Alben, für die es nie zu spät ist.

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Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 22. Juni 2015, 19:34

Basierend auf diesem Post und der kurzen folgenden Diskussion im "Was hört ihr gerade"-Thread:

viewtopic.php?f=39&t=19&start=39500#p258247

holg hat RAINBOWs "Rising" als Option zum "besten Album aller Zeiten" genannt. Und nein, ich möchte nicht noch eine "euer Lieblingsalbum"-Diskussion vom Zaun brechen, sondern viel eher mal so fragen:

Gibt es Alben, die ihr spät/nach eurer Musiksozialisation (also eher so nach 10-15 Jahren bewusstem Musikhören) und spät nach ihrer Veröffentlichung (+10-20 Jahre) gehört habt und sie heute trotzdem zu euren absoluten Lieblingsalben zählt?

Beispiele:
Das erste Mal "Grace Under Pressure" (1984) von RUSH habe ich ca. 2002/2003 gehört und es war sofort mein liebstes RUSH-Album und in meinen Top100 vertreten.

POWERMADs "Absolute Power" (1989) habe ich das erste Mal 1999/2000 gehört und beinahltet einen der fünf besten Songs der Achtziger Jahre für mich und auch dieses Album war in meinen Top100 vertreten.

Also Alben, die ihr doppelt spät kennengelernt habt und die ihr trotz fehlenden Zeitgeistes und (durch das Alter) vielleicht geringe Euphoriefähigkeit lieben gelernt habt.

Welche Alben sind das bei euch? Und warum glaubt ihr, dass diese Alben euch dennoch so ansprechen?
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Nils Macher » Montag 22. Juni 2015, 19:54

Ich habe da mittlerweile eine ganze Reihe von Alben, auf die das zutrifft.

"Awaken The Guardian" ist wohl das beste Beispiel. FATES WARNING habe ich vor 8-9 Jahren zum ersten Mal bewusst gehört, Produktionen wie die des hier erwähnten Klassikers haben mich aber tatsächlich erst einmal abgeschreckt. Es muss irgendwann im Zug des ARCH/MATHEOS Albums gewesen sein, dass mich die Scheibe dann doch richtig gepackt hat. Wenn ich jetzt anfangen würde, meine TOP 10 Alben aufzulisten, wäre die Platte wahrscheinlich sogar dabei.

Ähnlich erging es mir bei QUEENs "Sheer Heart Attack", das ich mir angehört habe, weil es da eine gewisse Lieblingsband gibt, die gerne QUEEN covert. Bis dahin war QUEEN für mich "nur" 'Bohemian Rhapsody' und 'We Are The Champions'. Heute gehört "Sheer Heart Attack" für mich zu den besten Alben der 70er, und zwar ganz weit vorne.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon salisbury » Montag 22. Juni 2015, 21:02

Hmm, viele Alben sind das bei mir nicht, ich bin doch schon meist aktuell fokussiert. Beim spontanen Nachdenken ( ;-) ) würde ich am ehesten die Raben-bedingten Geschichts-Ausflüge in die schwarzen Neunziger nennen, die das eine oder andere Album in meinen Aufmerksamsbereich gespült hat, das ich niemals auf dem Schirm gehabt hätte. Ich kann dies gerade gar nicht auf etwas Bestimmtes reduzieren; vielleicht "Grand Declaration Of War". Das höre ich zwar sehr selten dafür auch sehr intensiv. Ähnliches gilt für BURZUM, doch da fällt mir auch bei längerem Nachdenken nicht mehr ein, wie das ALbum heisst, wo 'Dunkelheit' drauf ist. Ich habe es nichtmal. Dennoch halt ich es für sehr wichtig und wertvoll.

Zur "warum"-Frage: nun, für mich hat es als einem ständig nach etwas Neuem Suchenden tatsächlich etwas radikal Neues gebracht. Na, ja vielleicht nicht ganz sooo neu, weile viele Post-Rock-Bands ähnlich agieren, und auch DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH fand ich vorher schon gut, aber Sound und eine Stimmung der o.g. Bands sind schon deutlich anders, sind etwas, das mich für sich einnimmt und es ist auch eine Musik, die etwas zurückgibt, wenn man sich drauf einlässt.

Natürlich hatte und habe ich immer den Vorsatz, auch alte Alben neu zu entdecken, aber mir gelingt es nur in den seltensten Fällen. Weder für die THIN LIZZY-Sachen noch HAWKWIND noch die Seventies-Prog-Klassiker wie YES, KING KRIMSON etc. hab ich mir in den letzten Jahren die Zeit gegönnt und so Spontankäufe von RAINBOW, WISHBONE ASH und GENTLE GIANT stehen im Regal, um irgendwann mal gehört zu werden. Ich erinner mich an keines, das in den letzten fünf Jahren eingeschlagen hat. :-S

Okay, kurz zusammengefasst:

MAYHEM - Great Declaration Of War
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Chavo89 » Montag 22. Juni 2015, 21:10

Ich bin ja gerade erst 25 und kann also noch nicht mitreden. Aber ich halte ab sofort meine Ohren auf! :grins:
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon salisbury » Montag 22. Juni 2015, 21:43

Ein Album, das ich natürlich auch erst viele später entdeckt habe ist RADIOHEADS "Ok Computer". Das folgte 2003, also 6 Jahre nach VÖ auf eine große "Hail To The Thief"-Euphorie und bis zur großen Wertschätzung hat es dann auch noch 2-3 Jahre gedauert.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Holger Andrae » Montag 22. Juni 2015, 22:23

Spannendes Thema.

Bei mir wäre es erstmal RUSH. DAs erste Album in meiner Sammlung war "Fly By Night" (1975). In meiner Sammlung landete sie einen Tag nach dem Watchtower-Konzert in Hamburg. Also 15 Jahre. Hat sofort gezündet und dafür gesorgt, dass schnell weitere Alben gekauft wurden. Die nächste war "Caress Of Steel" und dann kam "Moving Pictures". Als 1991 "Roll The Bones" erschien hatte ich bereits alle bis dahin erschienen Alben, außer dem Debüt. Das war große Liebe aufs erste Ohr. Bis heute fast ungebrochen. Der Grund: Klar, Initialauslöser war das covern meiner Götter von 'By-Tor & The Snow Dog' , aber da ich die Band eh länger auf dem Schirm hatte, wäre es früher oder später eh zum Kauf gekommen.

Dann kam Anfang der 90er JETHRO TULL. Zuerst mit "Aqualung". Schon sehr gut, aber auch ein bisschen arg staubig. Es folgte "Songs From The Wood" und ich war komplett gefesselt. Die Kombination aus Folk, Rock, mit diesen grandiosen Texten (ich habe sogar ein komplettes, gebundenes Buch mit allen Texten und Anmerkungen geholt) und diesem erfrischenden Spielwitz, ist bis heute beinahe ungeschlagen.

KATE BUSH "The Kick Inside (1978). Kennen gelernt 1991. Lief wohl zwei Jahre lang im Auto rauf und runter bis das Tape zu Staub zerfiel.Wohl Parallel zu Tori Amos entdeckt. Die Zeit der Frauenstimmen halt. Auch hier hat der Fangeist sofort alle Register ziehen lassen udn eine Komplettbox und alle damals erhältlichen VHS-Tapes anschaffen lassen.

THIN LIZZY. Außer den Hits, der 'Life' und "Thunder & Lightning" kannte ich bis Anfang der 90er nicht sehrv iel von dieser tollen Band. Dann "Black Rose" geholt und gleich die Magie gespürt. Warmer Klang, ein ungeheuerliches Gespür für Harmonien und ein grandioses Zusammenspiel von Text und Stimme.

ASHBURY "Endless Skies" (1983). Erst vor wenigen Jahren entdeckt und sofort bis über beide Ohren verliebt. Siehe hier auch die ähnlich gelagerten FULL MOON( "State Of The Artist").

Außerdem muss ich einige NWoBHM-Truppen nennen, die mir damals schlicht und ergreifend duch die Lappen gegangen sind. DESOLATION ANGELS, SHIVA habe ich auch erst Mitte der 90er entdeckt.

Die Gründe, weshalb gerade diese Scheiben auch so viele Jahre später so eine Anziehungskraft auf mich auslösen konnten, ist natürlcih rein subjektiver Natur. Anfang der 90er war ichganz einfach auf der Suche nach neuer Musik, da ich die Extreme im Metal für mich ausgelotet hatte. Dass ich just zu diesem Zeitpunkt in einem gut sortierten Plattenladen unter ähnlich tickenden Nerds anfing zu arbeiten, war dieser Suche sicherlich zuträglich. Natürlich muss man aber auch ganz einfach sagen, dass ich über diese Bands (LIzzy, Rush) garantiert auch sonst in meinem leicht archivarisch veranlagtem Sammeltick gestolpert wäre. Viele BLACK SABBATH Scheiben der 70er fallen übrigens auch in die 90er. Kaum zu glauben, aber in den 80ern war so viel Bewegung, dass man Mühe hatte mit dem Taschengeld die ganzen Extrembands zu kaufen. Daher zolle ich den ganzen neuen Generation einen Heidennrespekt, wenn sie so eifrig in der Vergangenheit hören und kaufen. das sind ja heute mal eben knappe vier Jahrzehnte.

Aber zurück zum Thema:

Die teils erst vor kurzem entdeckten NWoBHM-Perlen lösen bei mir automatisch ein angenehmes Kopfkino aus, an eine Zeit, in der allesneu , frisch und unverbraucht klang. Dass dies ein junger Mensch,der diese Zeit eben nicht mit erlebt hat, schwer nachvollziehen, verstehe ich sehr gut.

So viel erstmal von mir dazu. Mehr, wenn die Gedanken sortierter sind.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 22. Juni 2015, 22:37

Grob gesagt sollte es also ein Album sein, das ich 1998 oder gar erst 2003 oder noch später kennengelernt habe, das aber vor 1988 eventuell gar von 1978 erschienen sein sollte. Zum Lieblingsalbum braucht's halt schon einiges. Also ich verstehe darunter einen Kandidaten für die Alltime-Top-100 und nicht "nur" für die Jahrescharts.

Da muss ich mal in mich gehen und vermutlich etwas länger meine Sammlung bei MS.de durchblättern.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 22. Juni 2015, 22:40

Gut, eines fällt mir spontan natürlich ein:

MANILLA ROAD "Crystal Logic" (1983)
-> Kennengelernt zur Reunion beim BYH-Festival 2000. Und längst, ja, quasi schon beim ersten Hören eines der ewigen Lieblingsalben. Auch stellvertreten für einige weitere MR-Alben der Achtziger.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 22. Juni 2015, 22:43

salisbury hat geschrieben:Hmm, viele Alben sind das bei mir nicht, ich bin doch schon meist aktuell fokussiert. Beim spontanen Nachdenken ( ;-) ) würde ich am ehesten die Raben-bedingten Geschichts-Ausflüge in die schwarzen Neunziger nennen, die das eine oder andere Album in meinen Aufmerksamsbereich gespült hat, das ich niemals auf dem Schirm gehabt hätte. Ich kann dies gerade gar nicht auf etwas Bestimmtes reduzieren; vielleicht "Grand Declaration Of War". Das höre ich zwar sehr selten dafür auch sehr intensiv. Ähnliches gilt für BURZUM, doch da fällt mir auch bei längerem Nachdenken nicht mehr ein, wie das ALbum heisst, wo 'Dunkelheit' drauf ist. Ich habe es nichtmal. Dennoch halt ich es für sehr wichtig und wertvoll.

Das freut den Raben, und er bittet dich inständig "Filosofem" zu kaufen:
http://www.amazon.de/gp/offer-listing/B ... dition=new
Keine Sorge, in dem schwarzen Schuber findet sich das richtige Artwork.
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Re: Alben, für die es nie zu spät ist.

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 22. Juni 2015, 22:53

So, mir ist ein schnellerer Weg eingefallen als über MS.de. Mein alter Top-100-Thread. :grins:

Ich weiß zwar nicht mehr bei allen Scheiben, wann genau ich die kennengelernt habe, aber bei den folgenden bin ich mir sicher, dass sie die Kriterien erfüllen:

24,"Manilla Road","USA","Crystal Logic",1983 (entdeckt: 2000)
=> Siehe voriger Beitrag.

32,"Deep Switch","GB","Nine Inches Of God",1986 (entdeckt: ca. 2005?)
=> Unglaublicher Oberüberobskurkult, der auch aus dem Stand zum Lieblingsalbum wurde.

65,"Rush","CDN","Moving Pictures",1981 (entdeckt: ca. 1996, richtig warm geworden: 2004)
=> Jo, Rush schwebte lange irgendwo, und verstaubte in der Sammlung, bis ich dann mal endlich den Ruck mir gab, Scheiben zu holen, nachdem ich spontan den Gig 2004 besucht hatte. Vorher hatte ich zwar auch diese Scheibe schon lange als billiges Vinyl für 4 DM in die Sammlung geholt, aber richtig geknackt hat sie mich erst nach dem 2004er-Gig.

71,"Hawkwind","GB","Hall Of The Mountain Grill",1974 (entdeckt ca. 2002)
=> Wohl meine größte Classic-Rock-Liebe; kann nimmer genau sagen, wann ich da anfing, die Alben zu sammeln, aber es dürfte auch nach 2000 gewesen sein.

Jo. Aus meinen Top-100 waren das aber auch schon alle.
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