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VÄNLADE - US Power Speed Metal
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Re: VÄNLADE - US Power Speed MetalGelesen. Gehört. Gebangt. Gekauft.
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Sehr gut! ![]()
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Höre nun zum zweiten Mal die Songs auf Bandcamp. Naja... hm, schwierig. Trotz Bernie und Metalizer, macht es nicht besser. Mir fehlt die Power, das klingt so brav und bieder, zwar generisch und schnell, instrumental teils gut gemacht, aber es kickt rein gar nicht. Den dünnen Gesang finde ich unerträglich und von meiner Definition des US Metal sind Vänlade mit Lichtjahresstiefeln weg. Klingt wie old school 80er Euro Speed Metal, den ich schon gefühlt dreihundert Mal und besser im Schrank habe. Sorry Raf, diese sogenannten Undergroundheroen flashen mich nur noch teilweise, siehe auch Lunar Shadow oder Powergame, gibt mir wenig bis gar nix. Enforcer ist ja auch so ein Undergroundsuperding. Bis auf das Debüt finde ich das nur langweilig. Ich werd' alt oder bin ich's gar? Okay, "Hail The Protector" ist dank dynamischen Aufbaus ein packender Song, nicht dieses stereotype Stormwarrior/Helloween/Gamma Ray/etcpp.-Geschwindigkeits-Gleichklang-Geklimper bei den Speedsongs.
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Die Empfehlung hier hab ich noch gar nicht gesehen ^^ Aber das Review fiel natürlich ins Auge. Ist durchaus was für mich, der Protector ist wirklich Hammer, auch wenn die Stimme etwas gar quiekig ist, ICH kann da drüber weg sehen. Problem 1: Auch die ist wieder bei keinem Versandhändler der Schweiz zu kriegen. Problem 2: Youtube hat mir als Folgevorschlag HORACLE angeboten... Die läuft ihr bei mir grad ziemlich den Rang ab ![]() Trotzdem sicher was, was ich mir kaufen werde, wenn ichs denn kriegen kann. Top 5 Jahr 2015
1. ENFORCER - From Beyond 2. VISIGOTH - The Revenant King 3. ARMORED SAINT - Win Hands Down 4. SATAN - Atom by Atom 5. HORACLE - Dead Eyes Revelations MEINE SAMMLUNG Current Taste: Traditional Heavy Metal
Re: VÄNLADE - US Power Speed MetalZehn Punkte, Raf?
Ok, ich hör mal rein....
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Mir geht das leider auch so, und zwar bedauerlicherweise fast umfassend. Kann mich kaum mehr erinnern, dass mich mal eine jüngere Undergroundband komplett geflasht hätte und sich das dann auch noch nachhaltig bewährt hätte. Wenn ich intensiv grüble, ohne die Jahrgangslisten der letzten Jahre zu wälzen, dann ist die letzte Band, der das gelang und die mir aktuell einfällt THE COMMITTEE. Wobei das mit traditionellem Heavy Metal natürlich eher weniger zu tun hat. Die LUNAR SHADOW-EP finde ich sehr cool, aber feiern kann ich sie nicht. ENFORCER ebenso: Gut, so lange es läuft oder auf der Bühne steht; zehn Minuten später halt einfach egal. Dazu kickt mich das zu wenig, und das geht mir mit VÄNLADE genau gleich. Ich hab mit dem Sänger kein Problem, den Sound finde ich auch okay, die Songs machen Laune, aber das gewisse Etwas, das die "Yeah! Das ist VÄNLADE!"-Reaktion beim Anspielen auslöst, die kommt nicht auf. Und genau die Reaktion erwarte ich von einer Band, um sie richtig toll finden zu können. Bei kaum einer Band aus dem aktuellen, nach 2000 debütierenden "generischen" US-Metal-Zirkus gibt es das für mich noch. CRESCENT SHIELD wäre vielleicht eine Ausnahme. Davon abgesehen, müsste ich aber schon in alten Listen nachschlagen, und das ist ein untrügliches Signal dafür, dass die Bands es eben doch nicht geschafft haben, sich ins Gehirn zu graben, zu neuen Lieblingsbands zu avancieren, und damit (für mich) 10-Punkte-Wertungen zu rechtfertigen. Irgendwie tut's mir selbst leid für die jungen Wilden, die ich ja oft nicht schlecht oder gar sehr gut finde, aber immer, wenn ich über diese Frage sinniere, dann geht mir eben doch der Refrain eines RAGE-Songs durch den Kopf, der immer mehr meine Einstellung zu neuen Werken und Künstlern in den traditionellen Metalspielarten reflektiert, ohne dass ich das bewusst forcieren oder gar aus ideologischen Gründen so sehen wollen würde. Die Rede ist von diesem Refrain:
In dem Song geht's zwar natürlich gar nicht um alte Metalbands und deren sklavische Verehrung durch ewiggestrige Altrocker, aber ich assoziiere das irgendwie so, wenn ich doch immer und immer wieder von Monat zu Monat erneut feststellen muss, dass die neuen Scheiben der Großen Alten mich doch mehr interessieren, mehr faszinieren, mehr begeistern, öfters laufen, schneller und länger hängen bleiben, als nahezu alles, was der Underground als den neuesten heißen Brecher feiert. Da habe ich dann immer den Refrain im Kopf, wenn ich merke, dass mich halt in einem neuen Soundcheck immer primär die Bands anmachen, von denen ich schon drölf Scheiben im Regal habe. Und das ist dann auch immer eine selbsterfüllende Prophezeihung, denn im Endeffekt gefallen sie mir dann auch besser als das junge Gemüse. Wohl der Coming-Home-Effekt. Wenn ich nach 12 Jahren Albenpause einen John Mortimer wieder hören darf, dann ist das halt ein Ereignis, das Spannung auslöst. Eine neue Band, die 80er-US-Metal oder NWoBHM-Style oder 70er-Retro zockt, die löst keine Spannung aus, sondern vor dem Hören ein Achselzucken, nach dem Hören ein anerkennendes Nicken, und drei Tage später ein umfassendes Vergessen. An eine schwache Metallica kann ich mich in 10 Jahre noch erinnern, ein semi-tolles Newcomer-Scheibchen aus dem Jahre 2014 habe ich längst vergessen. Mich ärgert das selbst, und ich bin da auch nicht irgendwie stolz drauf, aber es kommt kaum mal eine Band, die es vermag, daran etwas zu ändern. Ich glaube es fehlt den meisten einfach am Mut zur Eigenständigkeit und damit eben auch daran "Typen" und "Originale" sein zu wollen. Man will ein Genre und dessen Zielgruppe bedienen. Sicher aus Freude und Hingabe. Das will ich keiner dieser Bands absprechen. Sie lieben das Genre und wollen genau den Stil spielen. Das ist okay, und das ist legitim. Es führt aber meistens dazu, dass mir der letzte Kick fehlt um der Band ergeben zu sein. Denn das unterscheidet diese Bands von jenen Band, die vor 20 oder 30 Jahren den selben Stil spielten. Diese Bands hatten die Vision etwas Neues, etwas Unerhörtes, etwas Eigenes zu erschaffen, und sie haben genau das getan, damit die Herzen der Menschen erobert und sich ein grabestreues Gefolge erspielt, zu dem ich oft gehöre. Lange Zeit war der Black Metal das einzige Genre in dem Generik mich nicht abschreckte und nicht zwingend mein Interesse an einer Band reduzierte, doch selbst da nervt mich das mittlerweile. Um eine Band richtig auf meine musikalische Speisekarte wuchten zu können, muss sie im Prinzip "nur" drei Dinge mitbringen: - Einen richtig eigenständigen Sänger, der eben nicht klingt wie die Hälfte der anderen Sänger desselben Genres. - Songs mir starken Hooklines, die hängen blieben. - Ein stilistischer Anspruch, der sich zumindest nicht ganz allein darauf beschränkt einen Stil retro-generisch zu pflegen, sondern wenigstens ein bisschen rekombiniert, variiert, erweitert. Klar, man kann das Rad nicht mehr neu erfinden, aber es ist schon ein Unterschied, ob man 1:1 US-Power-Metal aufwärmt, und alle Stilelemente dieser Bewegung kopiert, oder ob man versucht, z.B. US-Metal und schwarzen Thrash zu kombinieren und dazu einen Sänger aufbietet, der wie eine Mischung aus Udo Dirkschneider und Tom Araya klingt. Mit ersterem hast du halt gegen eine Armada an Legenden anzustinken und wirst im Zweifel immer den Kürzeren ziehen, während das zweite zumindest eine größere Chance bietet, als Original wahrgenommen zu werden, bei dem man etwas länger suchen muss, um eine Band zu finden, die wirklich genau das schon mal besser gebracht hat. Wobei das halt auch eine subjektive Prägung ist, die mich da bremst. Wo wir gerade Rage und Holocaust hatten: Das sind halt Sänger, die kenne ich, wenn sie's Maul aufmachen; und das sind Bands, die ihre unverkennbaren Trademarks mitbringen, in dem Fall auch ohne sich selbst zu kopieren. Dann bin ich halt daheim. Die höre ich seit 20+x Jahren, die liebe ich seit 20+x Jahren, die nehmen mich an der Hand und ziehen mich in ihre Scheibe hinein. Die entführen mich in ihre Welt und denen sehe ich auch schwächere Phasen nach. Das sind meine "musikalischen Ahnen"; sie gehören zu mir, ich gehöre zu ihnen. Das ist wie ein Naturgesetz und es versagt eigentlich nie. Du bist ja bei "den Alten" mitunter durchaus kritisch(er als ich), das weiß ich schon, dass wir da nicht gleich ticken, aber die Begeisterungsbremse bei den Forenfavoriten des Untergrunds bin ich halt doch auch. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: VÄNLADE - US Power Speed MetalIch glaube, Rüdiger, das ist die gleiche Thematik die ich bei der erschienenen Maiden auch schon aufgegriffen habe. Du magst die alten Bands, die du noch aus deiner Jugend kennst, und die eben heute den ganzen Vänlades im Untergrund den Weg bereitet haben, darum mehr, weil du damals, als die aufkamen, dabei warst. Der Verbund ist natürlich riesig. Darum magst du Neuwerke der alten Titanen lieber als ich.
Ich auf der anderen Seite habe das nicht miterlebt. Ich sehe aus 30 Jahren Unterschied, dass da zwar etwas legendäres entstand, aber die Musik höre ich nüchtern und ohne nostalgische Gefühle. Aus genau diesem Grund zählt keiner der "Big 4" des Thrash, z.B., bei mir zu den "Besten Thrash Bands". Es fehlt immer mindestens einer der Punkte, die du aufgestellt hast. Ein eigenständiger Sänger, starke Songs, und eben ein Genre zu erweitern statt das altbekannte neu aufzuwärmen. Selbst die frühesten schafften das bei mir oft nicht, auch wenn sie den Weg bereiteten. Schaust du in dem Beispiel meine Lieblingsthrashband Overkill an: Bobby's Stimmer erkennst du unter ALLEN heraus. Der punkige und melodische Thrash hatte etwas eigenes, wohingegen es eine Woche dauerte, bis es 20 Bay Area Bands gab die genau das gleiche spielten. Und während ich bei Metallica nur die ersten zwei Scheiben als durchgehend klasse bezeichne, sind es bei Overkill die ersten 4-5. Und sie machen heute noch ihr Ding und gut, während mir eine neue Metallica überhaupt keine Vorfreude geben würde. Und so gehts halt bis heute, dass jede Bay Area Thrash Band mit den Metallithraxen verglichen wird. In dem genre ist es sehr schwer, etwas neues zu machen. Ich behaupte regelmässig, dass die jungen Thrasher die Alten selbst zu Bestzeiten an die Wand riffen. Nur klingen sie halt gleich. Und da mir der alte Verbund mit den Alten fehlt, höre ich die Neuen genauso gern. Aber das grösste Problem bei dem einstufen neuer Bands ist, gezielt nach den Einflüssen zu suchen, sie darauf zu reduzieren und dann als nächster Ableger von Maiden, Sabbath etc. abzutun. Beispiel: Visigoth. Für deine drei Punkte: Der Sänger hat ein sehr charismatisches Organ, das ich sofort heraushöre, einmalig in meinen immerhin auch schon fast 1000 Scheiben. Die Songs sind lang, abwechslungsreich und packen mich, sie sind gut ausgeschrieben, stechen hervor auch weil nicht die gleichen Reime gebraucht werden, die schon tausendmal durchgekaut werden, stattdessen habe ich das Gefühl, dass da lyrisch tatsächlich Poesie ins Schlachtengenre gebracht wird. Bleibt der Stilistische Anspruch, wo ich natürlich die ganzen Vergleiche zu tausenden gelesen habe. Ich sage: Alle falsch. Nicht jede Midtempo Traditionsband spielt Black Sabbath, in fact, damit hat Visigoth nichts zu tun, auch wenn vielleicht ein Einfluss da war. Nicht jede melodische Traditionsband spielt Maiden, das klingt komplett unterschiedlich. Wenn du Raph's Review ansiehst, sind die Vergleiche, die er anstellte, allesamt Untergrundbands! Bands, die in diesem Genre ihren eigenen Stil haben. Auch den Vergleich zwischen Visigoth und Sinister Realm, zwei Bands die mir ja eben gerade extrem viel geben, hinkt. Eine ist melodisch und treibend, die andere aufbauend, schleppend und ausschweifend. Das einzige, was sie verbindet, ist ein Midrange Sänger, der dennoch unverkennbar ist, und eine atmosphärische Soundwand. Wenn ich Visigoth oder Sinister Realm vorwerfen würde, den Metal der 80er zu kopieren, hätte ich darin nichts neues entdeckt. Habe ich aber. Darum habens mir beide Bands so angetan. Der Vergleich zu den alten ist lediglich: Sie spielen Heavy Metal mit E-Gitarren, Drums und starkem Gesang und epischen Lyrics. Aber: Wie die meisten, die mit den alten Helden zum Metal kamen, hast du den Vergleich gesucht, suchst den Einfluss. Das meine ich nicht beleidigend, sondern du suchst, auf welche musikalischen Emotionen es dich ansprich, und was dich früher so ansprach. Aber es wäre falsch, Sinister Realm auf Black Sabbath zu reduzieren, was ja nun leider wirklich viele tun, denn ich höre bei keiner Black Sabbath Scheibe etwas wie Sinister Realm heraus. Einfluss, ja, aber es ist eigenständig genug für mich, der die "goldenen Tage" mit 30 Jahren Distanz betrachtet, und darum liebe ich die heutigen, starken Untergrundveröffentlichungen genauso, wenn nicht sogar mehr, weil ich eben diese jetzt mitbekomme. Und die Frage nach dem "stark von heute" oder "mittelmässig von alten Helden" beantworte ich ganz einfach: Ich hör extrem oft die neue Comaniac. Die Klänge, die ich von der neuen Slayer hörte, interessieren mich nicht. Ist im Unkehrschluss natürlich der Ritterschlag für Armored Saint und Satan. Objektiv betrachtet sind das für mich die Helden dieses Genres von damals. Und heute. Damals Genialer als alle anderen, heute offenbar immer noch. Andere Namen würden bei mir die Jahreslisten glaub noch nichtmal mit ihren Grosstaten anführen... Das alles gesagt: Bei den zwei Songs die ich von Vänlade gehört habe, gebe ich dir Recht. Es ist sehr solide, aber ruft noch keine Jubelstürme hervor. Aber du hast es auf den ganzen Untergrund verallgemeinert, und da habe ich eine ganz andere Meinung. Und das ist eine Diskussion, die ich in meiner Metal Bar immer wieder habe, und glücklicherweise den Oldtimern immer mal wieder neue Untergrundbands näher bringt, und mich immer mal wieder bisher unbeachtete Perlen von anno dazumal lieben lässt. Ich finde, dieses "Früher oder heute" muss viel öfter thematisiert werden, aber mit Offenheit in beide Richtungen. Top 5 Jahr 2015
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Re: VÄNLADE - US Power Speed MetalIch glaube mein Beitrag war ein wenig zu übertrieben formuliert, oder besser gesagt krasser als ich ihn gemeint habe.
Daher ist es jetzt auch schwierig, auf deine Einwände zu replizieren, ohne zurück zu rudern. Daher mache ich jetzt auch genau das, denn im Prinzip sollte das überhaupt kein undifferenziertes Generalabwatschen junger Bands sein, sondern der etwas misslungene Versuch eine emotionale, völlig subjektive Wahrnehmung zu beklagen, die mir aktuell die Fähigkeit zu nehmen scheint, neue Lieblingsbands zu entdecken, was ich einfach sehr schade finde: Wenn meine Einstellung zu neuen Bands so desaströs wäre, wie du dies meinem Beitrag wohl entnommen hast, dann müsste ich dir Recht geben und hätte eh schon längst frustriert aufgeben müssen, noch Monat für Monat nach tollen Überraschungen zu suchen. Ganz so ist es aber nun wieder auch nicht, denn ich entdecke und kaufe nach wie vor auch neue Bands, die mir gefallen, und ich geben denen auch öfters mal 8 oder 9 Punkte im Soundcheck oder im Review. So ist's ja nun auch wieder nicht. Mir fehlt aber einfach das Erlebnis, dass sich eine neuere Band in den klassischen Genres aus dem Stand in den Rang einer Lieblingsband katapultiert und es schafft, dass ich ernsthaft empfinden würde, dass die Band das Zeug dazu hat, eine neue "große" traditionelle Metalband zu werden, oder sie als wirkliche Sensation zu empfinden, so dass ich auch mal, wie zahlreiche Kollegen als Promoter der drölften Generation des wahren Stahls, solche Sprüche hinaus hauen könnte, dass z.B. die neue SULPHUR AEON die beste deutsche DM-Scheibe überhaupt, und daneben auch noch besser als alles sei, was Unleashed, Grave, Autopsy, Nile und Cannibal Corpse die letzten 20 Jahre gemacht haben. VERDAMMT, ich WILL solche Erlebnisse doch auch haben, aber sie stellen sich einfach nicht ein, und das ist der Grund, warum ich den Beitrag geschrieben habe. Ich will wie Raf einer neuen US-Metal-Band zehn Punkte geben und die besser finden können als die aktuelle Jag Panzer oder Helstar (die ja nun beide nicht die ultimativen Meisterwerke der Bands sind). Es ist auch nicht so, dass ich die neuen Bands auf ihre Einflüsse reduzieren würde. Ich muss sie ja suchen, um den Leuten beschreiben zu können, womit sie es zu tun haben. Rezension hat halt (leider) viel mit einordnen und schubladisieren zu tun, wobei - wenn man meine Reviews liest - man sicher erkennen kann, dass ich selten bis nie einer Band vorwerfe, zu sehr nach X oder Y zu klingen. Im Gegenteil, ich erwähne Einflüsse oft lobend und freue mich auch stets sehr darüber, wenn diese Einflüsse so kombiniert werden, dass ich da einen originellen Ansatz finde, was z.B. bei Visigoth absolut der Fall ist. Da bin ich ganz bei dir; das ist keine Abkupfer-Band, die haben einen feinen, originellen Sänger, der mich zwar an ein bis zwei andere erinnert, die ich grad nicht auf der Zunge habe, aber eben nicht wie ein Klon, sondern angenehm, individuell beeinflusst. Für Sinister Realm gilt das Gleiche. Keine abgekupferte Band, ganz klar. Overkill finde ich im Übrigen genau wie du auch durchweg besser als Megadeth, Metallica oder Anthrax, die mir nie sonderlich wichtig waren. Slayer ist die einzige Big-4-Band, von der ich je ein ausgesprochener Fan war - und natürlich noch bin. Aber Overkill ist ja an sich nun auch eher ein Paradebeispiel für eine große alte Band (mit "groß" meine ich in dem Zusammenhang übrigens nie kommerziell, sondern immer musikhistorisch definierend/stilprägend/einzigartig), im US-Thrash wohl meine #2 hinter Slayer, und speziell Metallica löst bei mir seit 1995 auch ganz sicher keine Vorfreude mehr aus, eher Vor-Kopfschütteln. Trotzdem interessiert mich das mehr, was die Vögel tun, als das was irgendwelche jungen Thrash-Bands tun, die ich vielleicht sogar besser finde. Metallica ist jetzt vielleicht ein schlechtes Beispiel, weil ich die Band echt nie ernsthaft verehrt habe, und mir vieles auch erst später und billig nachgekauft habe (Load, Reload, DM...). Trotzdem war letztlich jedes Metallica-Album (speziell auch die späteren) origineller und eigenständiger als all die neuen Wilden des Thrash Metal, und daher für mich auch irgendwie spannender im Sinne der metalhistorischen oder journalistischen Auseinandersetzung damit (was nicht heißen muss "besser"). Das ist mir ja oft genauso wichtig wie das individuelle Gefallen. Fazit: Mein voriger Beitrag ließ mich ein bisschen wie einen verbitterten alten Zausel klingen, der immer jammert, dass doch seit AC/DC und BLACK SABBATH eh alles gesagt ist, und seit 20 Jahren nur noch wahlweise neumodischer Dreck oder zweitklassige Kopien kämen. Das ist natürlich Unsinn und war gar nicht so gemeint. Letztlich habe ich etwas unbeholfen darüber gejammert, dass es die vielen anerkanntermaßen tollen jungen Bands es nicht schaffen, mich so zu knacken, dass sie sich ganz vorne in meiner Gunst einreihen können und mich dazu bringen können, sie auch so abzufeiern, wie es manche Kollegen tun. Ich wünsche mir das ja, denn das motiviert dich doch selbst, in dem was du als Schreiber tust. Aber es passiert leider irrsinnig selten, und das schmerzt. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Toller Text, Herr Frozen und auch Rüdiger hat episch fein erklärt, warum und wieso. Verstehen kann ich beide Erklärungsansätze. Zurück zum Thema. Mit Visigoth, Sinister Realm, Comaniac werden Newcomer angeführt, die ich ebenso als interessant, spiel- und songtechnisch auf einem gewissen Niveau sehe und höre. Starke Bands mit starken Outputs. Bei Vänlade drehen sich mir die Magensäfte auf links, dann nach rechts. Das habe ich schon im Regal, steht halt dann Stormwarrior drauf oder so. US Metal ist für mich zudem eine ganz andere Musik als Raf das empfindet. Vänlade klingen für mich europäisch, der Gesang graut mir.
Re: VÄNLADE - US Power Speed Metal
Sorry, es sollte nicht so rüberkommen, als hätte ich dich als solchen wahrgenommen, ich habe schon verstanden worum es geht. Ich wollte mehr etwas Ursachenforschung machen und anderen, denen es vielleicht auch oft so geht wie dir, dabei helfen, die Verbindung nicht zwingend zu suchen. Und ein grosser Teil ist dann immer noch Geschmack. Du siehst ja, selbst wir Untergrundfans haben unsere Meinungsverschiedenheiten. Und das Problem bei neuen Lieblingsbands ist ja auch, dass sie diesen Status über Jahre, Alben und Auftritte fixieren müssen. Viele Untergrundbands schaffen es leider nie so weit. Um da ganz ehrlich zu sein, fallen mir, neben den oben genannten Visigoth und Sinister Realm nur noch Spellcaster ein, die wirklich die Chance haben, das bei mir zu erreichen, also ich glaube auch ein bisschen, die Erwartungshaltung ist halt einfach sehr hoch heute, wo jedes Debütalbum ein starkes Werk sein kann. Wenn dann das "OHA" fehlt, ist der Stand halt schon schwer. Wenn es dann schon riesig angepriesen kommt, kann ein Zehner Album nicht mehr überraschend wirken. Meine persönliche Strategie dagegen sind Blindkäufe. Wenn z.B. du und Raph beide eine 8.5 auspacken, traue ich mich das, die Fehlerquote ist sehr tief. Aber ich weiss gar nicht, was ich erwarten kann und bin dann überrascht, wenns wirklich gut ist. So kam ja meine lieblings Liveband zu diesem Status (Andromeda). Oder die Liveband dieses Jahres (Wolf). Es ist ein Risiko, aber ich gehs gern ein, hab ja sonst keine Laster ^^ Top 5 Jahr 2015
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