Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 2. Juni 2015, 10:37

Bevor wir das Stockerl betreten, muss der meist argwöhnisch betrachtete vierte Platz besetzt werden. Und der wird besetzt, und wie! Ladies and Gentleman, die Herren Sanctuary bitten um ihre Aufmerksamkeit im Jahr, als die Sonne starb…

04. Sanctuary - The Year The Sun Died (Century Media)

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Vor Jahren wurde dezent angekündigt, dass Warrel und die alten Sanctuary-Recken wieder gemeinsame Sache machen würden. 2014 ist es endlich soweit. Zwar ohne Sean Blosl, aber doch 4/5 der damaligen Besetzung, die ein weiteres Kapitel Sanctuarys aufschlagen. Was soll ich sagen? Ich bin bereits beim Opener „Arise And Purify“ in anderen Sphären, ein Kloß formt sich in der Kehle, Wasser steigt in die Augen, ein Eröffnungssolo, das Solo, uuaaarrggghhh!!!! Es setzt die Gottstimme Danes ein, ich bin hin und weg. Ja, er singt mehr in mittleren bis tiefen Tonlagen. Beim Chorus wird eine Kopfstimme im Hintergrund bemüht, passt. Das schiebende Riff, die unter die Haut gehenden Licks und Soli. Mein Gott, was schwitzen die Hände.

Soweit die Eröffnung, im weiteren Verlauf gibt es mit dem dynamischen „Let The Serpent Follow Me“, dem bangbrachialen Fetzer„Frozen“ oder dem alles überragenden „I Am Low“ weitere Höhepunkte einer Platte, die mir bis heute nur schöne Stunden schenkt. Melancholie wird mit einem zaghaften Lächeln transportiert, Hoffnung auf einen Ausweg wird gezeigt. Dieses lockere Gitarrenspiel ohne alles zuzuschrammeln, was mir die letzten Nevermore-Scheiben meist vergällt, bereitet zu jeder Sekunde Freude. Hier wird die Gitarre perfekt akzentuiert ins Spiel gebracht. Entspannter Heavy Metal ohne eine lästige „Höher, schneller, weiter“-Genmanipulation. Songs und Sound atmen Zeitgeist und sind doch die Tradition ihrer Erschaffer bewahrend. Tollste Platte tollster Musiker, die als tolles Vinyl inklusive der CD angeboten wird. „Past tense to future tense“, der Spagat ist den Herren gelungen, Gratulation!

Arise And Purify
I Am Low
The Year The Sun Died
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 2. Juni 2015, 10:45

So schaut das Ranking bisher aus.

04. Sanctuary - The Year The Sun Died
05. Exodia - Hellbringer
06. Albert Bell's Sacro Sanctus - Deus Volt
07. Cannibal Corpse - A Skeletal Domain
08. Space Chaser - Watch The Skies!
09. The Order Of Israfel - Wisdom
10. Born Of Fire - Dead Winter Sun

11. Leviathan - Beholden To Nothing, Braver Since Then
12. Unisonic - Light Of Dawn
13. Sparta - Welcome To Hell
14. Drowned - Idola Specus
15. Philm - Fire From The Evening Sun
16. Thanatos - Global Purification
17. Miasmal - Cursed Redeemer
18. Alitor - Eternal Depression
19. Battery - Armed With Rage
20. Wolf - Devil Seed
21. Unsilence - A Fire On The Sea
22. Freedom Call - Beyond
23. Lay Down Rotten - Deathspell Catharsis - Mors Semper Maior Est
24. Kuolemanlaakso - Tulijoutsen
25. Anubis Gate - Horizons
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Jhonny » Dienstag 2. Juni 2015, 14:17

Sanctuary ist nach Cannibal Corpse erst die zweite Scheibe aus meiner Sammlung.
Ich fand die neue Sanctuary auch stark. Kein Jahrhundert-Album wie "Into The Mirror Black", aber sehr guter, progressiver Power Metal allemal!
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Montag 8. Juni 2015, 16:45

Das Stockerl oder auch Treppchen, das zum Medaillenempfang berechtigt, steht unweigerlich an. Wer könnte das Rennen machen, wodurch erklären sich die Platzunterschiede? Puristisch betrachtet sind alle drei einfach nur oft gehörte Zauberscheiben, die mir das freizeitliche Leben neben dem Joballtag mehr als nur versüßten. Das Ranking ist keiner langwierigen oder sinnvollen Überlegung geschuldet, sondern reines Bauchgefühl. Somit heben wir mit dem Raumfahrer ab und spielen wie anno dazumal in den seligen 80ern eine Partie Space Invader auf der alten Atari-Konsole. Get ready for boarding, wir heben ab mit…

03. Ace Frehley - Space Invader (Steamhammer)

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Mr. Paul Daniel Frehley, geboren 1951 im Zeichen des Stiers, Gründungsmitglied meiner Haus- und Hofband, schickt sich an, mir und allen Freunden des einzig wahren Ace und Leadgitarristen der New Yorker Rockschocker neue Songs auf die Ohren zu geben. So geht es mit dem lässigen Titeltrack sofort in die Umlaufbahn. Alles ist da, wofür ich Ace schätze. Simples eingängiges Riffing, satter Sound, der schnoddrige Sprechgesang, eine Bridge vor dem Soloteil, um mit dem zweiten Teil des Solos wieder im Augsgangsgroove zu münden. Dazu diese einzigartige Stimme, die keiner auf diesem Planteten in seiner ganzen Lässigkeit kopieren kann.

Kaum abgehoben geht es mit der Single „Gimme A Feelin‘“ locker fluffig weiter. Cooler Rocker, aber die wahren Perlen kommen noch. Das swingend sonnige „I Wanna Hold You“ oder der arschcoole „Change“. Wie der erfreute Leser anhand dieser Zeilen bemerkt, Ace ist genau dann richtig stark, wenn er den Groove auspackt und seine völlig formidablen Les Paul-Licks und Soli abfeuert. Einfach, prägnant mit Strahlkraft und einem spitzbübischen Schalk im Nacken. Ganz hinterhältig fräsen sich Songraketen wie „Immortal Pleasures“, „Toys“, „Inside The Vortex“ oder das unglaublich dreckscoole autobiografische „Past The Milky Way“, das seiner Lebensgefährtin Rachel, die ihn vor dem wiederholten und womöglich letzten Vollabsturz rettete, gewidmet ist.

Zu doof, dass ich hier nur vier Anspieltipps gebe, die ganze Platte lohnt sich. Das schön aufgemachte Doppelvinyl bietet zudem die Songs auf einer separaten CD. Wie sang er einst auf dem 87er Freheley’s Comet-Album: „Ace is back… and he told you so!“ oder wie meinte ein Poweruser eines Forums: „Die wächst und wächst und wächst, das ist echt nicht mehr feierlich. Erst dachte ich so, naja, dachte ich so, Ace halt. Mittlerweile krieg ich das geile Stück kaum noch aus'm Player. Grower des Jahres! Recht so und wir steigen nochmal ins Spaceship ein. Ace, was wäre mein wurmiges Fanleben ohne Deine Musik… Void, over and out…

Space Invader
Change
Inside The Vortex
Past The Milky Way
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 8. Juni 2015, 18:21

Hmm, jo, nö. Da finde ich leider gar nix Besonders dran. Aber als so großer Ace-Fan wie du einer bist, sieht man das naturgemäß anders. Und das ist auch verdammt gut so.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon frankjaeger » Montag 8. Juni 2015, 18:52

Och ja, die ist gut. Un-fannisch halt nur gut, aber ich erinnere mich, dass ich die gerne gehört habe.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 8. Juni 2015, 21:55

Ich fand die auch ziemlich in Ordnung, meine ich, und ich bin im KISS-Dunstkreis ja noch unglaublich schlecht aufgestellt.
alias Hugin der Rabe.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Montag 8. Juni 2015, 23:49

Hatten wir das nicht im Soundcheck? Kann mich nullkommanull dran erinnern. Kein gutes Zeichen. :-S

Zwei Chancen hat er noch auf den fetten Knaller, der Herr von Siebenhausen ;-) .
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Dienstag 9. Juni 2015, 08:13

Ah, es gibt wieder Reactions to my Actions, sehr schön. Passt, und wenn sie nicht meinem Gefühl entsprechen, weil Musik und Geschmack und so, macht das gar nix, das ist so und das gehört sich auch so.

Für viele klingt Ace richtig unspektakulär, bieder, langweilig, ein alter Hüftsteif-Rocker schraddelt sich was, ich weiß. Als Kiss-Fan war's noch nie leicht ausserhalb des Kiss-Cosmos'. Das stählt wie manowar'sche Raben, cogproggende Kubis und mayfairische Blauohren. Da muss man durch, wie im Fußball oder Eishockey oder... im Leben. :D

Ob die letzten beiden Blauohrenkracher sind? Hm, ich hege leichte Zweifel. Kleiner Tipp, beide kommen aus Skandinavien, sind länderspezifisch Nachbarn. Wer sind wir? :grins:

Mit 1 und 2 wird der Thread nicht enden, denn es gab so viele tolle Scheiben. Es wird also im Laufe der Zeit weiter berichtet werden, was mir alles so in die Hände und Ohren fiel und noch fällt, das hört ja nie auf, haha. Ich hoffe, der Lesespaß bleibt erhalten, Kommentare aller Art sind immer herzlich willkommen.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 9. Juni 2015, 10:35

Siebi hat geschrieben:Ah, es gibt wieder Reactions to my Actions, sehr schön. Passt, und wenn sie nicht meinem Gefühl entsprechen, weil Musik und Geschmack und so, macht das gar nix, das ist so und das gehört sich auch so.

Für viele klingt Ace richtig unspektakulär, bieder, langweilig, ein alter Hüftsteif-Rocker schraddelt sich was, ich weiß. Als Kiss-Fan war's noch nie leicht ausserhalb des Kiss-Cosmos'. Das stählt wie manowar'sche Raben, cogproggende Kubis und mayfairische Blauohren. Da muss man durch, wie im Fußball oder Eishockey oder... im Leben. :D


So ist es. Du bist ja hier nicht auf Mission, sondern lässt uns nur an deiner Liebe für 25+ Alben teilhaben. Das ist unterhaltsam, lädt zum Hineinhören ein und manchmal hört man dann sogar gute Musik. :)
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