|
|
Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Peter Kubaschk » Donnerstag 25. Juni 2015, 10:39
Nils Macher hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:Mich interessiert halt, warum relativ viele Menschen "Operation: Mindcrime" geil finden, auch wenn sie es erst heute entdecken, aber bei "Graceful Inheritance" eher mit den Schultern gezuckt wird, obwohl wir damals völlig steil gegangen sind und den Nachzüglern von diesem Klassiker vorschwärmen. Welche besondere Qualität zeichnet also sog. "zeitlose Klassiker" aus gegenüber denen, die die meisten nur dann gut finden, wenn sie sie zur VÖ oder in jungen, sehr beeinflussbaren Jahren gehört haben?
Ein besonders treffendes Beispiel. "Operation: Mindcrime" hat mich sofort fasziniert. "Graceful Inheritance" fand ich natürlich nicht schlecht, aber so wirklich mitgerissen hat mich das nie. Gilt übrigens zum Beispiel auch für "Rage For Order". Warum das so ist, frage ich mich auch manchmal - aber es lässt sich wohl kaum bestreiten, dass Queensryche 1988 wohl einen der größten Klassiker der ganzen Metal-Szene rausgehauen haben, Heir Apparent aber vielleicht wohl auch nicht ganz zu unrecht "nur" einen Underground-Hit hatten.
Da stellt sich jetzt die vielleicht nicht ganz leicht zu beantwortende Frage nach dem "Warum". Warum hat Dich Heir Apparent nicht so mitgerissen? Der 80ies Sound stört Dich ja sonst nicht und die Songs an sich sind (in meinen Ohren) mindestens so mitreißend, wie die Nummern von Queensryche aus der Zeit. Ich frage hier deshalb nach, weil ausgerechnet die Heir Apparent auch von jüngeren Menschen gern mal als Klassiker bezeichnet wird und ich schon ein paar U30er kenne, die schon beim ersten Anhören dieser Scheibe komplett begeistert waren. Mit Lethal - um mal im gleichen Fahrwasser zu verweilen - haben die meisten eher Anlauprobleme. Das zündet heuer nicht zwingend auf Anhieb. Liegt wohl am seltsamen Klang der "Programmed".
Interessant. Ich kenne es bei "Graceful Inheritance" und "Programmed" genau anders herum. Bei ersterer kenne ich kaum jemanden, der die Scheibe als Klassiker bezeichnet, der sie nicht früh (zur VÖ oder in der eigenen Sozialisierung) gehört hat, während "Programmed" eigentlich bei jedem QR-Fan sofort durchstartet.
Aber ist man nicht immer in einer gewissen musikalischen Sozialisierung? Klar, was man am Anfang des "bewussten Hörens" auf die Lauscher bekommt, prägt erst einmal. Aber bei mir persönlich hat sich in den letzten drei Jahren mindestens genau so viel am Geschmack getan wie in den ersten drei Hartwurst-Jahren überhaupt.
Du bist ja auch noch jung.  Nee, im Ernst: Ich erinnere mich an eine Diskussion hier kürzlich, wo es um Begeisterungsfähigkeit für Neues ging und da kam von holg, Frank, Rüdiger (wenn mein Hirn mich nicht trügt) schon die Aussage, dass man heute bei weitem nicht mehr so euphorisch ist wie in den "Prägejahren", wo man Alben eben nicht nur supertoll findet, sondern Texte auswendig kann, Cover aufs Detail untersucht und Dankeslisten liest und auch wirklich noch geflasht wird. Und wenn - so scheint es mir - geht das nur in eine von zwei Richtungen: entweder man bleibt auf der Suche nach etwas Neuem (z.B. das Blautier) und expandiert seinen Horizont, oder man sucht etwas, was einen ins früher versetzt (z.B. mittlerweile holg) und intensiviert seine Vorlieben. Aber eine Kombination aus beidem erlebe ich selten.
-

Peter Kubaschk
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 21958
- Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16
von Martin van der Laan » Donnerstag 25. Juni 2015, 10:45
Peter Kubaschk hat geschrieben:Und wenn - so scheint es mir - geht das nur in eine von zwei Richtungen: entweder man bleibt auf der Suche nach etwas Neuem (z.B. das Blautier) und expandiert seinen Horizont, oder man sucht etwas, was einen ins früher versetzt (z.B. mittlerweile holg) und intensiviert seine Vorlieben. Aber eine Kombination aus beidem erlebe ich selten.
Dann bin ich wohl ein solch seltenes Ereignis. (Musste gerade an meinen Biologie-Lehrer am Gymnasium denken, der beim Blick auf eines komisches Meeresschnecke die Augenbrauen hochzog und mit einem Seufzer verkündete: "Nun ja. Nicht schön, aber selten!")
668 - Neighbor of the Beast
-

Martin van der Laan
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 7658
- Registriert: Sonntag 21. Februar 2010, 21:41
von frankjaeger » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:05
Ich fühle mich ein wenig misverstanden. In der von mir getätigten Aussage ging es nicht darum, ob mich Musik begeistern könnte. Es ging darum, ob ich vor Vorfreude um den Tannenbaum springe, wenn ich höre, das Band XY ein neues Album macht. Letzteres nein, das davor schon.
Um mal beim Thema zu bleiben: Bei mir ist es genauso wie bei holg in Bezug auf ASHBURY. In die gleiche Kerbe schlägt JERUSALEN. Kannt ich nicht, aber ist absolut großartig!
-

frankjaeger
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 16786
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 22:29
- Wohnort: Burtenbach
-
von Peter Kubaschk » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:15
frankjaeger hat geschrieben:Ich fühle mich ein wenig misverstanden. In der von mir getätigten Aussage ging es nicht darum, ob mich Musik begeistern könnte. Es ging darum, ob ich vor Vorfreude um den Tannenbaum springe, wenn ich höre, das Band XY ein neues Album macht. Letzteres nein, das davor schon.
Ja, natürlich begeistert du dich für neue Musik, holg auch und Rüdiger auch. (und ich natürlich auch, gehöre ja zur selben Spezies). Aber es ist eben eine andere Form der Begeisterung, alles eben etwas entspannter, besonnener, relaxter. Eben nicht mehr ganz so over-the-top wie früher.
-

Peter Kubaschk
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 21958
- Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16
von Martin van der Laan » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:32
Peter Kubaschk hat geschrieben:frankjaeger hat geschrieben:Ich fühle mich ein wenig misverstanden. In der von mir getätigten Aussage ging es nicht darum, ob mich Musik begeistern könnte. Es ging darum, ob ich vor Vorfreude um den Tannenbaum springe, wenn ich höre, das Band XY ein neues Album macht. Letzteres nein, das davor schon.
Ja, natürlich begeistert du dich für neue Musik, holg auch und Rüdiger auch. (und ich natürlich auch, gehöre ja zur selben Spezies). Aber es ist eben eine andere Form der Begeisterung, alles eben etwas entspannter, besonnener, relaxter. Eben nicht mehr ganz so over-the-top wie früher.
Na ja, wenn wir als alte Männer noch wie Teenager empfinden würden, wäre das auch irgendwas komisch, oder!? Ich hatte meine "Sturm & Drang"-Zeit und nun genieße ich meine "Klassik"... wobei, ich sollte diese angedeutete Goethe-Analogie nicht zu weit treiben, sonst ende ich als peinlicher Lust-Greis. 
668 - Neighbor of the Beast
-

Martin van der Laan
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 7658
- Registriert: Sonntag 21. Februar 2010, 21:41
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:34
Peter Kubaschk hat geschrieben:frankjaeger hat geschrieben:Ich fühle mich ein wenig misverstanden. In der von mir getätigten Aussage ging es nicht darum, ob mich Musik begeistern könnte. Es ging darum, ob ich vor Vorfreude um den Tannenbaum springe, wenn ich höre, das Band XY ein neues Album macht. Letzteres nein, das davor schon.
Ja, natürlich begeistert du dich für neue Musik, holg auch und Rüdiger auch. (und ich natürlich auch, gehöre ja zur selben Spezies). Aber es ist eben eine andere Form der Begeisterung, alles eben etwas entspannter, besonnener, relaxter. Eben nicht mehr ganz so over-the-top wie früher.
Man vergleiche das mit meiner Aussage im Manowar-Thread. Davon abgesehen hast du natürlich Recht.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35285
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Peter Kubaschk » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:44
Martin van der Laan hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:frankjaeger hat geschrieben:Ich fühle mich ein wenig misverstanden. In der von mir getätigten Aussage ging es nicht darum, ob mich Musik begeistern könnte. Es ging darum, ob ich vor Vorfreude um den Tannenbaum springe, wenn ich höre, das Band XY ein neues Album macht. Letzteres nein, das davor schon.
Ja, natürlich begeistert du dich für neue Musik, holg auch und Rüdiger auch. (und ich natürlich auch, gehöre ja zur selben Spezies). Aber es ist eben eine andere Form der Begeisterung, alles eben etwas entspannter, besonnener, relaxter. Eben nicht mehr ganz so over-the-top wie früher.
Na ja, wenn wir als alte Männer noch wie Teenager empfinden würden, wäre das auch irgendwas komisch, oder!? Ich hatte meine "Sturm & Drang"-Zeit und nun genieße ich meine "Klassik"... wobei, ich sollte diese angedeutete Goethe-Analogie nicht zu weit treiben, sonst ende ich als peinlicher Lust-Greis. 
Zu spät. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Man vergleiche das mit meiner Aussage im Manowar-Thread. Davon abgesehen hast du natürlich Recht.
Jede Regel braucht die bestätigende Ausnahme. 
-

Peter Kubaschk
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 21958
- Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16
von Havoc » Freitag 26. Juni 2015, 23:14
Peter Kubaschk hat geschrieben:Gibt es Alben, die ihr spät/nach eurer Musiksozialisation (also eher so nach 10-15 Jahren bewusstem Musikhören) und spät nach ihrer Veröffentlichung (+10-20 Jahre) gehört habt und sie heute trotzdem zu euren absoluten Lieblingsalben zählt?
Oh je. Wo soll man da anfangen und aufhören. Von solchen Alben müsste doch fast jeder zig in der Sammlung haben. Selbst jemand wie ich, der eigentlich auch eher zukunftsorientiert einkauft hat sich natürlich die alten Klassiker von Bands wie RUSH und JUDAS PRIEST nachgekauft. Selbst die alten Manowar Alben hatten schon über 15 Jahre auf dem Buckel als ich sie verhaftet habe. Alter Prog-Kram wie GENESIS oder JETHRO TULL konnte mich auch begeistern. Da gibt es doch so viele Sachen. HEAVEN´S CRY zum Beispiel noch im klassischen Progbereich.
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23746
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Teichfrosch » Samstag 27. Juni 2015, 13:01
Da kann ich mich auch nur manch anderen hier im Thread anschließen und sagen: da fühle ich mich eigentlich etwas jung. Allerdings fallen mir durchaus Alben ein, die mich nachträglich extrem begeistert haben, die von Bands kommen die ich zwischenzeitlich irgendwie aus den Augen verloren hatte. So zuletzt geschehen mit GAZPACHOs "Night"... das Vorgängeralbum kannte ich, fands solide aber nicht toll, habe die Band nicht weiter verfolgt, und irgendwann im letzten Jahr dann irgendwie wieder drauf gekommen und schwerst begeistert gewesen.
Würde ich mehr nach dem eigentlichen Thema des Threads gehe, könnte ich einfach zu viel nennen. Entdecke wirklich wöchentlich tolle Sachen zur Zeit, aus allen musikalischen Genres.
-

Teichfrosch
- Metalhead
-
- Beiträge: 3170
- Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18
Zurück zu Die Rockbar
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 27 Gäste
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.deTime : 0.101s | 11 Queries | GZIP : Off
|
|