denke ich mal. Die Platte ist äußerst cool.
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 14:58

Havoc hat geschrieben:Da schau ich mal kurz in den Thread und denke so...wie will man da wohl irgendeinen Song erkennen und dann sticht mir das ins Auge.


Ohje, kann man wieder nichts davon abstrahieren? War in den vergangenen Jahren wohl auch schon der Fall. Krieg's halt einfach nicht besser hin...
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon Oliver Passgang » Donnerstag 24. Dezember 2015, 15:07

Nummerierungen nachgetragen. :)
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 15:10

Top, danke dir! :dafuer:
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon Havoc » Donnerstag 24. Dezember 2015, 15:36

123_7 hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Da schau ich mal kurz in den Thread und denke so...wie will man da wohl irgendeinen Song erkennen und dann sticht mir das ins Auge.


Ohje, kann man wieder nichts davon abstrahieren? War in den vergangenen Jahren wohl auch schon der Fall. Krieg's halt einfach nicht besser hin...


Nein. So war das nicht gemeint. Ich finde das generell schwer...und wichtle ja auch gar nicht mit. Und dass ich dann so schnell was erkannt habe hat mich selbst gewundert. :P
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Re: WW2015 - The Short & The Long

Beitragvon 123_7 » Donnerstag 24. Dezember 2015, 15:53

SHADOW THEORY ist jeden falls richtig. Habe nur mitbekommen, dass es da eine neue Devon-Band gibt. Hab's aber nicht weiter verfolgt. Wohl ein Fehler...

01) ??? '???'
02) ??? '???'
03) SAINT VITUS ''Dark World'
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05) SPIRAL ARCHITECT 'Spinning'
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09) THE SHADOW THEORY 'The Sound Of Flies'
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