Die "frau" bei Powermetal

Von euch... an uns...
Haben wir Mist gebaut? Geschrieben? Oder doch ein brillantes Werk verfasst? Sagt es uns!

Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 7. April 2015, 17:14

Wenn ich im Schützenwesen einen Vortrag halte, fange ich normal mit "Liábe Kamradá", "Werte Versammlung" oder mit "Grüß Gott, mitnant" an. Hat sich noch keiner beschwert. Vor Gericht komme ich nicht in Verlegenheit, da man das Gericht in der Regel mit "Hohes Gericht" anredet, und der Staatsanwalt oder der Gegnervertreter meist ein eindeutiges Geschlecht aufweist.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Teichfrosch » Dienstag 7. April 2015, 19:23

Ich lass einfach mal http://indyvegan.org/schluckbeschwerden/ und http://www.literaturschock.de/blog/disk ... etingtrick hier.

True Fruit smoothies werde ich ab jetzt jedenfalls konsequent kaufen.

Ich kann mich da noch an schöne Diskussionen mit dir, Rüdiger, erinnern, müsste wohl vor ein paar Jahren im Politikthread gewesen sein (und wurde dann per PM weitergeführt, wenn mich nicht alles täuscht). Keine Ahnung, was der Auslöser war, aber sofern ich mich recht entsinne, gings dabei ursprünglich um Waffen und Waffenbesitz. Das mag jetzt vielleicht weit her geholt sein, aber irgendwie ist diese Diskussion bei mir hängen geblieben und ich fühle mich aufs unschönste an deine Worte erinnert - unschön, weil du so verdammt Recht hattest und ich in meiner Naivität glaubte, dass Vernunft und Intelligenz dafür sorgen könnten, dass Menschen ihre eigenen Irrungen und Wirrungen begreifen können.

Wieso das ganze? Naja, wer diese (recht langen) Artikel/Blogs noch nicht gelesen hat, der sollte dies tun, um zu verstehen, worauf ich im folgenden Bezug zu nehmen gedenke.

So richtig schön wütend bin ich, und es, mit Verlaub, KOTZT mich richtig an, diese selbstgefällige Gutmenschenscheisse in diesen stinkenden Blogs lesen zu müssen. Nachdem ich in völligem Unglauben die Aussage "Weiße Menschen können nicht von Rassismus betroffen sein" gelesen habe, wars dann auch vorbei mit jedweder Contenance und ich musste erstmal bei Freunden und Bekannten Dampf ablassen.
Wenns nach diesen ... "Menschen" ... geht, bin ich nicht nur ein vollkommener Rassist, weil ich den Ausdruck "Mohr" nicht aus "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer" gestrichen haben möchte, sondern außerdem ein Sexist und Frauenfeind, weil ich "StundentInnen" genauso bescheuert finde wie "Feuerwehrfrau", ein sogenannter "Lookist", da ich es für richtig halte, dass ein Mensch Körperpflege betreibt und jemand mit 50 Kilo Metall im Gesicht keine gute Empfangsdame abgibt, zudem ein Tierquäler weil ich Fleisch esse, Islamophob weil ich Vollverschleierte für nicht in unsere Gesellschaft gehörig erachte und letztendlich Antisemitisch, da Israel in meinen Augen kein höheres Recht genießen sollte als jede andere Nation auf dieser Welt.

Verdammte Scheisse - und ich dachte, ich wäre liberal und eher links! So viel gelernt an einem Tag, offenbar gehöre ich doch zur CDU Stammwählerschaft (und das meine ich nicht [ab]wertend). Momentan überlege ich, welche -ismen ich mir zulegen möchte, nur um diesen Leuten unbekannterweise den Mittelfinger zu zeigen.

Und je mehr ich mich über diese Rasenmähermethode der Verantwortlichen Schreiberlinge ärgere, desto mehr hoffe ich, dass True Fruits richtig erfolgreich ist. Nicht, weil ich ihre Reaktion auf die "Kritik" so berechtigt finde, eigentlich finde ich es sogar im Gegenteil ziemlich kindisch, sondern einfach nur, WEIL solch eine Kritik überhaupt erst aufkommen kann und diese Jungs und Mädels nicht einknicken sondern weiter schön die Hose runterlassen und ihren blanken Arsch präsentieren. Diese Selbstgerechtigkeit und offenbar unumstößliche Gewissheit, nicht nur im Recht zu sein, sondern auch noch den Markt entsprechend ihrer Vorstellungen manipulieren zu können bis zu dem Punkt, dass diese Firma Pleite geht - das treibt mich wirklich zur Weißglut.

Diese Menschen merken nicht einmal, dass sie mit ihren radikalen Versuchen, festgefahrene Strukturen aufzubrechen, in genauso festgefahrene Strukturen zurück fallen. Keine Ahnung - Nazi, Antifa, Tierquäler, militanter Veganer, Feministin, Patriarchen... find alles gleichsam zum kotzen, weil sich diese Menschen gedanklich ähneln wie ein Ei dem anderen, das eine weiß, das andere braun, aber der Kern ist der gleiche. Individueller Widerstand ist ab jetzt mein Motto, gegen jedwede Art von Verblödung und Degeneration.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 7. April 2015, 20:02

Mich stört vor allem das unglaublich schlechte Deutsch der True Fruits-Leute...
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon lenbert » Dienstag 7. April 2015, 21:04

Ich habe die Schluckbeschwerden überflogen und nicht gewusst ob ich lachen oder weinen soll.

Um ein Kommentar auf dem Blog aufzugreifen, auch wenn es anders gemeint war, als ich es meine: Bildung hilft.

Ich hoffe nur, dass mein Professor mich nicht zwingt, die Masterarbeit zu gendern. :)
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Jhonny » Dienstag 7. April 2015, 23:21

lenbert hat geschrieben:Ich hoffe nur, dass mein Professor mich nicht zwingt, die Masterarbeit zu gendern. :)


Kann man sich da nicht weigern?

Ich kann mich jedenfalls an eine äußerst humoristische Weihnachtsvorlesung unseres Fakultäts-Dekans erinnern, die eine reine Breitseite gegen die (bereits länger vorhandene) gegenderte Bibelübersetzung war.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Jhonny » Dienstag 7. April 2015, 23:36




man sind das üble Texte...
habe gerade über eine viertel Stunde meines Lebens verschwendet.
Mein Respekt vor den Autoren (das meine ich wirklich ernst - ich respektiere alle andersdenkenden, sogar die Grünen) - aber das geht mal gar nicht. Aber leider ist das längst - im Hintergrund dieser Gesellschaft - Mainstream.

Übel nebenbei, wie - und welche Quellen (!) da zitiert werden.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon lenbert » Mittwoch 8. April 2015, 06:37

Jhonny hat geschrieben:
lenbert hat geschrieben:Ich hoffe nur, dass mein Professor mich nicht zwingt, die Masterarbeit zu gendern. :)


Kann man sich da nicht weigern?


Es gibt anscheinend Unis/FHs/Professoren, die abwerten oder die Arbeit sogar negativ bewerten, wenn sie nicht gegendert wird. Ich glaube und hoffe aber, dass sich diese Unsitte bei uns an der FH noch nicht verbreitet hat.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Raphael Paebst » Donnerstag 9. April 2015, 11:24

Also ohne mich auf irgendwelche ideologischen Diskussionen einlassen zu wollen:

Man kann eine Abschlussarbeit auch ohne Binnen-I oder _ abfassen und dabei Gendergerecht schreiben. Wie? Nun, man wechselt einfach durch, schreibt mal "der Leser", mal "die Leserin", das ist keinerlei Stilverbiegung, liest sich völlig normal und ist gleichzeitig ausgeglichen.

Letztendlich wäre es ja auch ziemlich kindisch, auf einer rein maskulinen Form bei allen Ansprachen zu bestehen, die nicht konkret an einen Mann gerichtet sind.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 10. April 2015, 14:06

Raphael Paebst hat geschrieben:Letztendlich wäre es ja auch ziemlich kindisch, auf einer rein maskulinen Form bei allen Ansprachen zu bestehen, die nicht konkret an einen Mann gerichtet sind.

Die maskuline Form ist ja eben in biologischer Hinsicht nicht nur die maskuline Form, sondern eben auch die geschlechtsneutrale Form. Wer Französisch gelernt hat, kennt das:


Ce sont Jacques et Jeanne. Ils sont des élèves. => Gemischtgeschlechtlich, Geschlechtsneutral => gramm. maskulin
Ce sont Jacques et Martin. Ils sont des élèves. => biologisch rein männlich => gramm. maskulin
Ce sont Marianne et Jeanne. Elles sont des élèves. => biologisch rein weiblich => gramm. feminin


Wie ich oben schon gesagt habe: Das ist nur diskriminierend gegen Frauen, wenn man das so empfinden WILL. Man kann es genauso gut als Hervorhebung und positive Würdigung der Frau werten, weil es für Frauen eine Spezialform gibt, während die Männer sich mit der allgemein verwendbaren Grundform begnügen müssen.

Das ist im Deutschen nicht anders, auch wenn es hier nicht die Pronomina an sich betrifft, weil das Pluralpronomen per se geschlechtsneutral ist (aber in seiner Form "sie" gerade dem weiblichen Singularpronomen entspricht, krass, was?). Wenn wir also "man/frau spielt Fußball" schreiben, müssen wir natürlich künfig auch immer "sie/er spielen Fußball" schreiben. Das wird richtig, richtig geil, das alles.

"Die Lehrer des Gymnasiums halten ihren Pädagogischen Tag ab.", war und ist eine geschlechtsneutrale Formulierung, die zwar ein grammatikalisches Geschlecht hat, aber niemals eine Definition des biologischen Geschlechts der Gruppenglieder vornahm. Das kann man ja auch einfach mal akzeptieren. Die Gruppenbezeichnung "die Polizei" ist grammatikalisch weiblich, und trotzdem hat sich noch kein männlicher Polizist diskriminiert gefühlt, weil er unter einer weiblichen Gruppenbezeichnung angesprochen wird. Man kann natürlich wegen jedes Gehirnfurzes paranoider Geistesmenschen die Sprache krummbiegen und den Leuten Bösartigkeiten unterstellen, wo nie welche waren ("Mohrenkopf"), aber man kann das auch einfach lassen und so schätzá wiá oem d'Gosch gwaxá isch.


Raphael Paebst hat geschrieben:Man kann eine Abschlussarbeit auch ohne Binnen-I oder _ abfassen und dabei Gendergerecht schreiben. Wie? Nun, man wechselt einfach durch, schreibt mal "der Leser", mal "die Leserin", das ist keinerlei Stilverbiegung, liest sich völlig normal und ist gleichzeitig ausgeglichen.

Die Variante finde ich nun ganz arg schlimm, weil man in einer fortlaufenden Abhandlung nimmer weiß, wer gemeint ist. Wenn da dreimal steht, "der Leser", und es kommt plötzlich "die Leserin", dann frage ich mich doch, ob jetzt jemand anderes gemeint ist, oder warum sonst, soll Objekt oder Subjekt wechseln.


Sorry, aber ganz egal, wie man "gendert", für mich ist das immer ein ausgemachter Blödsinn, der den Sprachfluss entstellt, die Verständlichkeit reduziert, und der einfach völlig nutzloser Quatsch ist, der gerne auf dem Misthaufen der Geschichte verrotten darf, weil er einzig und allein dazu dient, dass sich Wichtigmacher in Szene setzen können.

Man mag mir nun Ewiggestrigkeit unterstellen, das nehme ich auf mich. Frauenfeindlichkeit nicht, weil an der deutschen Sprache bis dato nichts, aber auch gar nichts frauenfeindlich war.
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Re: Die "frau" bei Powermetal

Beitragvon Teichfrosch » Freitag 10. April 2015, 14:43

Was für ein schöner Beitrag. Danke dafür. Und noch etwas Munition, falls mal wieder jemand behauptet, es gäbe "Herr XY" aber nicht das weibliche Äquivalent sondern nur "Frau XY": Frau (mittelhochdeutsch frouwe; von althochdeutsch frouwa „vornehme, hohe Frau; Herrin“). Ist zwar mittlerweile ziemlich bekannt, aber dennoch immer ein guter Maulkorb für Wichtigtuer.
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