Mein Sampler erschien ohne Cover oder sonstige besondere Merkmale, sondern nur mit dem Titel „Rollercoaster Ride“ auf der nackten CD. Mir versprach das, wie ich schon anmerkte, einen extrem abwechslungsreichen Sampler durch so manches Genre, was dem extremen Gewohnheitsmenschen Frozen nicht zwingend gutes verspricht, selbst wenn da Extraklasse daherkäme. Tatsächlich hatte ich an einigen Enden Probleme, wurde sehr weit aus meinem natürlichen Lebensraum gerissen.
Ich darf meinen Wichtel aber ein grosses Kompliment machen, denn der Sampler ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, selbst wenn Genres angeschnitten werden, die ich sonst gar nicht höre. Er ist durchaus homogen, wenn ich in die angesprochenen Achterbahngefälle geschickt werde, ist es oft doch relativ gemütlich, so dass ich ihn mir auf ganze Länge seit Tagen gerne gebe. Zwar habe ich meine Favoriten (und leider auch Songs die mir gar nichts geben), aber es ist als Gesamtwerk ein sehr toller Sampler.
Ich habe eine sehr feste Annahme, wer des Samplers Macher ist. Ich halte ihn an dieser Stelle geheim, und schreibe stattdessen eine PM, denn so darf wild geraten werden

Titel 1 (4:02)
Zu abzählenden Becken wummert zu Beginn der Bass, ehe sehr melodische Gitarren einsetzen. Das befindet sich irgendwo zwischen melodischem Hardrock und modernem, europäischen Power Metal, allerdings ohne übertriebene Keyboards. Stattdessen wird teils auf Ahhh-Ahhh Chöre gesetzt. „You have the power, you wear the crown, from the pinnacle to the pit“ erzählt mir in recht nasaler Stimme ein gemässigter Sänger. Es sei ein langer weg hinunter, lautet die Message des Songs, stets begleitet von sehr schönen Lead-Melodien. Nicht übel für den Anfang.
Titel 2 (6:39)
Der Song verwirrte mich anfangs ganz schön, denn das Intro mit high pitched riffing und triolengitarren versprach eigentlich traditionellen Heavy Metal mit recht Schmackes, stattdessen wird nach einer knappen Minute das Tempo stark rausgenommen und es gibt stattdessen ein episches, recht komplexes und meist langsameres Stück Heavy Metal mit tollem Gesang. Speaking of which: Der Sänger kommt mir sehr bekannt vor. Ich würde wetten ich hab was von ihm, aber ich kann den Finger nicht drauflegen. „Long have I journeyed, far have I roamed, weary of searching I rest by a stone“ Das ist stark. In der zweiten Strophe übernimmt dann eine Frau das Mikro. Nach ruhigem, akustischen Ausklingen nimmt der Song doch nochmal Fahrt und Temp auf. Mit starken Gitarren verabschiedet sich das erste grosse Highlight, das glaub ich ziemlich genau auf mich abgestimmt wurde.
Titel 3 (5:45)
Schwere, tief gestimmte Gitarren, jetzt gehts in Richtung Death Metal. Dann aber auch hier ein Break und eher langsame, progressive Lead Gitarren und tatsächlich verständliche Growls – ja vielleicht DAS Kriterium das ich an den Death Metal lege, damit ich darin mal etwas mag. „I remember, before the watchers came“. Technisch stimmt das hier auch. Der Song ist fast sicher in irgend einer Art nach dem Lovecraft'schen Tentakelmonster benannt, dessen Name im Refrain oft wiederholt wird. Sehr Abrupt stoppt der Song dann nach dem letzten Chorus. Drei sehr unterschiedliche Songs zum Start, allesamt stark.
Titel 4 (4:44)
Diesmal gibt ein Piano den Einstieg, der jedoch in symphonischen, schwärzlichen Metal. In den Schreien ist es schwer für mich, ganze Sätze rauszuhören, aber irgendwas von „Seven Sins“ und „Seven Seas“ ist das Thema. Sind das zwei verschiedene Kreischer oder hat da nur eine Person eine sehr grosse Reichweite in der Stimme? Irgendwie passt das für mich nicht. Auf der einen Seite solls symphonisch und ruhig sein, auf der anderen haben wir unspektakuläre Gitarren und dann Schreie, die mir gar nichts sagen. „Now, the titals are turning, burning the darkness“. Sorry, aber das ist dann zu weit von meiner Komfortzone und nicht spektakulär genug, um mich trotzdem über den Sampler hinaus dabei zu halten.
Titel 5 (5:27)
Diesmal beginnts mit ruhigen Gitarren, die mich irgendwie an den Frühling erinnern. Aber wenn der Sampler sich treu bleibt gibts statt Ruhe irgendwas Tödliches. „I drown in ashes as demons thrive, unsightly faces behind the mask“ - fast geflüstert werden die Worte der ersten Strophe. Dann aber: Dicke Keyboard Einsätze und fette Chöre zu melodischen Death Metal Klängen. Jap, leider auch die verständlichen Lyrics sind weg. „Damnation Unleashed“ Growlt er mir noch entgegen. Nach dreieinhalb Minuten dann aber wieder ein Break, jetzt haben wirs wieder ruhig, während eine Lead Gitarre ihre melodie spielt. Kurze Verschnaufpause, dann wieder voller Einsatz. Muss ich zugestehen, der Klampfer hats im Griff. Mit Wiederholungen von „FIRE! DELIVERANCE!“ endet der Song in krass verstimmten Streichern. Definitiv der dominanteste Song so far, aber diesen Stil hat man entweder gern, oder nicht, und ich bin ja allgemein kein Fan von bombastischen Orchestern im Metal.

