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von Oliver Passgang » Samstag 4. April 2015, 12:24
Raphael Paebst hat geschrieben:Klar ist das routiniert. UNLEASHED hat, im aktuellen Lineup, zu einer ganz eigenen, starken Form gefunden und die wird nun auf jedem Album ausgelebt. Die Alben sind alle toll, unterscheiden sich aber natürlich nur noch in Nuancen.
Keine Widerrede. Raphael Paebst hat geschrieben:Mir gefällt die neue von den Einzelsongs her wieder etwas besser als der Vorgänger, der etwas an mir vorbeigeprescht ist. Mag aber auch einfach Situationsabhängig sein und "Dawn Of The Nine" erreicht mich in einer Phase, in der ich mit der Musik mehr anfangen kann, als zum Release von "Odalheim".
Lustig, bei mir ist es genau umgekehrt. 
Oh you ironic pop-rock fucks DON'T YOU FUCK WITH METAL!!!
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von Rüdiger Stehle » Samstag 4. April 2015, 12:48
Wie Raphael schon sagt: Ja, klar, das ist routiniert. Das ist für mich auch der (einzige) Grund, warum ich hier nicht vor Begeisterung im Vieleck hüpfe. Es fehlt ein Stück weit der Knalleffekt, weil man von Unleashed seit "Sworn Allegiance" eben exakt diese hohe Qualität erwarten kann, und das auch noch in exakt diesem stilistischen Gewand, das nur um das sprichwörtliche "µ" modifiziert wird. Es gibt also bei einer neuen Unleashed seit spätestens "Midvinterblot" keine allzu nennenswerten Überraschungen, Sensationen, Irritationen, Experimente und Schockeffekte mehr. Deswegen gibt's von mir auch keine 10er mehr für Unleashed, dann dafür hat es sich die Band ein wenig zu bequem gemacht in ihrem Erfolgsvehikel. Aber auf der anderen Seite ist es halt immer noch Frontmonster Johnny Hedlund, dessen unnachahmliche Stimme uns hier in die Schlacht führt; ist es immer noch die mehr oder minder einzige Death-Metal-Band, bei der man nahezu jeden Song - über den Refrain hinaus - mitsingen kann, und es gibt eben auch keinen Stilbruch, keine Enttäuschungen, keine Irritationen, keine Experimente, keine Schockeffekte...  Kurzum: Man weiß, was man hat. Wenn man es mag, dann ist man in der Regel bestens bedient, die Alben liegen je nach Präferenz alle zwischen toll und sehr toll, jo... das ist halt wie bei Motörhead, W.A.S.P. und AC/DC: Im Rahmen ihrer eigenen Bandbreite alles durchaus variantenreiche Bands und eben nicht das Klischee der Band mit den drei Songs, aber wer spannende Entwicklungsschritte hören möchte, der hat halt (fast immer) Pech gehabt (Ausnahmen wie "KFD" oder "Another Perfect Day" bestätigen die Regel).
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von Rüdiger Stehle » Samstag 4. April 2015, 12:55
Und was ich vergessen habe: Eine minimale Variation sehe ich schon auch wieder zwischen "Odalheim" und "Dawn Of The Nine". Johnny singt für mein Empfinden etwas verrauchter, heißerer; was jetzt nicht negativ gemeint ist, sondern einfach eine von mir wahrgenommene Variation. Auch wirkt mir der Gitarrensound etwas flächiger, haha... postrockiger...  Sulphur Aeon dagegen ist super. Punkt. Die Band hat halt das Problem, dass es bei mir irre schwer ist, gegen meine alten Faves anzustinken. Bei mir stehen und fallen gerade Black- und Death-Metal-Bands halt sehr oft mit dem Wiedererkennungswert des Sängers, und der ist nunmal in meinen Ohren bei Johnny Hedlund um die 300x höher als bei Vetter M. Trotzdem wird es bei mir wohl nur ein halber Zähler Differenz zwischen beiden Scheiben sein. Zu Gunsten von Unleashed. Rein musikalisch und kompositorisch würde ich beide gleichauf sehen; von der Spannung im Songwriting wohl sogar die Schwefelbarden einen Tick vorne, aber der Sänger- und Hookline-Bonus schlägt halt bei mir sehr, sehr deutlich zu Buche.
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von Raphael Paebst » Samstag 4. April 2015, 13:00
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Und was ich vergessen habe: Eine minimale Variation sehe ich schon auch wieder zwischen "Odalheim" und "Dawn Of The Nine". Johnny singt für mein Empfinden etwas verrauchter, heißerer; was jetzt nicht negativ gemeint ist, sondern einfach eine von mir wahrgenommene Variation. Auch wirkt mir der Gitarrensound etwas flächiger, haha... postrockiger...  Sulphur Aeon dagegen ist super. Punkt. Die Band hat halt das Problem, dass es bei mir irre schwer ist, gegen meine alten Faves anzustinken. Bei mir stehen und fallen gerade Black- und Death-Metal-Bands halt sehr oft mit dem Wiedererkennungswert des Sängers, und der ist nunmal in meinen Ohren bei Johnny Hedlund um die 300x höher als bei Vetter M. Trotzdem wird es bei mir wohl nur ein halber Zähler Differenz zwischen beiden Scheiben sein. Zu Gunsten von Unleashed. Rein musikalisch und kompositorisch würde ich beide gleichauf sehen; von der Spannung im Songwriting wohl sogar die Schwefelbarden einen Tick vorne, aber der Sänger- und Hookline-Bonus schlägt halt bei mir sehr, sehr deutlich zu Buche.
Wie verortest du eigentlich die dritte Platte im Triumvirat spannender DM-Veröffentlichungen im SC ein? Also TRIBULATION?
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von Rüdiger Stehle » Samstag 4. April 2015, 14:36
Hmm... die habe ich jetzt nicht mit einbezogen, weil ich die stilistisch schon recht weit entfernt von den beiden anderen sehe. Das hat ja eine viel melodischere, doomigere, gruftigere, schwarzmetallischere Note. Sehr coole Scheibe, aber für mich nur ganz am Rande das, was ich unter Death Metal verstehe, während S.A. und Unleashed ja stilistisch sehr eng beieinander sind.-
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von Raphael Paebst » Samstag 4. April 2015, 15:22
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Hmm... die habe ich jetzt nicht mit einbezogen, weil ich die stilistisch schon recht weit entfernt von den beiden anderen sehe. Das hat ja eine viel melodischere, doomigere, gruftigere, schwarzmetallischere Note. Sehr coole Scheibe, aber für mich nur ganz am Rande das, was ich unter Death Metal verstehe, während S.A. und Unleashed ja stilistisch sehr eng beieinander sind.-
Stimmt schon, die fällt raus, erinnert mich von der Art, wie da Genregrenzen ignoriert werden, etwas an MORBUS CHRON, auch wenn bei TRIBULATION die Mittel natürlich andere sind.
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von enemy-of-reality » Samstag 4. April 2015, 15:44
Es gibt schon wieder 'ne neue UNLEASHED? Aufgrund des SULPHUR AEON-Hypes hab ich kürzlich übrigens mal meine Lauschlappen im Debüt versenkt. Hat mir auf Anhieb aber leider keine Errektion beschert. Muss man vielleicht ja öfter hören.
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von Rüdiger Stehle » Samstag 4. April 2015, 18:09
enemy-of-reality hat geschrieben:Es gibt schon wieder 'ne neue UNLEASHED?
Schon wieder? Das war die längste Veröffentlichungspause seit jener, die von "Hell's Unleashed" unterbrochen wurde, und die zweitlängste überhaupt. 
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von Rüdiger Stehle » Samstag 4. April 2015, 18:14
enemy-of-reality hat geschrieben:Aufgrund des SULPHUR AEON-Hypes hab ich kürzlich übrigens mal meine Lauschlappen im Debüt versenkt. Hat mir auf Anhieb aber leider keine Errektion beschert. Muss man vielleicht ja öfter hören.
Ich bin da auch gerade etwas überfragt, woran genau die um sich greifende Begeisterung für die Schwefelchen kommt. Das ist eine sehr gute Death-Metal-Band mit ausgesprochen tollen Artworks. Aber davon abgesehen ist sie für mich jetzt nicht übermäßig originall und auch nicht übermäßig eingängig. Von daher wundert es mich echt ein bisschen, was jetzt genau das Auszeichnungsmerkmal ist, das dazu führt, dass gerade diese Band auch über die engeren DM-Fankreise hinaus, in traditionsmetallische Zielgruppen hinein, so ein positives Echo erfährt. Ich führ's tatsächlich ein Stück weit auf die Artworks und den Lovecraft-Bezug zurück. Dazu sei gesagt, dass ich das der Band absolut gönne und nicht von einem unverdienten Hype reden will. Davon bin ich weit entfernt. Nur erschließt es sich mir halt nur etwas schwer, was jetzt gerade hier den ganz großen Unterschied macht.
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von Raphael Paebst » Samstag 4. April 2015, 18:47
Rüdiger Stehle hat geschrieben:enemy-of-reality hat geschrieben:Aufgrund des SULPHUR AEON-Hypes hab ich kürzlich übrigens mal meine Lauschlappen im Debüt versenkt. Hat mir auf Anhieb aber leider keine Errektion beschert. Muss man vielleicht ja öfter hören.
Ich bin da auch gerade etwas überfragt, woran genau die um sich greifende Begeisterung für die Schwefelchen kommt. Das ist eine sehr gute Death-Metal-Band mit ausgesprochen tollen Artworks. Aber davon abgesehen ist sie für mich jetzt nicht übermäßig originall und auch nicht übermäßig eingängig. Von daher wundert es mich echt ein bisschen, was jetzt genau das Auszeichnungsmerkmal ist, das dazu führt, dass gerade diese Band auch über die engeren DM-Fankreise hinaus, in traditionsmetallische Zielgruppen hinein, so ein positives Echo erfährt. Ich führ's tatsächlich ein Stück weit auf die Artworks und den Lovecraft-Bezug zurück. Dazu sei gesagt, dass ich das der Band absolut gönne und nicht von einem unverdienten Hype reden will. Davon bin ich weit entfernt. Nur erschließt es sich mir halt nur etwas schwer, was jetzt gerade hier den ganz großen Unterschied macht.
Nun, ich denke, der Lovecraft-Bezug ist ein wichtiges Steinchen im Erfolg, die schönen Artworks sowieso. Dann noch die Tatsache, dass die richtigen Multiplikatoren in der traditionellen Szene die Band gut finden und bereits zu Zeiten des Debüts die Werbetrommel rührten. So hören Leute in die Musik von SULPHUR AEON rein, die sonst einfach wenige DM-Alben anhören, auch wenn ihnen vielleicht deutlich mehr gefallen würden. Aber wenn die Schreiber von RH oder jetzt DF, eine Band über einen großen Teil der Redaktion hinweg positiv einordnen, dann bringt das eben Aufmerksamkeit, die die Band in diesem Fall genutzt hat. Ähnlich ist es doch auch z.B. mit NECROS CHRISTOS oder THE RUINS OF BEVERAST, bei letzteren besonders unverständlich für mich.
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